| Zeile 12: |
Zeile 12: |
| | Die Getreide-Mühle am Baderbach in Hof bei Salzburg − in der Nähe des [[Kreisverkehr Baderluck|Kreisverkehrs Baderluck]] über dem Wasserfall gelegen − stammt aus dem Jahre [[1823]] und befindet sich im Eigentum (je zur Hälfte) von zwei Bauern (Strumegg und Höfner). Zur Zeit der Errichtung der Mühle war sie zusammen mit einem Bauerngut (Strumegg), das über ein Mühlengemächtnis verfügte, im Eigentum des [[St. Peter|Erzstiftes St. Peter]] in [[Salzburg]]. St. Peter verwaltete als Grundherrschaft das Bauerngut samt Mühle durch sein grundherrschaftliches Amt in [[Seekirchen]]. | | Die Getreide-Mühle am Baderbach in Hof bei Salzburg − in der Nähe des [[Kreisverkehr Baderluck|Kreisverkehrs Baderluck]] über dem Wasserfall gelegen − stammt aus dem Jahre [[1823]] und befindet sich im Eigentum (je zur Hälfte) von zwei Bauern (Strumegg und Höfner). Zur Zeit der Errichtung der Mühle war sie zusammen mit einem Bauerngut (Strumegg), das über ein Mühlengemächtnis verfügte, im Eigentum des [[St. Peter|Erzstiftes St. Peter]] in [[Salzburg]]. St. Peter verwaltete als Grundherrschaft das Bauerngut samt Mühle durch sein grundherrschaftliches Amt in [[Seekirchen]]. |
| | | | |
| − | Bei dieser Mühle handelt es sich um eine so genannte Gmachlmühle, auch Gmachmühle oder Gemachmühle genannt. Die weit verbreitete Meinung, wonach die Bezeichnung „Gmachlmühle“ eine kleine Mühle betrifft, bei der die gesamte Mühleneinrichtung in einem einzigen Raum (Gemach) untergebracht wurde (wie es z.B.noch immer irrtümlich in der Beschreibung der so mustergültig renovierten Mühlen in Pfarrwerfen heißt) ist falsch. | + | Bei dieser Mühle handelt es sich um eine so genannte Gmachlmühle, auch Gmachmühle oder Gemachmühle genannt. Die weit verbreitete Meinung, wonach die Bezeichnung „Gmachlmühle“ eine kleine Mühle betrifft, bei der die gesamte Mühleneinrichtung in einem einzigen Raum (Gemach) untergebracht wurde (wie es z. B.noch immer irrtümlich in der Beschreibung der so mustergültig renovierten Mühlen in Pfarrwerfen heißt) ist falsch. |
| | | | |
| | Der Name „[[Gmachlmühle]]“ bezeichnet einen Rechtsstatus, weil in den Zeiten der Grundherrschaft (bis 1848) manche der untertänigen Bauern das Recht erhielten (Gemächtnis = Abmachung, Vereinbarung; Gemach = Ordnung, Gesetz), eine Mühle für sich allein oder gemeinsam mit mehreren anderen Bauern zu errichten und zur Deckung des eigenen Bedarfs zu betreiben. Der Gegensatz: Mautmühle, eine von der Grundherrschaft betriebene Mühle, bei der Bauern gegen Abgabe einer Maut ihr Getreide mahlen lassen konnten. Es gab u.a. auch Gemachwege und Gemachzäune, die ebenso auf einer Abmachung mit der jeweiligen Grundherrschaft beruhten. | | Der Name „[[Gmachlmühle]]“ bezeichnet einen Rechtsstatus, weil in den Zeiten der Grundherrschaft (bis 1848) manche der untertänigen Bauern das Recht erhielten (Gemächtnis = Abmachung, Vereinbarung; Gemach = Ordnung, Gesetz), eine Mühle für sich allein oder gemeinsam mit mehreren anderen Bauern zu errichten und zur Deckung des eigenen Bedarfs zu betreiben. Der Gegensatz: Mautmühle, eine von der Grundherrschaft betriebene Mühle, bei der Bauern gegen Abgabe einer Maut ihr Getreide mahlen lassen konnten. Es gab u.a. auch Gemachwege und Gemachzäune, die ebenso auf einer Abmachung mit der jeweiligen Grundherrschaft beruhten. |
