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| | [[File:BE-MK-5818b.jpg|thumb|Schmetterlinge können auch fast flügellos sein, wie dieses hervorragend getarnte Weibchen eines Frostspanners ([[Geometridae]]).]] | | [[File:BE-MK-5818b.jpg|thumb|Schmetterlinge können auch fast flügellos sein, wie dieses hervorragend getarnte Weibchen eines Frostspanners ([[Geometridae]]).]] |
| | [[File:BE-HdN-2898b.jpg|thumb|Auch "Nachtfalter" sind manchmal prächtig gefärbt, so wie der zu den Bärenspinnern ([[Arctiidae]]) gehörende "Gefleckte Schönbär" (''[[Callimorpha dominula]]'').]] | | [[File:BE-HdN-2898b.jpg|thumb|Auch "Nachtfalter" sind manchmal prächtig gefärbt, so wie der zu den Bärenspinnern ([[Arctiidae]]) gehörende "Gefleckte Schönbär" (''[[Callimorpha dominula]]'').]] |
| | + | '''Lepidoptera''', besser bekannt als [[Schmetterling]]e, Falter oder Motten, sind eine der artenreichsten Organismengruppen auf unserem Planeten. Bisher sind rund 150.000 Arten wissenschaftlich beschrieben worden, mindestens noch einmal so viele werden noch erwartet. |
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| − | ==Allgemeines== | + | == Allgemeines == |
| − | | + | Damit werden die Lepidoptera nur von den Käfern ([[Coleoptera]]), Hautflüglern ([[Biene]]n, [[Wespe]]n, [[Ameise]]n, wissenschaftlich [[Hymenoptera]]) und Zweiflüglern ([[Fliege]]n und [[Mücke]]n, wissenschaftlich [[Diptera]]) übertroffen. Auch in [[Land Salzburg|Salzburg]] ist ihre Artenzahl noch beträchtlich: Rund 2 200 verschiedene "Schuppenflügler" kennt man hierzulande, wobei der Begriff "Schuppenflügler" auch gleich eines ihrer kennzeichnendsten Merkmale hervorhebt. Schmetterlinge besitzen auf ihren Flügeln dachziegelartig angeordnete Schuppen, die sie nicht nur von allen anderen [[Insekten]][[Glossar Biologie#O|ordnungen]] unterscheiden, sondern auch für die oft prächtigen Farben der Tiere verantwortlich sind. Dabei gibt es zwei Typen der Farbentstehung in den Schuppen: |
| − | '''Lepidoptera''', besser bekannt als [[Schmetterling]]e, Falter oder Motten, sind eine der artenreichsten Organismengruppen auf unserem Planeten. Bisher sind rund 150.000 Arten wissenschaftlich beschrieben worden, mindestens noch einmal so viele werden noch erwartet. Damit werden die Lepidoptera nur von den Käfern ([[Coleoptera]]), Hautflüglern ([[Biene]]n, [[Wespe]]n, [[Ameise]]n, wissenschaftlich [[Hymenoptera]]) und Zweiflüglern ([[Fliege]]n und [[Mücke]]n, wissenschaftlich [[Diptera]]) übertroffen. Auch in [[Land Salzburg|Salzburg]] ist ihre Artenzahl noch beträchtlich: Rund 2200 verschiedene "Schuppenflügler" kennt man hierzulande, wobei der Begriff "Schuppenflügler" auch gleich eines ihrer kennzeichnendsten Merkmale hervorhebt. Schmetterlinge besitzen auf ihren Flügeln dachziegelartig angeordnete Schuppen, die sie nicht nur von allen anderen [[Insekten]][[Glossar Biologie#O|ordnungen]] unterscheiden, sondern auch für die oft prächtigen Farben der Tiere verantwortlich sind. Dabei gibt es zwei Typen der Farbentstehung in den Schuppen:
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| | * Bei Typ 1 entstehen die Farben durch in den Schuppen enthaltene [[Pigmente]]. Hierher gehören die meisten gelben, orangen braunen und schwarzen Farbtöne. | | * Bei Typ 1 entstehen die Farben durch in den Schuppen enthaltene [[Pigmente]]. Hierher gehören die meisten gelben, orangen braunen und schwarzen Farbtöne. |
| | * Bei Typ II entsteht die Farbe durch Lichtbrechung in luftgefüllten Schuppen. Dadurch entstehen leuchtend weiße, rote, blaue und grüne, aber auch goldene und silberne Farbtöne, wie sie besonders bei urtümlichen Schmetterlingen oft auftreten. | | * Bei Typ II entsteht die Farbe durch Lichtbrechung in luftgefüllten Schuppen. Dadurch entstehen leuchtend weiße, rote, blaue und grüne, aber auch goldene und silberne Farbtöne, wie sie besonders bei urtümlichen Schmetterlingen oft auftreten. |
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| | Nicht alle Schmetterlinge, die in Salzburg vorkommen, sind hier auch heimisch. Neben seltenen Irrgästen und Individuen, die durch menschliche Aktivitäten eingeschleppt werden, gibt es etliche Wanderfalter, die alljährlich in mehr oder weniger großen Beständen aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum zu uns auf Sommerfrische kommen, um sich hier fortzupflanzen. Dabei überfliegen sie oft nicht nur das Mittelmeer, sondern überwinden auch die höchsten Alpenpässe. Beispiele solcher Wanderer sind der bekannte [[Admiral]] oder der [[Distelfalter]]. Zu ihnen gehört aber auch der Totenkopfschwärmer, der es auf seinen Wanderzügen auf Geschwindigkeiten um 50 km/h bringt. | | Nicht alle Schmetterlinge, die in Salzburg vorkommen, sind hier auch heimisch. Neben seltenen Irrgästen und Individuen, die durch menschliche Aktivitäten eingeschleppt werden, gibt es etliche Wanderfalter, die alljährlich in mehr oder weniger großen Beständen aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum zu uns auf Sommerfrische kommen, um sich hier fortzupflanzen. Dabei überfliegen sie oft nicht nur das Mittelmeer, sondern überwinden auch die höchsten Alpenpässe. Beispiele solcher Wanderer sind der bekannte [[Admiral]] oder der [[Distelfalter]]. Zu ihnen gehört aber auch der Totenkopfschwärmer, der es auf seinen Wanderzügen auf Geschwindigkeiten um 50 km/h bringt. |
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| − | In den letzten Jahrzehnten fanden aber auch einige regelrechte Eroberungen statt. Bekanntestes Beispiel ist die Kastanienminiermotte, die seit ihrem ersten Erscheinen in Mitteleuropa um das Jahr [[1989]] in nur rund 10 Jahren ganz Mitteleuropa eroberte. Noch raumgreifender erfolgte der Einfall der Lindenminiermotte, die aus Japan kommend ebenfalls in wenigen Jahren ganz Sibirien überwand und mittlerweile in weiten Teilen Europas etabliert ist. In Salzburg wurde sie erstmals im Jahr [[2008]] festgestellt. | + | In den letzten Jahrzehnten fanden aber auch einige regelrechte Eroberungen statt. Bekanntestes Beispiel ist die Kastanienminiermotte, die seit ihrem ersten Erscheinen in Mitteleuropa um das Jahr [[1989]] in nur rund zehn Jahren ganz Mitteleuropa eroberte. Noch raumgreifender erfolgte der Einfall der Lindenminiermotte, die aus Japan kommend ebenfalls in wenigen Jahren ganz Sibirien überwand und mittlerweile in weiten Teilen Europas etabliert ist. In Salzburg wurde sie erstmals im Jahr [[2008]] festgestellt. |
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| | Schmetterlinge findet man in Salzburg fast das ganze Jahr über. Wanderfalter, wie der Admiral, versuchen noch an warmen Oktober- und Novembertagen wieder in den Süden zurückzukehren. Und manche Frostspanner kommen überhaupt erst im November und Dezember zum Vorschein, solange es am Abend zumindest nicht gefriert. Sie entgehen damit [[Fledermaus|Fledermäusen]] und den meisten [[Singvögel]]n, die zu dieser Jahreszeit Winterschlaf halten bzw. in den Süden gezogen sind. Umgekehrt sind Schneespanner und manche überwinternde Eulen(falter) ([[Noctuidae]]) schon im Februar an den ersten frostfreien Abenden wieder unterwegs. Wenig später folgen weitere Überwinterer, wie der Zitronenfalter, und auch die ersten Trugmotten ([[Eriocraniidae]]) schlüpfen um diese Zeit. | | Schmetterlinge findet man in Salzburg fast das ganze Jahr über. Wanderfalter, wie der Admiral, versuchen noch an warmen Oktober- und Novembertagen wieder in den Süden zurückzukehren. Und manche Frostspanner kommen überhaupt erst im November und Dezember zum Vorschein, solange es am Abend zumindest nicht gefriert. Sie entgehen damit [[Fledermaus|Fledermäusen]] und den meisten [[Singvögel]]n, die zu dieser Jahreszeit Winterschlaf halten bzw. in den Süden gezogen sind. Umgekehrt sind Schneespanner und manche überwinternde Eulen(falter) ([[Noctuidae]]) schon im Februar an den ersten frostfreien Abenden wieder unterwegs. Wenig später folgen weitere Überwinterer, wie der Zitronenfalter, und auch die ersten Trugmotten ([[Eriocraniidae]]) schlüpfen um diese Zeit. |
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| | [[Kategorie:Tiere]] | | [[Kategorie:Tiere]] |
| | [[Kategorie:Insekten]] | | [[Kategorie:Insekten]] |
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