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:Kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Frankens, und mit großem Abstand die zweitgrößte Stadt Bayerns, ist ''Nürnberg''.
 
:Kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Frankens, und mit großem Abstand die zweitgrößte Stadt Bayerns, ist ''Nürnberg''.
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Den Buchstaben „y“ im Wort „Bayern“ – anstelle von „i“ – verordnete der bayrische König Ludwig I. im Jahr 1825; seither beziehen sich die Bezeichnungen „Bayern“ und „bayrisch“ auf den Staat bzw. das Bundesland Bayern, „bairisch“ zB auf den bairischen Volksstamm und vor allem auf seine in Altbayern und Österreich vorherrschenden Dialekte.<ref>Einen kleinen Einblick in die bairisch-österreichische Dialektgeographie, in der die Staatsgrenze kaum eine Rolle spielt, gewährt u.a. der Artikel „[[Salzburger Dialekte]]“</ref>
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Den Buchstaben „y“ im Wort „Bayern“ – anstelle von „i“ – verordnete der bayrische König Ludwig I. im Jahr 1825; seither beziehen sich die Bezeichnungen „Bayern“ und „bayrisch“ auf den Staat bzw. das Bundesland Bayern, „bairisch“ zB auf den bairischen Volksstamm und vor allem auf seine in Altbayern und Österreich vorherrschenden Dialekte.<ref>Einen kleinen Einblick in die bairisch-österreichische Dialektgeographie, in der die Staatsgrenze kaum eine Rolle spielt, gewährt u.a. der Artikel „[[Salzburger Dialekte]].“</ref>
    
Die Grenzen der genannten drei Landesteile, und damit auch die Siedlungsgrenzen dreier wohl unterscheidbarer Volksgruppen, stimmen wiederum im Wesentlichen mit den Grenzen der drei mittelalterlichen Stammesherzogtümer Baiern, Schwaben und Franken überein; diese Stammesherzogtümer wiesen ihre reinste Form im [[10. Jahrhundert]] auf, hatten aber viel ältere Wurzeln, und ihre Grenzen existieren, nicht nur im Freistaat Bayern, noch heute. Es lohnt sich daher, kurz einen Bogen vom 10. zum 21. Jahrhundert zu spannen:
 
Die Grenzen der genannten drei Landesteile, und damit auch die Siedlungsgrenzen dreier wohl unterscheidbarer Volksgruppen, stimmen wiederum im Wesentlichen mit den Grenzen der drei mittelalterlichen Stammesherzogtümer Baiern, Schwaben und Franken überein; diese Stammesherzogtümer wiesen ihre reinste Form im [[10. Jahrhundert]] auf, hatten aber viel ältere Wurzeln, und ihre Grenzen existieren, nicht nur im Freistaat Bayern, noch heute. Es lohnt sich daher, kurz einen Bogen vom 10. zum 21. Jahrhundert zu spannen:
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Dieses ist wiederum (historisch eher zufällig) weitgehend deckungsgleich mit dem Fränkischen Reichskreis, wie er von 1500 bis 1806 bestand. Der Fränkische Reichskreis war weitgehend deckungsgleich mit der Osthälfte des deutschen Stammesherzogtums Franken (also mit Ostfranken; Westfranken umfasste hauptsächlich das heutige Hessen und die heutige Pfalz).
 
Dieses ist wiederum (historisch eher zufällig) weitgehend deckungsgleich mit dem Fränkischen Reichskreis, wie er von 1500 bis 1806 bestand. Der Fränkische Reichskreis war weitgehend deckungsgleich mit der Osthälfte des deutschen Stammesherzogtums Franken (also mit Ostfranken; Westfranken umfasste hauptsächlich das heutige Hessen und die heutige Pfalz).
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Daher tragen Teile des Bundeslandes Baden-Württemberg noch heute Bezeichnungen wie „Region Heilbronn-Franken“ oder „Badisches Franken“, die Dialekte dieser Gebiete sind größtenteils „südfränkische“.
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Daher tragen Teile des Bundeslandes Baden-Württemberg noch heute Bezeichnungen wie „Region Heilbronn-Franken“ oder „Badisches Franken“, die Dialekte dieser Gebiete sind größerenteils „südfränkische“.
    
