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| | Die so gemischte Lagergemeinschaft von Unschuldigen und tatsächlichen ''Tätern'' nannte ihr Lager selbst ''Konzentrationslager'', wohl auch als Reaktion der Verleugnung der tatsächlich von manchen der Lagerinsassen angestifteten oder durchgeführten unrechten Handlungen während der NS-Zeit. Die Entnazifizierungsbemühungen im Lager beschränkten sich auf Vernehmungen und das Ausfüllen von Fragebögen. So wurden nur die Schwerbelasteten gefiltert, die dann den Volksgerichten übergeben oder zu den NS-Prozessen in Dachau überstellt wurden. | | Die so gemischte Lagergemeinschaft von Unschuldigen und tatsächlichen ''Tätern'' nannte ihr Lager selbst ''Konzentrationslager'', wohl auch als Reaktion der Verleugnung der tatsächlich von manchen der Lagerinsassen angestifteten oder durchgeführten unrechten Handlungen während der NS-Zeit. Die Entnazifizierungsbemühungen im Lager beschränkten sich auf Vernehmungen und das Ausfüllen von Fragebögen. So wurden nur die Schwerbelasteten gefiltert, die dann den Volksgerichten übergeben oder zu den NS-Prozessen in Dachau überstellt wurden. |
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| − | Das Lager war von einem Stacheldrahtzaun umgeben, der jedoch trotz Bewachung Lebensmittel- und Wäschepakete von Angehörigen durchließ, und es kam auch zu gelegentlichen Fluchtversuchen. So konnte sich Anton Burger seiner Auslieferung an die Tschechoslowakei durch Flucht 1947 entziehen. Lagerkommandant war Colonel Wooten, der die Inhaftierten mit "meine Freunde" angesprochen hatte. Den Insassen wurde ein eigener Ordnerdienst und eine weitgehende Selbstverwaltung zugestanden, was zum raschen Wiederaufleben der alten Hierarchien führte. | + | Am [[15. Oktober]] [[1946]] besuchte General Donald Dwight Eisenhower das Lager. Das Lager war von einem Stacheldrahtzaun umgeben, der jedoch trotz Bewachung Lebensmittel- und Wäschepakete von Angehörigen durchließ, und es kam auch zu gelegentlichen Fluchtversuchen. So konnte sich Anton Burger seiner Auslieferung an die Tschechoslowakei durch Flucht 1947 entziehen. Lagerkommandant war Colonel Wooten, der die Inhaftierten mit "meine Freunde" angesprochen hatte. Den Insassen wurde ein eigener Ordnerdienst und eine weitgehende Selbstverwaltung zugestanden, was zum raschen Wiederaufleben der alten Hierarchien führte. |
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| | Diese legere Behandlung wurde aber den amerikanischen Bewachern nicht gedankt. Denn bei einer Häftlingsüberstellung zu den Dachauer Prozessen am [[19. März]] [[1947]] kam es zu einem Aufstand, der durch Schusswaffengebrauch der österreichischen Gendarmerie beendet werden konnte. Trotzdem machten die Amerikaner weitere Zugeständnisse. So wurde die Haftzeit in Glasenbach auf Volksgerichtsstrafen angerechnet. | | Diese legere Behandlung wurde aber den amerikanischen Bewachern nicht gedankt. Denn bei einer Häftlingsüberstellung zu den Dachauer Prozessen am [[19. März]] [[1947]] kam es zu einem Aufstand, der durch Schusswaffengebrauch der österreichischen Gendarmerie beendet werden konnte. Trotzdem machten die Amerikaner weitere Zugeständnisse. So wurde die Haftzeit in Glasenbach auf Volksgerichtsstrafen angerechnet. |
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| | ==Quelle== | | ==Quelle== |
| | * [http://www.cafe-temelin.net/glasenbach.html www.cafe-temelin.net] | | * [http://www.cafe-temelin.net/glasenbach.html www.cafe-temelin.net] |
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| | + | [[Kategorie:Militär|Glasenbach, Lager]] |
| | [[Kategorie:Kaserne|Glasenbach, Lager]] | | [[Kategorie:Kaserne|Glasenbach, Lager]] |
| | [[Kategorie:Geschichte|Glasenbach, Lager]] | | [[Kategorie:Geschichte|Glasenbach, Lager]] |