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[[Datei:Hutweide und Streuobstwiese.jpg|thumb|Streuobstwiese mit blühenden Obstbäumen und mit [[Pinzgauer Rind|Weidetieren]] beim Gut [[Endfelden]] in [[Piesendorf]]]]
 
[[Datei:Hutweide und Streuobstwiese.jpg|thumb|Streuobstwiese mit blühenden Obstbäumen und mit [[Pinzgauer Rind|Weidetieren]] beim Gut [[Endfelden]] in [[Piesendorf]]]]
[[Datei:Apfelbaum, Kaprun 1.jpg|thumb|Steuobstwiese mit reichlich fruchttragendem Apfelbaum in [[Kaprun]]]]
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[[Datei:Apfelbaum, Kaprun 1.jpg|thumb|Steuobstwiese mit reichlich fruchttragendem [[Apfelbaum]] in [[Kaprun]]]]
 
[[Datei:Kirschbaum im November, Brandsätt 2.jpg|thumb|Streuobstwiese mit herbstlich verfärbtem Kirschbaum und mit Weidetieren auf 1.000 Meter Seehöhe beim Bauerngut Brandstätt in [[Taxenbach]]]]
 
[[Datei:Kirschbaum im November, Brandsätt 2.jpg|thumb|Streuobstwiese mit herbstlich verfärbtem Kirschbaum und mit Weidetieren auf 1.000 Meter Seehöhe beim Bauerngut Brandstätt in [[Taxenbach]]]]
 
[[Datei:Apfelplantage.jpg|thumb|Monokultur moderner Obstbau. Hier eine Plantage in der Südost-[[Steiermark]]]]
 
[[Datei:Apfelplantage.jpg|thumb|Monokultur moderner Obstbau. Hier eine Plantage in der Südost-[[Steiermark]]]]
'''Streuobstwiesen''' sind Grünflächen, auf denen unterschiedlich alte Bäume mit unterschiedlichen Obstsorten wachsen.  
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'''Streuobstwiesen''' sind meist hofnahe Grünflächen, auf denen unterschiedlich alte Obstbäume mit meist verschiedenen Sorten wachsen.  
 
==Beschreibung und Nutzung==
 
==Beschreibung und Nutzung==
Es ist eine traditionelle, extensive Form des Obstbaues mit hochstämmigen Bäumen, meist im näheren Umfeld der [[Bauernhof|Bauernhöfe]] und Weiler. Es finden sich dort robuste und widerstandsfähige Bäume mit unterschiedlichen Sorten von Äpfeln, Birnen, [[Mostbirnbaum|Mostbirnen]], Zwetschgen und je nach Gunstlage auch Kirschen und Nüssen. Das dort geerntete Obst dient als Tafelobst, sowie als Basis für Most, Säfte und Brände.
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Es ist eine traditionelle, extensive Form des Obstbaues mit hochstämmigen Bäumen, meist im näheren Umfeld der [[Bauernhof|Bauernhöfe]] und Weiler. Es finden sich dort robuste und widerstandsfähige Bäume mit unterschiedlichen Sorten von Äpfeln, Birnen, [[Mostbirnbaum|Mostbirnen]] wie die [[Grüne Pichelbirne]] und die [[Schmotzbirne]], Zwetschgen und je nach Gunstlage auch Kirschen und Nüssen. Das dort geerntete Obst dient als Tafelobst, sowie als Basis für Most, Säfte und Brände.
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Die Fläche selbst wird mehrfach genutzt. Neben der Obstgewinnung diente sie früher der [[Einstreu|Blattstreugewinnung]], als Mähwiese oder als Viehweide für [[Pinzgauer Rind|Rinder]], [[Hausschaf|Schafe]] und früher auch für [[Hausschwein|Schweine]]. Die Bäume auf Obststreuwiesen wirken landschaftsprägend und haben auf Hängen auch eine Haltefunktion.
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Die Fläche selbst wird mehrfach genutzt. Neben der Obstgewinnung diente sie früher der [[Einstreu|Blattstreugewinnung]], als Mähwiese oder als Viehweide für [[Pinzgauer Rind|Rinder]], [[Hausschaf|Schafe]] und früher auch für [[Hausschwein|Schweine]]. Die Bäume auf Streuobstwiesen wirken landschaftsprägend und haben auf Hängen auch eine Haltefunktion. Die Obstbäume auf Streuobstwiesen sind oft mit mehreren Sorten (auf ein und demselben Baum) veredelt. Die regional und örtlich unterschiedliche Sortenvielfalt mit ihrer Anpassung an Standort und Klima stellt auch ein großes genetisches Potential dar. Zwecks Bestäubung ist die [[Imkerei]] im Umfeld von Streuobstwiesen essentiell.
Die Obstbäume auf Streuobstwiesen sind oft mit mehreren Sorten (auf ein und demselben Baum) veredelt. Die regional und örtlich unterschiedliche Sortenvielfalt mit ihrer Anpassung an Standort und Klima stellt auch ein großes genetisches Potential dar. Zwecks Bestäubung ist die [[Imkerei]] im Umfeld von Obststreuwiesen essentiell.
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Selbst im Salzburger Bergland, das aufgrund seines raueren Klimas für Obstbau weniger geeignet ist, wurden Streuobstwiesen angelegt, die der Versorgung der Bevölkerung mit Obst (in fester und flüssiger Form) diente.
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Selbst im Salzburger Bergland, das aufgrund seines raueren Klimas für Obstbau weniger geeignet ist, wurden Obststreuwiesen angelegt, die der Versorgung der Bevölkerung mit Obst diente.
   
