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Das '''Flüchtlingslager Hagenau''' war ein Auffanglager für Flüchtlinge nach dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] in [[Hagenau (Bergheim)|Hagenau]] in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Bergheim]].

== Geschichte ==
In einem Buch schildert Johann März, was er in diesem Lager erlebte. März ist [[Donauschwabe]] und seiner Familie gelang [[1946]] die Flucht aus dem jugoslawischen Vernichtungslager in Gakowa. Damals war John März vier Jahre alt gewesen. Seine Heimat, die [[Batschka]], war Hauptlieferant von Hanf gewesen. Seine Heimatgemeinde Prigrevica im heutigen [[Serbien]] wechselte zwischen [[1941]] und [[1945]] fünf Mal den Namen.

Im Vernichtungslager, in dem 8 500 [[Volksdeutsche]] starben, lebte März mit seiner Mutter, den Großeltern und zwei Geschwister seit ihrer Vertreibung am [[15. März]] 1945.

Den heute 77-Jährigen verschlug es dann [[1947]] in eine der 16 Holzbaracken im Flüchtlingslager Hagenau in Bergheim. Das Barackenlager wurde zu einem "Dorf im Dorf", wie März in seinem Gespräch mit [[Birgit Kaltenböck]] von den [[Flachgauer Nachrichten]] (Ausgabe 25. Oktober 2018) erzählte. Seine Eltern Rosalia und Peter März pachteten die Lager-Kantine. Später erweiterten sie das Angebot mit einer Gemischtwarenhandlung und einer Tabak-Trafik.

Vater März war begeisterter Musiker und leitete die Lager-Kapelle. Wie Johann März anmerkte, gab es ''ab und zu Tanzveranstaltungen, ab und zu etwas Zores''.

Auch Sportmöglichkeiten gab es in diesem Lagen, deren Baracken die Bewohner [[1952]] kaufen konnten. So gab es beispielsweise eine Fußballmannschaft. Johann März erinnerte sich, wie er beim ersten Spiel in der Mannschafts-Dress in eine Abflussrinne fiel, die sich am Rande des Sportplatzes befand. Zunächst spielte März als ''Linksverbinder'' bei Danubia, späger bei [[FC Salzburg]] und dann bei UVC Salzburg. Bis [[1962]] kämpfte er sich in die erste Kampfmannschaft hinauf.

Eine andere wichtige Persönlichkeit im Lager war Volksschuldirektor Josef Appelshoffer aus dem [[Banat]]. Er war nach dem Krieg mit seiner Frau über [[Linz]] nach Bergheim gelangt.

Im Lager, das [[1940]] von den [[Nationalsozialisten]] gegründet worden war, herrschten katastrophale hygienische Zustände. Anfangs gab es nur ein einziges [[Plumpsklo]] und bis [[1949]] nur eine Küche für alle Lagerinsassen. Das führte dazu, dass sich Unmengen von [[Ratte]]n im Lager aufhielten. Durch verunreinigtes Wasser erkrankten dann [[1950]] einige Bewohner an Typhus. In dieser Zeit durfte die Familie März nach Salzburg-[[Aigen]] auf den Gutshof des Schlossbesitzers Graf [[Revertera]], wo die Großeltern arbeiteten. Die Typhus-Epidemie kostete einer 25-jährigen Frau und den zwölfjährigen Hansi Beer, einen Schulkollegen, von Johann März, das Leben.

Am meisten beeindruckte März die ursprüngliche Ablehnung bei der Bevölkerung, obwohl sie alle Deutsch sprachen. Erst 1950/51 kam es zu einem Umdenken und die Flüchtlinge wurden hoch angesehen. Die örtliche Bevölkerung hatte erkannt, dass die Flüchtlinge tüchtige Leute waren. 80 Prozent der Männer schufteten am Bau, einige von ihnen hatten es zum Polier gebracht.

[[1965]] wurde die letzte Baracke aufgelöst.

[[1956]] erhielt Johann März dann die österreichische Staatsbürgerschaft und er wurde Sparkassen-Angestellter. Er heiratete die Salzburgerin Christa.

== Literatur ==
* März, Johann: ''Das Flüchtlingslager Bergheim 1944 bis 1965'', erhältlich in der [[Rupertus Buchhandlung]]

== Quelle ==
* {{Quelle FN|25. Oktober 2018}}

[[Kategorie:Flachgau]]
[[Kategorie:Bergheim]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Nachkriegszeit]]

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