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Die „Cella in Bisontio“ wird zwar in dem [[Salzburger Güterverzeichnis]] ''Notitia Arnonis'' (Aufzeichnungen des [[Arno]]) im Jahr [[788]]/[[790]] (frühere Jahresangaben wie [[740]], [[743]], [[748]] oder Zeitangaben wie „unter  Bischof Johannes“ sind nicht belegbare Erfindungen) erstmals urkundlich erwähnt, der gesamte [[Pinzgau]] gehörte zur damaligen Zeit aber zum Herzogtum [[Bayern]], die territoriale Macht war auf mehrere einflussreiche bayerische Grafschaften verteilt. Die Stifter der Celle müssen daher im adeligen Umkreis des [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzogs]] [[Tassilo III.]] gesucht werden, auch der Herzog selbst kann als Gründer nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Name ''Cella'' (Czel, Cell, Zell, …) setzte sich jedenfalls bald als Bezeichnung  auch für die weltliche Ansiedlung durch, von der (früh-)mittelalterlichen Anlage des  Marktplatzes (heute [[Stadtplatz (Zell am See)|Stadtplatz]]) blieb die Anordnung der Gebäude und hierbei insbesondere der  [[Vogt- oder Kastnerturm|Vogtturm]] im Wesentlichen unverändert erhalten. Die Bauherren dieses stattlichen Turmes sind unbekannt, müssen aber jedenfalls auch in einflussreichen Adelsgeschlechtern (Herren von Pinzgowe?) gesucht werden.
 
Die „Cella in Bisontio“ wird zwar in dem [[Salzburger Güterverzeichnis]] ''Notitia Arnonis'' (Aufzeichnungen des [[Arno]]) im Jahr [[788]]/[[790]] (frühere Jahresangaben wie [[740]], [[743]], [[748]] oder Zeitangaben wie „unter  Bischof Johannes“ sind nicht belegbare Erfindungen) erstmals urkundlich erwähnt, der gesamte [[Pinzgau]] gehörte zur damaligen Zeit aber zum Herzogtum [[Bayern]], die territoriale Macht war auf mehrere einflussreiche bayerische Grafschaften verteilt. Die Stifter der Celle müssen daher im adeligen Umkreis des [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzogs]] [[Tassilo III.]] gesucht werden, auch der Herzog selbst kann als Gründer nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Name ''Cella'' (Czel, Cell, Zell, …) setzte sich jedenfalls bald als Bezeichnung  auch für die weltliche Ansiedlung durch, von der (früh-)mittelalterlichen Anlage des  Marktplatzes (heute [[Stadtplatz (Zell am See)|Stadtplatz]]) blieb die Anordnung der Gebäude und hierbei insbesondere der  [[Vogt- oder Kastnerturm|Vogtturm]] im Wesentlichen unverändert erhalten. Die Bauherren dieses stattlichen Turmes sind unbekannt, müssen aber jedenfalls auch in einflussreichen Adelsgeschlechtern (Herren von Pinzgowe?) gesucht werden.
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== Die Kirche zum hl. Hippolyt==
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== Die Kirche zum hl. Hippolyt ==
 
[[Datei:St. Hippolyth7.jpg|thumb|Teilansicht der Krypta von St. Hippolyt]]
 