==Ökosystem und Genpool Streuobstwiese==
 
==Ökosystem und Genpool Streuobstwiese==
Streuobstwiesen sind  landschaftsprägend, bilden ein eigenes Ökosystem und sind ein wichtiger Lebensraum für Insekten und Vögel. Die Obstbäume auf Streuobstwiesen können Hänge festhalten, damit eine nachhaltige Weidewirtschaft sichern  und sind daher mitunter auch bedeutsam für den Landschaftsschutz. Sie  bilden in bestimmten Lagen auch einen wichtigen Windschutz und bewirken  daneben eine Frostminderung.  
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Streuobstwiesen sind  landschaftsprägend, bilden ein eigenes Ökosystem und sind ein wichtiger Lebensraum für Insekten und Vögel, wie beispielsweise für den [[Grünspecht]]. Die Obstbäume auf Streuobstwiesen können Hänge festhalten, damit eine nachhaltige Weidewirtschaft sichern  und sind daher mitunter auch bedeutsam für den Landschaftsschutz. Sie  bilden in bestimmten Lagen auch einen wichtigen Windschutz und bewirken  daneben eine Frostminderung.  
 
Die auf Streuobstwiesen wachsenden  Sorten sind vielfältig und widerstandsfähig. Jede einzelne  Streuobstwiese hat ihren eigenen Charakter und ihre eigene  Obstbaumgesellschaft. Streuobstwiesen sind aufgrund ihrer regionalen und  örtlichen Vielfalt daher auch das Genreservoir alter Obstsorten.  Unterschiedliche Baumwuchsformen, Blühzeiten und die herbstliche  Laubfärbung wirken darüber hinaus landschaftsgestaltend. Das  fortschreitende Abkommen von Streuobstwiesen bedeutet somit auch eine  Verarmung der Landschaften. Streuobstwiesen zählen heute zu den am stärksten gefährdeten Biotoptypen im europäischen Raum.  
 
