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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| | ====Gründungsjahre==== | | ====Gründungsjahre==== |
| − | Wegbereiter der Salzburger Festspiele war die [[Salzburger Festspielhausgemeinde]]. Nach der ''Jedermann''-Aufführung 1920 kam [[1922]] die erste Opernaufführung dazu. Zwar musste man [[1924]] wegen Geldmangel auf die Salzburger Festspiele verzichten, aber schon [[1925]] gab es wieder Grund zur Freude: Eröffnung des [[Haus für Mozart|Kleinen Festspielhauses]], erst Rundfunkübertragung und Bruno Walter dirigiert "Don Paquale". | + | Wegbereiter der Salzburger Festspiele war die [[Salzburger Festspielhausgemeinde]]. Nach der ''Jedermann''-Aufführung 1920 kam [[1922]] die erste Opernaufführung dazu. Zwar musste man [[1924]] wegen Geldmangel auf die Salzburger Festspiele verzichten, aber schon [[1925]] gab es wieder Grund zur Freude: Eröffnung des [[Haus für Mozart|Kleinen Festspielhauses]], erste Rundfunkübertragung und Bruno Walter dirigiert "Don Paquale". |
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| | "Die Zauberflöte" wurde [[1928]] erstmals gespielt, [[1929]] folgte die Erstaufführung von "Der Rosenkavalier". Als Höhepunkt der Festspiele im Sommer [[1931]] gastierten die Budapester Philharmoniker zum ersten Mal und es gab erstmals Festspielübertragungen in die Vereinigten Staaten. | | "Die Zauberflöte" wurde [[1928]] erstmals gespielt, [[1929]] folgte die Erstaufführung von "Der Rosenkavalier". Als Höhepunkt der Festspiele im Sommer [[1931]] gastierten die Budapester Philharmoniker zum ersten Mal und es gab erstmals Festspielübertragungen in die Vereinigten Staaten. |
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| | ====Die Jahre vor und während des Zweiten Weltkriegs==== | | ====Die Jahre vor und während des Zweiten Weltkriegs==== |
| − | Die so genannte "[[1000-Mark-Sperre]]" von Adolf Hitler (jeder, der nach Österreich reisen wollte, musste 1.000 Mark zahlen für das "Visum") lässt die Zahl der deutsche Festspielbesucher auf 874 gegenüber 15.681 im Vorjahr schrumpfen. In den Jahren [[1934]] bis [[1936]] dirgierte dann [[Arturo Toscanini]] bei den Festspielen, [[Wilhelm Furtwängler]] erstmals [[1937]]. | + | Die so genannte "[[1000-Mark-Sperre]]" von Adolf Hitler (jeder, der nach Österreich reisen wollte, musste 1.000 Mark zahlen für das "Visum") lässt die Zahl der deutsche Festspielbesucher auf 874 gegenüber 15.681 im Vorjahr schrumpfen. In den Jahren [[1934]] bis [[1936]] dirigierte dann [[Arturo Toscanini]] bei den Festspielen, [[Wilhelm Furtwängler]] erstmals [[1937]]. |
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| | Das Jahr des Anschlusses [[1938]] zeigte auch Auswirkungen auf die Festspiele in Salzburg: "Jedermann" und "Faust" werden abgesetzt und Toscanini sagt sein Kommen aus politischen Gründen ab. [[1943]] erfolgt die Umbennung der Festspiele in ''Salzburger Theater- und Musiksommer'' und im gleichen Jahr stirbt am [[31. Oktober]] Max Reinhardt in New York, USA. | | Das Jahr des Anschlusses [[1938]] zeigte auch Auswirkungen auf die Festspiele in Salzburg: "Jedermann" und "Faust" werden abgesetzt und Toscanini sagt sein Kommen aus politischen Gründen ab. [[1943]] erfolgt die Umbennung der Festspiele in ''Salzburger Theater- und Musiksommer'' und im gleichen Jahr stirbt am [[31. Oktober]] Max Reinhardt in New York, USA. |
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| | Aber Brecht übersiedelt in die Deutsche Demokratische Republik (DDR), sein unvollendetes Festspielstück lösen einen Skandal aus, in dessen Sog [[Gottfried von Einem]] am [[31. Oktober]] [[1951]] aus dem Festpieldirektorium ausgeschlossen wird. | | Aber Brecht übersiedelt in die Deutsche Demokratische Republik (DDR), sein unvollendetes Festspielstück lösen einen Skandal aus, in dessen Sog [[Gottfried von Einem]] am [[31. Oktober]] [[1951]] aus dem Festpieldirektorium ausgeschlossen wird. |
