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Runde Klammern ( ) sind aus den Briefen mitübernommen; eckige Klammern [ ] enthalten meine Zusätze. / Schrägstrich bedeutet zumeist Blattwechsel (nicht durchgehend markiert), manchmal (in diesem Zusammenhang) auch ‚Ersatz‘ für einen [fehlenden] Punkt. Durchstrichene Wörter und unterstrichene stehen so im Original, ebenso Kleindruck über einer Zeile. XX und XXX sind [für mich] unleserliche Stellen. – Natürlich wird eine derartige Datei nicht fehlerfrei sein; für entspr. Hinweise bin ich sehr dankbar. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Briefe eine gute Quelle für die weitere Arbeit an Salzburgwiki.at darstellt. Mein Dank gilt für die Aufnahme in deren Obhut.                                                                                                                Freiburg i. Br., Dezember 2020 / Otto Holzapfel.
 
Runde Klammern ( ) sind aus den Briefen mitübernommen; eckige Klammern [ ] enthalten meine Zusätze. / Schrägstrich bedeutet zumeist Blattwechsel (nicht durchgehend markiert), manchmal (in diesem Zusammenhang) auch ‚Ersatz‘ für einen [fehlenden] Punkt. Durchstrichene Wörter und unterstrichene stehen so im Original, ebenso Kleindruck über einer Zeile. XX und XXX sind [für mich] unleserliche Stellen. – Natürlich wird eine derartige Datei nicht fehlerfrei sein; für entspr. Hinweise bin ich sehr dankbar. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Briefe eine gute Quelle für die weitere Arbeit an Salzburgwiki.at darstellt. Mein Dank gilt für die Aufnahme in deren Obhut.                                                                                                                Freiburg i. Br., Dezember 2020 / Otto Holzapfel.
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=== 1792 ===
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'''Fanny Kobler''' (1796-1886; Nr. 79) [Reste zerrissener Aktenstücke; nicht übertragen]: Salzburg 16.Januar 1792: Franz Elixhauser als Hochzeiter, Franziska Hofmannin als Hochzeiterin XXX XXX [Abschrift der Zeit von dem auch im Orignal vorhandener Ehe-Vertrag von 1792]/ Februar 1830, Franziska Kobler geborene Hofmann, Seraphin Kobler, Franz Hofmann als Zeuge XXX XXX 1839 Papiersiegel/ Salzburg am 13.Mai 1837: Seraphin Kobler Franziska Kobler./ Salzburg am 3.Oktober 1837: Seraphin Kobler Franziska Kobler/ Salzburg am 20.Februar 1841: Seraphin Kobler Franziska Kobler. – „Elixhausen“ ist ein Ort bei Salzburg.
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=== 1843 ===
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==== Brief an [Nr. 39] ====
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Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [flüssige, gute Schrift, etwas verblasst; Bogen, gefaltet, rotes Lacksiegel „K.[?] D“; Stempel „Kufstein 18.Jän.“ und „Salzburg 19.Jan.“; auf der Adressenseite Tinte verlaufen; vgl. folgenden Gegenbrief vom 22.1.1843]: A Mademoiselle Mademoiselle Amalie de Castelli à Salzburg. abzugeben in Kobler’s Bräuhause. - Kufstein am 15ten Jänner 1843. Liebe Malie! Fanni’s Zigeuner mit seiner Auswahl von unglücklichen Tagen war ein Gaudieb, denn jener Tag an dem ich abreisete [!] wurd zu den glücklichen gezählt und er gehörte wahrlich zu den Bösen, denn ich hatte unangenehmes Wetter, schlechten Weg, wurde in Unken [am Steinpass] erbärmlich geschnürt [!], kam nicht weiter bis Kößen [Kössen, 23 km vor Kufstein], und überdies Alles– mußte ich nicht von Ihnen fort!? Sie sind ein schlechter Kor[r]espondent werden Sie mir sagen und ich gestehe es Ihnen sogar zu, ja ich gestehe Ihnen noch mehr, daß ich in dieser Beziehung schon Schand und Spott zu tragen gewohnt bin, aber diesmal möchten Sie doch zu schnell mich verdammt haben und um Sie zu überzei[u]gen werde ich Ihnen jenen Tag verwehren: wie bekannt reisete ich den 9ten Morgens von Salzburg ab kam jedoch nicht weiter als Kößen, den 10ten nach Kufstein, wo ich um 11 Uhr eintraf- Nachmittags suchte ich eine Wohnung und informirte mich über die hiesigen Verhältniße, die ich in dem Grade ungünstig fand, daß ich allsogleich nach Innsbruck abzureisen beschloß, um durch eine dem Obersten zu schenkende Aufmerksamkeit eine baldige Veränderung zu erwirken, am 11ten Vormittags stattete ich meine Dienstbesuche ab, wobei ich dem Festungs Kommandanten bekanntgab, daß ich am 12ten mit dem Gesellschaftswagen nach Innsbruck abzureisen Willens sei- Nachmittags suchte ich wieder Quartier und konnte noch keines finden, des Abend‘s ward ich bei Weißbarth geladen,- den 12ten fuhr ich nach Innsbruck, den 13ten Vormittags machte ich meine dienstlichen Gänge, des Nachmittags besuchte ich die Waßerheilanstalt zu Mühlau und den Abend brachte ich in der Kama[e]raden Gesellschaft zu,- den 14ten fuhr ich wieder zurück und den 15ten meldete ich wieder meine Rückkunft und daß ich Inspektion auf der Festung bekäme, von wo ich, der vom Schicksale verfolgte, inmitten Unglücklicher Ihnen liebe Marlie dies berichte, und hoffe, durch diesen strengen Ausweis meiner Zeit vollkommen gerech[t]fertigt vor Ihnen zu erscheinen. – Die Filharmonische Wurst liebes Malchen hat Ihnen den Magen [vgl. folgenden Gegenbrief] und mir den Humor verdorben- wie kann man aber auch so viel zu sich nehmen?!- um so mehr da die Erfahrung an mir Sie hätte belehren sollen, wie ungesund sie seien, für dermal hoffe ich jedoch, daß Sie Sich [!] wie früher eines gesunden Appetitts [!] werden zu erfreuen haben. – Sie sahen den inneren Kampf, es ward mir unmöglich Ihnen das mitzutheilen, was in mir vorging; ich versprach deshalb Ihnen zu schreiben und ich fühle wieder dasselbe beklemmende Gefühl wie dazumal, denn die Erkenntniß meiner Stellung ist die nie versiegende Quelle meines Unmuths und der inneren Zerrißenheit, denn wie glücklich, wie beseeligend machte mich nicht der Augenblick in welchem s[S]ie den Bund besiegelten in dem Ihre schöne Liebe eine neue Welt mir erschloß?!- um so drückend schwerer lastet auf mir die Verantwortung, den über Sie hereinbrechenden Stürmen durch meine Schuld unmännlich einem obgleich edlem Gefühle unterlegen zu haben, das, wenn i[I]hre gute Mutter es nicht billigt, ihre harmlosen heiteren Stunden vergiftet hat.- Dies die Erinnerung über den Vorwurf von Kälte, der mein Innerstes schmerzlichst berührte während dem sich die entgegengesetzten Elemente bekämpften. – Können, werden Sie vergeben und nicht Zürnen dem Schwachen? den vom Schicksale ohnedies hart Bedrängten, der es wagt in seiner verkrüppelten Existens[z] Ansprüche zu machen, welche ihm die Macht der Verhältniße tirranisch [!] verweigern will, deßen Leben einem Winterschlafe ähnelt in dem ein entfernter Wiederhall [!], wie ein dunkler Traum dringt. – Von düstern Ahnungen gefoltert bittet Sie theuerste Malie baldigst um einige Zeilen und Nachsicht, und Ihrer guten Mutter ihn empfehlend, herzlichst Sie küßend Ihr Karl. – Vgl. nachfolgenden Gegenbrief und Anmerkung dazu. Die „[!]“ sollen z.T. nur an die Korrektur in heutiger Schreibung erinnern.
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Kobler-Spängler-Briefe = nicht näher identifizierte Reste [rot verschnürt, nicht gelesen]: u.a. Salzburg 1843; 1845 (?); „Heirats-Antrag“ (Briefpapier „Lida“); gedrucktes Trostgebet 1827; Foto Salzburg Lida und Fanni Schlegel (?); Tagebuch-Notizen 1843; Brief Kufstein 1840; „Liebe Schwiegermutter!...“ (mit Bleistift = Entwurf?) [gleicher Eintrag 1840].