Die auf Streuobstwiesen wachsenden  Sorten sind vielfältig und widerstandsfähig. Jede einzelne  Streuobstwiese hat ihren eigenen Charakter und ihre eigene  Obstbaumgesellschaft. Streuobstwiesen sind aufgrund ihrer regionalen und  örtlichen Vielfalt daher auch das Genreservoir alter Obstsorten.  Unterschiedliche Baumwuchsformen, Blühzeiten und die herbstliche  Laubfärbung wirken darüber hinaus landschaftsgestaltend. Das  fortschreitende Abkommen von Streuobstwiesen bedeutet somit auch eine  Verarmung der Landschaften. Streuobstwiesen zählen heute zu den am stärksten gefährdeten Biotoptypen im europäischen Raum.  
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Heute erfolgt der Obstbau in Regionen mit Gunstlagen wie in der [[Steiermark]] (4.800 ha), in Niederösterreich (503 ha), im Burgenland (364 ha) und in [[Oberösterreich]] (225 ha) und zwar in Form von maschinell bearbeiteten Plantagen mit niederstämmigen Bäumen in Intensiv-Monokultur mit allen negativen Folgen wie Sortenarmut, Insektizid-Einsatz, Zerstörung der Pflanzenartenvielfalt und negativer Auswirkung auf den [[Bienensterben|Bienenbestand]].
 
Heute erfolgt der Obstbau in Regionen mit Gunstlagen wie in der [[Steiermark]] (4.800 ha), in Niederösterreich (503 ha), im Burgenland (364 ha) und in [[Oberösterreich]] (225 ha) und zwar in Form von maschinell bearbeiteten Plantagen mit niederstämmigen Bäumen in Intensiv-Monokultur mit allen negativen Folgen wie Sortenarmut, Insektizid-Einsatz, Zerstörung der Pflanzenartenvielfalt und negativer Auswirkung auf den [[Bienensterben|Bienenbestand]].
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Mehr und mehr Obststreuwiesen verwahrlosen mangels Nutzung  und Pflege oder müssen anderen Funktionen weichen. Die Bäume werden gerodet und das Obst wird im Supermarkt erstanden, was letzlich auch eine dramatische Verarmung an Sorten bedeutet. Denn alte Obstsorten verschwinden zunehmend und es bedarf  besonderer Anstrengung vieler, um das Kulturgut Obst auch nur annähernd in seiner einstigen Vielfalt zu erhalten. Die Sortenvielfalt ist regional durch die unterschiedlichen Standorte und Nutzungen geprägt. Von den mehr als 3.000 Apfelsorten, die in Mitteleuropa heimisch sind, finden beispielsweise heute nur mehr rund 60 Arten Platz im Obsthandel [[Deutschland]]s. In Österreich und im [[Bundesland Salzburg]] ist die Situation ähnlich.
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Mehr und mehr Streuobstwiesen verwahrlosen mangels Nutzung  und Pflege oder müssen anderen Funktionen weichen. Die Bäume werden gerodet und das Obst wird im Supermarkt erstanden, was letzlich auch eine dramatische Verarmung an Sorten bedeutet. Denn alte Obstsorten verschwinden zunehmend und es bedarf  besonderer Anstrengung vieler, um das Kulturgut Obst auch nur annähernd in seiner einstigen Vielfalt zu erhalten. Die Sortenvielfalt ist regional durch die unterschiedlichen Standorte und Nutzungen geprägt. Von den mehr als 3.000 Apfelsorten, die in Mitteleuropa heimisch sind, finden beispielsweise heute nur mehr rund 60 Arten Platz im Obsthandel [[Deutschland]]s. In Österreich und im [[Bundesland Salzburg]] ist die Situation ähnlich.
    
==Quellen==
 
==Quellen==
 
*Deutschsprachige Wikipedia, Stichwort Streuobstwiesen
 
*Deutschsprachige Wikipedia, Stichwort Streuobstwiesen
 
*"Ein Apfel deckt ein Viertel des Vitamin-C-Bedarfs", SN, 9. November 2012, S. 15
 
*"Ein Apfel deckt ein Viertel des Vitamin-C-Bedarfs", SN, 9. November 2012, S. 15
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[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Biologie]]
 
[[Kategorie:Biologie]]
[[Kategorie:Pflanzen und Tiere]]
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[[Kategorie:Flora]] [[Kategorie:Landwirtschaft]]
[[Kategorie:Pflanzen]]
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[[Kategorie:Landwirtschaft]]
   
[[Kategorie:Landschaft]]
 
[[Kategorie:Landschaft]]
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