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| | [[Datei:Salzburg 02.jpg|thumb|Dom, historische Aufnahme um 1970]] | | [[Datei:Salzburg 02.jpg|thumb|Dom, historische Aufnahme um 1970]] |
| − | [[Datei:Salzburger Dom, Ansicht von der Empore.jpg|thumb|Blick von der Orgelempore]]
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| | [[Datei:Über den Dächern des Stieglkellers.jpg|thumb|Blick über die Dächer des [[Stieglkeller]]s]] | | [[Datei:Über den Dächern des Stieglkellers.jpg|thumb|Blick über die Dächer des [[Stieglkeller]]s]] |
| | [[Bild:Domplatz_panorama.jpg|thumb|Der Domplatz mit dem Dom]] | | [[Bild:Domplatz_panorama.jpg|thumb|Der Domplatz mit dem Dom]] |
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| | [[Datei:Salzburger Dom Winter Nacht.jpg|thumb|winterlicher Salzburger Dom bei Nacht, Blick über den [[Domplatz]] und die winterfest gemachte [[Mariensäule am Domplatz]]]] | | [[Datei:Salzburger Dom Winter Nacht.jpg|thumb|winterlicher Salzburger Dom bei Nacht, Blick über den [[Domplatz]] und die winterfest gemachte [[Mariensäule am Domplatz]]]] |
| | [[Datei:Festmesse in Salzburger Dom.jpg|thumb|Festmesse in Salzburger Dom]] | | [[Datei:Festmesse in Salzburger Dom.jpg|thumb|Festmesse in Salzburger Dom]] |
| | + | [[Datei:Dom Salzburger Taufbecken 02.jpg|thumb|Taufbecken des Salzburger Doms, in dem unter anderem [[Joseph Mohr]] am [[11. Dezember]] [[1792]] getauft wurde]] |
| | Der '''Dom der Hll. Rupert und Virgil''' ist das zentrale kirchliche Gebäude der römisch-katholischen [[Erzdiözese Salzburg]] und damit Metropolitankirche der [[Salzburger Kirchenprovinz ]] in der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]]. Er ist dem hl. [[Rupert von Worms|Rupert]] und dem hl. [[Virgil]] geweiht. | | Der '''Dom der Hll. Rupert und Virgil''' ist das zentrale kirchliche Gebäude der römisch-katholischen [[Erzdiözese Salzburg]] und damit Metropolitankirche der [[Salzburger Kirchenprovinz ]] in der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]]. Er ist dem hl. [[Rupert von Worms|Rupert]] und dem hl. [[Virgil]] geweiht. |
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| | Am [[18. Februar]] [[1663]] brauste ein [[Unwetter|Orkan]] über Salzburg, der das Kupferdach des Doms zerstörte, die Kirchtürme von [[Stadtpfarrkirche St. Andrä|St. Andrä]] und [[St. Johannes am Imberg]] mitsamt den Glocken auf die umliegenden Häuser warf. | | Am [[18. Februar]] [[1663]] brauste ein [[Unwetter|Orkan]] über Salzburg, der das Kupferdach des Doms zerstörte, die Kirchtürme von [[Stadtpfarrkirche St. Andrä|St. Andrä]] und [[St. Johannes am Imberg]] mitsamt den Glocken auf die umliegenden Häuser warf. |
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| − | Beim ersten [[Bomben auf Salzburg|Luftangriff]] auf die Stadt Salzburg am [[16. Oktober]] [[1944]] stürzte die Kuppel des Domes ein. Möglicherweise nicht durch einen direkten Treffer, sondern durch die Druckwellen der in der Nähe im [[Kaiviertel]], insbesondere auf dem [[Papagenoplatz]], explodierenden Fliegerbomben.