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==== 1843 Brief von [Nr. 39] ====
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Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [manche Wörter und Wortanfänge kräftig durchgestrichen XXX und neu geschrieben, z.T. Unstimmigkeiten durch die Korrekturen, markiert durch runde Klammern = (); Ergänzungen und Hinweise in eckigen Klammern []; / = Blattwechsel; manche sehr energischen Endstriche bei den letzten Buchstaben eines Wortes sehen fast auch wie Durchstreichungen aus. Endungen sind zuweilen nur als dicker Strich markiert; die Handschrift ist insgesamt sehr kräftig mit einer Feder]: Salzburg den 22 Januar 1843. Lieber Freund! Von einer recht angenehmen Schlittenfahrt eben zurückgekehrt wo ich mich in Gesellschaft meiner lieben Mutter mit der Familie Abele recht gut in Hellbrun[n] unterhielt, wohin wir auf meinen Lieblingswege u[ü]ber Grödig hynlangten, sitze ich weiser [?] in meinen Zimmer, in XXX XXX in der gemütlichsten Stimung, um Ihr liebes Schreiben zu beantworten. Ich bin eben auch heute wirklich so heiter und fühle mich so unendlich wol, daß ich unmöglich den Wunsch unterdrücken kann, daß Sie sich eben so fühlen mög(t)en wie ich. könnte ich Ihnen doch durch mein Schreiben nur einen XXX Theil jenes woltuenden Gefühls, einfloißen, des Gefühls XXX dem einer Zufriedenheit mit sich, und dem Bewußtseyn von einer zu guten Mutter wie die meinige ist: geliebt, und zu was man jetzt gehätschelt zu wissen, welches mir täglich klarer vor den Augen steht. So sehr mich Ihr Brief erfreute, wäre doch bald mein guter Humor bei Lesen deßelben zu Grunde gegangen, dur[ch] die trübe Stimung die sich in jedem Ihrer letzten Zeillen so deutlich ausdrückt, und ich beXX mich wirklich etwas XXX verstimte. Tausend Gedanken kreutzen sich in meinem Gehirn, und denn so gar genau möchte ich si Ihnen de anschaulich machen, wie den die Ihre Unzufriedenheit, und Ihre selbst hervorgesuchte und mit Vergnügen festgehaltener Unmuth, Sie alles im grellsten und schwärzesten Lichte darstellt, so zwar: daß Sie sogar meine gute unaussprechlich geliebte Mutter bey im Stande glauben, daß Sie [mit „2“ und längerem Strich Umstellung angedeutet] die nur mein Wohl im Auge hat, mir nur Eure bittere Stunde zu bereiten / Denn wie könnte die Mutter, die mich so innig liebt, und die (der ich) natürlich von Allen in Kenntnis ist mir zürnen, I d daß ihr Kind einem Freund wie Sie das natürlichste Gefühl, das der frei innigen Freundschaft erkennen ließ; denn nicht Liebe jene so gepriesenen Leidenschaft die ach so viele Opfer fordert, und beynahe alle ihre Anfänger mehr oder minder unglücklich macht war es, was auch einig[e] Thränen erpreßte, wie, ich wiederhole es noch ein mal, ich will es war die eing unbegränzte uneigennützigste Freundschaft, wel die Sie sahen, die ich herzlich bitte nicht zu verkennen, und die Macht des scheidenden Augenblicks; wo der mich von Ihnen trennte mein Freund trennte, dem ich so gerne und aufrichtig alle meine kleinen Betrübniße und Freude[n] mittheilte. Ja ich gestehe es, es wäre drückend für XXX, hätte aus XXX dem Sie, und XX bringend für mich, mich mit mit einen Gefühle bekannt gemacht zu haben, da die Macht der Verhältniße, ungerne beyderseitig, was irgent uns im Leben näher zu stehen, doch, ich hoffe Sie werden mich nicht mißverstehen, so ser das Verhältnis in welchen wir uns wiedersehen, wie es wolle, wir können einander ohne Vorwurf entgegen tretten und freundlich die Hand bieten dem Freund der XXX er wärdeste [?] Freundin. ────── Und nun will ich Ihnen von meiner Lebensweise erzählen. Am Tag Ihrer Abreise neulich Montag den 9ten forderte mein gekränkter Magen sein Opfer [vgl. vorstehender Brief], nemlich daß obwol es mir sehr unlieb war, ich nicht länger als bis 7 Uhr Abends mich außer Bette aufhalten konnte, und ich dasselbe mit großer(n) Ub Unwohlseyn eiligst suchen mußte, den nächsten Tag war es jedoch großtentheils vorüber, und jetzt Gott sei Dank befinde ich mich ganz wol. / Die Eintheilung meiner Tagesstunden, ist Ihnen ohnedies bekannt sie bleibt im[m]er dieselbe, und ist darum mir um so lieber, da ich nie über Langeweille mich beklagen kann. Daher kann ich nur von meinen Abendstunden sprechen. Wie ich den nächsten [die letzten] Tag(e) im Gasteyner [Gastein/ Gasteiner Tal] zubrachte, fielen Hagel und Schloßen auf mein armes Haupt, in gewisser Beziehung, doch Ihre(n) weisen Ermahnungen noch zu frisch im Gedächtnisse, schüttelte ich aber dasselbe, und siehe da, die witzigen, und mitunter nichtwitzigen Bemerkungen zerstiebten an meiner mit Heiterkeit und Ruhe gestählte Stierne. Doch einer von den Herren wird es schmerzlich bedauern, nicht auch sein Scherlein dazu beygetragen haben zu können, und das ist gerade der Oberl. Babier, dem Gott das Verhängnis mir zu Liebe die Sprache nahm, denn er war sich seit den letzten Tage Ihrer Hierseyns nicht mehr bei uns, weil er sich da ihn schon damals nicht wol war, von Museumsballe die Kehlkopfwassersucht hal[t]te, und, sehr schwer darniederlag. AchXXX Uibrigens hat er jetzt Zeit gehabt, darüber nachzudenken, und die Antworten die ihr[m] von früher im Halse stecken geblieben werden jetzt mit verdoppelter Kraft hervorbrechen. Wie weilland bey dem Mann der in russischen Feldzuge die Worte im Munde erfroren, und die da die Zeit kam das selbe wieder in Gang kam die ganze Stadt nur ein Getumel war, so wird es dem Oberl. gehen, der wahrscheinlich schon in ein Paar Tagen komt, und das Kag[?]viertel wird nicht wissen, was für ein Lärm entstanden ist. Doch jetzt kann ich ihm getrost entgegen gehn, da er nun der einzige ist, der in der Hinsicht mich necken wird, denn die anderen und besonders Gläser, XXX zaubern sich so sehr vom Gegentheile ihrer frühren ausgesprochenen Meinungen überzeugt, das Gläser glaube ich sogar dir den Fehde / handschuh hünwerfen würde, den sich untersteht, noch weiter von der Sache zu sprechen. E Die vielen Fü[ä]le die jetzt erzählt werden höre ich mit den ernsthaftem Gesicht an wie ich mit Ihrem ganz besonders XXX da ich sie XXX nur mit meiner Mutter noch besprechen kann. Zu den mir vorgenommenen Uibungen in Franzosisch u Italien[isch] bin ich noch nicht gekommen, doch col tempo e colla patzienza uo tutto. und also auch das. ──── von dXX[rei] Tagen Mittwoch bis Samstag fiel nichts Neues vor. Samstag der 14. wurde in kleiner Gesellschaft ein großes Gesellschaftsspiel veranstaltet, wo auch wir uns nicht ausschließen konnten. └──┐ und wobey von meiner s viel gelacht wurde. Sonntag war also der XX viel besprochene Handlungsball; und während Sie armer Freund inmitten sXXXX in der Abgeschiedenheit an mich schrieben war ich in glänzender Gesellschaft; ich unterhielt mich gemütlich tanzte aber nicht viel da es sehr voll war, und meine Angenehmlichkeit sehr groß ist. BXX Ich ahnte nicht daß jetzt ein würd[i]ger Abschnitt meines Lebens begann, indem ich 1 den andern Tag 2 Briefe ankamen, worin ein würdigen junger Mann in aller Form und auf die ehrenvollste Art um meine Hand bittet; er befinde sich derzeit in Stuttgart als Associe in einen ergiebigen Fabrick geschäfte; daß es schmerzlich m(e)ich so fand ich berührte können Sie deuten, wie er XXX ein solchen Fall sehr zart behandelt seyn will, doch die weite Entfernung, die eine Trennung war meiner dann so einsam stehenden Mutter heischte, und die ich selbst nicht zu denken ertragen Im Stande wäre, war das schiklichste Motiv mich für denselben zu bedanken XXX Nicht wa[h]r das waren bedeutungsvolle Tage für mich!!! Doch ist jetzt das auch wieder beseitiget und und ich bin froh daß das was so schwer für mich war nemlich die Antwort nach Stuttgart ist überwunden; dX Jetzt bin ich wieder so ruhig und heiter, und fühle mich in meiner Behausung wohl enendlich glücklich. ──── Besonders im Leben meiner XXX, da Und das was Abends mich oft nur vorgeht eigentlich nicht in meine Sphäre gehört, die sich mich in meinem Zimer oder in Gesellschaft meiner Mutter sie kann lieber Freund so heimisch fü[h]le / Ach wie geht es bei Ihrem Anwesen, verwalten Sie Ihr Amt als Nachtwächter? ─── Die Mutter grüßt Sie herzlichst und läßt Ihnen melden, daß es Sie möchten Ihr Amt im Auge behalten, nur daß es jetzt bei uns nur doch nicht anders ist da wenn einer lange da ist, der andere sich bemüht noch länger zu bleiben. Wir freuen uns wenn es Sie bald wieder zu sehen, und in der Zwischenzeit wieder einmal etwas von Ihrem Befinden zu erfahren; ich aber möchte gut an Ihrer Seite stehen wenn Sie meinen Brief lesen, denn ich daß [S]ie so viel von mir erfahren würden, hätte[n] Sie wahrscheinlich nicht geahnt. ──── Ich bitte anbei meine herzliche Absicht Sie ein wenig zu erheitern nicht zu verstimmen, Noch muß ich fragen, ob welches die Ursache war daß ich Ihren Brief welcher Freitag früh unten ganz mit Tinte begossen erhielt?! ── Doch schadete es dem meinen Wunsch nichts, nur die Adresse war verwischt [vgl. vorstehender Brief]. ─── und war aber glüc[k]lich wär, könte mir zu schweigen L Ankömling für XXX XXX halten. Leben Sie recht wo[h]l. NXXX Sie noch ein XXX XXX Wunsch daß es Sie bald zufrieden werden möcht, daß es XXX gut und Sie sich in Ihrer Abgeschiedenheit ebenso recht wo[h]l fü[h]len mögten wie ich und gedenken Sie manchmal sich in Freundschaft mit herzlicher Gesinnung Ihrer unveränderlich[en] Freund[] Xus Amalie – An wen der Brief adressiert ist, wird nicht angegeben [vgl. jedoch vorstehenden Brief von einem Freund „Karl“, zu dem dieser Brief die Antwort darstellt]. Von einem Heiratsantrag 1843 aus Stuttgart weiß ich sonst nichts (vgl. aber bisher ungelesen Briefe von Ph.Reichmann aus Stuttgart, 1843). Der Brief ist offensichtlich nicht an [Nr. 38] Dr.med. Richard Schlegel (1811-1881) gerichtet [vgl. vorstehenden Brief mit anderer Unterschrift, „Karl“], welchen Amalia Kobler dann am 21.4.1846 in Salzburg heiratet. Hat der Freund den Brief vielleicht nach Amalia Koblers Tod 1848 zurückgeben?
