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| | ===Das Café Staiger=== | | ===Das Café Staiger=== |
| − | Nach seinem Tod wechselte das Café mehrmals seinen Besitzer (u. a. ein Josef Johann Hruby, der es an seine Tochter übergab, die mit dem Feldtrompeter Engelhart verheiratet war), bis am [[3. August]] [[1753]] der aus Wien stammende fürstbischöflich Lavant'sche Hofmeister [[Anton Staiger]] von Erzbischof [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]] die Genehmigung ''(...) das Engelhart'sche Cafégewölb mit allen seinen Möbeln unverrückter an sich zu nehmen ...'' erhielt. | + | Nach seinem Tod wechselte das Café mehrmals seinen Besitzer (u. a. ein Josef Johann Hruby, der es an seine Tochter übergab, die mit dem Feldtrompeter Engelhart verheiratet war), bis am [[3. August]] [[1753]] der aus Wien stammende fürstbischöflich Lavant'sche Hofmeister [[Anton Staiger]] von [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]] die Genehmigung ''(...) das Engelhart'sche Cafégewölb mit allen seinen Möbeln unverrückter an sich zu nehmen ...'' erhielt. |
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| | Staiger betrieb es noch elf Jahre in der Goldgasse, ehe er [[1764]] in das Eckhaus gegenüber der [[Alte Residenz|Alten Residenz]] in die ''Zillnersche Behausung'' übersiedelte, wo er [[1772]] die Schokolademacherkonzession erhielt. | | Staiger betrieb es noch elf Jahre in der Goldgasse, ehe er [[1764]] in das Eckhaus gegenüber der [[Alte Residenz|Alten Residenz]] in die ''Zillnersche Behausung'' übersiedelte, wo er [[1772]] die Schokolademacherkonzession erhielt. |
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| − | Anton Staiger zählte die Familie [[Mozart]] und [[Johann Michael Haydn]] zu seinem Freundeskreis. Er starb am [[8. Jänner]] [[1781]]. Bei seiner Trauerfeier in [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] wurde ein Requiem von [[Michael Haydn]] aufgeführt. | + | Anton Staiger zählte die Familie [[Mozart]] und [[Johann Michael Haydn]] zu seinem Freundeskreis. Er starb am [[2. Jänner]] [[1781]]. Bei seiner Trauerfeier in [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] wurde ein Requiem von Michael Haydn aufgeführt. |
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| | ===Wie es zum Café Tomaselli wurde === | | ===Wie es zum Café Tomaselli wurde === |
| | Der Sohn, Franz Anton Staiger<ref>Franz Seraph Anton Staiger (* 1750; † 1820) verheiratet mit Franziska Konstanze [[Johann Josef Kaspar Bauernfeind|Bauernfeind]] (* 1761; † 1818). Siehe Eva Gesine Baur, ''Mozarts Salzburg: auf den Spuren des Genies. '' Beck-Verlag, München 2005. ISBN: 3-406-53529-1. [http://books.google.at/books?id=sOO90tkeLb8C&q=(%22Paurnfeind%22%20OR%20%22Pauernfeind%22%20OR%20%22Baurnfeind%22%20OR%20%22Bauernfeind%22) S. 95 f, 168, 171.]</ref>, vergrößerte das Café. Sein Sohn Josef übergab es dann Pächtern. | | Der Sohn, Franz Anton Staiger<ref>Franz Seraph Anton Staiger (* 1750; † 1820) verheiratet mit Franziska Konstanze [[Johann Josef Kaspar Bauernfeind|Bauernfeind]] (* 1761; † 1818). Siehe Eva Gesine Baur, ''Mozarts Salzburg: auf den Spuren des Genies. '' Beck-Verlag, München 2005. ISBN: 3-406-53529-1. [http://books.google.at/books?id=sOO90tkeLb8C&q=(%22Paurnfeind%22%20OR%20%22Pauernfeind%22%20OR%20%22Baurnfeind%22%20OR%20%22Bauernfeind%22) S. 95 f, 168, 171.]</ref>, vergrößerte das Café. Sein Sohn Josef übergab es dann Pächtern. |
