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==Erste Kirche==  
 
==Erste Kirche==  
Das starke Wachstum der Bevölkerung von Reichenhall könnte Anfang des [[9. Jahrhundert]]s der Grund für die Anlage eines neuen Friedhofs mit Kirche an der Straße nach Salzburg gewesen sein. Die dem heiligen Zeno geweihte Kirche ist wohl auf Initiative des Salzburger [[Erzbischof]]s [[Arn]] (785 - 821) um 810 dort erbaut worden. Der heilige Zeno von Verona († 372) galt als Beschützer vor [[Hochwasser|Überschwemmungen]], welche Reichenhall immer wieder heimsuchten. Auch die Verbindungen Arns zum Langobardenkönig könnten zur Wahl des Kirchenpatrons beigetragen haben.
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Das starke Wachstum der Bevölkerung von Reichenhall könnte Anfang des [[9. Jahrhundert]]s der Grund für die Anlage eines neuen Friedhofs mit Kirche an der Straße nach Salzburg gewesen sein. Die dem heiligen Zeno geweihte Kirche ist wohl auf Initiative des Salzburger [[Erzbischof]]s [[Arn]] (785–821) um 810 dort erbaut worden. Der heilige Zeno von Verona († 372) galt als Beschützer vor [[Hochwasser|Überschwemmungen]], welche Reichenhall immer wieder heimsuchten. Auch die Verbindungen Arns zum Langobardenkönig könnten zur Wahl des Kirchenpatrons beigetragen haben.
    
==Gründung des Stifts==
 
==Gründung des Stifts==
 
Bei dieser Zenokirche hatte Erzbischof [[Konrad I. von Abenberg]] auf eigenem Grund [[1136]] das  [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno]] gegründet, welches der Verbesserung der Seelsorge im [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]] dienen sollte. Der Erzbischof konnte damit aber auch seinen Einfluss in der wirtschaftlich bedeutenden Salinenstadt weiter ausbauen und sich einen machtpolitischen Brückenkopf schaffen. Zum ersten Propst wurde der Priester Lanzo († 1146) bestimmt, welcher zuvor schon längere Zeit Pfarrer von Reichenhall war. Er stammte sicher aus dem näheren Umfeld des Erzbischofs - etwa dem [[Domkapitel]] – da er dessen persönliches Vertrauen genoss. Die Zenokirche war bis zum Entstehen des Stifts die Pfarrkirche von Reichenhall, wie aus der Gründungsurkunde von [[1136}} hervorgeht. Falls die Zenokirche nicht schon längere Zeit Pfarrkirche war, könnte sie zu Beginn der mehrjährigen Gründungs- und Aufbauphase des Chorherrenstifts um 1121 die Kirche Johannes des Täufers (innerhalb der Stadtmauern) als Pfarrkirche abgelöst haben.
 
Bei dieser Zenokirche hatte Erzbischof [[Konrad I. von Abenberg]] auf eigenem Grund [[1136]] das  [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno]] gegründet, welches der Verbesserung der Seelsorge im [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]] dienen sollte. Der Erzbischof konnte damit aber auch seinen Einfluss in der wirtschaftlich bedeutenden Salinenstadt weiter ausbauen und sich einen machtpolitischen Brückenkopf schaffen. Zum ersten Propst wurde der Priester Lanzo († 1146) bestimmt, welcher zuvor schon längere Zeit Pfarrer von Reichenhall war. Er stammte sicher aus dem näheren Umfeld des Erzbischofs - etwa dem [[Domkapitel]] – da er dessen persönliches Vertrauen genoss. Die Zenokirche war bis zum Entstehen des Stifts die Pfarrkirche von Reichenhall, wie aus der Gründungsurkunde von [[1136}} hervorgeht. Falls die Zenokirche nicht schon längere Zeit Pfarrkirche war, könnte sie zu Beginn der mehrjährigen Gründungs- und Aufbauphase des Chorherrenstifts um 1121 die Kirche Johannes des Täufers (innerhalb der Stadtmauern) als Pfarrkirche abgelöst haben.
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Diese Zenokirche wurde abgebrochen und an ihrer Stelle eine neue Stiftskirche mit gewaltigen Ausmaßen errichtet, welche grundsätzlich allein den Chorherren vorbehalten war. Für die Bevölkerung musste daher eine eigene Pfarrkirche, „Leutkirche“ genannt, erbaut werden. Unter Lanzos Nachfolger Propst Heinrich I. (1146 - 1156) errichtete man diese westlich der Stiftsgebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Erzbischof [[Eberhard I. von Biburg]] weihte sie im Jahre [[1158]] zu Ehren der heiligen Maria. Die Marienkirche war damit die Pfarrkirche für die das ganze Reichenhaller Tal umfassende Pfarrei. Heute ist davon noch der Chor gegenüber dem Pfarrhof zu sehen.
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Diese Zenokirche wurde abgebrochen und an ihrer Stelle eine neue Stiftskirche mit gewaltigen Ausmaßen errichtet, welche grundsätzlich allein den Chorherren vorbehalten war. Für die Bevölkerung musste daher eine eigene Pfarrkirche, „Leutkirche“ genannt, erbaut werden. Unter Lanzos Nachfolger Propst Heinrich I. (1146–1156) errichtete man diese westlich der Stiftsgebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Erzbischof [[Eberhard I. von Biburg]] weihte sie im Jahre [[1158]] zu Ehren der heiligen Maria. Die [[Marienkirche]] war damit die Pfarrkirche für die das ganze Reichenhaller Tal umfassende Pfarrei. Heute ist davon noch der Chor gegenüber dem Pfarrhof zu sehen.
    
==Zentrum der Seelsorge==
 
==Zentrum der Seelsorge==