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1843 XX.Sept.1843 [vielleicht Bruchstück eines Briefes von Rosa Hablin:] So eben bin ich von Agram u. Carlstadt zurück [...] ein Blatt eng beschrieben, Rückseite ebenso und darauf und darüber noch quer geschrieben... für mich unleserlich. – Ähnlich ein Blatt, französisch und deutsch, kreuz und quer beschrieben; ohne erkennbares Datum. – Dazu zweites Blatt mit ähnlicher Vignette, handgemalt, deutsch und französisch, Gedichtzitat, Datierung „20.August“; ebenfalls nicht gelesen.
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1843-1844 [nicht endgültig gelesen, deshalb rot verschnürt] Briefe an Nr. 39 Amalia Kobler. Bündel mit schwarzem Band = Liste „Was halten Sie für das größte Glück“ (jeweils 40 Punkte aufgeführt), ...liebste Beschäftigung, ...zu lieben, ...zu tadeln usw. – Briefe aus Wien 1844 an „Malchen Castelli“ und „Amalia Castelli“, Absender nicht entziffert, und aus Schärding an „Herrn Hauptmann“ 1844 von Betty Kobler. – Im hellblauen Briefumschlag Briefe an „Fräulein Amalia“ aus Stuttgart 1843, an „Fanny v. Castelli, Besitzerin des Gasthauses zur Hölle Salzburg“, Postbrief aus Stuttgart mit Stempeln, 14. Januar 1843 von Ph.Reichmann. – Brief aus Salzburg 1843 an „Herrn von Barbier“ „Mein lieber Freund“ von „Ihrer Freundin Amalia Castelli“. Die Briefe wurden nur flüchtig gesichtet [März 2011].
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=== 1844 ===
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Fanny Kobler [Nr. 79]: 184X, wahrscheinlich 1844, Meldezettel (Einquartierungszettel) des Höllbräu für Otto von SXXX aus Zwickau/Sachsen, unterschrieben „Serafin Kobler“
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==== 5. Juni 1844 ====
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1844 [5. Juni 1844] Brief von Rosa [Hablin; siehe nachstehende Briefe vom 28.Juni 1844 und 20.Juni 1845 und öfter] an [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [gefaltetes Blatt, gebrochenes Siegel „H“, Stempel „Warasdin 6.Jun.XX“ -der sehr undeutliche Stempel am Knick sieht fast eher wie eine 3X aus! Im Zusammenhang datiere ich jedoch 1844- und „Salzburg 10.Jun.“]: Fräulein Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg. Judengasse No.67. 1ter Stock. – Petite méchante! C’est la même amitié, mit der du mich so lange auf eine Antwort auf mein Schreiben erwarten läßt, et m[ê]me celle, mit der du dich in Salzburg gegen mich betrugst! 3mal besuchte mich die zärtliche Freundin während meiner halbjährigen Anwesenheit. C’est une amitié bien commode, et comme je crois, aussi beaucoup dans la mode!- Es ist fürwahr zu arg! seit dem ich hier bin, erhielt ich noch keinen einzigen Brief- und den 8ten May verließ ich Salzburg- u. heute avons nous le 5ieme du mois de Juin. C’est trop- c’est trop! Daß mir mein lieber guter Vater nicht schreibt, weiß ich u. bin beruhigt darüber, da er mir selbst Zeitpunkte darüber bestimmte; aber du, du- je ne trouve pas des mots qui expriment justement, ce qui je te veux xxmmer! also du –Unaussprechliche!- was kannst du für einen Grund haben als xxx [creuse?] für dein obstinates Schweigen!- Jedermann hier erhält Briefe. Isabelle schon ein halbes Dutzend, nur mir allein bringt der heißersehnte Bote keine, den ich mit so hochklopfenden Herzen in’s Schloß tretten- u. mit Thränen getäuschter Erwartung wiederfortgehen sehe. Mais au nôm de ciel! petite mêchante. warum schreibst du denn nicht?. Pour te punir justement, c’est à dire, pour de [te] faire payer 1 2 x monnaie- schreibe ich dir wieder. Eigentlich drängt es mich nun, meiner unsäglichen Galle etwas Luft zu machen! Ich Ärmste! gebannt in ein / alter Gespenster[h]auß, von der Außenwelt total abgeschnitten keinen fremden Gast sehend, als die ungebetenende Ratten u. Mäuse, die, trotz dem Bataillon Katzen das jetzt hier einrücken mußte, noch mit größter Unverschämtheit herum trottiren; ich arme Verbannte, die ich mir selbst vorkomme wie der trostlose Geist eines weiland hier schmachtenden Burgfräulein’s, wenn ich in das erblindete Glas meiner Vyngel’s schaue, ich Ärmste bekomme nicht eine einzige allerwinzigste Nachricht aus der lieben Alpenstadt, die meinem Herzen stets so unbeschreiblich theuer ist, wenn ich ferne- ferne von ihr bin. C’est étonnant! inconcerable! Nicht wahr?- Ach! plötzlich aus ihr fortgerissen, wie Mephistopheles den Faust entführte, bin ich in eine reitzende Einöde versetzt, welcher um sie ganz romantisch zu finden nichts abgeht als eine Strohhüt[t]e, ein Bächlein, eine Rasenbank- ein Feld mit Kartoffeln und- Er!- Allein keinen „Er! sondern nur den Grafen, die Gräfin(n), Nandinchen, die expricieuse Anglaise, u. die bittersüße De Taux sehe ich, u. diese Gestalten wechseln nie mit Ande[r]n. Wir können uns ferb xxbelten, wir seyen im Paradiese u. die einzigen Menschen, letzterer Wahn wird sicher nicht gestört! Hier auf dieser Felsenburg hausend wie ein einsamer Spatze, kann ich kaum für wahrscheinlich halten, daß ich noch vor Kurzem in dem bunten Geräusch einer Stadt war, kaum noch vermag mir meine XXX imaginativer nachgufild an was ich dort sah, phantastischte Gebilde steigen umdeutlich vor mir auf, „bunte Kuppen“ in schwarzen, rothen, grünen, gelben Farben, „mit Waffen behangen“- hier ist nichts was mir das Alles deutlicher zu xxkrufen wünscht,- doch ja, j’oubliais! nous en avons aussi un exemple! et c’est le Baron Fermont ein mit dem Zipperlein behafteter Rittmeister / welcher das dadurch entstanden u. seine Eitelkeit wenig choquierendes Hinken, als folge einer in der Schlacht erhaltenen Wunde ausgibt. Dieser der Baron, kommt oft zu mir, er ist so etwas von einer männlichen Coquette, u. in seinen schöneren Jahren- tempi paßati, haben, wie man sich erzählt, seine sorgfältige Toilette, sein solides Vermögen zwey-drey Herzen gebrochen! Und dieser Lovelaer, will hier Ähnliches bewerkstelligen u. ich soll das Opfer dieses podagrischen Unwiderstehlichen seyn. Durch einen köstlichen Zufall erfuhr ich daß er sogar mit Graf Georg eine Wette einging, das ihn diesen xxkke, er brächte es doch noch sicher dahin, daß ich mich in ihn verliebe! „Was für eine dumme Gans er ist!“ sagte Isabelle mit ihren exxroblen Deutsch /:das jetzt noch schlechter geworden:/ als sie es mit mir zugleich erfuhr. „Welch ein köstlicher Spaß, das seyn wird,“ dachte ich; u. wie ich mich mit diesen ruses réciproques amazire rief endlich die Gräfin, wan mir Xnachrichtigs, u. gibt nun eine stille Beobachterin ab.- Unser Leben hier ist wie im vergangenen Jahr. Die Grillen u. he[XXX] schreyen noch immer, die Nachtigallen schlagen und die Kapaunen singen wie neulich Isabelle sagte, anstatt „die Hähne krähten.“ Unsere plaisirs innocents erstrecken sich noch immer auf alle Xand- Buch- u. Schlafstellungen u. überdieß sxuen nach auf eine bedeutend[e] Zucht Seidenwürmer, wo ich fleißig- ja mit Passion arbeite, bis mich die Gräfin fortjagt wenn ich in den warmen Häusern wie gebraten endlich geworden bin. Du siehst welch ein weites campagne de plaisir ich besitze. Ubrigens ist das sonst so milde Klima sehr kalt naß immer, ich friere beständig. Ist es auch so in Salzburg? War es die Pfingsttage schön? Wird es morgen schön seyn in Salzburg- nämlich am frahelxchen Tage!- Antworte hierauf!- Doch a Dieu, my dearest- ich lerne ausnehmend fleißig l’anglais! u. Géographie! a Dieu, petite satan! Man ruft mich zum Xher. Ein willkommener Ruf! car j’ai appetit!- a Dieu! adieu! adieu!- Rosa. – Die Briefe von Rosa Hablin an Amalia Kobler 1844/45 zeugen von einer etwas anstrengenden Freundschaft, deren Einzelheiten ich nicht kenne. Immer wieder wird diese Freundschaft bemüht, aber offenbar von Seiten Amalias enttäuscht, und Rosa antwortet bitter, z.T. verfällt sie in die distanzierte Form des „Sie“. Ich habe diese Briefe aus Kroatien gekürzt nicht nur weil sie zum großen Teil auf Französisch abgefasst sind, sondern weil sie kaum Hinweise auf Salzburger Verhältnisse enthalten.