[[Datei:St. Hippolyth7.jpg|thumb|Teilansicht der Krypta von St. Hippolyt]]
Die heutige [[Stadtpfarrkirche St. Hippolyth]] mit einer historisch interessanten [[Krypta]] reicht in ihren Wurzeln möglicherweise bis in die Gründerzeit der Cella zurück, eine neben dem Eingang zur Sakristei eingemauerte antike Kopfskulptur sowie andere Bauteile aus der Römerzeit (Spolien) könnten möglicherweise sogar als Hinweise auf eine vorchristliche Kultstätte gedeutet werden. Auch die alte Propstei am Stadtplatz (heute [[Bankhaus Carl Spängler & Co. AG]]) und Kellergewölbe in der Kirchgasse weisen ein hohes Alter auf. Neben der  (vermutlich adeligen Eigen-) Kirche zum hl. Hippolyt stand früher die Volks- und Wallfahrtskirche Maria im Wald (Maria Walt), sie musste [[1770]] nach einem verheerenden Brand im Ortszentrum abgerissen werden. Auch die Hippolytkirche wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, nach den Wünschen der Einwohner hätte sie durch einen Neubau ersetzt werden sollen.
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Die heutige [[Stadtpfarrkirche St. Hippolyt]] mit einer historisch interessanten [[Krypta]] reicht in ihren Wurzeln möglicherweise bis in die Gründerzeit der Cella zurück, eine neben dem Eingang zur Sakristei eingemauerte antike Kopfskulptur sowie andere Bauteile aus der Römerzeit (Spolien) könnten möglicherweise sogar als Hinweise auf eine vorchristliche Kultstätte gedeutet werden. Auch die alte Propstei am Stadtplatz (heute [[Bankhaus Carl Spängler & Co. AG]]) und Kellergewölbe in der Kirchgasse weisen ein hohes Alter auf. Neben der  (vermutlich adeligen Eigen-) Kirche zum hl. Hippolyt stand früher die Volks- und Wallfahrtskirche Maria im Wald (Maria Walt), sie musste [[1770]] nach einem verheerenden Brand im Ortszentrum abgerissen werden. Auch die Hippolytkirche wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, nach den Wünschen der Einwohner hätte sie durch einen Neubau ersetzt werden sollen.
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==Das Aufkommen Salzburgs, Marktprivilegien, Handel und Gericht im Hoch- und Spätmittelalter==
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== Das Aufkommen Salzburgs, Marktprivilegien, Handel und Gericht im Hoch- und Spätmittelalter ==
 
Im [[12. Jahrhundert|12.]] und [[13. Jahrhundert]] nahm der Einfluss des Salzburg<!--?-->er Erzbischof<!--/?-->s <!--?-->im<!--/?--> [[Innergebirg]] kontinuierlich zu, umfangreiche Erbrechte sicherten [[1228]] den Besitz des Fürsterzbistums im [[Pinzgau]] ab, endgültig fielen die einzelnen Grafschaften [[1480]] unter den Krummstab. Schon lange musste jedenfalls auch das [[1217]] gegründete und von Salzburg abhängige [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistum]] [[Chiemsee]] (mit einer Residenz auf [[Schloss Fischhorn]]) von der Zeller Pfarre in Form von Mensalabgaben mitversorgt werden.
 
Im [[12. Jahrhundert|12.]] und [[13. Jahrhundert]] nahm der Einfluss des Salzburg<!--?-->er Erzbischof<!--/?-->s <!--?-->im<!--/?--> [[Innergebirg]] kontinuierlich zu, umfangreiche Erbrechte sicherten [[1228]] den Besitz des Fürsterzbistums im [[Pinzgau]] ab, endgültig fielen die einzelnen Grafschaften [[1480]] unter den Krummstab. Schon lange musste jedenfalls auch das [[1217]] gegründete und von Salzburg abhängige [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistum]] [[Chiemsee]] (mit einer Residenz auf [[Schloss Fischhorn]]) von der Zeller Pfarre in Form von Mensalabgaben mitversorgt werden.
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Eine wichtige Rolle spielte über Jahrhunderte hinweg auch der [[Bergbau]], in zahlreichen Stollen in den damals noch selbstständigen Kommunen [[Bruckberg (Gemeinde)|Bruckberg]] und [[Thumersbach (Gemeinde)|Thumersbach]] wurden Kupfer- und Schwefelkieserze sowie silberhaltiger  Bleiglanz und Zinkblende abgebaut. Das „Empfachs- und Freypuech“ des „Perckhgerichts“ Zell am See weist [[1542]] zahlreiche Stollen im Besitz mehrerer Gewerken am Lienberg und Limberg auf. Obwohl der [[Bergbau]] in der Folge, auch bedingt durch eine allgemeine schwere Wirtschaftskrise, rapide abnahm, konnten [[1611]] immer noch bis zu 400 Tonnen Erze pro Jahr gefördert und daraus in den Pochwerken in der Schütt und in [[Thumersbach]] etwa 20&nbsp;000 Kilogramm Fein[[kupfer]] gewonnen werden. Als Gewerken (Bergwerksunternehmer) traten hierorts besonders die Rosenberger in Erscheinung, auf sie geht auch das (ab) [[1577]] erbaute und seit [[1973]] als Rathaus genutzte [[Schloss Rosenberg]] zurück.
 
