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| | '''Franz Schaufler''' (* [[19. Oktober]] [[1914]] in [[Salzburg]]; † [[7. Oktober]] [[1944]] in [[Russland]]) war ein Opfer des [[Nationalsozialismus]] in Salzburg. | | '''Franz Schaufler''' (* [[19. Oktober]] [[1914]] in [[Salzburg]]; † [[7. Oktober]] [[1944]] in [[Russland]]) war ein Opfer des [[Nationalsozialismus]] in Salzburg. |
| | ==Leben== | | ==Leben== |
| − | Er war ein Kind von Anna Fleischhacker aus Linz, die seit September [[1913]] in Salzburg als Dienstmädchen arbeitete. Nach der Geburt des Sohnes zog sie nach [[Ostermiething]] und heiratete den Vater des KIndes. | + | Er war ein Kind von Anna Fleischhacker aus [[Linz]], die seit September [[1913]] in Salzburg als Dienstmädchen arbeitete. Nach der Geburt des Sohnes zog sie nach [[Ostermiething]] und heiratete den Vater des Kindes. |
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| − | Franz Schaufler erlernte das Schneiderhandwerk , vermutlich schloss er die Lehre nicht ab, da er im Polizeimelderegister als Schneidergehilfe geführt wird. In den [[1930er]] Jahren während der Weltwirtschaftskrise führte er ein unruhiges Wanderleben,dabei geriet er wegen Landstreicherei und Bettelei auch mit dem Gesetz in Konflikt. | + | Franz Schaufler erlernte das Schneiderhandwerk, schloss aber die Lehre vermutlich nicht ab, da er im Polizeimelderegister als Schneidergehilfe geführt wird. In den [[1930er]]-Jahren während der Weltwirtschaftskrise führte er ein unruhiges Wanderleben, dabei geriet er wegen Landstreicherei und Bettelei auch mit dem Gesetz in Konflikt. |
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| − | Ab Juni [[1938]] war Schaufler in Salzburg gemeldet, zuletzt als Untermieter im Haus [[Goldgasse]] 17, vierter Stock. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde auf der Meldekarte »Pol. Liste« (Polizei Liste) vermerkt, ein von der Gestapo geführtes Verzeichnis mit politisch verdächtigen Personen. | + | Ab Juni [[1938]] war Schaufler in Salzburg gemeldet, zuletzt als Untermieter im Haus [[Goldgasse]] 17, vierter Stock. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde auf der Meldekarte »Pol. Liste« (Polizei Liste) vermerkt, ein von der [[Gestapo]] geführtes Verzeichnis politisch verdächtiger Personen. |
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| − | Zu Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und Soldat des Gebirgsjägerregiments 137, das im Kriegsjahr [[1940]] beim Angriff auf Norwegen beteiligt war. Nach einer Verwundung wurde er nach Salzburg überstellt, wo er am [[4. November]] 1940 unerlaubterweise die Kaserne verließ. Er besorgte sich Zivilkleidung und arbeitete in einer Schneiderei. Er nächtigte bei einer Freundin oder in abgestellten Waggons. Er soll auch Straftaten begangen haben wie Diebstahl von Kleidern und Verkauf ausgeborgter Geräten, um Geld zu beschaffen. Bereits am [[28. November]] 1940 wurde er ausgeforscht und verhaftet. | + | Zu Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde er zur [[Deutsche Wehrmacht|Deutschen Wehrmacht]] eingezogen und Soldat des Gebirgsjägerregiments 137, das im Kriegsjahr [[1940]] beim Angriff auf [[Norwegen]] beteiligt war. Nach einer Verwundung wurde er nach Salzburg überstellt, wo er am [[4. November]] 1940 unerlaubterweise die Kaserne verließ. Er besorgte sich Zivilkleidung und arbeitete in einer Schneiderei. Er nächtigte bei einer Freundin oder in abgestellten Waggons. Er soll auch Straftaten begangen haben wie Diebstahl von Kleidern und Verkauf ausgeborgter Geräte, um Geld zu beschaffen. Bereits am [[28. November]] 1940 wurde er ausgeforscht und verhaftet. |
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| | Am [[8. Jänner]] [[1941]] wurde er von einem Kriegsgericht der Division 188 zu sechs Jahre und fünf Monate Gefängnis verurteilt. Die Haft in der schlesischen Festung Glatz dauerte bloß 19 Monate, da er am [[21. August]] [[1942]] in ein Strafbataillon geschickt wurde, das zum Bunker- und Stellungsbau oder zur Minenräumung und Leichenbergung eingesetzt wurde. | | Am [[8. Jänner]] [[1941]] wurde er von einem Kriegsgericht der Division 188 zu sechs Jahre und fünf Monate Gefängnis verurteilt. Die Haft in der schlesischen Festung Glatz dauerte bloß 19 Monate, da er am [[21. August]] [[1942]] in ein Strafbataillon geschickt wurde, das zum Bunker- und Stellungsbau oder zur Minenräumung und Leichenbergung eingesetzt wurde. |
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| − | Jahrzehntelang war er vermisst, im Jahr [[2000]] erhielt die Salzburger Pfarre St. Johannes eine Mitteilung des Standesamtes Berlin I über den Tod des 29-jährigen am 7. Oktober 1944. | + | Jahrzehntelang war er vermisst, im Jahr [[2000]] erhielt die Salzburger [[Stadtpfarre Salzburg-St. Johannes am Landeskrankenhaus|Pfarre St. Johannes]] eine Mitteilung des Standesamtes Berlin I über den Tod des 29-Jährigen am 7. Oktober 1944. |
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| − | Am [[25. September]] [[2019]] wurde zu seinem Andenken ein Stolperstein an seinem Wohnort verlegt. | + | Am [[25. September]] [[2019]] wurde zu seinem Andenken ein [[Stolperstein]] an seinem Wohnort verlegt. |
| | ==Quelle== | | ==Quelle== |
| | *[http://www.stolpersteine-salzburg.at/de/orte_und_biographien?victim=Schaufler,Franz Stolpersteine Salzburg] | | *[http://www.stolpersteine-salzburg.at/de/orte_und_biographien?victim=Schaufler,Franz Stolpersteine Salzburg] |