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Begräbnis von Wolf Dietrich ~~~~
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Das rechte Epitaph wurde im Jahr 1607 von Christof Herold in Nürnberg in Bronze gegossen.<ref>[[Franz Martin]], "Kunst in Salzburg", Seite 206; Anmerkung: die Festungshaft begann erst [[1612]], daher muss die Tafel nachher gegossen worden sein.</ref>
 
Das rechte Epitaph wurde im Jahr 1607 von Christof Herold in Nürnberg in Bronze gegossen.<ref>[[Franz Martin]], "Kunst in Salzburg", Seite 206; Anmerkung: die Festungshaft begann erst [[1612]], daher muss die Tafel nachher gegossen worden sein.</ref>
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Das Testament des lange fünf Jahre in strengster Einzelhaft lebenden ehemaligen Erzbischofs beschließt mit dem Testament und dem folgenden Tod den Lebenslauf des zuvor umtriebigen Fürsterzbischof. Sein Nachfolger als Fürsterzbischof dachte dann aber keineswegs daran, diesem letzten Willen seines Vorgängers zu folgen.
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=== Begräbnis von Wolf Dietrich ===
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Der fünf Jahre lang in strengster Einzelhaft lebende ehemalige Erzbischofs, der zuvor einen umtriebigen Lebenslauf hatte, beschließt mit dem Testament und dem folgenden Tod seinen Lebenslauf. Sein Nachfolger als Fürsterzbischof, [[Markus Siitiku]], dachte dann aber nicht daran, diesem letzten Willen seines Vorgängers vollinhaltlich zu folgen.
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[[Johann Stainhauser]] (* [[1570]]; † [[1625]]), Zeitzeuge und Chronist, schilderte das Begräbnis von Wolf Dietrich im Jahr [[1617]] wie folgt: <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1873&size=45&page=141 ANNO], ''"Das Leben, Regierung und Wandel des hochwürdigsten in Gott Fürsten und Herrn Wolff Dietrichen, gewesten Erzbischoven zu Salzburg"'', No. 213. / Seite 214, Fußnote 113., Begräbnis von Fürsterzbischof Wolf Dietrich</ref>
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<blockquote>''Ist also besagter Wolf Dietrich 5 Jahr, 1 Monat und 25 Tag im hochfürstlichen Haubtschloss ein Gefangener gewest bis er entlich am Montag vor St. Vincenzen-Tag, den 16. January Anno 1617, Mittagzeit mit schöner christlicher Vorberaitung und Nüssung der hochheiligen Sacramenten Gott dem Allerhöchsten seinen Geist aufgeopfert hat. Als dan hat man ihn Erchstags, spatens Abents, aus dem Schloss herab gen St. Peter in St. Veiths Capellen getragen, daselbst in bischofflichen Habit mit einem weissen Infel und Creüz angethan aufpärt, kein Bischoff-Stab aber, dieweil er resigniert und die Regierung nit mehr haben kunt, ist ihme nit zuegeaignet worden. Aida hat ihn folgenden Tags, den 18. dito, menniglich, ¬Jung und Alt, mit Augen sechen mögen. Darnach Abentszeit nach der Vesper ist er frei offen in gar schöner christlicher Ordnung mit der ganzen Cleresei und Prüesterschaft, auch Nachfolgung der dreien Orden, nemblich der Herrn Franviscaner-, Capucciner- und Augustiner-Mönch, auch deren Bruederschaften unser lieben Frauen und St. Monicä, so wol auch aller christglaubigen Seelen, in der Confraternität Corporis Christi, deme auch der Abbt von St. Peter, der Abbt von Peurn, alle Thumbherrn, so wol der ganze Adl sambt dem hochfürstlichen Cammer- und Hofrath mit sambt dem Stattrath beigewohnt, auch ein grosse Menig Volks baiderlai Man- und Weibsgeschlecht, sonderlich die Armen ihne mit Verguessung viller Zächer herzlich beklagt haben, gehn St. Sebastian in sein selbst erbaute und gestüfte Capellen, bei St. Gabriel genant, getragen und darein gestölt; folgents seiner selbst Verordnung nach zwischen 8 und 9 Uhren nachts in Beisein weniger Persohnen in sein ihme in Lebzeit seiner Regierung selbst geordnete Begräbnis bestattet. Es ist auch durch seinen Nachkömbling Marxen Sittich alle weltliche Freid wiewol es Fastnacht ward derohalben ab- und eingestött worden. Gott der allmächtig verleihe ihme und allen in Christo Abgeleibten an jenem Tag ein froliche Urständ zue dem ewigen Leben. Amen.''</blockquote>
    
== Grabsteine an der Außenwand ==
 
== Grabsteine an der Außenwand ==