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| − | Nun gab es aber auch noch andere Caféhäuser in der Stadt Salzburg. Da war das [[Café Mozart|Gerlich'sche Kaffeehaus]], das durch Heirat der Tochter von [[Johann Franz Gerlich]] mit dem Beamten des [[Domkapitel]]s, [[Leopold Erich]] zum ''Erich'schen Kaffeehaus'' wurde. Die Stieftochter dieses Ehepaares, [[Antonia Honikel]] (auch ''Honigl''), erbte das ''Erich'sche Kaffeehaus'' und heiratete den "hochfürstlichen Hofvirtuosen" und späteren Hoftenoristen am kaiserlichen Hof in Wien [[Giuseppe Tomaselli]]. | + | Nun gab es aber auch noch andere Kaffeehäuser in der Stadt Salzburg. Da war das [[Café Mozart|Gerlich'sche Kaffeehaus]], das durch Heirat der Tochter von [[Johann Franz Gerlich]] mit dem Beamten des [[Domkapitel]]s, [[Leopold Erich]] zum ''Erich'schen Kaffeehaus'' wurde. Die Stieftochter dieses Ehepaares, [[Antonia Honikel]] (auch ''Honigl''), erbte das ''Erich'sche Kaffeehaus'' und heiratete den "hochfürstlichen Hofvirtuosen" und späteren Hoftenoristen am kaiserlichen Hof in Wien [[Giuseppe Tomaselli]]. |
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| | [[1833]] erfolgte die Unterzeichnung des Schenkungsvertrags über das Eigentum am zweiten Stockwerk des Salzburger Kaffeesiederhauses (Kaffeestöckl), [[Getreidegasse]] Nr. 321 (heute Nr. 24), das Antonia in die Ehe mitgebracht hatte. Einer ihrer Söhne, [[Carl Tomaselli]], gelernter Zuckerbäcker, übersiedelte daraufhin nach Salzburg. | | [[1833]] erfolgte die Unterzeichnung des Schenkungsvertrags über das Eigentum am zweiten Stockwerk des Salzburger Kaffeesiederhauses (Kaffeestöckl), [[Getreidegasse]] Nr. 321 (heute Nr. 24), das Antonia in die Ehe mitgebracht hatte. Einer ihrer Söhne, [[Carl Tomaselli]], gelernter Zuckerbäcker, übersiedelte daraufhin nach Salzburg. |
| − | Er kaufte am [[12. März]] [[1852]] das "Staiger'sche Kaffeehaus", das Kaffeehaus am Marktplatz (heute [[Alter Markt]]), um 36.000 [[Gulden]] Reichswährung von Josefa Staiger. Damit begründete er den [[Tomaselli]]'schen Familienbetrieb. | + | Er kaufte am [[12. März]] [[1852]] das "Staiger'sche Kaffeehaus", das Kaffeehaus am Marktplatz (heute Alter Markt), um 36.000 [[Gulden]] Reichswährung von Josefa Staiger. Damit begründete er den [[Tomaselli]]'schen Familienbetrieb. |
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| | Er richtete das Haus völlig neu ein, eröffnete in den Räumlichkeiten des Nebengebäudes seine Konditorei und etablierte damit den neuen Typus des Konditorei-Kaffeehauses in Salzburg. Backwaren wurden im Gassenverkauf, aber auch auf dem Tablett direkt an den Kaffeehaustischen angeboten. Der Betrieb florierte von Anbeginn, wobei das Publikum breit gestreut war. 1859 erweiterte Tomaselli das Café, zunächst durch eine Überdachung des Vorgartens, [[1860]] durch den Bau des sogenannte [[Kiosk Tomaselli|Sommersalons]], eines nur im Sommer geöffneten Kiosks. | | Er richtete das Haus völlig neu ein, eröffnete in den Räumlichkeiten des Nebengebäudes seine Konditorei und etablierte damit den neuen Typus des Konditorei-Kaffeehauses in Salzburg. Backwaren wurden im Gassenverkauf, aber auch auf dem Tablett direkt an den Kaffeehaustischen angeboten. Der Betrieb florierte von Anbeginn, wobei das Publikum breit gestreut war. 1859 erweiterte Tomaselli das Café, zunächst durch eine Überdachung des Vorgartens, [[1860]] durch den Bau des sogenannte [[Kiosk Tomaselli|Sommersalons]], eines nur im Sommer geöffneten Kiosks. |