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==== Brief von Rosa an Cäcilia Amalia Kobler-Castelli ====
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1844 Brief von Rosa [Hablin, eine Freundin von Amalia Kobler] an [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [gefaltetes Blatt, gebrochenes Siegel „H“, Stempel „Warasdin 29.Jun.1844“ [Varazdin, heute in Kroatien] und „Salzburg 3.Jul.“ manches schwer lesbar]: Fräulein Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg, Judengasse No.67. 1ter Stock. – Meine gute theure Maly! Ach Gott! wie ich mich verschrieben habe-: gute theure Maly, das wollte ich wahrhaftig nicht schreiben, denn ich bin sehr- sehr böse auf Dich, u. glaube, es ist nicht Scherz- sondern Wahrheit, wenn ich Dir sage, daß floß aus alten Gewohnheit, diese zärtlichen Worte meiner Feder entschlüpften. Jetzt bin ich 2 Monate hier und habe einen einzigen Brief, und den von meinem guten Vater erhalten. Dieser war 2 u. ½ Zeile lang, der Inhalt folgender: Liebe Rosa. Deine Briefe habe ich richtig erhalten u. daraus gesehen daß Du in Versicherungen Deiner kindlichen Liebe durch die Feder weit freygebiger bist als mit Worten. Übrigens befinde ich mich in vol[s]tXX Gesundheit was auch dir wünscht dein Vater! Sonst erhielt ich von keinen Nachricht, u. nun sage ob es nicht zum Verzweifeln ist. Du weißt wie schwer, mit welchen Bangen gepresten Hunger ich Salzburg verließ, Du kannst ahnen, daß durch diese so schnelle unverhof[f]te Abreise ich unendl XXehrlich auf die Ungewißheit drucken muß, mit der wir selbst von der nächsten Kunde mit Bestimmheit sprechen können. „Werde ich meinen Vater wieder sehen, wird mein Fuß Salzburg jeh wieder betretten!“ So quäle ich mich beständig, ach bin sehr- sehr traurig.- Selbst die größte Gleichgültigkeit einer Fremden würde mich nicht so grausam der MaXX hingeben. Nachrichten von meinen Lieben von der Stadt grd geben die ich verließ, u. die dem Herzen so theuer sind, so unendlich süß, wenn man ferne u. so einsam ist:- Ich hätte dir unendlich viel zu sagen, zu erzählen, XXigenden sich in Zungen sehr viel seiner XX und, allein ist bin zu verstimmt, dieses XXgentliche Harren u. Hoffen, das immer vergebens, der nimmer bXXgt der äusehnde Bote mir de erwünschte Nachrichten, ich die krank an Körper u. Gemüth, gestern hatte ich einen Fieberanfall ich war sehr unwohl, und wir füchten daß das Fieber Morgen bey mir ausbrechen wird.- Ich kann diesen beständigen Temparaturwechsel nicht ganz ertragen, u. vorgestern wo ich schon sehr unwohl war, fuhr ich nach Warasdin u. das hat mich in dieser unerträglichen Hitze die wir hier haben sehr angegriffen.- Habe Mitleid mit mir, Maly! schreibe mir, ich weiß nicht mehr was ich denken soll. Hast Du meine beyden Briefe nicht erhalten?- Was- was ist die Ursache dieses zerdrückenden Schweigens. Ich weiß nur mehr ein Mittel! Wie ich mit umgehender Post keinen Brief habe, send ich Dir ein großes Paket voll altes Papier damit du unendlich viel Postporto zahlen mußt. Ich weiß Dich nicht anders zu strafen- aber es wird geschehen. Maly, ich gebe dir mein Wort darauf!- Lebe wohl, mich schmers[zt] der Kopf, u. ich schreib Dir nun noch schnell weil ich glaube krank zu werden u. mir für diese Zeit eine Nachricht aus Salzburg gewinnen müste [möchte] – 28 Juni [1]844. Rosa.
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==== Brief von Rosa an Cäcilia Amalia Kobler-Castelli ====
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1844 Brief von Rosa [Hablin; siehe vorstehende Briefe vom Juni 1844] an [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848), Blatt ohne Umschlag: Ma bien aimée! Je recevais votre lettre piquant, ennuyant, méchant, abominable ect ect- mais pour en punir, vous me saurez rien de l’éffet qu’il produisait dans mon coeur!- [...] nicht gelesen [...Schluss:] adieu ma bien aimée! ma petite méchante, adieu! Ecris moi chère Amelie, je t’en prie, écris moi! je me suis armé de la patience de Job [Hiob]; j’éspère que je peux attendre ta épouse. Tout à vous. Rosa. – Opeka, 29 July [1]844 – Je te prie à me copier ce poème de Castelli: Es sind zwey kleine Fensterlein in einem großen Haus ect. Et puis ces mots de Schiller vous l’avez dans votre album: Wie entzückend u. süß ist es in einer schönen Seele ect.- Ay[ez] la bonté, et m’envoye dans une lettre tres aimable, ces deux XXX.- Mes compliment à votre mère.- [quer:] Isabelle travaille quelques chose pour vous! Ayez bonte[é], ma Mignonne, vous m‘avez encore rien fait pour votre amie et corespondant inconnu. - „épouse“ = (?) Amalia Kobler heiratet 1846 Richard Schlegel. – „Schiller“ = aus „Don Carlos“: „Wie entzückend und süß ist es, in einer schönen Seele verherrlicht uns zu fühlen, es zu wissen, dass unsre Freude fremde Wangen rötet, dass unsre Angst in fremden Busen zittert, dass unsre Leiden fremde Augen wässern!“
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==== Brief von Rosa an Cäcilia Amalia Kobler-Castelli ====
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1844 Brief von Rosa [Hablin; siehe vorstehende Briefe vom Juni 1844] an [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [Umschlag, gebrochenes Siegel „H“, Stempel „Warasdin 5.Oct.1844“ und „Salzburg 9.Oct.“]: Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg, Judengasse No.67. 1ter Stock. – 3ie[me] Octobre [1]844. Opeka. - Ma bien aimée! Quel plaisir, quel bonheur dans un petit morceau de papier! Tu me fairais très heureuse, ma charmante Amélie, ta lettre m’a rendu très joyeuse très contente! c’était mon Amélie d’autre fois- elle n’y était plus bizarre et malicieuse! Merci, ma mignonne- merci, reçois mes plus tendres baisers! Tu sais que je t’aime. et Dieu m’es têmoin, je t’aime fidélement, mon amour pour tai ne varie [?] jamais; je ne me gêne pas à te confier tout ce qui je pense, mon ame te dit tous ses sécrets; elle te confie les chagrins- sufragers et ses folles ésperances. Quelque fois elle s’humilie devant ta sagesse de matrone; bien plus souvent encore elle s’appuie à ton affection et demande un sourire à ta bonté!- [nicht weiter übertragen: ...weiter u.a. über die Freundschaft. Ich habe viele Verehrer, aber nur du bedeutest mir etwas. Auch nach einem turbulenten Tag wünsche ich nur ein stilles Zimmer bei dir zu besuchen. Ich will nicht heiraten; mein Engel ist weg, aber Gott verlässt mich nicht. Die Liebe ist für mich nur ein Traum, ein Phantom... ich war sehr krank. Baron und Baronesse „D.“ helfen mir in meiner Einsamkeit, aber ich langweile mich... und, quer geschrieben, Louise, eine Ungarin...]