<br/>Am [[15. Juli]] [[1945]] begannen die Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten. Am [[26. Mai]] [[1949]] nahmen dann 35 000 Menschen am Salzburger Domfest teil, bei dem, nach einem großen Festzug, das 100 Kilogramm schwere vergoldete Kuppelkreuz auf die wieder hergestellte Domkuppel aufgezogen, und anschließend von Fürsterzbischof<ref>Rohracher trug als letzter noch den Titel ''Fürsterzbischof'', wenngleich die Erzbischöfe seit 1803 keine weltliche Macht mehr innehatten</ref> [[Andreas Rohracher]]s gesegnet wurde. Nach nahezu 15jähriger Wiederaufbauzeit fand am [[1. Mai]] [[1959]] der erste Gottesdienst, abgehalten von Erzbischof<ref>1951 legte Rohracher den Titel ''Fürsterzbischof'' ab und trug seit dann nur mehr den Titel ''Erzbischof''</ref> Rohracher, statt. | + | Beim ersten [[Bomben auf Salzburg|Luftangriff]] auf die Stadt Salzburg am [[16. Oktober]] [[1944]] stürzte die Kuppel des Domes ein. Möglicherweise nicht durch einen direkten Treffer, sondern durch die Druckwellen der in der Nähe im [[Kaiviertel]], insbesondere auf dem [[Papagenoplatz]], explodierenden Fliegerbomben.<br/>Am [[15. Juli]] [[1945]] begannen die Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten. Am [[26. Mai]] [[1949]] nahmen dann 35 000 Menschen am Salzburger Domfest teil, bei dem, nach einem großen Festzug, das 100 Kilogramm schwere vergoldete Kuppelkreuz auf die wieder hergestellte Domkuppel aufgezogen, und anschließend von Fürsterzbischof<ref>Rohracher trug als letzter noch den Titel ''Fürsterzbischof'', wenngleich die Erzbischöfe seit 1803 keine weltliche Macht mehr innehatten</ref> [[Andreas Rohracher]]s gesegnet wurde. Nach nahezu 15-jähriger Wiederaufbauzeit fand am [[1. Mai]] [[1959]] der erste Gottesdienst, abgehalten von Erzbischof<ref>1951 legte Rohracher den Titel ''Fürsterzbischof'' ab und trug seit dann nur mehr den Titel ''Erzbischof''</ref> Rohracher, statt. |
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| | ===Renovierungen=== | | ===Renovierungen=== |
| − | In den Jahren [[1897]] bis [[1901]] wurde der Dom renoviert<ref>Quelle Buch [[Salzburger Fotografien 1880 - 1918]], Seite 22</ref>. Von [[1995]] bis [[1998]] kam es zu einer kompletten Außenrenovierung, die offensichtlich nicht fachgerecht durchgeführt worden war, denn es kam nach Beendigung der Arbeiten zu Folgeschäden. Haftungsfragen führten daraufhin zu jahrelangen Auseinanderssetzungen mit den verantwortlichen Baufirmen. | + | In den Jahren [[1897]] bis [[1901]] wurde der Dom renoviert<ref>Quelle Buch [[Salzburger Fotografien 1880 - 1918]], Seite 22</ref>. Von [[1995]] bis [[1998]] kam es zu einer kompletten Außenrenovierung, die offensichtlich nicht fachgerecht durchgeführt worden war, denn es kam nach Beendigung der Arbeiten zu Folgeschäden. Haftungsfragen führten daraufhin zu jahrelangen Auseinandersetzungen mit den verantwortlichen Baufirmen. |
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| | Schließlich kam es aufgrund von Sturmschäden [[2007]] zu einer neuerlichen, größeren Renovierung. Neben der Behebung der Schäden von der Renovierung in den [[1990er]] Jahren wurde noch das Dach erneuert, das zuletzt [[1920]] erneuert worden war. Allein das Dach hat, ohne Kuppel und Türme, eine Fläche von 4 359 m³. Von den "Altschäden" der Renovierung 1995/1998 seien erwähnt: es mussten 12,8 Kilometer (!) Fugen geöffnet und wieder geschlossen werden, es kam zur Reinigung und Entfernung der Imprägnierung, die Balustraden und Balkone mussten abgenommen und neu montiert werden und es kam zur Abdeckung aller Gesimse mit mehr als 13 Tonnen Bleidach; daneben fielen zahlreiche Steinergänzungen an und es wurde eine Taubenabwehr angebracht<ref>Quelle Salzburger Nachrichten, 30. Juni 2009</ref>. | | Schließlich kam es aufgrund von Sturmschäden [[2007]] zu einer neuerlichen, größeren Renovierung. Neben der Behebung der Schäden von der Renovierung in den [[1990er]] Jahren wurde noch das Dach erneuert, das zuletzt [[1920]] erneuert worden war. Allein das Dach hat, ohne Kuppel und Türme, eine Fläche von 4 359 m³. Von den "Altschäden" der Renovierung 1995/1998 seien erwähnt: es mussten 12,8 Kilometer (!) Fugen geöffnet und wieder geschlossen werden, es kam zur Reinigung und Entfernung der Imprägnierung, die Balustraden und Balkone mussten abgenommen und neu montiert werden und es kam zur Abdeckung aller Gesimse mit mehr als 13 Tonnen Bleidach; daneben fielen zahlreiche Steinergänzungen an und es wurde eine Taubenabwehr angebracht<ref>Quelle Salzburger Nachrichten, 30. Juni 2009</ref>. |