Der Stamm der Franken bewohnte aber auch noch das sehr große Stammesherzogtum Lothringen, in dem einesteils eben die Franken, anderenteils Sprecher des Altfranzösischen (heute: Franzosen [„Franzose“ ist eine Ableitung von „Franke“] und Wallonen) lebten. Noch älter ist die Untergliederung des Stammes (oder Volkes) der Franken in die Salischen Franken und die Uferfranken (oder Ripuarier, von Lateinisch ''Ripa''=Ufer). Heutzutage leben diese historischen Verhältnisse hauptsächlich noch in dialektgeographischen Einteilungen fort, wenn Pfälzisch und Hessisch als ''rheinfränkische'' Dialekte, Köl[ni]sch als nordmittel''fränkisch''er oder ripuarischer Dialekt, andere westdeutsche und [[Niederlande|niederländische]] Dialekte als ''Moselfränkisch'' oder ''niederfränkische'' (zu denen das Flämische gerechnet wird) klassifiziert werden.
 
Der Stamm der Franken bewohnte aber auch noch das sehr große Stammesherzogtum Lothringen, in dem einesteils eben die Franken, anderenteils Sprecher des Altfranzösischen (heute: Franzosen [„Franzose“ ist eine Ableitung von „Franke“] und Wallonen) lebten. Noch älter ist die Untergliederung des Stammes (oder Volkes) der Franken in die Salischen Franken und die Uferfranken (oder Ripuarier, von Lateinisch ''Ripa''=Ufer). Heutzutage leben diese historischen Verhältnisse hauptsächlich noch in dialektgeographischen Einteilungen fort, wenn Pfälzisch und Hessisch als ''rheinfränkische'' Dialekte, Köl[ni]sch als nordmittel''fränkisch''er oder ripuarischer Dialekt, andere westdeutsche und [[Niederlande|niederländische]] Dialekte als ''Moselfränkisch'' oder ''niederfränkische'' (zu denen das Flämische gerechnet wird) klassifiziert werden.
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===Salzburg-Bezüge haben insbesondere===
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====Salzburg-Bezüge haben insbesondere====
 
* Nürnberg als eine der historisch bedeutendsten Städte Deutschlands
 
* Nürnberg als eine der historisch bedeutendsten Städte Deutschlands
 
* Würzburg, 1806 bis 1814 Kurfürstentum unter der Regierung des [[Ferdinand III.|Erzherzog Ferdinands]], der zuvor (1803-1806) [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] gewesen war.
 
* Würzburg, 1806 bis 1814 Kurfürstentum unter der Regierung des [[Ferdinand III.|Erzherzog Ferdinands]], der zuvor (1803-1806) [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst von Salzburg]] gewesen war.
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König Ludwig III. (* 1845, † 1921, regierte von 1912/13 bis 1918) war angesichts der Revolution in Bayern nach [[Schloss Anif]] bei Salzburg geflüchtet. Dort entband er am [[12. November]] [[1918]] die bayerischen Beamten, Offiziere und Soldaten vom dem auf ihn geleisteten Treueeid und ließ am [[13. November]] die [[Anifer Erklärung]] durch die neue bayerische Regierung veröffentlichen.
 
König Ludwig III. (* 1845, † 1921, regierte von 1912/13 bis 1918) war angesichts der Revolution in Bayern nach [[Schloss Anif]] bei Salzburg geflüchtet. Dort entband er am [[12. November]] [[1918]] die bayerischen Beamten, Offiziere und Soldaten vom dem auf ihn geleisteten Treueeid und ließ am [[13. November]] die [[Anifer Erklärung]] durch die neue bayerische Regierung veröffentlichen.
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Passau, das Teil der [[Salzburger Kirchenprovinz]] war.
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... [[Passau]], das Teil der [[Salzburger Kirchenprovinz]] war.
    
==Weblinks==
 
==Weblinks==