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== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Die dem hl. Gabriel geweihte Kapelle wurde von [[1597]] bis [[1603]] - noch zu Lebens- und Regierungszeit des Fürsterzbischofs ([[1587]] bis [[1612]]) - in der Mitte des Sebastiansfriedhofs errichtet. Der architektonische Entwurf sowie die überaus originelle teils keramische, teils stuckierte Innendekoration stammen vom italienischen Baumeister und Stu­cka­teur [[Elia Castello]] († [[23. Jänner]] [[1602]]). Die Ausführung dürfte den Salzburger Hafnermeistern Georg Aigenstueler und seit 1603 seinem Nachfolger Hans Khop uzuschreiben sein. Sie hatten ihre Werkstätte im Hafnerhaus in der [[Steingasse]] Nr. 63, wo die Herstellung der Tonfliesen mit ihren durch mineralische ­Zusätze erzielten  verschiedenfarbigen Glasuren für die Gabrielskapelle ­vor sich ging.<ref>[https://www.facebook.com/peter.krackowizer/posts/10216173699126557?comment_id=10216173890851350&notif_id=1590412664894836&notif_t=feed_comment ANNO], Österreichische Monatsschrift für den öffentlichen Baudienst, 1916, Ausgabe 16, Seite 5</ref>
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Die dem hl. Gabriel geweihte Kapelle wurde von [[1597]] bis [[1603]] - zur Lebens- und Regierungszeit des Fürsterzbischofs ([[1587]] bis [[1612]]) - in der Mitte des Sebastiansfriedhofs errichtet. Der architektonische Entwurf sowie die überaus originelle teils keramische, teils stuckierte Innendekoration stammen vom italienischen Baumeister und Stu­cka­teur [[Elia Castello]] († [[23. Jänner]] [[1602]]). Die Ausführung dürfte den Salzburger Hafnermeistern Georg Aigenstueler und seit 1603 seinem Nachfolger Hans Khop zuschreiben sein. Sie hatten ihre Werkstätte im Hafnerhaus in der [[Steingasse]] Nr. 63, wo die Herstellung der Tonfliesen mit ihren durch mineralische ­Zusätze erzielten  verschiedenfarbigen Glasuren für die Gabrielskapelle ­vor sich ging.<ref>[https://www.facebook.com/peter.krackowizer/posts/10216173699126557?comment_id=10216173890851350&notif_id=1590412664894836&notif_t=feed_comment ANNO], Österreichische Monatsschrift für den öffentlichen Baudienst, 1916, Ausgabe 16, Seite 5</ref>
    
An der Ausstattung der Kapelle waren ferner beteiligt: Giacomo Bertolt, dessen Name mit dem Datum 1600 über der Altarnische im Stuck eingeritzt ist, und Stefan Grosser, [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]] und Kupferschmied in Salzburg, der das Dach der Kapelle 1603 mit Kupfer deckte.
 
An der Ausstattung der Kapelle waren ferner beteiligt: Giacomo Bertolt, dessen Name mit dem Datum 1600 über der Altarnische im Stuck eingeritzt ist, und Stefan Grosser, [[Bürger der Stadt Salzburg|Bürger]] und Kupferschmied in Salzburg, der das Dach der Kapelle 1603 mit Kupfer deckte.
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Um [[1600]] dürfte der Rohbau fertiggestellt gewesen sein und begann die Innenausstattung.
    
Die Gabrielskapelle wurde am [[25. September]] [[1603]] geweiht.
 
Die Gabrielskapelle wurde am [[25. September]] [[1603]] geweiht.
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Wolf Dietrich starb am [[16. Jänner]] [[1617]] nach langer Haft auf der [[Festung Hohensalzburg]] und wurde am [[19. Jänner]] 1617 - entgegen den Bestimmungen in seinem Testament - auf Veranlassung seines Nachfolgers Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems]] in einem großen prunkvollen Begräbnis in der Gabrielskapelle beigesetzt.  
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Wolf Dietrich starb am [[16. Jänner]] [[1617]] nach fünfjähriger Haft auf der [[Festung Hohensalzburg]] und wurde er am [[19. Jänner]] 1617 - entgegen den Bestimmungen in seinem Testament - auf Veranlassung seines Nachfolgers Fürsterzbischof [[Markus Sittikus von Hohenems]] in einem großen prunkvollen Begräbnis in der Gabrielskapelle beigesetzt.  
    