Eine wichtige Rolle spielte über Jahrhunderte hinweg auch der [[Bergbau]], in zahlreichen Stollen in den damals noch selbstständigen Kommunen [[Bruckberg (Gemeinde)|Bruckberg]] und [[Thumersbach (Gemeinde)|Thumersbach]] wurden Kupfer- und Schwefelkieserze sowie silberhaltiger  Bleiglanz und Zinkblende abgebaut. Das „Empfachs- und Freypuech“ des „Perckhgerichts“ Zell am See weist [[1542]] zahlreiche Stollen im Besitz mehrerer Gewerken am Lienberg und Limberg auf. Obwohl der [[Bergbau]] in der Folge, auch bedingt durch eine allgemeine schwere Wirtschaftskrise, rapide abnahm, konnten [[1611]] immer noch bis zu 400 Tonnen Erze pro Jahr gefördert und daraus in den Pochwerken in der Schütt und in [[Thumersbach]] etwa 20&nbsp;000 Kilogramm Fein[[kupfer]] gewonnen werden. Als Gewerken (Bergwerksunternehmer) traten hierorts besonders die Rosenberger in Erscheinung, auf sie geht auch das (ab) [[1577]] erbaute und seit [[1973]] als Rathaus genutzte [[Schloss Rosenberg]] zurück.
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==Krisen, Kriege, Epidemien und Naturkatastrophen im  Markt Zell im Pinzgau==
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== Krisen, Kriege, Epidemien und Naturkatastrophen im  Markt Zell im Pinzgau ==
 
Dennoch blieb der Marktort Zell im Pinzgau seit der Blütezeit des Handels im Hochmittelalter immer von bescheidener Größe, über Jahrhunderte blieb die Anzahl der Häuser im Burgfrieden (vom Schiedbach [Schüttbach] bis zum Badhaus) mit rund sechzig bis neunzig konstant, die Einwohnerzahl dürfte bis zur Mitte des [[19. Jahrhundert]]s wohl  500 bis 600 nie überschritten haben, auch hatte der Marktflecken zu keiner Zeit eine Stadtmauer.
 
Dennoch blieb der Marktort Zell im Pinzgau seit der Blütezeit des Handels im Hochmittelalter immer von bescheidener Größe, über Jahrhunderte blieb die Anzahl der Häuser im Burgfrieden (vom Schiedbach [Schüttbach] bis zum Badhaus) mit rund sechzig bis neunzig konstant, die Einwohnerzahl dürfte bis zur Mitte des [[19. Jahrhundert]]s wohl  500 bis 600 nie überschritten haben, auch hatte der Marktflecken zu keiner Zeit eine Stadtmauer.
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Im Zusammenhang mit der Klimaverschlechterung der sog. „Kleinen Eiszeit“ traten ab dem 16. Jahrhundert vermehrt heftige Unwetter und als Folge weitverbreiteter Holzschlägerungen im gesamten [[Pinzgau]] riesige Murgänge und zunehmend verheerende Überschwemmungen auf. Eine dramatische Folge war die Auflandung und Vergrusung des Talbodens, begleitet von Krankheiten wie dem „Pinzgauer Sumpffieber“ und allerlei Hautkrankheiten, auch waren unglaubliche Mückenplagen eine Folge.
 
Im Zusammenhang mit der Klimaverschlechterung der sog. „Kleinen Eiszeit“ traten ab dem 16. Jahrhundert vermehrt heftige Unwetter und als Folge weitverbreiteter Holzschlägerungen im gesamten [[Pinzgau]] riesige Murgänge und zunehmend verheerende Überschwemmungen auf. Eine dramatische Folge war die Auflandung und Vergrusung des Talbodens, begleitet von Krankheiten wie dem „Pinzgauer Sumpffieber“ und allerlei Hautkrankheiten, auch waren unglaubliche Mückenplagen eine Folge.
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==Eisenbahn, Pioniere und die Perle des Salzburger Landes==
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== Eisenbahn, Pioniere und die Perle des Salzburger Landes ==
 
Die ersten urkundlichen Spuren über wasserbauliche Maßnahmen im [[Pinzgau]] reichen in die erste Hälfte des [[16. Jahrhundert]]s zurück, aber erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts stellten sich nachhaltigere Erfolge bei der [[Salzachregulierung|Regulierung]] des Flussbettes der [[Salzach]] ein. Wurde noch [[1842]] im renommierten deutschen Reiseführer Baedeker vor einem Aufenthalt in Zell am See (die Bezeichnung „am See“ kam ausgehend von der bayerischen Zeit nach den Franzosenkriegen immer mehr in Gebrauch) wegen der ungesunden Sümpfe gewarnt, so bezeichnete 30 Jahre später der Münchner Bergsteiger und Alpinschriftsteller [[Karl Hofmann (Alpinist)|Karl Hofmann]] den [[Zeller See]] schon als „die Perle des Salzburger Landes“.
 
