| − | Der in Paris, Frankreich, erfolgte Anschlag des jungen Juden Herschel Grynszpan auf den dritten Sekretär an der Deutschen Botschaft wurde zum Vorwand für das genau geplante Pogrom in der Nacht vom [[9. November|9.]] auf den [[10. November]] [[1938]] genommen. Nach gängigem NS-Parteijargon hat sich in der sog. „Reichskristallnacht“ der „Volkszorn“ entladen. Bei diesen von Goebbels befohlenen Ausschreitungen gegen die Juden wurden in Österreich alle jüdischen Bethäuser und Synagogen zerstört. SA-Leute zerstörten auch sinnlos jüdische Geschäfte. Viele Geschäftsräumlichkeiten wurden ausgeplündert und ganze Warenlager abtransportiert. Das Ausmaß von Plünderung und Diebstahl war so unfassbar groß, dass neben dem Begriff „Reichskristallnacht“, der sich auf die Glasscherben, in denen sich das Licht der Straßenbeleuchtung spiegelte, im NS-Jargon auch der Begriff „Novemberverhältnisse“ zu einem geflügelten Wort wurde. Alle noch bestehenden jüdischen Geschäfte, allein in Wien 4038, wurden geschlossen. Im sog. Kreis I in Wien, der die Bezirke I., IV., VI. und IX. umfasste, wurden ca. 1950 jüdische Wohnungen beschlagnahmt. Tausende von Juden wurden festgenommen und 3760 von ihnen in das KZ Dachau zwangsüberstellt. In Innsbruck wurden drei Personen getötet. Dieses Pogrom ermöglichte Göring den Schritt zur endgültigen Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben. | + | Der in Paris, Frankreich, erfolgte Anschlag des jungen Juden Herschel Grynszpan auf den dritten Sekretär an der Deutschen Botschaft wurde zum Vorwand für das genau geplante Pogrom in der Nacht vom [[9. November|9.]] auf den [[10. November]] [[1938]] genommen. Nach gängigem NS-Parteijargon hat sich in der sog. „Reichskristallnacht“ der „Volkszorn“ entladen. Bei diesen von Goebbels befohlenen Ausschreitungen gegen die Juden wurden in Österreich alle jüdischen Bethäuser und Synagogen zerstört. SA-Leute zerstörten auch sinnlos jüdische Geschäfte. Viele Geschäftsräumlichkeiten wurden ausgeplündert und ganze Warenlager abtransportiert. Das Ausmaß von Plünderung und Diebstahl war so unfassbar groß, dass neben dem Begriff „Reichskristallnacht“, der sich auf die Glasscherben, in denen sich das Licht der Straßenbeleuchtung spiegelte, im NS-Jargon auch der Begriff „Novemberverhältnisse“ zu einem geflügelten Wort wurde. Alle noch bestehenden jüdischen Geschäfte, allein in Wien 4038, wurden geschlossen. Im sog. Kreis I in Wien, der die Bezirke I., IV., VI. und IX. umfasste, wurden ca. 1950 jüdische Wohnungen beschlagnahmt. Tausende von Juden wurden festgenommen und 3760 von ihnen in das [[Konzentrationslager Dachau|KZ Dachau]] zwangsüberstellt. In Innsbruck wurden drei Personen getötet. Dieses Pogrom ermöglichte Göring den Schritt zur endgültigen Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben. |