[[1693]] ließ Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] anlässlich des 100jährigen Bestehens von Grund auf renovieren. Weitere Restaurierungen gab es neben anderen [[1660]],  [[1750]], [[1865]] und [[1887]]–[[1888]].<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=19030003&query=((text:Gabrielskapelle))&ref=anno-search&seite=251 ANNO], [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 1903, Seite 248</ref> Die Gabrielskapelle wurde um [[2000]] von der Stadtrestauratorin [[Ursula Mair]] und ihren Mitarbeitern in Stand gesetzt.
 
[[1693]] ließ Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] anlässlich des 100jährigen Bestehens von Grund auf renovieren. Weitere Restaurierungen gab es neben anderen [[1660]],  [[1750]], [[1865]] und [[1887]]–[[1888]].<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=19030003&query=((text:Gabrielskapelle))&ref=anno-search&seite=251 ANNO], [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 1903, Seite 248</ref> Die Gabrielskapelle wurde um [[2000]] von der Stadtrestauratorin [[Ursula Mair]] und ihren Mitarbeitern in Stand gesetzt.
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[[Datei:Wappen von Wolf Dietrich von Raitenau Gabrielskapelle Sebastiansfriedhof 01.jpg|thumb|Wappen von Wolf Dietrich von Raitenau]]
 
[[Datei:Wappen von Wolf Dietrich von Raitenau Gabrielskapelle Sebastiansfriedhof 01.jpg|thumb|Wappen von Wolf Dietrich von Raitenau]]
 
[[Datei:Apsis Altarraum.JPG|thumb|Die Apsis des Altarraumes]]
 
[[Datei:Apsis Altarraum.JPG|thumb|Die Apsis des Altarraumes]]
Die Gabrielskapelle wurde im Stil der späten [[Renaissance]] bzw. des Manierismus in der Mitte des fast quadratischen St. Sebastiansfriedhofes errichtet. Der im Grundriss kreisrunder Bau besitzt angebaut eine rechteckige Apsis. Außen ist der Bau durch toskanische Pilaster gegliedert.<ref>[https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Sebastiansfriedhof austria-forum.org]</ref> Das kuppelförmige Kupferdach mit seinen vier kleinen Gauben ist nach außen hin leicht geschweift. Im Giebel über dem Eingang findet sich das Wappen des Fürsterzbischofs. Das schmiedeeiserne Eingangsgitter stammt ebenfalls noch aus der Zeit der Erbauung um 1600.
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Die Gabrielskapelle wurde im Stil der späten [[Renaissance]] bzw. des Manierismus in der Mitte des fast quadratischen St. Sebastiansfriedhofes errichtet. Der im Grundriss kreisrunder Bau besitzt angebaut eine rechteckige Apsis. Außen ist der Bau durch toskanische Pilaster gegliedert.<ref>[https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Sebastiansfriedhof austria-forum.org]</ref> Das kuppelförmige Kupferdach mit seinen vier kleinen Gauben ist nach außen hin leicht geschweift. Im Giebel über dem Eingang findet sich das Wappen des Fürsterzbischofs und die Inschrift: ''"Wolf·Teodo·Archie"''. Das schmiedeeiserne Eingangsgitter stammt ebenfalls noch aus der Zeit der Erbauung und Fertigstellung  1603.
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Innen ist die Kapelle überaus reich ausgestattet und ist vergleichsweise auffallend bunt gestaltet. Die Innenwand des Rundbaus ist mit mittelgroßen quadratischen Keramikfliesen in acht auffälligen Farben (Gelb, Ocker, Mintgrün, Dunkelgrün, Azur-blau, Lapislazuli-blau, Lila und Weiß), angeordnet in vertikalen und horizontalen Bändern, die Kuppel mit kleinen rautenförmigen Keramikfliesen in den Farben gelb und blau verkleidet.  
 
Innen ist die Kapelle überaus reich ausgestattet und ist vergleichsweise auffallend bunt gestaltet. Die Innenwand des Rundbaus ist mit mittelgroßen quadratischen Keramikfliesen in acht auffälligen Farben (Gelb, Ocker, Mintgrün, Dunkelgrün, Azur-blau, Lapislazuli-blau, Lila und Weiß), angeordnet in vertikalen und horizontalen Bändern, die Kuppel mit kleinen rautenförmigen Keramikfliesen in den Farben gelb und blau verkleidet.