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dazu Einzelblatt gefaltet, undatiert [in viel steiferer und eher kantiger Schrift als „Rosa“s obigen Brief von 1844; vielleicht von ihr noch als junges Mädchen?]: Liebe, gute Freundin! Der Inhalt meines Briefes war derselbe wie des deinigen, nähmlich, daß du mir eine wahre aufrechte Freundin bist, wie mit der beygefügten Bitte daß du mir wo möglich mit Rath u. That beystehst.- Und herzlich freuen würde es mich wenn du mir eine Schwester wirst. Ich will dir gerne wo ich nur vermag einen Dienat erweisen obwohl ich es nur schwer vermögen werde, denn meine gute Maly ist mir ja an Verstand weit unendlich weit überlegen. Freudig meinen Brief schließend eine Freundin gefunden zu haben, verbleibe ich Deine dich ewig liebende Freundin Rosa H. [Hablin]
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==== Weitere Briefe ====
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Briefe [rot verschnürt, nicht gelesen] mit breitem, weißen Seidenband zusammengehalten an Nr. 39 Amalia Kobler, verh. Schlegel (1821-14.6.1848), von ihrer Freundin Betti Kobler, das ist die Cousine ihrer Mutter, also ihre Tante [obwohl jünger], später verh. Katzinger in Grein, 1825-1881: Schärding [S.] 28.12.1844 von deiner Freundin „Betty Kobler“; S. 11.3.1845 von Betti [B.]; S. 28.3.1845 von B.; S. 6.7. o.J. [1845 ?] von B.; S. 17.8.1845 mit Umschlag (Stempel 17.8.45) und Wappen-Siegel „stehender Löwe“ von Betti an „Fräulein Fräulein Amalie Castelli abzugeben beym Höllbräu in der Juden-Gasse / Salzburg“; S. 1,5 Bogen 30.9.1845 von Betti; S. 1,5 Bogen 23.8.1846 von Betty; S. 1,5 Bogen blau, weiß 24.1.1848 mit Umschlag, Stempel 26.1.8 und Wappen-Siegel, von Betti an „Madame Madame Amalie Schlegel k.k. Kreiswund-Arztens Gattin Wohlgeboren / Salzburg“; [hinten angefügt] 12.XX.1846 von ?
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=== 1844 bis 1848 ===
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1844-1848 [nicht endgültig gelesen, deshalb rot verschnürt] Briefe von Nr. 39 Amalia (Maly, Mali) Kobler (1821-1848, am 21.4.1846 verh. Nr. 38 Dr.Richard Schlegel, 1811-1881; vgl. 1844 beiliegend kleine Visitenkarte „Amalia Schlegel“) an ihre Freundin Betti Kobler, später verh. Katzinger (1825-1881). Vgl. Partezettel für Betti Katzinger, 56 Jahre alt, 1881. Sie ist eine geborene Kobler, Fanny Kobler nennt sie an erster Stelle unter den „Legaten“ in ihrem Testament von 1878; sie ist Fannys Cousine. Die Briefe sind zumeist an „Betti“ von „Mali“ [Amalia Kobler, Fanny Koblers Tochter, welche einmal spaßeshalber als Bettis Nichte, zumeist aber als deren Freundin und Herzensfreundin unterschreibt. Auch der Altersunterschied ist gering.]. - Die Briefe [März 2011] wurden flüchtig gesichtet, z.T. geordnet. Ich wiederhole einmal genannte Namen in der Regel nicht und in den Anreden nur die Veränderungen. Mit jeden Datum ist ein Brief gemeint; die Briefe waren gebündelt, wahrscheinlich von Betti, und wurden vielleicht später oder aus dem Nachlass an Nr. 19 Fanni Schlegel, verh. Nr. 18 Spängler, überlassen, deren Mutter Amalia wenige Tage nach der Geburt des Kindes stirbt. Amalia lebt, wie später auch die Enkelin Fanni, bei Nr. 79 Fanny Kobler, der „Höllbräuin“, in Salzburg. Jahreszahlen in den Folgebriefen des gleichen Jahres werden nicht wiederholt. Die Namen [zumeist die in den Briefen grüßen lassen oder über die etwas geschrieben wird] lassen sich in den Briefen leicht erkennen, da sie lateinisch geschrieben sind. Doppeldaten sind Doppelbriefe mit mehrfachen Daten. - Amalie Castelli, Salzburg, an die Freundin Babette Kobler, Schärding, 7.5.1844; es grüßen Madame Schlögelkofer, Dr.Schlegel. – An Betti 18.8./11.9., Dr.Schlegel, Madame Schlögelhofer [und so weiterhin]. – Die Freundin Mali an Betti Kobler, Schärding, 5.1.1845; Dr.Schlegel; Zusatz von Nr. 79 Fanny Kobler an Betti wegen „meine Bitte mit der Maly“. – 19.4. (grüßen) Mad.Fuchs, Madame Schlögelhofer, D.Richard [Schlegel], Müllbauer Theres, Dr.Gsteiner, Mad.Bauernfeind und Betti, Dr.Fischer. – 21.5. – 5.6. Fräulein Lisi Müllbauer. – 6.8. Amalie an die liebe Herzensfreundin; Kudorfer Theres. – 9.10. Mali an Betti; Agnete Kempf, Hauptmann Gläeser [auch vorher genannt]. – 17.10. Amalie Castelli an Betti; Richard [Schlegel], Fr.[au] Weizner. – 4.5.1846 aus Wien als Amalia Schlegel auf dem Weg nach Leitmeritz zu Frau Therese Schlegel, Oberarztens Witwe; genannt u.a. [in Salzburg] Laschenkys, Mad. Bauernfeind. – 11.5. aus Leitmeritz, aufdem Weg zurück zu Vinzenz Schlegel, Feldwebel im löbl. k.k. Mineur Corps in Wien, Haupt Genie Amt; Grüße an Familie Burdorffer, Hr.Weizner, Hr.Bübel u.a. – 2.7. „Madame Babette Kobler, Scheerding“, zuerst von „Großnichte Amalie Schlegel“ und „Meine liebe gute Kobler“ von „deiner Freundin Fanny“, Amalies Mutter. - 2.8. Salzburg; Schlegel hat wieder operiert; Amalie Schlegel. – 7.8. Fanni u. Richard grüßen dich, Mali. – 27.8. – 9.9./24.9. – 16.11./1.12. – 4.12. – 15.12. – [ohne Banderole] 23.1.1847 Keschreiter Claire, Fr. v.Gschnitzer, Madame Sitter; Richard hat Patientin in Wals... bekam eine Flasche Champagner von ihr. – 29.1. An Fräulein Betti Kobler von „deine gehorsame Nichte Amalie Schlegel k.k. Kreiswundarzts Gattin und deine treue Freundin“; „...sagen, daß mein Mann von mir ein schönes braunes Samtpilet [-weste?] vom Christkind bekam... Stoff im Herbstmarkt gekauft“. – 1.2. – 20.2. – 20.3. – [ohne Datum, lag aber hier]/6.5. [ohne Jahr]. – 17.9. – 7.10. – 1.11. „[Richard hat] Operation gemacht, die der Hr. Professor nicht zu unternehmen gewagt hatte“; Bauernfeind [fast in jedem Brief genannt], Frau von Duregger, Feueregger. – 26.11. – 29.12. „Richard erhielt von der Mutter ein schönes ostindisches Taschentuch, einen vor ihr gehäkelten Geldbeutel und 6 Paar recht feine Socken, von mir erhielt er einen Schal und [...]; ich erhielt von ihm einen schönen Siegelring mir Carniol“... - 8.1.1848 [Anfang fehlt?] „Schlegel als Papa, ich als Mutter, Fanni als Großmutter, und du als Groß Tante.“ – 15.1. [Anfang fehlt?] – 12.2. – 14.3. 3 Seiten von Nr. 79 Fanny Kobler, 3 Seiten Mali. – 5.4. „deine Amalie“. - Am 14.6.1848, 14 Tage nach Geburt der Tochter, stirbt Mali. - Beigebunden Brief vom 12.6.1845 am „Malchen“ [Mali] von der „wahren Freundin Claire Reuhreiler (?). - Brief aus Grein vom 7.3.1880 von Betti Katzinger an Nr. 19 Fanni Spängler: Franzi, Toni; Fanny [Kobler Nr. 79] gesund, schwere Krankheit glücklich überstanden; Bettis Mann gesund [Schluss fehlt; Betti stirbt 10.8.1881, Fanny 1886]. - Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Emilie #Weizner (Salzburg 1858) und Therese Weizner (Salzburg 1858)
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=== 1845 ===
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Brief von Rosa Hablin [nicht Familie] an [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) Briefumschlag, Siegel „Säulenstumpf mit Schild“, Stempel „Warasdin 16.Sep.1845“ [Varazdin, heute in Kroatien] und „Salzburg 21.Sep.“ [drei Blätter sehr eng beschrieben, manches schwer lesbar bzw. vieles übersprungen und nicht gelesen; mehrfach blasse Schrift und Feder gewechselt; über mehrere Tage geschrieben]: Fräulein Fräulein Amalie v. Castelli zu Salzburg, Judengasse No.67. 1ter Stock. – Opeka, am 20 Juny [1]845. - Liebe Freundin, meine theure unvergeßliche Maly! – Würde mich mein Herz nicht freysprechen von jedem Vorwurf wovon Du vielleicht – ja gewiß - unzählige für mich bereit hälst, so würde ich es nicht wagen Dir diese Zeilen zu senden, nach so langen tiefen Schweigen. [...] ewig unwandelbare Freundschaft [...] meine Maly [...] Wo? -und Wie? [...] gute Nacht. – Guten Morgen, Malchen [...] Encore un adieu, mir ist als wäre ich bey Dir, meine Maly, als berührte mein Mund, Deine Stirn, Deine Lippen, adieu ma bien aimée, sey glücklich, zufrieden. sey geliebt und des Himmels Segen möge Dich nie verlasssen;- nun gedenke oft und gern Deiner Dich zärtlich liebenden unwandelbaren Freundin Rosa Hablin. – Meine Adresse: An Rosa H. mit Briefen an Gräfin Clothilde Draskowich über Warasdin nach Opeka in Croatien. [quer:] An Deine verehrteste Mutter meine innigsten Grüße, erinnert sie sich doch zuweilen freundlich meiner- ? -
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1845 und 1846 siehe auch oben!
