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{{Baustellenartikel}}Der '''Stiftsarmstollen''' des [[Almkanal]]s ist der älteste [[mittelalter]]liche Wasserstollen Mitteleuropas. Er wurde zwischen [[1136]] und [[1143]] ausgebrochen und diente zur Wasserversorgung des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktiner-Erzstifts St. Peter]].
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Der '''Stiftsarmstollen''' des [[Almkanal]]s ist der älteste [[mittelalter]]liche Wasserstollen Mitteleuropas. Er wurde zwischen [[1136]] und [[1143]] ausgebrochen und diente zur Wasserversorgung des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktiner-Erzstifts St. Peter]].
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
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Es wurden zunächst nur sechs Meter aus dem Sandstein gebohrt. Da der Versuch erfolgreich verlief, reisten die Betreiber im Jänner [[1137]] nach [[Admont]], wo sich [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] im [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstift]] aufhielt. Er unterzeichnete am [[27. Februar]] 1137 den Bauvertrag.
 
Es wurden zunächst nur sechs Meter aus dem Sandstein gebohrt. Da der Versuch erfolgreich verlief, reisten die Betreiber im Jänner [[1137]] nach [[Admont]], wo sich [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] im [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstift]] aufhielt. Er unterzeichnete am [[27. Februar]] 1137 den Bauvertrag.
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In einer Urkunde aus dem [[1151]], in der der Bauvertrag vermerkt ist, gibt es noch weitere Informationen über den Bau des Stiftsarmstollens. Der Vortrieb von St. Peter nach Süden verlief vier Jahre recht zügig.
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In einer Urkunde aus dem [[1151]], in der der Bauvertrag vermerkt ist, gibt es noch weitere Informationen über den Bau des Stiftsarmstollens. Der Vortrieb von St. Peter nach Süden verlief vier Jahre recht zügig. Pro Tag kam man etwa 20 bis 25 Zentimeter weiter. Aber ab lfm 180 von St. Peter aus wurde der Sauerstoffgehalt ("Matte Wetter") der Luft immer geringer. Bewetterungsmöglichkeiten (Frischluftzufuhr) schien es nicht gegeben zu haben. Daher wurde der Vortrieb bei "mattem Wetter" geringer. Erst bei lfm 249,5 konnte mit einem Wetterschacht, der schräg, etwa 70° nach oben, in Richtung [[Bürgermeisterloch]] das Wetterungsproblem verbessert werden.
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Dann ging der Vortrieb bis lfm 320-340 gut voran. Dort wurde er durch einen schweren Verbruch vorerst wieder gestoppt. Es kam zu einer Auseinandersetzung der Betreiber und schließlich wurde der Bauleiter des Projekts, Meister Albert entlassen. Dieser Meister Albert wird als Fachmann des zeitgleich errichteten [[Konradinischer Dom|Konradinischen Domes]] gesehen.
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Nun versuchte das Domkapitel, nachdem es mit St. Peter zerstritten war, durch einen Querschlag nach Westen auf den frühmittelalterlichen Stollen zu treffen, dessen Lage zumindest mündlich überliefert noch bekannt war. Damit wäre die Weingartenquelle leichter erreichbar geworden. Der Belüftungsstollen ermöglichte zunächst einen weiteren Vortrieb, der zu einer markanten Richtungsänderung führte. Es könnte auch ein Umgehungsversuch des Verbruchs gewesen sein. Ein zweiter Versuch, die Weingartenquelle zu treffen, scheiterte aber an der Grundmoräne, die sich als schwieriges Gestein herausstelle. Enttäuscht, dass der alte Stollen fast keine Quellzutritte bot und  auch Sickerwasser des Riedenburgbaches durch den älteren Verbruch keine nennenswerte Schüttung brachte, kehrte man zum "Neuen Stollen" wieder zurück.
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Man führte unabhängig von älteren Versuche einen weiteren markanten Richtungswechsel durch, um auf dem kürzesten Weg die Weingartenquelle zu erreichen und stellte Meister Albert wieder ein. Dieser sanierte den schweren Verbruch durch einen Umgehungsstollen und der "Alte Stollen" (der Brunnstollen) wurde nicht mehr weiter verfolgt. Erst als [[1712]]/[[1719]] ein Verbruch im Almkanal die Wasserversorgung unterbrach, kam der alte Stollen wieder in Erinnerung. [[Äbte der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzabt]] [[Wolfgang Walcher]] ließ den Stiftsarmstollen sanieren, Vermessungen und eine Planaufnahme durchführen. Einen weiteren Sanierungsversuch gab es [[1790]].
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Was bei den Forschungen der eingangs genannten beiden Wissenschaftern auffiel war die Tatsache, das der im 12. Jahrhundert errichtete St.-Peter-Arm theoretisch zwei Mal den Verlauf des Römerstollens hätte queren müssen. Er wurde jedoch nie angefahren, was nur durch einen deutlichen Höhenunterschied erklärbar ist.
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== Zusammenfassung der Wissenschafter ==
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Für das Vorhandenseins eines durchgehenden römischen Aquäduktstollen fehlen archivarische und archäologische Beweise. Nur der 2013 entdeckte Querstollen mit einem Kanal mit Steinplattendeckung kann als Relikt eines solchen Kanals gesehen werden.
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Die Gegebenheiten der Geologie und Hydrogeografie sprechen für einen solchen Aquädukt, der mit dem Riedenburgbach von der Weingartenquelle Juvavum mit Wasser versorgt hätte. Es fehlen aber Belege für den Bau des Brunnstollens, der vom Quellstollen abzweigt.
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Es gibt also zwar keinen direkten Nachweis einer römischen Wasserleitung zur Versorgung von Juvavum. Aber die Dimensionen der gefundenen Abwasserkanäle deuten auf große Mengen von Wasser hin. Ob das verschlammte und sumpfige Wasser am Mönchbergfuß dazu ausgereicht hatten, erscheint den Wissenschaftern zweifelhaft.
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Die geowissenschaftliche oben ausgeführte These zeigt, dass aus dieser Sicht eine römische Wasserleitung durch den Mönchsber nicht nur möglich sondern sogar wahrscheinlich wäre.
    
== Quelle ==
 
== Quelle ==