Änderungen

K
Textersetzung - „Kaisertum Österreich“ durch „Kaisertum Österreich
Zeile 23: Zeile 23:  
* Im Ersten (1792–1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799–1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember [[1800]] griff das Kriegsgeschehen auf Salzburg selbst über: Am [[10. Dezember]] verließ der letzte [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden – der [[Schlacht am Walserfeld|Schlacht auf dem Walserfeld]]. Nach dem über die österreichische Hauptarmee errungenen Sieg rückten die Franzosen in die [[Stadt Salzburg]] ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht. Dazu gehörte der Verlust von Kunstschätzen und anderen Kulturgütern: So musste der Naturforscher, Gelehrte und Sammler [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. Auch Teile der Einrichtung der [[Alte Residenz|Alten Residenz]] der Fürsterzbischöfe wurde während der Besetzung der Franzosen nach Paris geschafft.
 
* Im Ersten (1792–1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799–1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember [[1800]] griff das Kriegsgeschehen auf Salzburg selbst über: Am [[10. Dezember]] verließ der letzte [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden – der [[Schlacht am Walserfeld|Schlacht auf dem Walserfeld]]. Nach dem über die österreichische Hauptarmee errungenen Sieg rückten die Franzosen in die [[Stadt Salzburg]] ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht. Dazu gehörte der Verlust von Kunstschätzen und anderen Kulturgütern: So musste der Naturforscher, Gelehrte und Sammler [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. Auch Teile der Einrichtung der [[Alte Residenz|Alten Residenz]] der Fürsterzbischöfe wurde während der Besetzung der Franzosen nach Paris geschafft.
   −
* Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] war, im Dritten Koalitionskrieg ([[1805]]). Auf ihrem Vormarsch Richtung [[Wien]] besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz ([[Tschechien#Mähren|Mähren]]) musste das [[Habsburgermonarchie|Kaisertum Österreich]] große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das [[Herzogtum Salzburg]]. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten.
+
* Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] war, im Dritten Koalitionskrieg ([[1805]]). Auf ihrem Vormarsch Richtung [[Wien]] besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz ([[Tschechien#Mähren|Mähren]]) musste das [[Österreich#Kaisertum Österreich|Kaisertum Österreich]] große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das [[Herzogtum Salzburg]]. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten.
    
* Noch schlimmer kam es im [[General-Landesadministration#Historischer Hintergrund|Fünften Koalitionskrieg]] ([[1809]]): Am [[29. April]] wurde die Stadt von [[Bayern|Bayerisch]]-französischen Truppen unter Marschall [[François-Josephe Lefebvre]] besetzt. [[Napoleon]] ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französischer Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), ein Kontributionseinheber und Intendant ([[Camille Périer]]) – wurde eine [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 [[Gulden]] – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven [[Befreiungskrieg 1809|Befreiungskämpfer]] niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten [[Kapuziner]]<u></u>paters [[Joachim Haspinger]], eines Gefährten des Tiroler Bauernführers [[Andreas Hofer]], hatten auch die Salzburger zu den Waffen gegriffen. In den Kämpfen um den [[Pass Lueg]] zeichneten sich [[Joseph Struber]], der Wirt vom [[Stegenwald]], [[Anton Wallner (Freiheitskämpfer)|Anton Wallner]] aus [[Krimml]] und [[Johann Panzl]] aus [[Mühlbach im Pinzgau]] mit ihren Schützen besonders aus. Auch der [[Pass Strub]] in [[Lofer]] war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste [[Kaiser Franz I.]] das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von [[Italien]] und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Ober[[Kärnten|kärnten]] als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs; Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne [[Matrei]] – an Bayern, das endlich am [[30. September]] [[1810]] die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich.
 
* Noch schlimmer kam es im [[General-Landesadministration#Historischer Hintergrund|Fünften Koalitionskrieg]] ([[1809]]): Am [[29. April]] wurde die Stadt von [[Bayern|Bayerisch]]-französischen Truppen unter Marschall [[François-Josephe Lefebvre]] besetzt. [[Napoleon]] ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französischer Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), ein Kontributionseinheber und Intendant ([[Camille Périer]]) – wurde eine [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 [[Gulden]] – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven [[Befreiungskrieg 1809|Befreiungskämpfer]] niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten [[Kapuziner]]<u></u>paters [[Joachim Haspinger]], eines Gefährten des Tiroler Bauernführers [[Andreas Hofer]], hatten auch die Salzburger zu den Waffen gegriffen. In den Kämpfen um den [[Pass Lueg]] zeichneten sich [[Joseph Struber]], der Wirt vom [[Stegenwald]], [[Anton Wallner (Freiheitskämpfer)|Anton Wallner]] aus [[Krimml]] und [[Johann Panzl]] aus [[Mühlbach im Pinzgau]] mit ihren Schützen besonders aus. Auch der [[Pass Strub]] in [[Lofer]] war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste [[Kaiser Franz I.]] das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von [[Italien]] und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Ober[[Kärnten|kärnten]] als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs; Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne [[Matrei]] – an Bayern, das endlich am [[30. September]] [[1810]] die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich.