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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Nachdem am [[1. August]] [[1936]] die Straßenverlängerung vom [[Parkplatz Kaiser-Franz-Josefs-Höhe I|Parkplatz]] unterhalb der alten [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] bis zum [[Parkplatz Freiwandeck]] (heute [[Nationalparkplatz]]) fertiggestellt war, begannen die Arbeiten für den Gamsgrubenweg. Dieser wurde vom Parkplatz aus (es gab noch kein [[Besucherzentrum Kaiser-Franz-Josefs-Höhe|Besucherzentrum]] und kein [[Parkhaus Freiwandeck|Parkhaus]]) bis zum [[Wasserfallwinkel-Gletscher]] gebaut. | + | Nachdem am [[1. August]] [[1936]] die Straßenverlängerung vom [[Parkplatz Kaiser-Franz-Josefs-Höhe I|Parkplatz]] unterhalb der [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe historisch|alten Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] bis zum [[Parkplatz Freiwandeck]] (heute [[Nationalparkplatz]]) fertiggestellt war, begannen die Arbeiten für den ''Promenadenweg zum [[Wasserfallwinkel]]'', dem heutigen Gamsgrubenweg. Dieser wurde vom Parkplatz aus (es gab noch kein [[Besucherzentrum Kaiser-Franz-Josefs-Höhe|Besucherzentrum]] und kein [[Parkhaus Freiwandeck|Parkhaus]]) bis zum [[Wasserfallwinkel-Gletscher]] gebaut. |
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| − | Der zwei Meter breite Weg wurde durch zwei durch Fels geschlagene Stollen am Südhang der [[Freiwand]] geführt. Sein Ende befand sich damals beim Abfluss des Wasserfallwinkel-Gletschers. Das waren damals mächtige Moränenablagerungen und Gletschereis, die ein weiters Vordringen unmöglich machten. | + | Der zwei Meter breite Weg wurde durch zwei durch Fels geschlagene Stollen am Südwesthang der [[Freiwand]] geführt. Sein Ende befand sich damals beim Abfluss des Wasserfallwinkel-Gletschers. Das waren damals mächtige Moränenablagerungen und Gletschereis, die ein weiters Vordringen unmöglich machten. |
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| | Der Weg wurde als ''Promenadenweg zum Wasserfallwinkel'' am [[28. Juni]] [[1937]] von Bundeskanzler Dr. Kurt Schuschnigg eröffnet. | | Der Weg wurde als ''Promenadenweg zum Wasserfallwinkel'' am [[28. Juni]] [[1937]] von Bundeskanzler Dr. Kurt Schuschnigg eröffnet. |
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| | Dieser bequeme, breite und ohne wesentliche Steigungen (der Höhenunterschied beträgt 200 Meter) Panoramaweg verläuft oberhalb des imposanten Gletscherstromes der [[Pasterze]], genau gegenüber des alles überragenden [[Großglockner (Berg)|Großglockners]]. | | Dieser bequeme, breite und ohne wesentliche Steigungen (der Höhenunterschied beträgt 200 Meter) Panoramaweg verläuft oberhalb des imposanten Gletscherstromes der [[Pasterze]], genau gegenüber des alles überragenden [[Großglockner (Berg)|Großglockners]]. |
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| − | Am Ende des Weges, nach knapp einer Stunde Wanderung, kann man eine außerordentliche Rarität in den Alpen bestaunen: Gigantische [[Gletscherschliff]]e. Das sind auffallend glatte Felsen, die der mittlerweile abgeschmolzene Gletscher einst regelrecht poliert hatte. Denn ein Kubikmeter Eis wiegt fast eine Tonne. Ein langsam gleitender Gletscher von zehn Meter Dicke fräst somit den Fels mit fast zehn Tonnen Gewicht je Quadratmeter ab. | + | Am Ende des Weges, nach knapp einer Stunde Wanderung, kann man eine außerordentliche Rarität in den Alpen bestaunen: Gigantische [[Gletscherschliff]]e. Das sind auffallend glatte Felsen, die der mittlerweile abgeschmolzene Wasserfallwinkel-[[Gletscher]] einst regelrecht poliert hatte. Denn ein Kubikmeter Eis wiegt fast eine Tonne. Ein langsam gleitender Gletscher von zehn Meter Dicke fräst somit den Fels mit fast zehn Tonnen Gewicht je Quadratmeter ab. |
| | + | [[Datei:Grossglockner Freiwand.jpg|thumb|in Verlängerung der sichtbaren Straße führt der Gamsgrubenweg; man sieht deutlich die Linie des Höchststandes der Pasterze]] |
| | + | Unterhalb des Gamsgrubenweges fällt eine eigenartige Linie auf. Oberhalb Bewuchs mit Gras und Blumen, unterhalb nichts als glatter Fels. Diese Linie markiert den Höchststand der [[Pasterze]] um 1856, als Kaiser [[Franz Joseph I.]] bis zu der nach ihm benannten Höhe aufgestiegen ist. |
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| − | Unterhalb des Gamsgrubenweges fällt eine eigenartige Linie auf. Oberhalb Bewuchs mit Gras und Blumen, unterhalb nichts als glatter Fels. Diese Linie markiert den Höchststand der Pasterze um 1856, als Kaiser [[Franz Joseph I.]] bis zu der nach ihm benannten Höhe aufgestiegen ist.
| + | === Verlauf === |
| | + | Der Wegbeginn liegt auf 2 369 [[m ü. A.]], das Wegende im Wasserfallwinkel auf 2 542 m ü. A. Die Weglänge beträgt 2,43 Kilometer, die durchschnittliche Steigung 7,1 %. Unmittelbar nach dem Besucherzentrum durchstoßen zwei Stollen von 78 m und 42 m Länge eine aus [[Grünschiefer]] bestehende Felsrippe. Die Innenabmessungen der Stollen betrugen im Jahr der Eröffnung 2,50 mal 2,50 Meter. |
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| | + | Anschließend an die beiden Stollen führt der Weg am Südwesthang der Freiwand oberhalb der Randmoräne des Pasterzengletschers entlang und erreicht eine Zone kahler Plattenschüsse. Ein Weg zweigt zu der im September 2016 abgerissenen [[Hofmannshütte]] ab. Weiter führt der Weg zur Randmoräne des Wasserfallwinkelkessels. |
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| | ===Bergkristall, ewiges Eis und verschwundene Hochalm === | | ===Bergkristall, ewiges Eis und verschwundene Hochalm === |
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| | * [http://www.nationalpark-hohetauern.at/de/Articles/View/368 www.nationalpark-hohetauern.at] | | * [http://www.nationalpark-hohetauern.at/de/Articles/View/368 www.nationalpark-hohetauern.at] |
| | * [[Franz Wallack|Wallack, Franz]]: ''Die Großglockner Hochalpenstraße - die Geschichte ihres Baues'', zweite Ausgabe, anlässlich der 25-Jahr-Feier der Großglockner Hochalpenstraße, 1960, Springer Verlag, Wien | | * [[Franz Wallack|Wallack, Franz]]: ''Die Großglockner Hochalpenstraße - die Geschichte ihres Baues'', zweite Ausgabe, anlässlich der 25-Jahr-Feier der Großglockner Hochalpenstraße, 1960, Springer Verlag, Wien |
| − | | + | * Oesterreichische Illustrierte Zeitung, 1. Juni 1937 (OENB) |
| | [[Kategorie:Alpen]] | | [[Kategorie:Alpen]] |
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