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Neuanlage
Die '''Alte Wacht''' in der Gemeinde [[Großarl]] im [[Pongau]] ist eine der letzten im [[Bundesland Salzburg]] erhalten gebliebenen, historischen Maut- und Talsperren. Seit [[2001]] wird das Gebäude als Außenstelle des [[Talmuseum Hüttschlag|Hüttschlager Talmuseums]] genutzt.

==Lage ==
Die Maut- und Talsperre „Alte Wacht“ liegt am Eingang des [[Großarltal]]s in der [[KG Au (Großarl)|Katastralgmeinde Au]], oberhalb des Stegbachgrabens an der [[Großarler Landesstraße]].

Die [[1566]] direkt in den Fels geschlagene (alte) Großarler Straße führt direkt durch das Bauwerk hindurch. Seit dem Bau der modernen [[Stegbachbrücke]] in den [[1990er]] Jahren liegt die Alte Wacht taleinwärts gesehen links der Brücke.

==Architektur==
Nach Sanierungen in den Jahren [[1802]] und [[1835]] zeigt sich das Gebäude seither als zweigeschossiger, rechteckiger Holzblockbau mit Walmdach. Das Untergeschoss ist talseitig gemauert und verputzt. Die letzte Sanierung [[1990]] hatte keinen bauveränderlichen Einfluss auf das Haus.

==Geschichte==
Der Name „Steg“ wurde urkundlich erstmals [[1330]] erwähnt. Späteren Datums sind die Bezeichnungen „Stegenwacht“ und „Wachtstegen“. Zurückführen lässt sich der Name auf einen schmalen Holzsteig, über den der Weg in das Tal um den Felsen herum führte, an dem das heutige Wachtgebäude steht.

Die Wacht wurde im Zuge des durch [[Erzbischof]] [[Johann Jakob Khuen von Belasi]] angeordneten Baus einer schmalen Straße ins Großarltal im Jahr [[1566]] als Maut- und Ausfuhrkontrollstation errichtet. Der Straßenbau war bedingt durch den [[Goldbergbau]] in [[Hüttschlag]], der damals eine der wichtigsten Einnahmenquellen des [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistums Salzburg]] darstellte, notwendig geworden um die Versorgung der Bergleute und die Ausfuhr der Abbauprodukte zu gewährleisten. Zuvor war das abgelegene Tal nur über einfache Saum- und Gehwege erreichbar.

Die Alte Wacht hatte ursprünglich die Funktion die Warenein- und Ausfuhr zu überwachen und den Warenschmuggel einzudämmen. Doch schon [[1655]] wurden der Wacht Soldaten zugeteilt um die Ausbreitung der Pest zu verhindern. Etwa um [[1680]] wurde das alte Gebäude abgetragen neu errichtet. Ab [[1682]] wurde ein ständiger Wachtposten im Gebäude stationiert.

Während der [[Protestantenvertreibung]] unter Erzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] ([[1731]]-[[1733]]) hatte die Wacht erneut eine militärische Funktion zu erfüllen, da ein Aufstand der vielen Anhänger des lutherischen Glaubens aus Großarl und Hüttschlag befürchtet wurde.

Im [[19. Jahrhundert]] fungierte die unweit der Gemeindegrenze zwischen Großarl und [[St. Johann im Pongau|St. Johann]] gelegene Alte Wacht als Gaststätte für die zwischen den beiden Orten verkehrenden Pferdefuhrwerke. [[1905]] übertrug der Wachtwirt und spätere „Moarbauer“ Alois Promegger die Konzession auf die etwa 400 Meter entfernt liegende „Neue Wacht“. [[1912]] verkaufte er das Wachtgebäude an den Landesausschuss des [[Herzogtum Salzburg|Herzogtums Salzburg]]. Bis [[1946]] diente das Gebäude schließlich als Dienstwohnung für den Wegmacher der Großarler Straße.

Aufgrund des wachsenden Autoverkehrs und der geringen Durchfahrtshöhe des inzwischen unbewohnten und funktionslosen Gebäudes wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer öfter über eine Schleifung der Alten Wacht nachgedacht. Erst in den frühen [[1990er]] Jahren konnte mit dem politischen Beschluss zum Bau der neuen Stegbachbrücke die Zerstörung des Baudenkmals verhindert werden.

==Heutige Funktion==
Der Salzburger Landesfonds übergab das historische Gebäude [[2001]] dem [[Nationalparkverein Hohe Tauern – Hüttschlag im Großarltal|Nationalparkverein Hüttschlag]]. Seither findet es als Dependance des [[Talmuseum Hüttschlag|Hüttschlager Talmuseums]] Verwendung. Dargestellt wird in der Alten Wacht die Geschichte des Gebäudes, der Großarler Landesstraße und die umfangreiche Sagenwelt des Großarltales. Zudem wird das Angebot durch wechselnde Sonderschauen erweitert.

==Quellen==
* Nationalparkverein Hüttschlag
* Manfred Fischer, Christian Dirninger, Roman Höllbacher und Fritz Lorber: ''Historische Wirtschaftsarchitektur in Salzburg. Bauten – Einrichtungen – Werkzeuge.'' [[Verlag Anton Pustet]] . Salzburg – München 1997. ISBN: 3-7025-0354-4.

==Literatur==
* Michael Laireiter: ''Heimat Großarl.'' Seiten 51-55. Großarl 1987
* Walter Schlegel & [[Friederike Zaisberger]]: ''Burgen und Schlösser in Salzburg. Pongau, Pinzgau und Lungau.'' Seiten 30-31. Wien 1978.

==Weblinks==
* [http://www.grossarl.salzburg.at/system/web/zusatzseite.aspx?detailonr=217674684 Marktgemeinde Großarl/Alte Wacht]


[[Kategorie:Historische Gebäude]]
[[Kategorie:Pongau]]
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