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=== 1847 ===
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Brief von [Nr. 39] Cäcilia Amalia KOBLER-Castelli (1821-1848) [ohne Umschlag:] Salisburgo il 22, Augusto 1847. – Venerato e Caro Signor Avo! – Essendo corso ozmai gia otto anni d’auhé non godeva più l’incredicibile piacere [...] ich traue mich nicht weiter mit meinen fehlenden Italienisch-Kenntnissen, was für Amalia offenbar kein Problem war. [...] Mio madre et i stamo bene [...] Amalia Castelli.
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1848 siehe oben!
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=== 1850/1851 ===
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Briefe (rot verschnürt, zumeist nicht gelesen) von Nr. 38 Richard Schlegel, 1811-1881, verh. 1848 mit Nr. 39 Amalia Kobler-Castelli, 1821-1848, an Nr. 79 Fanny Kobler, 1796-1886. 19.3.1850 aus Wien an „Liebe theure Schwiegermutter... dein aufrichtiger und dankbarer Sohn Richard“, k.k. Kreiswundarzt. – 28.4.1850. – 27.5.1850. – 29.5.1850 „Liebe gute Schwiegermutter...“ – 12.6.1850 Bogen mit Poststempel „Frau Frau Fanni Kobler Bräuin und Gasthausbesitzerin Wohlgeboren in Salzburg“. – Sonntag [ohne Datum] „weil ich keinen Kalender habe“, braucht Mittellosigkeitszeugnis, kein Vermögen, lebt vom kleinen Gehalt [als Arzt]. – Dienstag 13. [ohne Monat und Jahr] Rigorosum mit „gut“ bestanden. – Wien 4.4.1851. – Wien 13.4. – 23.4.1851. – 2.5.1851. – 7.5.1851 „dein studierender Sohn Richard“. – 19.5.1851 „halber Doktor. – 3.6.1851. – Wien 9.6.1851 „Ich danke für das Busserl vom Dirndl“ [= Nr. 17 Fanni Schlegel, verh. Spängler, geb. 1848]. – 16./17.5.1851 Wien. – Wien 23.6.1851 bestätigt und dankt für Empfang von 200 Gulden „aus deiner Kasse“. – 1.7.1851. – 20.7.1851 dankt [wieder] für 200 Gulden. – 27.3.1851 „nächsten Donnerstag Promotion, und, Juchheh!!!“. – 28.7. [ohne Jahr = 1851] „Vivat, der letzte Brief“ [vor der Rückkehr nach Salzburg] 2.Rigorosum mit „sehr gut“. – Salzburg 10.5.1875 an Nr. 17 Fanni von „deinem Vater Richard“. – Liebe Fanny [ohne Datum] vom „Vater Richard“. – [Entwurf von] Gesuch von Nr. 79 Fanni Kobler an „Euer Gnaden“ um Unterstützung für den armen Schlegel... [siehe oben, Brief vom „Sonntag“?].
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=== 1853 ===
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Briefe (rot verschnürt, durchgesehen, aber nicht vollständig gelesen) von Nr. 18 Franz Spängler (1839-1912) an seine Mutter Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer [so schreibt er selbst], von einer Reise bis nach Venedig zusammen mit Pater Albert Eder, dem späteren Salzburger Erzbischof: Münsing (bei Wolfratshausen, Nähe Starnberger See) 7.-10.8.1853, Brief mit Umschlag und gebrochenem Siegel; Franz Spängler schreibt an die Mutter: vorher in München, hier beim Bruder des P.Albert, Erlebnisse in München und Andechs usw. Beigelegt Brief an den Bruder Otto Spängler. - Augsburg 14.8.53, Brief mit gebrochenem Siegel, Stempel (Constanz 16.8., Feldkirch 17.8., Salzburg 19.8.), an die Mutter Spängler, „Salzburg in Oberösterreich“ [! auch auf anderen Umschlägen]; Nachschrift an „Frau Mutter und liebsten Otto“ von Albert Eder, 16.8., „Dein Bruder Franz ist immer allegro, ich bin sehr zufrieden mit ihm“. - Von der Reise zeugen ein grünes Salzburger Schokoladenpapier mit gesammelten Blättern und gleiches, Blumen und Blätter in grauem Papier, markiert „Rheinfall“ [Schaffhausen]. Stift Rheinau 17.8.53, Brief [Umschlag siehe unten] an die „Theuerste Mutter“, jetzt im Benediktinerkloster, vorher in Konstanz, Schiffe aufgezählt. Einsiedeln 20.8., Rhein, Schaffhausen; Nachschrift von Albert Eder; beigelegt an Otto „20.7.53“ [muss 20.8. heißen, demnach Umschlag zugeordnet]; Umschlag Franz Spängler an die Mutter in Salzburg, Siegel entfernt, keine Marke, unleserliche Stempel, aus Einsiedeln 20.7. [muss 20.8. heißen]; blasse Schrift. - Mailand 27.8.53 bis 29.8. mit Umschlag, Siegel abgeschnitten, Marke entfernt; Franz an die Mutter und an Otto, Beischrift von Albert Eder; Franz erzählt von Einsiedeln, Rigi, Rütli usw.; Nachschrift von Albert Eder, dass nicht vor dem 20.9. zurück in Salzburg. - Venedig 5.9.53, beigelegt an Otto; zwei Blätter, ohne Umschlag; Nachschrift von Albert Eder; Regen in Venedig, die „zwei Pilgrime“ nicht von der Sommerwärme geplagt; übermorgen endlich in Agordo. - Agordo (im italien. Bezirk Veneto) 10.8.53 [muss September heißen! im Brief wird u.a. von Venedig berichtet]; ohne Umschlag langer Brief von Albert Eder an „Verehrte Frau Mutter“, Herrn Inspektor getroffen [Lürzer, der Bruder der Mutter Spängler] und gut aufgenommen. Zweiter ebenso langer Brief an Otto Spängler, richtig datiert Agordo 10.September 1853, Onkel Lürzer, Bergwerk; hierher gehört wohl die kleine Skizze [von wem? Lürzer?] der Agordo umgebenden Berge mit Angabe des dort geschürften Kupfer, Vitriol und Schwefel. Zettel von Albert Eder an Mutter Spängler und an Otto Spängler, datiert „10. August / September [?] 1853“ [diese Korrrektur im September 1853, Fragezeichen hier von mir, stützt meine obigen Korrekturen].
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Münsing 8. Jänn[er 1854; Ecke abgebrannt]; Mein lieber Franz!... P.P.E. [Eder, der Bruder von P.A.E.], den Franz und P.A.E. [Albert Eder] im August 1853 besucht haben, dankt für einen Brief und erinnert an das Treffen in Münsing: Franz betrunken, große Mengen gegessen... und zeichnet ihre Runde zweimal. – Zusammen verschnürt mit den Briefen von 1953 und hiermit zusammengebunden die weiteren Briefe von 1876 und 1883/86/88.