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| − | Wegen seines Eintretens für die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft an den marxistisch gesinnten Dramatiker Bert Brecht wird der Komponist Gottfried von Einem nach kurzer heftiger Debatte mit [[Landeshauptmann]] [[Josef Klaus]] (ÖVP) während der Kuratoriumssitzung der Salzburger Festspiele aus dem Direktorium ausgeschlossen. Von Einem bezeichnet dies als „inquisitorisches Vorgehen“. Am [[6. Juli]] wird die Kontroverse durch einen persönlichen Briefwechsel zwischen Gottfried von Einem und Landeshauptmann Josef Klaus um den Ausschluss Einems aus dem Festspieldirektorium beendet. | + | Wegen seines Eintreten für die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft an den marxistisch gesinnten Dramatiker Bert Brecht wird der Komponist Gottfried von Einem nach kurzer heftiger Debatte mit [[Landeshauptmann]] [[Josef Klaus]] (ÖVP) während der Kuratoriumssitzung der Salzburger Festspiele aus dem Direktorium ausgeschlossen. Von Einem bezeichnet dies als „inquisitorisches Vorgehen“. Am [[6. Juli]] wird die Kontroverse durch einen persönlichen Briefwechsel zwischen Gottfried von Einem und Landeshauptmann Josef Klaus um den Ausschluss Einems aus dem Festspieldirektorium beendet. |
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| | ====1952==== | | ====1952==== |
| | Am [[9. Jänner]] schlagen dann die Mitglieder des Direktoriums der Salzburger Festspiele, Präsident Heinrich Puthon, [[Bernhard Paumgartner]], [[Egon Hilbert]] und [[Josef Kaut]] dem Kuratorium die Rückberufung von [[Gottfried von Einem]] in das Führungsorgan der Salzburger Festspiele vor. | | Am [[9. Jänner]] schlagen dann die Mitglieder des Direktoriums der Salzburger Festspiele, Präsident Heinrich Puthon, [[Bernhard Paumgartner]], [[Egon Hilbert]] und [[Josef Kaut]] dem Kuratorium die Rückberufung von [[Gottfried von Einem]] in das Führungsorgan der Salzburger Festspiele vor. |
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| − | Erstmals findet am Vortag der Eröffnung der Festspiele, am [[25. Juli]] das [[Fest zur Festspieleröffnung]] statt. Am [[26. Juli]] werden dann Salzburger Festspiele 1952 eröffnet. Zur Eröffnung wird Mozarts „Figaro“ aufgeführt. Auf dem Spielplan der Festspiele 1952 stehen 23 Opern- und 18 Schauspielaufführungen sowie 20 Konzerte. Die Gesamtausgaben sind mit 11,35 Millionen, die Einnahmen mit 6,15 Millionen Schilling präliminiert. Die Eintrittspreise für die teuersten Plätze für die Opern wurden von 180 auf 200 Schilling, für Orchesterkonzerte von 150 auf 170 Schilling erhöht. Die Titelrolle in der Neuinszenierung des „Jedermann“ durch Ernst Lothar ist mit Will Quadflieg, jene der „Buhlschaft“ mit Lola Müthel neu besetzt. Für die Rolle des Teufels ist kurzfristig Peer Schmidt verpflichtet worden, weil das Unterrichtsministerium gegen das Engagement des rominenten, kommunistisch gesinnten Schauspielers Karl Paryla ein Veto eingelegt hatte. Die Uraufführung der Richard Strauss-Oper „Die Liebe der Danae“, dirigiert von Clemens Krauss, bildet den musikalischen Höhepunkt der Festspiele. | + | Erstmals findet am Vortag der Eröffnung der Festspiele, am [[25. Juli]] das [[Fest zur Festspieleröffnung]] statt. Am [[26. Juli]] werden dann Salzburger Festspiele 1952 eröffnet. Zur Eröffnung wird Mozarts „Figaro“ aufgeführt. Auf dem Spielplan der Festspiele 1952 stehen 23 Opern- und 18 Schauspielaufführungen sowie 20 Konzerte. Die Gesamtausgaben sind mit 11,35 Millionen, die Einnahmen mit 6,15 Millionen Schilling präliminiert. Die Eintrittspreise für die teuersten Plätze für die Opern wurden von 180 auf 200 Schilling, für Orchesterkonzerte von 150 auf 170 Schilling erhöht. Die Titelrolle in der Neuinszenierung des „Jedermann“ durch Ernst Lothar ist mit Will Quadflieg, jene der „Buhlschaft“ mit Lola Müthel neu besetzt. Für die Rolle des Teufels ist kurzfristig Peer Schmidt verpflichtet worden, weil das Unterrichtsministerium gegen das Engagement des prominenten, kommunistisch gesinnten Schauspielers Karl Paryla ein Veto eingelegt hatte. Die Uraufführung der Richard Strauss-Oper „Die Liebe der Danae“, dirigiert von Clemens Krauss, bildet den musikalischen Höhepunkt der Festspiele. |
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| | [[Kategorie:Festival]] | | [[Kategorie:Festival]] |
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