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| | Das Land wurde als fünfter Kreis von ''Österreich ob der Enns'' (Oberösterreich) und der Landesregierung in [[Linz]] unterstellt. Nur dem Namen nach führte dieser [[Salzachkreis]] auch den Titel eines Herzogtums Salzburg weiter. Alle Bitten der Bürgerschaft um Gewährung einer eigenen [[Landesregierung]], um die Residenz eines kaiserlichen Prinzen in Salzburg und um Wiedererrichtung der [[Universität Salzburg|Universität]] verhallten ungehört, ebenso die Klagen, dass Salzburg "''zu einem Betteldorf mit leeren Palästen herabgesunken''" sei. Die zentralistische Verwaltung des riesigen Kaiserstaates hatte für ein kleines Gebiet wie Salzburg kein Verständnis. | | Das Land wurde als fünfter Kreis von ''Österreich ob der Enns'' (Oberösterreich) und der Landesregierung in [[Linz]] unterstellt. Nur dem Namen nach führte dieser [[Salzachkreis]] auch den Titel eines Herzogtums Salzburg weiter. Alle Bitten der Bürgerschaft um Gewährung einer eigenen [[Landesregierung]], um die Residenz eines kaiserlichen Prinzen in Salzburg und um Wiedererrichtung der [[Universität Salzburg|Universität]] verhallten ungehört, ebenso die Klagen, dass Salzburg "''zu einem Betteldorf mit leeren Palästen herabgesunken''" sei. Die zentralistische Verwaltung des riesigen Kaiserstaates hatte für ein kleines Gebiet wie Salzburg kein Verständnis. |
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| − | Aufgeschlossener war der Kaiser gegenüber dem Wunsch nach Wiedererrichtung der [[Salzburger Landstände]], zumal die Deutsche Bundesakte die Einführung landständischer Verfassungen in allen Bundesstaaten (der Kaiser von Österreich gehörte dem Deutschen Bund mit allen seinen vormals zum ''Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation'' zählenden Besitzungen an) vorsah. Dies wurde aber von der Landesregierung von Österreich ob der Enns hintertrieben. Die Entscheidung, ob Salzburg eigene [[Salzburger Landstände|Landstände]] erhalten oder ob Vertreter Salzburgs in die Landstände Österreichs ob der Enns aufgenommen – und Salzburg damit seine verfassungsrechtliche Eigenständigkeit verlieren – sollte, blieb bis 1848 in Schwebe. | + | Aufgeschlossener war der Kaiser gegenüber dem Wunsch nach Wiedererrichtung der [[Hohe Salzburger Landschaft]], zumal die Deutsche Bundesakte die Einführung landständischer Verfassungen in allen Bundesstaaten (der Kaiser von Österreich gehörte dem Deutschen Bund mit allen seinen vormals zum ''Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation'' zählenden Besitzungen an) vorsah. Dies wurde aber von der Landesregierung von Österreich ob der Enns hintertrieben. Die Entscheidung, ob Salzburg eigene [[Hohe Salzburger Landschaft|Landstände]] erhalten oder ob Vertreter Salzburgs in die Landstände Österreichs ob der Enns aufgenommen – und Salzburg damit seine verfassungsrechtliche Eigenständigkeit verlieren – sollte, blieb bis 1848 in Schwebe. |
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| | ===Salzburg als Betteldorf=== | | ===Salzburg als Betteldorf=== |
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| | ==1848 bis 1918 (Salzburg als selbstständiges Kronland)== | | ==1848 bis 1918 (Salzburg als selbstständiges Kronland)== |
| | [[Datei:Wappen Kaisertum Österreich Herzogtum Salzburg im Chiemseehof.jpg|thumb|Wappen des Herzogthum Salzburg [[1850]] - [[1867]] <br/> im [[Chiemseehof]], Stiege I]] | | [[Datei:Wappen Kaisertum Österreich Herzogtum Salzburg im Chiemseehof.jpg|thumb|Wappen des Herzogthum Salzburg [[1850]] - [[1867]] <br/> im [[Chiemseehof]], Stiege I]] |
| − | Die Revolution des Jahres [[1848]] lenkte die Bestrebungen, die [[Salzburger Landstände]] wieder zu errichten, in ein Verlangen nach Einrichtung Salzburgs als selbständiges Kronland mit eigenem Landtag und eigener Landesregierung um. | + | Die Revolution des Jahres [[1848]] lenkte die Bestrebungen, die [[Hohe Salzburger Landschaft]] wieder zu errichten, in ein Verlangen nach Einrichtung Salzburgs als selbständiges Kronland mit eigenem Landtag und eigener Landesregierung um. |
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| | Der Rechtsanwalt Dr. [[Alois Fischer]], der entschiedene Betreiber dieser Entwicklung, wurde Reichstagsabgeordneter und Ende 1848 Statthalter von Oberösterreich (!) und förderte auch in diesen Funktionen die Trennung Salzburgs von Oberösterreich. | | Der Rechtsanwalt Dr. [[Alois Fischer]], der entschiedene Betreiber dieser Entwicklung, wurde Reichstagsabgeordneter und Ende 1848 Statthalter von Oberösterreich (!) und förderte auch in diesen Funktionen die Trennung Salzburgs von Oberösterreich. |