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| | Das Café, in dem in- und ausländische Zeitungen auflagen, Billard sowie Kartenspiel angeboten wurde, entwickelte sich rasch zu einem Aushängeschild der aufstrebenden Saisonstadt Salzburg. 1865 übersiedelte Tomaselli sein „Zuckerbäckerei-Verkaufs-Gewölbe“ in ein Haus auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes und erweiterte das Café um die frei gewordenen Räumlichkeiten. [[1868]] übergab er das Konditorgewerbe an seinen Schwiegersohn [[Rudolf Baumann]]. | | Das Café, in dem in- und ausländische Zeitungen auflagen, Billard sowie Kartenspiel angeboten wurde, entwickelte sich rasch zu einem Aushängeschild der aufstrebenden Saisonstadt Salzburg. 1865 übersiedelte Tomaselli sein „Zuckerbäckerei-Verkaufs-Gewölbe“ in ein Haus auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes und erweiterte das Café um die frei gewordenen Räumlichkeiten. [[1868]] übergab er das Konditorgewerbe an seinen Schwiegersohn [[Rudolf Baumann]]. |
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| − | Nach dem Tod der Eltern übernahm [[Carl Tomaselli d. J.]] das Café und führte es mit seiner Frau [[Elise Tomaselli|Elise]], geborenen Leiler. Carl Tomaselli ließ [[1888]] das Café mit elektrischem Licht ausstatten und eröffnete [[1891]] dort einen „Damen-Salon“. [[1894]] wurde eine Marmorfassade und eine elektrische beleuchtete Terrasse errichtet. | + | Nach dem Tod der Eltern übernahm [[Carl Tomaselli d. J.]] das Café und führte es mit seiner Frau [[Elise Tomaselli|Elise]], geborenen Leiler. Carl Tomaselli ließ [[1888]] das Café mit elektrischem Licht ausstatten und eröffnete [[1891]] dort einen „Damen-Salon“. [[1894]] wurde eine [[Marmor]]<nowiki>fassade</nowiki> und eine elektrische beleuchtete Terrasse errichtet. |
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| − | Sie war als Frau Tomaselli ein echtes "Stück Salzburg"<ref>Zitat aus der [[Schriftenreihe "Salzburg Archiv"]] des [[Verein Freunde der Salzburger Geschichte|Vereins ''Freunde der Salzburger Geschichte'']], Band 20, 1995, Beitrag Walburg Schobersberger: ''Vom Cafégewölb zum Literatencafé'', Seite 328</ref> und Förderin des [[Salzburger Museum Carolino Augusteum|Museums Carolino Augusteum]]. Nach dem Tod von Carl leitete Elise Tomaselli das Café, ließ [[1921]] die Kaffeeküche vergrößern und den Hofraum überdachen. Ab [[1927]] strahlte der Name des Cafés Tomaselli in einer Leuchtreklame mit blauem Neonlicht. | + | Sie war als Frau Tomaselli ein echtes "Stück Salzburg"<ref>Zitat aus der [[Schriftenreihe "Salzburg Archiv"]] des [[Verein Freunde der Salzburger Geschichte|Vereins ''Freunde der Salzburger Geschichte'']], Band 20, 1995, Beitrag Walburg Schobersberger: ''Vom Cafégewölb zum Literatencafé'', Seite 328</ref> und Förderin des [[Salzburg Museum|Museums Carolino Augusteum]]. Nach dem Tod von Carl leitete Elise Tomaselli das Café, ließ [[1921]] die Kaffeeküche vergrößern und den Hofraum überdachen. Ab [[1927]] strahlte der Name des Cafés Tomaselli in einer Leuchtreklame mit blauem Neonlicht. |
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| | Ihr zweitältester Sohn [[Richard Tomaselli (Cafetier)|Richard Tomaselli]] übernahm das [[Café Bazar]], der jüngste, [[Otto Tomaselli|Otto]], [[1906]] das ''Café Tomaselli''. Nach seinem Tod [[1925]] führte es seine Frau Olga bis nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] weiter. | | Ihr zweitältester Sohn [[Richard Tomaselli (Cafetier)|Richard Tomaselli]] übernahm das [[Café Bazar]], der jüngste, [[Otto Tomaselli|Otto]], [[1906]] das ''Café Tomaselli''. Nach seinem Tod [[1925]] führte es seine Frau Olga bis nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] weiter. |