Die ersten urkundlichen Spuren über wasserbauliche Maßnahmen im [[Pinzgau]] reichen in die erste Hälfte des [[16. Jahrhundert]]s zurück, aber erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts stellten sich nachhaltigere Erfolge bei der [[Salzachregulierung|Regulierung]] des Flussbettes der [[Salzach]] ein. Wurde noch [[1842]] im renommierten deutschen Reiseführer Baedeker vor einem Aufenthalt in Zell am See (die Bezeichnung „am See“ kam ausgehend von der bayerischen Zeit nach den Franzosenkriegen immer mehr in Gebrauch) wegen der ungesunden Sümpfe gewarnt, so bezeichnete 30 Jahre später der Münchner Bergsteiger und Alpinschriftsteller [[Karl Hofmann (Alpinist)|Karl Hofmann]] den [[Zeller See]] schon als „die Perle des Salzburger Landes“.
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Auswärtige Pioniere, allen voran der aus dem damals preußischen Posen stammende und später in Breslau beheimatete [[Rudolf Riemann]], rüttelten die einheimische Bevölkerung wach und fanden beim „[[Bürgermeister]] mit Weitblick“ [[Josef Salzmann]], der auch verhindert hatte, dass die Bahn über [[Thumersbach]] geführt und die [[Bezirkshauptmannschaft Zell am See|Bezirkshauptmannschaft]] nach [[Saalfelden]] verlegt wurde, offene Ohren. So waren schon [[1871]] in Zell am See eine [[Alpenverein]]s<u></u>sektion gegründet und Wanderwege angelegt worden, auf der [[Schmittenhöhe]] stand seit [[1874]] den Gästen ein Unterkunftshaus, das ständig Erweiterungen erfuhr und in den 1880-er Jahren v.a. von Carl und Emilie Haschke zu einem [[Berghotel Schmittenhöhe|Berghotel]] mit über 40 Zimmern und 90 Betten ausgebaut wurde, zur Verfügung. Dass man nun zunehmend auch mit Touristen „rechnete“, zeigt die Gründung eines Verschönerungsvereins in Zell am See im Jahr [[1877]], aus dieser Zeit stammen auch die ersten Faltprospekte mit Wandervorschlägen und -karten. Verdiente [[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] nach [[Josef Salzmann]] in der Zeller „Gründerzeit“ waren [[Josef Fill]], [[Leopold Sterzinger]] und Dr. [[Josef Müller (Bürgermeister)|Josef Müller]].
 
Auswärtige Pioniere, allen voran der aus dem damals preußischen Posen stammende und später in Breslau beheimatete [[Rudolf Riemann]], rüttelten die einheimische Bevölkerung wach und fanden beim „[[Bürgermeister]] mit Weitblick“ [[Josef Salzmann]], der auch verhindert hatte, dass die Bahn über [[Thumersbach]] geführt und die [[Bezirkshauptmannschaft Zell am See|Bezirkshauptmannschaft]] nach [[Saalfelden]] verlegt wurde, offene Ohren. So waren schon [[1871]] in Zell am See eine [[Alpenverein]]s<u></u>sektion gegründet und Wanderwege angelegt worden, auf der [[Schmittenhöhe]] stand seit [[1874]] den Gästen ein Unterkunftshaus, das ständig Erweiterungen erfuhr und in den 1880-er Jahren v.a. von Carl und Emilie Haschke zu einem [[Berghotel Schmittenhöhe|Berghotel]] mit über 40 Zimmern und 90 Betten ausgebaut wurde, zur Verfügung. Dass man nun zunehmend auch mit Touristen „rechnete“, zeigt die Gründung eines Verschönerungsvereins in Zell am See im Jahr [[1877]], aus dieser Zeit stammen auch die ersten Faltprospekte mit Wandervorschlägen und -karten. Verdiente [[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] nach [[Josef Salzmann]] in der Zeller „Gründerzeit“ waren [[Josef Fill]], [[Leopold Sterzinger]] und Dr. [[Josef Müller (Bürgermeister)|Josef Müller]].
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==Die Zeller Gründerzeit von 1875 bis 1914==
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== Die Zeller Gründerzeit von 1875 bis 1914 ==
 
