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| | Der Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]s setzte dem Sport vorerst ein Ende. | | Der Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]]s setzte dem Sport vorerst ein Ende. |
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| − | Gustav Freytag, von Beruf Rechtsanwalt, machte aus seinem völkischen Deutschtum nie ein Hehl und so wurde bereits bei der Gründung des Vereins der "Arierparagraph" in die Statuten aufgenommen. Dieser wurde nach dem 1. Weltkrieg in der Generalversammlung von 1922 erneut bestätigt. Der darauffolgende Auschluss aller jüdischen Funktionäre und Spieler war umso seltsamer, als nach dem 1. Weltkrieg Ferdinand Morawetz, ein Kaufmann jüdischer Abstammung, erster Gönner und Präsident des Vereins in der [[Zwischenkriegszeit]] war. | + | Gustav Freytag, von Beruf Rechtsanwalt, machte aus seinem völkischen Deutschtum nie ein Hehl und so wurde bereits bei der Gründung des Vereins der "Arierparagraph" in die Statuten aufgenommen. Dieser wurde nach dem Ersten Weltkrieg in der Generalversammlung von 1922 erneut bestätigt. Der darauffolgende Auschluss aller jüdischen Funktionäre und Spieler war umso seltsamer, als nach dem 1. Weltkrieg Ferdinand Morawetz, ein Kaufmann jüdischer Abstammung, erster Gönner und Präsident des Vereins in der [[Zwischenkriegszeit]] war. |
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| | ===Erfolgreiche [[Zwischenkriegszeit]]=== | | ===Erfolgreiche [[Zwischenkriegszeit]]=== |
| − | Eine "goldene Ära" begann für den SAK 1914 nach dem Krieg. Gespielt wurde vorerst auf dem Exerzierfeld der [[Hellbrunner Kaserne]]. Im Land war der Verein nahezu konkurrenzlos, in den westlichen Bundesländern über viele Jahre dominierend. Dank eines gewissen [[Ferdinand Morawetz senior]] bezog der Klub [[1921]] seine Heimstätte auf den [[Berchtoldgründe]]n (benannt nach dem ehemaligen Außenminister Graf von Berchthold) in [[Nonntal]]. Der fußballverrückte Wiener Kaufmann [[Ferdinand Morawetz senior|Morawetz]] steckte als Präsident nicht nur sein Privatvermögen in den Verein, er kaufte auch die Berchtholdgründe und vermachte diesem dem jungen Fußballklub. Seine beiden Söhne [[Alfred Morawetz|Alfred]] und [[Fritz Morawetz|Fritz]] bestimmten den Salzburger Fußball noch Jahren später mit. Alfred beim [[SSK]] und Fritz beim SAK. Durch den Fehler eines Dressenlieferanten, der gelbe Leibchen mit blauen Krägen lieferte, wurden die Vereinsfarben auf gelb-blau geändert. | + | Eine "goldene Ära" begann für den SAK 1914 nach dem Krieg. Gespielt wurde vorerst auf dem Exerzierfeld der [[Hellbrunner Kaserne]]. Im Land war der Verein nahezu konkurrenzlos, in den westlichen Bundesländern über viele Jahre dominierend. Dank eines gewissen [[Ferdinand Morawetz senior]] bezog der Klub [[1921]] seine Heimstätte auf den [[Berchtoldgründe]]n (benannt nach dem ehemaligen Außenminister Graf von Berchthold) in [[Nonntal]]. Der fußballverrückte Wiener Kaufmann [[Ferdinand Morawetz senior|Morawetz]] steckte als Präsident nicht nur sein Privatvermögen in den Verein, er kaufte auch die Berchtholdgründe und vermachte diesem dem jungen Fußballklub. Seine beiden Söhne [[Alfred Morawetz|Alfred]] und [[Fritz Morawetz|Fritz]] bestimmten den Salzburger Fußball noch Jahren später mit. Alfred beim [[SSK]] und Fritz beim SAK. Durch den Fehler eines Dressenlieferanten, der gelbe Leibchen mit blauen Krägen lieferte, wurden die Vereinsfarben auf gelb-blau geändert. |