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=== 1858 ===
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Briefe „1858 bis 1862 und 1870“ (rot verschnürt, zumeist nicht gelesen) von Nr. 18 Franz Spängler, 1839-1912, an den Bruder Otto aus Graz nach Salzburg: 3.4.1859 „Liebster Otto! – mais j’avais déjà voulu depuis longtemps vous écrire en français... zum Schluss wieder deutsch... dein(em) dich liebender Bruder FXSpaengler. NB. [in Steno].“ – Graz 8.5.1859 ...dein dich aufrichtig liebender Bruder Franz. – 22.5.59 auf Französisch ...votre fidèle frère François. – 28.6.59 auf Französisch. – 27.10.59 deutsch. – 24.11.59 auf Französisch. – Graz 4.12.59 auf Französisch: Otto Spengler à Salzbourg. – 16.2.1860 auf Französisch. – Gracè 5.4.1860 auf Französisch. – Gracè 25.4.60 auf Französisch. – Graz 6.5.60 auf Französisch. – Graz 21.5.60 auf Französisch. – Graz 27.5.60: „Theuerste Mutter! u Otto! Empfangen Sie hiermit meinen herzlichen Dank für Ihren Brief u. das übersandte Geld... Ihr dankbarer Sohn FXSpaengler. / An Herr Otto Spaengler... k.k. Gymnasium zu Salzburg. durch Güte.“ – 10.6. [ohne Jahr] auf Französisch. – 17.6.60 auf Französisch. – Wien 24.6.1862 deutsch. – ohne Datum, deutsch. – ohne Datum, deutsch. – An die Mutter, ohne Datum, zweite Seite ohne Anfang; mit finanziellen Berechnungen, Einnahmen = Monatsgeld April/Mai 42 fl. [Gulden], andere Einnahmen ca. 40 fl.; Ausgaben = u.a. Zimmergeld April/Mai 6 fl., Wiener Reise 21 fl., sonstige Verpflegung 8 fl., Spazierstock 1,5 fl., zusammen 45 fl., Rest 37 fl. [ca.-Zahlen]. – Schnipsel hier beigelegt „Agordo 2.2.51“ mit (leider nur) dem Rest einer Zeichnung [die Venedigreise mit Eder war 1853]. – An die Mutter Nr. 37 Antonia Spängler, * 1803; † 1882, Graz 28.9.1858 „Liebste theuerste Mutter! Zum ersten Male ist es heute, dß ich aus der Fremde an Sie schreibe... Ihr dankbarer Sohn FXSpaengler“ – Graz 13.4.1859. – Wien 29.4.1859 „An die wohlgeborne gnädige Frau Antonia Spaengler geb. v.Lürzer zu Salzburg“ (mit undeutlichem Poststempel). – Graz 8.5.1859 [ohne Schluss]. – Wien 5.11.1861. – Wien 5.7.1862. – ohne Datum. – ohne Datum, Anfang fehlt: „Blatt III“ und „IV“ an Otto Spängler. - Nr. 18 a Otto Spängler, 1841-1919, an die Mutter und an den Bruder Franz, Wien 24.12.1861 „Meine Theuren! (Liebstes Mutterl! Liebster Franz!) [ausgeschrieben]. – 1.1.1862 an Franz. – Salzburg 4.4.62 an Franz. – Salzburg 29.4.62 an Franz [Schluss felhlt]. – Salzburg 25.5.62 an Franz. – Innsbruck 29.6.62 [Anfang und Schluss fehlen]. – Salzburg 9.7.62 Mutter Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an Franz. – 5.11. [ohne Jahr] Otto an die Mutter. – ohne Datum, Mutter und Otto an Franz. – Lofer 10.8. [ohne Jahr], Otto und „Mutter Spängler“ an Franz nach Gmunden. – Franz Spängler Liste „Correspondenz 1861/62“, 1861 an u.a. die Mutter, Otto, Cousine Resi, J.Plazer [Julius Ritter von Plazer], Anton und Heb. Sattler und „Photographien a) Empfangen... [54 Stück] ...Gegeben am... [38 Stück]. – Auf blauem Papier „Lieber Franz....“, ohne Datum. – Auszug aus dem Testamente der Frau XX [unleserlich] Schaupp für Frl. Pepi Reisige [... nach deren Tod alles an die Lürzerischen]. - Nr. 18 a Otto Spängler, 1841-1919, an den Bruder Franz 5.5.1870, mit Bleistift angefügt „Lieber Onkel Franz! Dein kleiner Otto“, mit Abrechnung, u.a. Monatsgeld für die Mutter 10 [welche Währung?]. – Otto an Franz ohne Datum. – 24.6.1870 Otto an Franz. – 4.7.70 Schwägerin Luise Spängler an Franz zusammen mit Otto an Franz. – Otto an Franz, ohne Datum. – Briefbogen „Dr.Otto Spängler Salzburg“, Otto an Franz ohne Datum, Berechnungen von Aktienerträgen. – Otto an Franz, ohne Datum.
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==== Franz Spängler an Antonia Spängler ====
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1858 Franz Spängler [Nr. 18] an Antonia Spängler, geb. Lürzer v.Z. [Nr. 37]: [München, ca. August 1858] Liebste Mutter! Sie werden verzeihen, dß [daß] ich kein Briefpapier nehme, um Ihnen zu schreiben, doch jetzt um 1/2 11 Abends, am 15. August, wo wir soeben von Starnberg mit dem letzten Bahnzug heimgekehrt sind, habe ich kein anderes bei der Hand, u. morgen möchte ich am Ende nicht mehr dazukommen/ Wir befinden uns sehr wohl, sind fleißig auf den Füßen, sehen aber auch ziemlich viel. - Am Mittwoch, wo wir mit Duscher u. Schweinesten [?] uns herumtrieben, gingen wir in die Glyptothek, die Gewerbeausstellung, die Bavaria u. den Friedhof, am Donnerstag die Burg, u. Nachmittags fuhren wir nach Großhesellohe, u. Abends gingen wir ins Theater. - Am Freitag besuchten wir die Schatzkammer, die alte Pinakothek, die Aukirche, dann badeten wir, und gingen Abends in eine Vorstellung von Akrobaten, am Samstag Vormittags gingen Hubert u. Louis in die neue Pinakothek u. ich in die naturhistorischen Sammlungen/ das Münzkabinet u. die Bibliothek, Nachmittags alle mitsammen in die deutsche Kunst-Ausstellung, heute waren wir noch in mehreren Kirchen, u. Nachmittags am Starnbergersee. Morgen wollen wir noch einiges ansehen, wozu wir jetzt noch nicht gekommen sind; Nachmittags fahren wir nach Augsburg, u. am Dienstag nach Kaufbaiern [!] vielleicht noch bis Füssen. Photographirt sind wir schon, ich glaube dß ich gut getroffen bin, den als ich die Bilder abholte, gab mir die Frau des Photographen, die mich früher noch nicht gesehen hatte, dieselben mit den Worten: „da sind Ihre Portraits; die vom andern Herrn (denn ich war allein) müßen Sie sich selbst suchen.“ - Tarenczy [?] u. Warnersberger [?] trafen wir ebenfalls hier in München; der leztere wohnt in einem Privathause. Auch die Obermüller Greiz [?] trafen [wir] gleich am ersten Abend beim Stachus, er logierte aber mit seinem Vater im Bamberger Hof, daher sah ich den Landgerichtsrat nicht mehr, weil er schon an anderen Morgen fortging. - Auch die Gschnizer [Gschnitzer] Marie als Frau von Harrer ist hier samt ihrem Gemal, Louis wollte sie besuchen, traf sie aber nicht. Der Abschied nach der Hochzeit soll besonders den Eltern sehr schwer gefallen sein besonders da die Harrerischen über Achental nach Tyrol, u. von da nach Zell gehen, ohne nach Salzburg zurückzukehren. - Hat man wegen der Entbind[un]g der Kaiserin schon geschloßen [be-?], wir haben noch nichts davon gehört, u. Zeitungen lesen wir weniger. - Wegen der Standeswahl [Berufs-] bin ich noch nicht im Reinen. Ampfer [?] u. Häferle [?] meinen ich sollte jedenfalls nach Wien gehen, denn Stipendium bekäme ich, wie auch Julius [Spängler] sagte, im ersten Jahre doch nicht, u. 1 od 2 Jahre Philosophie würden mir auch nicht schaden, wenn ich Geistlicher würde. Es hat das manches für sich, doch richten werde ich mich gerade noch nicht darauf. - [zweites Blatt:] Als ich neulich in den naturhistorischen Sammlungen auch die Todtenschädel ansah, und darunter auch einen von einem 19 jährigen Mädchen fand, da dachte mir wohl: „Alles ist eitel u. das Leben ist so schnell vorbei“ etc. aber Nachmittags sah ich in der Gemälde-Ausstellung im Bild „Ein Mönch einer Trauung zuschauend“, das auch nicht ohne Eindruck auf mich blieb. - So ist denn diese Frage noch nicht erledigt. Beten Sie fleißig für mich, dß es gut ausfallen möge. Wenn Sie Tante Therese sehen/ so grüßen Sie mir selbe schönstens. Vielleicht hält sie sich doch so lange auf, dß ich sie noch sehen kann. Ich denke halt bis Dienstag od. Mittwoch über 8 Tag (24. oder 25.) nach Salzburg zu kommen. - Indem ich Ihnen recht gute Unterhaltung wünsche, u. um Ihre fernere Liebe bitte, verbleibe ich mit Hochachtung Sie gesund u. glüklich wieder zu sehen Ihr dankbarer Sohn F X Spängler - Herzliche Grüße an Otto, Therese u. alle Bekannte, die Sie sehen, od. denen Sie schreiben. Wie steht es mit den Lürzerischen? Kommen sie? od[er] sind sie schon da? Grüßen Sie mir dieselben tausendmal. - „Duscher“ siehe folgender Brief (aus Wien); „Großhesellohe“: Stadtteil Großhesselohe im Süden von München (Isartal); „Gschnizer Marie“= Gschnitzer [mehrfach in den Briefen]: vgl. der Vater Franz Spängler [Nr. 36], geb. 1793 in Salzburg, gest. dort 1854, fängt als Spediteur in Salzburg bei Matthias Gschnitzer an. - Auch die Familie „Harrer“ gehört zu den ‘großen’ Familien in Salzburg (vgl. Dopsch, 1996, S. 492, 641; Ignaz #Harrer als Bürgermeister der Stadt von 1872-1875). Franz Xaver Spängler, Sohn [Nr. 18], geb. 1839, besucht die Schule in Salzburg und studiert dann in Graz (daher die ungefähre Datierung des Briefes etwa mit der Matura 1857/58, aber offenbar noch vor dem Beginn des Jura-Studiums im Oktober 1858). Eine „Gschnizer Clara“ taucht auch im Tagebuch des Franz Spängler 1861 auf. - „Entbindung der Kaiserin“: Erzherzog Rudolf von Habsburg wird am 21.Aug.1858 geboren; das ist ein weiterer Hinweis auf die Datierung des Briefes von ca. August 1858. - „Julius“, ein Cousin. „Otto“ Spängler, Bruder, geb. 1841, verh. Duregger (aus der Bank-Linie in Salzburg); die „Lürzerischen“: Familie der Mutter Lürzer von Zehendthal (Hall in Tirol). - Aus dem Besitz von Franz Spängler stammt eine „Vita S. Francisci Xaverii“ von 1797, mit einem Prachteinband der Erzabtei St.Peter in Salzburg von 1806, die der Schüler erhielt: „In der I.Vorbereitungsklasse zu St.Peter. Aus der Rechtschreibung. Preis. Nob. Franz Xav. Spangler.“ Vom Juli 1853 stammt als Schülerarbeit eine sehr exakt ausgeführte Federzeichnung einer Weintraube, unterschrieben „F X Spaengler“. Ein zweibändiges Wörterbuch Griechisch-Deutsch von 1854 (Val. Rost) enthält als Widmung einen Zettel für „Spängler Franc. 1.August 1855. Dr.Kottinger G.Director.“ – Abbildung = undatiertes Foto mit Antonia Spängler und den beiden Söhnen Franz und Otto.