Als besondere Attraktion galt bei den Gästen des aufstrebenden Fremdenortes insbesondere auch das – vergletscherte – Hochgebirge, Ausflüge nach [[Kaprun]] und [[Ferleiten]] waren überaus beliebt. Auf Initiative des Zeller Alpenvereins und ausgeführt von Bezirksbauingenieur [[Nikolaus Gassner]], wurden in kurzer Zeit eine Mautstraße ins [[Kapruner Tal]] und ein Karrenweg bis zum [[Mooserboden]] erbaut. Auf bequeme Art und Weise konnte man ab Jänner [[1897]] ausgehend vom Bahnhof in Zell am See mit der schmalspurigen Lokalbahn in den [[Oberpinzgau]] zu den weitum bekannten [[Krimmler Wasserfälle]]n reisen.
 
Als besondere Attraktion galt bei den Gästen des aufstrebenden Fremdenortes insbesondere auch das – vergletscherte – Hochgebirge, Ausflüge nach [[Kaprun]] und [[Ferleiten]] waren überaus beliebt. Auf Initiative des Zeller Alpenvereins und ausgeführt von Bezirksbauingenieur [[Nikolaus Gassner]], wurden in kurzer Zeit eine Mautstraße ins [[Kapruner Tal]] und ein Karrenweg bis zum [[Mooserboden]] erbaut. Auf bequeme Art und Weise konnte man ab Jänner [[1897]] ausgehend vom Bahnhof in Zell am See mit der schmalspurigen Lokalbahn in den [[Oberpinzgau]] zu den weitum bekannten [[Krimmler Wasserfälle]]n reisen.
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Parallel zum Ausbau der Verkehrswege entstand auch in [[Zell am See]] eine Reihe von neuen Häusern, darunter das Hotel Krone, das [[Hotel Kaiserin Elisabeth]], das Hotel am See ([[Grand Hotel Zell am See|Grand Hotel]]), die Neue Post, der Pinzgauer Hof (heute Finanzamt), Geisters Seehotel, das Hotel Central, das Hotel Austria, das Hotel Elektra oder das Hotel Bellevue in Thumersbach, mehrfach wurden Zell am See und die Schmittenhöhe auch von den höchsten Repräsentanten des Kaiserhauses besucht.
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Parallel zum Ausbau der Verkehrswege entstand auch in [[Zell am See]] eine Reihe von neuen Häusern, darunter das Hotel Krone, das [[Hotel Kaiserin Elisabeth]], das Hotel am See ([[Grand Hotel Zell am See|Grand Hotel]]), die Neue Post, der Pinzgauer Hof (heute Finanzamt), Geisters Seehotel, das Hotel Central, das Hotel Austria, das Hotel Elektra oder das Hotel Bellevue in Thumersbach, mehrfach wurden Zell am See und die Schmittenhöhe auch von den höchsten Repräsentanten des Kaiserhauses besucht.
    
In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s war auch in die Kunstszene verstärkt Bewegung gekommen, bekannte österreichische Künstler wie [[Thomas Ender]], [[Friedrich Gauermann]], [[Hubert Sattler (Maler)|Hubert Sattler]] und [[Edmund Höd]] genauso wie der Engländer [[Edward Theodore Compton]] und der in Zell beheimatete [[Karl Flieher]] faszinierten der Marktort und die „schaurig-schöne“ Hochgebirgslandschaft. Ihre Gemälde, Illustrationen, Stiche und Prospekte erreichten ein internationales Publikum.
 
In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s war auch in die Kunstszene verstärkt Bewegung gekommen, bekannte österreichische Künstler wie [[Thomas Ender]], [[Friedrich Gauermann]], [[Hubert Sattler (Maler)|Hubert Sattler]] und [[Edmund Höd]] genauso wie der Engländer [[Edward Theodore Compton]] und der in Zell beheimatete [[Karl Flieher]] faszinierten der Marktort und die „schaurig-schöne“ Hochgebirgslandschaft. Ihre Gemälde, Illustrationen, Stiche und Prospekte erreichten ein internationales Publikum.
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1848 übernahm „Franzl“, Kaiser [[Franz Joseph I.]], die Regierungsgeschäfte und heiratete 1854 seine „Sisi“, Kaiserin [[Elisabeth von Österreich|Elisabeth]]. Sie besuchte [[1885]] Zell am See, wohnte im [[Hotel Kaiserin Elisabeth am See|Hotel „Kaiserin Elisabeth am See“]] und bestieg zu Fuß zur Nachtzeit mit Begleitern in 2,5 Stunden die Schmittenhöhe. Auch Kaiser Franz Joseph I. besuchte unseren Hausberg und benützte für die Auffahrt ein vom Pferd gezogenes Schmittenhöhe-Wagerl. Der Kaiser übernachtete von [[11. Juli|11.]] auf [[12. Juli]] [[1893]] im Berghotel und war von der herrlichen Aussicht begeistert. Über die kaiserlichen Besuche berichtete man in Zeitungen im In- und Ausland und das war für die damalige „Zeller Sommerfrische“ eine „unbezahlbare“ Werbung<ref>{{Quelle PiN|5. März 2015}}</ref>.  
 