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| | ==Ausstattung== | | ==Ausstattung== |
| − | [[Bild:Dom_8.jpg|thumb|Innenraum mit zwei der vier Vierungsorgeln]]
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| − | [[Bild:Dom_2.jpg|thumb|Blick in die Kuppel des Doms]]
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| | ===Die Fassade=== | | ===Die Fassade=== |
| | [[Datei:Domfassade.jpg|thumb|Domfassade]] | | [[Datei:Domfassade.jpg|thumb|Domfassade]] |
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| | Die Architektur verwendet jeweils eine Gliederung in drei Segmente. Zwei mächtige flankierende Türme und ein breiter Mittelrisalit, diese in ihrem Aufbau gegliedert jeweils in drei Ebenen. Die geschlossene [[Marmor]]<nowiki>fassade</nowiki> ist reichlich mit Pilastern, Gesimsen und Lisenen gegliedert und verziert. | | Die Architektur verwendet jeweils eine Gliederung in drei Segmente. Zwei mächtige flankierende Türme und ein breiter Mittelrisalit, diese in ihrem Aufbau gegliedert jeweils in drei Ebenen. Die geschlossene [[Marmor]]<nowiki>fassade</nowiki> ist reichlich mit Pilastern, Gesimsen und Lisenen gegliedert und verziert. |
| − | Im Erdgeschoß befindet sich ein Portikus mit drei großen Rundbogenportalen. Die drei Bronzetore darin sind modern: das Tor des Glaubens von [[Toni Schneider-Manzell]], das Tor der Liebe von [[Giacomo Manzù]] und das Tor der Hoffnung von [[Ewald Mataré]]. Darüber im ersten Geschoß - auf der fürstlichen Beletage - befindet sich ein Balkon mit drei Fenstern; zwei kleinere Fenster mit Dreiecksgiebeln und ein größeres Fenster mit Rundgiebel. Letzteres bildet den architektonischen Schnitt- und Mittelpunkt aller Achsen. Durch dieses Rundgiebelfenster - das mit zwei Engeln geschmückt ist, die eine Krone halten - fällt bei Tag- und Nachtgleiche, etwa am [[Rupertitag]], das Licht der im Westen untergehenden Sonne hindurch auf den im Inneren der Apsis stehenden Hochaltar und erleuchtet dort einen Psalm. Der Mittelrisalit besteht im Dachgeschoß aus einem geschweiften Giebel, dessen Giebeldreieck freisteht und in den Himmel aufragt. | + | Im Erdgeschoss befindet sich ein Portikus mit drei großen Rundbogenportalen. Die drei Bronzetore darin sind modern: das Tor des Glaubens von [[Toni Schneider-Manzell]], das Tor der Liebe von [[Giacomo Manzù]] und das Tor der Hoffnung von [[Ewald Mataré]]. Darüber im ersten Geschoß - auf der fürstlichen Beletage - befindet sich ein Balkon mit drei Fenstern; zwei kleinere Fenster mit Dreiecksgiebeln und ein größeres Fenster mit Rundgiebel. Letzteres bildet den architektonischen Schnitt- und Mittelpunkt aller Achsen. Durch dieses Rundgiebelfenster - das mit zwei Engeln geschmückt ist, die eine Krone halten - fällt bei Tag- und Nachtgleiche, etwa am [[Rupertitag]], das Licht der im Westen untergehenden Sonne hindurch auf den im Inneren der Apsis stehenden Hochaltar und erleuchtet dort einen Psalm. Der Mittelrisalit besteht im Dachgeschoß aus einem geschweiften Giebel, dessen Giebeldreieck freisteht und in den Himmel aufragt. |
