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:''Ältere Menschen in Piesendorf reden noch heute von einem Arzt und rühmen sein Können, vor allem aber seine Menschlichkeit in besonderer Weise: Dr. Theodor Herz. Er wurde am [[16. April]] [[1892]] in Wien als Sohn jüdischer Eltern geboren. Vom [[1. April]] [[1919]] bis Juni 1938 war er praktischer Arzt in Piesendorf, sicherlich sein erster Posten nach seiner Ausbildung als Turnusarzt, denn er war ja erst 27 Jahre alt, als er hierher kam. Dr. Herz war weitum bekannt und gesucht, vor allem bei Fußkrankheiten. Noch mehr gerühmt wurde aber seine menschliche Güte, behandelte er doch viele Menschen ohne jedes Honorar, denn in dieser Zeit hatten ja die Hilfesuchenden kaum Geld in Reserve.'' Und weiter:
 
:''Ältere Menschen in Piesendorf reden noch heute von einem Arzt und rühmen sein Können, vor allem aber seine Menschlichkeit in besonderer Weise: Dr. Theodor Herz. Er wurde am [[16. April]] [[1892]] in Wien als Sohn jüdischer Eltern geboren. Vom [[1. April]] [[1919]] bis Juni 1938 war er praktischer Arzt in Piesendorf, sicherlich sein erster Posten nach seiner Ausbildung als Turnusarzt, denn er war ja erst 27 Jahre alt, als er hierher kam. Dr. Herz war weitum bekannt und gesucht, vor allem bei Fußkrankheiten. Noch mehr gerühmt wurde aber seine menschliche Güte, behandelte er doch viele Menschen ohne jedes Honorar, denn in dieser Zeit hatten ja die Hilfesuchenden kaum Geld in Reserve.'' Und weiter:
 
   
 
   
:''Diese menschliche Güte veranlasste sogar den damaligen Kreisleiter der NS-Zeit, Dr. [[Sepp Kastner]] in [[Zell am See]], solange es ging, seine schützenden Hand über den „nichtarischen“ Arzt zu halten..''
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:''Diese menschliche Güte veranlasste sogar den damaligen Kreisleiter der NS-Zeit, Dr. [[Sepp Kastner]] in [[Zell am See]], solange es ging, seine schützende Hand über den „nichtarischen“ Arzt zu halten..''
    
Wie der Zeitungsdokumentation des Historikers [[Siegfried Göllner]] über das Jahr 1938 zu entnehmen ist, wurde den jüdischen Ärzten mit Kassenvertrag bereits am [[1. Juni]] [[1938]] der Kassenvertrag gekündigt. Von dieser vom Regime beabsichtigten Vernichtung der beruflichen Existenz jüdischer Ärzte war auch der Landarzt Dr. Herz in Piesendorf betroffen. Der angebliche "Schutz" des [[NSDAP]]-Kreisleiters währte daher - vom sogenannten [[Anschluss]] an gerechnet - keine drei Monate.
 
Wie der Zeitungsdokumentation des Historikers [[Siegfried Göllner]] über das Jahr 1938 zu entnehmen ist, wurde den jüdischen Ärzten mit Kassenvertrag bereits am [[1. Juni]] [[1938]] der Kassenvertrag gekündigt. Von dieser vom Regime beabsichtigten Vernichtung der beruflichen Existenz jüdischer Ärzte war auch der Landarzt Dr. Herz in Piesendorf betroffen. Der angebliche "Schutz" des [[NSDAP]]-Kreisleiters währte daher - vom sogenannten [[Anschluss]] an gerechnet - keine drei Monate.
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