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| − | [[Ferdinand Morawetz]], der Enkel des damaligen SAK-Präsidenten, erinnert sich 2014 an seinen Vater Alfred und seinen Onkel Fritz: „''Sie waren beide ziemlich gute Fußballspieler, aber der Fritz war immer der bessere.''“ Seinen Großvater hat Ferdinand Morawetz nie kennengelernt. Der Wiederbegründer des SAK verstirbt bereits 1938 58-jährig in Linz. Aus Erzählungen weiß der ehemalige [[Elmo Kino|Elmo-Kino]]-Betreiber aber, dass sein Großvater den Fußball liebte. Der Geschäftsmann hatte aber auch die richtigen Kontakte – unter anderem zum Salzburger Adel. Diese pflegte er bei gemeinsamen Tarot-Partien im [[Café Bazar]]. So kam auch die Freundschaft der Familie Morawetz mit [[Friedrich Mayr-Melnhof]] zustande – ein weiterer Gönner des Salzburger Traditionsvereins. | + | Am [[14. März]] [[1925]] veranstaltete der SAK ein ''Frühlingskränzchen in den Sälen des [[Hotel Mirabell|Hotels Mirabell]] unter dem Ehrenschutz seiner Ehrenmitglieder Kommerzialrat [[Heinrich Kiener I.|Heinrich Kiener]] und [[Friedrich Baron von Mayr-Melnhof]].<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19250214&query=%22Friedrich+Baron+Mayr-Melnhof%22&ref=anno-search&seite=12 anno], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 14. Februar 1925, Seite 12</ref> |
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| | + | [[Ferdinand Morawetz]], der Enkel des damaligen SAK-Präsidenten, erinnert sich 2014 an seinen Vater Alfred und seinen Onkel Fritz: „''Sie waren beide ziemlich gute Fußballspieler, aber der Fritz war immer der bessere.''“ Seinen Großvater hat Ferdinand Morawetz nie kennengelernt. Der Wiederbegründer des SAK verstirbt bereits 1938 58-jährig in Linz. Aus Erzählungen weiß der ehemalige [[Elmo Kino|Elmo-Kino]]-Betreiber aber, dass sein Großvater den Fußball liebte. Der Geschäftsmann hatte aber auch die richtigen Kontakte – unter anderem zum Salzburger Adel. Diese pflegte er bei gemeinsamen Tarot-Partien im [[Café Bazar]]. So kam auch die Freundschaft der Familie Morawetz mit Friedrich Mayr-Melnhof zustande – ein weiterer Gönner des Salzburger Traditionsvereins. |
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| | Morawetz soll aber schon in Wien ein Freund des runden Leders gewesen sein und eine enge Beziehung zum jüdischen Fußballklub SC Hakoah gehabt haben. Aus seinen Geschäftsreisen nach England brachte er die ersten Fußbälle und Fußballschuhe mit nach Österreich. In Salzburg investierte er seine Leidenschaft in den SAK. Morawetz wurde 1922 aus dem Verein ausgeschlossen, da er jüdischer Herkunft war und der Verein in diesem Jahr einen "Arierparagraphen" einführte. Er wechselte daraufhin zum 1. SSK 1919, dessen Präsident er wurde. | | Morawetz soll aber schon in Wien ein Freund des runden Leders gewesen sein und eine enge Beziehung zum jüdischen Fußballklub SC Hakoah gehabt haben. Aus seinen Geschäftsreisen nach England brachte er die ersten Fußbälle und Fußballschuhe mit nach Österreich. In Salzburg investierte er seine Leidenschaft in den SAK. Morawetz wurde 1922 aus dem Verein ausgeschlossen, da er jüdischer Herkunft war und der Verein in diesem Jahr einen "Arierparagraphen" einführte. Er wechselte daraufhin zum 1. SSK 1919, dessen Präsident er wurde. |
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| | *Zwischen Provinz und Metropole − Fußball in Österreich − Beiträge zur 1. Salzburger Fußballtagung (Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 2016) | | *Zwischen Provinz und Metropole − Fußball in Österreich − Beiträge zur 1. Salzburger Fußballtagung (Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 2016) |
| | * {{Quelle SW-SN|18. Juni 2014}} | | * {{Quelle SW-SN|18. Juni 2014}} |
| − | | + | == Fußnoten == |
| | + | <references/> |
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