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| | Die Skulpturen verkünden die Botschaften aus der Bibel, Altes Testament und Neues Testament, insbesondere dem alten Bund und von der Auferstehung. | | Die Skulpturen verkünden die Botschaften aus der Bibel, Altes Testament und Neues Testament, insbesondere dem alten Bund und von der Auferstehung. |
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| − | Vor dem Portikus mit den drei großen Rundbogenportalen stehen vier kolossale Statuen. Die vier Kolossalfiguren sind die ersten Repräsentanten der Kirche und führen einen Dialog miteinander. Die beiden inneren Statuen sind Petrus (Attribut: Schlüssel) und Paulus (Attribut: Schwert), die Gründerväter der römisch-katholischen Kirche. Diese Statuen werden dem Salzburger Bildhauer [[Michael Bernhard Mandl]] ([[1697]]) zugeschrieben. Die beiden äußeren Statuen stellen die Salzburger Kirchenpatrone Rupertus (Attribut: [[Salzkufe]]) und Virgil (Attribut: Dom) dar. Diese Statuen werden dem Bildhauer [[Bartlmä van Opstal]] (um 1660) zugeschrieben. | + | Vor dem Portikus mit den drei großen Rundbogenportale stehen vier kolossale Statuen. Die vier Kolossalfiguren sind die ersten Repräsentanten der Kirche und führen einen Dialog miteinander. Die beiden inneren Statuen sind Petrus (Attribut: Schlüssel) und Paulus (Attribut: Schwert), die Gründerväter der römisch-katholischen Kirche. Diese Statuen werden dem Salzburger Bildhauer [[Michael Bernhard Mandl]] ([[1697]]) zugeschrieben. Die beiden äußeren Statuen stellen die Salzburger Kirchenpatrone Rupertus (Attribut: [[Salzkufe]]) und Virgil (Attribut: Dom) dar. Diese Statuen werden dem Bildhauer [[Bartlmä van Opstal]] (um 1660) zugeschrieben. |
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| | Im ersten Geschoss auf dem Balkon stehen die Figuren der vier Evangelisten aus dem Neuen Testament: Matthäus (Symbol: Mensch), Markus (Symbol: Löwe), Lukas (Symbol: Stier) und Johannes (Symbol: Adler). | | Im ersten Geschoss auf dem Balkon stehen die Figuren der vier Evangelisten aus dem Neuen Testament: Matthäus (Symbol: Mensch), Markus (Symbol: Löwe), Lukas (Symbol: Stier) und Johannes (Symbol: Adler). |
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| | ===Das Innere=== | | ===Das Innere=== |
| | + | [[Datei:Salzburger Dom, Ansicht von der Empore.jpg|thumb|Blick von der Orgelempore]] |
| | + | [[Bild:Dom_2.jpg|thumb|Blick in die Kuppel des Doms]] |
| | + | [[Bild:Dom_8.jpg|thumb|Innenraum mit zwei der vier Vierungsorgeln]] |
| | [[Datei:Dom Kanzel.JPG|thumb|Die Kanzel im Dom]] | | [[Datei:Dom Kanzel.JPG|thumb|Die Kanzel im Dom]] |
| − | [[Datei:Dom Salzburger Taufbecken 02.jpg|thumb|Taufbecken des Salzburger Doms, in dem unter anderem [[Joseph Mohr]] am [[11. Dezember]] [[1792]] getauft wurde]]
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| | Nachdem man eine Vorhalle durchquert hat, steht man im Mittelschiff, einer hohen Halle mit einem Tonnengewölbe. Im östlichen, vorderen Teil des Dom wölbt sich die achtseitige Vierungskuppel. Die Decken sind mit Stukkatur bedeckt, die von [[Andrea Orsolini]] und [[Giuseppe Bassarino]] [[1631]] bis [[1635]] und von anderen Bildhauern aus Italien gefertigt wurden. | | Nachdem man eine Vorhalle durchquert hat, steht man im Mittelschiff, einer hohen Halle mit einem Tonnengewölbe. Im östlichen, vorderen Teil des Dom wölbt sich die achtseitige Vierungskuppel. Die Decken sind mit Stukkatur bedeckt, die von [[Andrea Orsolini]] und [[Giuseppe Bassarino]] [[1631]] bis [[1635]] und von anderen Bildhauern aus Italien gefertigt wurden. |
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