| − | Nach monatelangem Warten traf endlich die heiß ersehnte Antwort ein. Sauter zitterte vor Aufregung, als er den versiegelten Brief öffnete. „… ihre interessante Alge, die man bei Euch,Zeller Knödel‘ nennt, ist eine ganz neue Pflanze, die bisher völlig unbekannt war. Es ist eine Fadenalge besonderer Art. Ich gab ihr daher auch einen neuen Namen und benannte sie Ihnen zu Ehren ,Aegagropila Sauteri‘.“ Sauter machte vor Freude einen Luftsprung und schwenkte jauchzend den Brief umher. „Nein, diese Ehre, nein, so was; das Glück!“, jubelte er. Mit einem Schlage war er ein Fachmann geworden. Leider ist „Sauters Ziegelfilz“ – wie die deutsche Übersetzung des wissenschaftlichen Namens eigentlich lautet – schon seit 1868 verschollen. Während dazumal erbsen- bis kindskopfgroße Knödel zu Hunderten den Lehmboden der Südwestseite des Zeller Sees bedeckten, sind sie alle mit der [[Brucker Schwelle|Salzachregulierung]], durch die der See tiefer gelegt wurde, verschwunden. | + | Nach monatelangem Warten traf endlich die heiß ersehnte Antwort ein. Sauter zitterte vor Aufregung, als er den versiegelten Brief öffnete. „… ihre interessante Alge, die man bei Euch,Zeller Knödel‘ nennt, ist eine ganz neue Pflanze, die bisher völlig unbekannt war. Es ist eine Fadenalge besonderer Art. Ich gab ihr daher auch einen neuen Namen und benannte sie Ihnen zu Ehren,Aegagropila Sauteri‘.“ Sauter machte vor Freude einen Luftsprung und schwenkte jauchzend den Brief umher. „Nein, diese Ehre, nein, so was; das Glück!“, jubelte er. Mit einem Schlage war er ein Fachmann geworden. Leider ist „Sauters Ziegelfilz“ – wie die deutsche Übersetzung des wissenschaftlichen Namens eigentlich lautet – schon seit 1868 verschollen. Während dazumal erbsen- bis kindskopfgroße Knödel zu Hunderten den Lehmboden der Südwestseite des Zeller Sees bedeckten, sind sie alle mit der [[Brucker Schwelle|Salzachregulierung]], durch die der See tiefer gelegt wurde, verschwunden. |
| | Sauter aber wurde ein berühmter Gelehrter, der ab [[1838]] in [[Mittersill]] als Arzt tätig war. Am [[21. August]] [[1871]] trat er als hoch angesehener und weitum beliebter Arzt in den Ruhestand. Er erforschte die Flora des Landes Salzburg und hinterließ ein umfangreiches botanisches Werk. Eine Gattung und 17 Arten tragen seinen Namen. [[1860]] war er zudem Mitbegründer und von [[1864]] bis [[1874]] Vorstand der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]]. Im Jahresbericht des „vaterländischen [[Salzburger Museum Carolino Augusteum|Museums Carolino-Augusteum]] der Landeshauptstadt Salzburg“ aus dem Jahre [[1855]] wurde über die „zur Vermehrung der Sammlung“ gebrachten Seeknödel aus dem Zeller See berichtet – „die den Boden des Zeller Sees bedecken, dass er wie mit grünen Kugeln gepflastert erscheint“. | | Sauter aber wurde ein berühmter Gelehrter, der ab [[1838]] in [[Mittersill]] als Arzt tätig war. Am [[21. August]] [[1871]] trat er als hoch angesehener und weitum beliebter Arzt in den Ruhestand. Er erforschte die Flora des Landes Salzburg und hinterließ ein umfangreiches botanisches Werk. Eine Gattung und 17 Arten tragen seinen Namen. [[1860]] war er zudem Mitbegründer und von [[1864]] bis [[1874]] Vorstand der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]]. Im Jahresbericht des „vaterländischen [[Salzburger Museum Carolino Augusteum|Museums Carolino-Augusteum]] der Landeshauptstadt Salzburg“ aus dem Jahre [[1855]] wurde über die „zur Vermehrung der Sammlung“ gebrachten Seeknödel aus dem Zeller See berichtet – „die den Boden des Zeller Sees bedecken, dass er wie mit grünen Kugeln gepflastert erscheint“. |
| − | Eine Sammlung von „Zeller Seeknödeln“ ist im [[Stadt-Museum im Vogt- oder Kastnerturm]] ausgestellt. 1999 war ein Professor der Nihon Universität in Tokio (Japan) zu Besuch in Zell, der Forschungsarbeiten über die Seeknödel in ganz Europa machte. Am [[28. Juni]] [[2014]] kam sogar ein TV-Team aus Japan , das eine umfassende Dokumentation über die Geschichte dieser Unterwasserpflanze/Alge-Mooskugel (u. a. „Zeller Seeknödel“) aufzeichnete, die bei Botanikern sehr beliebt, aber inzwischen weltweit sehr selten geworden ist. Koordiniert wurde das Team, das von Kensuke Azuma (Japan Broadcasting Corporation) angeführt wurde, von der Deutschen Martina Ramiga. Nach einem Dreh im Bezirksarchiv ging es hinaus auf den See, wo im Bereich des Südwestufers Aufnahmen gemacht wurden. | + | Eine Sammlung von „Zeller Seeknödeln“ ist im [[Stadt-Museum im Vogt- oder Kastnerturm]] ausgestellt. 1999 war ein Professor der Nihon Universität in Tokio (Japan) zu Besuch in Zell, der Forschungsarbeiten über die Seeknödel in ganz Europa machte. Am [[28. Juni]] [[2014]] kam sogar ein TV-Team aus Japan, das eine umfassende Dokumentation über die Geschichte dieser Unterwasserpflanze/Alge-Mooskugel (u. a. „Zeller Seeknödel“) aufzeichnete, die bei Botanikern sehr beliebt, aber inzwischen weltweit sehr selten geworden ist. Koordiniert wurde das Team, das von Kensuke Azuma (Japan Broadcasting Corporation) angeführt wurde, von der Deutschen Martina Ramiga. Nach einem Dreh im Bezirksarchiv ging es hinaus auf den See, wo im Bereich des Südwestufers Aufnahmen gemacht wurden. |