1848 übernahm „Franzl“, Kaiser [[Franz Joseph I.]], die Regierungsgeschäfte und heiratete 1854 seine „Sisi“, Kaiserin [[Elisabeth von Österreich|Elisabeth]]. Sie besuchte [[1885]] Zell am See, wohnte im [[Hotel Kaiserin Elisabeth am See|Hotel „Kaiserin Elisabeth am See“]] und bestieg zu Fuß zur Nachtzeit mit Begleitern in 2,5 Stunden die Schmittenhöhe. Auch Kaiser Franz Joseph I. besuchte unseren Hausberg und benützte für die Auffahrt ein vom Pferd gezogenes Schmittenhöhe-Wagerl. Der Kaiser übernachtete von [[11. Juli|11.]] auf [[12. Juli]] [[1893]] im Berghotel und war von der herrlichen Aussicht begeistert. Über die kaiserlichen Besuche berichtete man in Zeitungen im In- und Ausland und das war für die damalige „Zeller Sommerfrische“ eine „unbezahlbare“ Werbung<ref>{{Quelle PiN|5. März 2015}}</ref>.  
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==Der Erste Weltkrieg==
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== Der Erste Weltkrieg ==
Ein jähes Ende des allgemeinen Aufschwungs brachte der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]]. In Zell am See mussten 270 Männer einrücken, 62 kehrten nicht mehr von den zahlreichen Fronten zurück. Im Hinterland machten sich die Kriegsjahre außer durch die Todesnachrichten von den Schauplätzen des Krieges hauptsächlich durch die drastische Verknappung und die dadurch notwendige Rationierung der Lebensmittel bemerkbar. Erschwerend für die Ernährungssituation war auch, dass schon bald nach Kriegsbeginn die [[Reich#k._k.|k.&nbsp;k.]]&nbsp;Militärbehörde die Unterbringung Verwundeter in Zell am See angeordnet hatte. Auch die Schaffung eines TBC-Heimes − bei gleichzeitiger Beibehaltung des Rufes als Kurort − erforderten vom damaligen Bürgermeister Mag. pharm. [[Josef Wisgrill]] einen hohen persönlichen Einsatz. So war es nicht verwunderlich, dass Wisgrill unmittelbar nach Kriegsende das Bürgermeisteramt an den bei Bürgermusik und Feuerwehr verdienten „ersten Gemeinderat“, [[Anton Gaßner]] ([[DNSAP|Deutsche Arbeiterpartei > DAP]]), abgab.
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Ein jähes Ende des allgemeinen Aufschwungs brachte der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]]. In Zell am See mussten 270 Männer einrücken, 62 kehrten nicht mehr von den zahlreichen Fronten zurück. Im Hinterland machten sich die Kriegsjahre außer durch die Todesnachrichten von den Schauplätzen des Krieges hauptsächlich durch die drastische Verknappung und die dadurch notwendige Rationierung der Lebensmittel bemerkbar. Erschwerend für die Ernährungssituation war auch, dass schon bald nach Kriegsbeginn die [[Reich#k._k.|k.&nbsp;k.]]&nbsp;Militärbehörde die Unterbringung Verwundeter in Zell am See angeordnet hatte. Auch die Schaffung eines TBC-Heimes − bei gleichzeitiger Beibehaltung des Rufes als Kurort − erforderten vom damaligen Bürgermeister Mag. pharm. [[Josef Wisgrill]] einen hohen persönlichen Einsatz. So war es nicht verwunderlich, dass Wisgrill unmittelbar nach Kriegsende das Bürgermeisteramt an den bei Bürgermusik und Feuerwehr verdienten „ersten Gemeinderat“, [[Anton Gaßner]] ([[DNSAP|Deutsche Arbeiterpartei > DAP]]), abgab.
    
== Die Zwischenkriegszeit ==
 
== Die Zwischenkriegszeit ==
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