| Zeile 24: |
Zeile 24: |
| | Im Buch von [[Eva Maria Schalk]]: ''Die Mühlen im Land Salzburg'', Salzburg 1986, sind noch 117 Mühlen beschrieben, darunter auch die Mühle am Baderbach in Hof (im Buch die Mühlen-Nr. 31), wo es auf Seite 84 heißt: „''Sie wird von der Gemeinde renoviert und als Schaumühle Verwendung finden''“. Bereits 1982 wurde die damals noch funktionsfähige Mühle auf 20 Jahre an die Gemeinde Hof bei Salzburg zwecks eventueller Nutzung für den Fremdenverkehr und lt. Bestandsvertrag mit der Auflage der Erhaltung verpachtet. Dieser Vertrag wurde jedoch nicht eingehalten. Die Mühle ist nun teilweise verfallen und nicht mehr betriebsfähig. Das Interesse an der Erhaltung dieses wertvollen bäuerlichen Kulturgutes ist leider verschwunden. | | Im Buch von [[Eva Maria Schalk]]: ''Die Mühlen im Land Salzburg'', Salzburg 1986, sind noch 117 Mühlen beschrieben, darunter auch die Mühle am Baderbach in Hof (im Buch die Mühlen-Nr. 31), wo es auf Seite 84 heißt: „''Sie wird von der Gemeinde renoviert und als Schaumühle Verwendung finden''“. Bereits 1982 wurde die damals noch funktionsfähige Mühle auf 20 Jahre an die Gemeinde Hof bei Salzburg zwecks eventueller Nutzung für den Fremdenverkehr und lt. Bestandsvertrag mit der Auflage der Erhaltung verpachtet. Dieser Vertrag wurde jedoch nicht eingehalten. Die Mühle ist nun teilweise verfallen und nicht mehr betriebsfähig. Das Interesse an der Erhaltung dieses wertvollen bäuerlichen Kulturgutes ist leider verschwunden. |
| | | | |
| − | Vorbildlich restaurierte Mühlen, die zeitweise auch als Schaumühlen in Betrieb sind und damit zu Anziehungspunkten im Rahmen kultureller Veranstaltungen bzw. von Kulturwanderwegen geworden sind, kann man z.B. in [[Ebenau]], [[Fuschl am See]], [[St. Lorenz am Mondsee]], [[Benutzer:Franz Fuchs/Oberwang|Oberwang]], im [[Freilichtmuseum Großgmain]], in [[Seeham]] und in [[Thalgau]], sowie insbesondere in dem mit dem "Salzburger Museumsschlüssel" ausgezeichneten "Freilichterlebnis 7 Mühlen" am Mühlbachl in [[Pfarrwerfen]] und vielen weiteren Orten innerhalb und außerhalb des Landes Salzburg besichtigen. | + | Vorbildlich restaurierte Mühlen, die zeitweise auch als Schaumühlen in Betrieb sind und damit zu Anziehungspunkten im Rahmen kultureller Veranstaltungen bzw. von Kulturwanderwegen geworden sind, kann man z. B. in [[Ebenau]], [[Fuschl am See]], [[St. Lorenz am Mondsee]], [[Benutzer:Franz Fuchs/Oberwang|Oberwang]], im [[Freilichtmuseum Großgmain]], in [[Seeham]] und in [[Thalgau]], sowie insbesondere in dem mit dem "Salzburger Museumsschlüssel" ausgezeichneten "Freilichterlebnis 7 Mühlen" am Mühlbachl in [[Pfarrwerfen]] und vielen weiteren Orten innerhalb und außerhalb des Landes Salzburg besichtigen. |
| | | | |
| | ==Bildergalerie== | | ==Bildergalerie== |