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=== 1859 ===
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siehe auch: Briefe „1858 bis 1862 und 1870“
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1859. Unbekannte Schreiberinnen an Antonia Spängler [Nr. 37]: Wien den 8ten Mai 1859. Theuerste Freundin! Ungemein freute mich Ihr liebes Schreiben, welches ich gestern den 7ten Mai erhielt, Karl schrieb mir daß der Brief beim Fellerer war, ich kann gar nicht begreifen indem ich noch nie der Fellerer geschrieben habe, wir überhaupt in gar keinen Briefwechsel mit Ihnen stehen, wie sie den Brief nicht dem Karl gleich hinschickte, daß ist schon das zweite Mahl, daß ich wegen ihr einen Brief so lange nicht bekome; bitte also wenn Sie mir wieder die Freude machen zu schreiben ja den Brief gleich dem Karl zu geben, was hätte Franz vor [für] eine Freude gehabt, wenn der Brief während seiner Anwesenheit gekomen wäre. Franz sieht prächtig aus, und es hat ihm Wien so gut gefallen, daß ihm der Abschied, recht schwer angekomen ist [/] wir sind recht viel mitsamen herumgegangen. Auch wir vermissen alle Ihre liebe Gesellschaft, sehr [,] ich kann mich nicht ganz der Hoffnung erwehren, Sie theure Freundin wenn einmahl beide Söhne in Wien sind, vielleicht doch auch herunter zu ziehen, wir fänden auch hier Spaziergänge die wohl mit Salzburg keinen Vergleich aushalten, im ganzen aber auch recht hübsch sind. Vergangenen Sontag waren wir alle mit Franz und meinem Bruder der mit der Deputation der Stände beim Kaiser war in Schönbrunn, und früher einmhl [einmal] im Prater haben uns recht gut unterhalten; Bis dato gefällt es mir ganz gut hier [/] wir haben eine sehr kleine Wohnung aber eine wunderschöne Aussicht, die wir wohl leider wieder verlieren denn wir haben von Micheli [Michaeli?: 29.9.] an eine Wohnung in der Stadt gemiethtet im 3ten Stok mit der Aussicht in einen Hof, um 600 f [Florin: Gulden] C.M. [Kurantgeld, gängige Münze?] sie ist ganz in der Nähe der Universität sehr licht nd freundlich, und wir können 2 Zimer vermiethen, sie ist im MXXngeti schon Richtungsfeste. Bei Lubitsch sind alle ganz wohlauf, sind aber seit Georgi [23.4.] ziemlich weit von uns weg[g]ezogen. Die Lebensmittel sind wohl theurer als in Salzburg aber nicht gar so bedeutend, nur sehr mühsam [/] man muß alles selbst kaufen, den die Leut gäben sich die Mühe nicht, die Toni und ich haben jeder einen braunen Marktkorb, wo wir alles zusamenschlagen. Das Pfund Rindschmalz 60 x [Kreuzer] bis 63 x Neugeld Schweinschmalz von der fast alles kocht auch wir 36 x Butter 60 bis 70 x Eyer 25 um 40 x Neugeld. Grünspeisen billiger als in Salzburg. Semel besser und im Geld gleich [/] Hausbrod theurer und schlechter Fleisch 26 x Neukreutzer nicht gut. Kertzen und Seifen billiger. Schuster billiger. Männer Schneider nicht viel theurer. Milch 1 Seitel 5 Neukreutzer 1 Seitel Obers 10 x sauer Ram 10 x letzterer sehr gut. 1 Klafter Eschenlenner [?] Mischling [?] ei[n]mahl zum Abschneiden 8 f 30 x C.M. und da brennen wir nebst dem Steinkohlen kostet der Centner 1 f 26 x Neugeld. Nun muß ich schließen denn der Raum fehlt. Mein Mann empfielt sich vielmahls und dankt vor [für] den Glükwunsch zu seinem Namenstag, [mit kleinerer Schrift und anderer Tinte, doch gleiche Handschrift:] er ist derjenige der Salzburg am meisten zu vermissen scheint. An Otto viele Grüsse von allen so wie an die Theres, und alle die sich unser erinnern auch wenn ich bitten darf an die Davidlin [?] sie soll gut auf das Preiserl [?] schauen mir ist noch immer leid um sie. Erfreuen Sie mich wieder mit ein paar Zeilen ich küsse Sie im Geiste und bin Ihre inigliebende Freundin Antonia Duscher [?] [sehr klein:] An die beiden FXXel [Franzel?] alles Schöne. - [andere Schrift?:] Verehrteste, gnädige Frau. Auch ich bin so frei, an Sie gnädige Frau einige Zeilen zu richten. Ich befinde mich hier recht wol und habe mich schon angewöhnt, obwohl ich sehr oft an Salzburg und seine lieben Bewohner denke! - Hr Franz ist auch wieder nach Graz zurück, er hat sich hier, wie es scheint sehr gut unterhalten, wir waren auch einmal zusammen in Schönbrunn. Er sieht sehr gut aus. Heute Sonntag wollten wir eine Parthie nach Don[n]er[s]bach [?] unternehmen, die jedoch des Regens wegen unterbleiben wird müssen. Die Aussicht unserer Zimmer ist herrlich, jedoch die Einsicht ist nicht großartig. Sehr freue ich mich in die Wohnung in die Stadt hinein. Gnädige Frau besuchen gewiß wieder fleißig die Mainandacht, ich bitte, gedenken Sie dabey auch öfters meyner. Hier ist Alles Krieg, Freiwillige sieht man auf allen Strassen sich im Rausche herumtummeln, man darf sich garnicht getrauen solchen in die Nähe zu kommen, denn sie haben sogar vorgestern einigen Frauen die Hüte vom Kopfe gerissen. Es ist gut, dß [daß] sie fortkommen. Im Prater waren wir schon 2 mal, er gefällt mir sehr gut. Ich hätte mich gerne noch länger mit Ihnen gnädige Frau unterhalten, allein der Raum fehlt. Indem ich Sie auch bitte mich nicht ganz zu vergessen, küsse ich Ihnen, gnädige Frau die Hände, und verbleibe Ihre dankbarste [!] Antonia Duscher [! Antonin ?]. [daneben:] An Hr Otto, so auch an die beiden Franzl bitte ich mich ergebenst zu empfehlen; Theres grüsse ich 1000 mal! - [/]: zur Verdeutlichung hier Satztrennung eingefügt (auch andere Zusätze bei der Übertragung ebenfalls in eckigen Klammern). [?]: Bedeutung oder Lesung (hier bes. bei Familienamen) unsicher. Kürzelzeichen, z.B. Verdoppelung durch Strich über m und n, sind aufgelöst; aber z.B. „bekome“ und „Zimer“ trotzdem mit einem ‘m’. - Vorpostalischer Brief, ‘unbekannte’ Absenderin (doppelt mit Antonia Duscher unterschrieben?) an: „Der Wolgeborenen Frau Antonie Spängler in Salzburg. Durch Güte.“ Brief eng gefaltet, kleine Reste von rotem Siegellack. An: Maria Antonia (Antonia) Spängler [Nr. 37], geb. Lürzer, geb. 1803 (siehe unten, nächste Briefschreiberin); der im Brief genannte „Franz“ ist der Sohn [Nr. 18] Franz Spängler, geb. 1839 (vgl. „...beide Söhne“), zur Zeit des Briefes also 20 Jahre alt. Er studiert in „Graz“ und ist bzw. war offenbar zu Besuch in Wien bei der Briefschreiberin. Eine „Duscher Toni“ taucht auch im Tagebuch des Franz Spängler 1860 auf. - „Neugeld“: seit 1857 sind in Österreich 100 Kreuzer: 1 Gulden; Der Gulden [fl.] war zwischen 1857 und 1892 in Österreich die Silberwährung (1 Gulden= 100 Kreuzer). - „Krieg“ im Frühjahr 1859 gegen Frankreich unter Napoleon III.
      
=== 1860 ===
 
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