2.511 Bytes hinzugefügt
, 21:44, 24. Nov. 2015
'''Johann Rudolph Czernin von und zu Chudenitz''' (* [[9. Juni]] [[1757]] in [[Wien]]; † [[23. April]] [[1845]] ebenda) war ein k. k. österreichischer Verwaltungsbeamter und Kunstsammler.
== Leben ==
Johann Rudolph Czerninentstammte dem böhmischen Uradelsgeschlecht Czernin von und zu Chudenitz. Sein Vater war Graf Prokop Adalbert Czernin, der [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]] Ende 1776 eine Jahresrente ausgesetzt hatte.
Er war der Neffe des letzten regierenden Salzburger [[Fürsterzbischof]]s [[Hieronymus Graf Colloredo]]. Der junge Johann Rudolph Czernin studierte bei seinem von der Aufklärung begeisterten Onkel in Salzburg, wo er auch seine spätere Frau Theresa Gräfin zu Schönborn-Heussenstamm kennenlernte. Czernins Schwester und er hatten Beziehungen zu Wolfgang Amadeus Mozart. Dieser schrieb sogar ein Violinkonzert für Czernin und das 8. Klavierkonzert für seine Schwester. [[1778]] gründete Czernin ein Orchester, das am Sonntagnachmittag bei der Familie [[Lodron]] musizierte.
Johann Rudolf Czernin, der im Alter von 88 Jahren starb, hinterließ seine private Kunstsammlung mit fast 2 000 Kupferstiche. Diese bildeten den Grundstock für die Czerninschen Kunstsammlung.
== Czerninschen Kunstsammlung ==
1795 erwarb Czernin das Kaiserhaus in Wien, das einst Kaiser Franz Stephan Lothringen, dem Ehemann [[Maria Theresia]]s, gehört hatte. Czernin verwaltete dort seine Betriebe und Finanzen. Er präsentierte das aus einer Kunstsammlung, was er als unteilbar und unveräußerlich in den Fideikommiss - eine Art Familienstiftung - einbrachte. Als 1938 unter der [[NS]]-Herrschaft die Fideikommisse verfielen, zerfiel auch die Sammlung Czernin, zunächst auf zwei Erben. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] war das Wiener Palais Czernin zerbombt und die böhmischen Familiengüter waren verloren. So wurde die Kunstsammlung bis 2004 verkauft, meist Stück für Stück.
[[1980]] landete dann der frühere [[Landeshauptmann]] [[Wilfried Haslauer senior|Wilfried Haslauer]], als das [[Land Salzburg]] auf seine Initiative 41 Gemälde erwarb. Bis 1995 kaufte die [[Residenzgalerie]] weitere Gemälde an und heute besitzt sie 71 der weltweit verstreuten Gemälde, etwa von Rembrandt, Potter oder Ruysdael.
== Quellen ==
* {{Quelle SN|23. November 2015, [[Hedwig Kainberger]]}}
* {{wikipedia-de|Johann_Rudolf_Czernin_von_und_zu_Chudenitz}}
{{SORTIERUNG: Czernin, Johann Rudolph}}
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
[[Kategorie:Kunstmäzen]]