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, 13:04, 28. Mai 2015
'''Ausländer in Stadt und Land Salzburg''' sind in verschiedene Gruppen einzuteilen.
== Einleitung ==
Die Chefredakteurin von [[Salzburg24.at]], Mag.<sup>a</sup><ref>{{magistra}}</ref> [[Nicole Schuchter]] hatte im Mai 2015 aufgrund der Aktualität des Flüchtlingsthemas einen eindrucksvollen online-Artikel<ref>siehe [http://www4.salzburg24.at/story/fluechtlinge-in-salzburg/ www4.salzburg24.at], 28. Mai 2015]</ref> erstellt.
Darin schreibt Schuchter "''22 700 offene Asylverfahren gab es in Österreich Anfang 2014, Ende des Jahres waren es schon 28 000. Mit aktuellem Stand vom 18. Mai 2015 werden rund 35 581 Asylwerber verzeichnet.''" Sie geht der Frage nach, wie die Flüchtlinge nach Europa kommen, erklärt die unterschiedlichen Arten von Flüchtlingen (siehe weiter unten) und berichtet über das Leben von Asylwerbern in Salzburg. Abdisalam Hassan Da’ud (32) aus Somalia schildert in einem Interview mit Schuchter über seine Flucht 2014 aus Somalia.
Der Journalist [[André Stadler]], ebenfalls von ''Salzburg24.at'' schreibt in diesem online-Artikel zum Thema "''Flüchtlinge? Nein danke!''" und interviewt den Sozialforscher [[Wolfgang Aschauer]] von der [[Universität Salzburg]] zu diesem Thema. Über Rechte und Pflichten der Asylwerber hat dann [[Florian Gann]] von ''Salzburg24.at'' einen Beitrag verfasst. "Wie läuft ein Asylansuchen?" und dass diese Menschen hier in Österreich sicherlich nicht "in Saus und Braus leben".
"''So kriminell sind Asylwerber wirklich''" beginnt [[Michaela Berger]] (Salzburg24.at) ihren Artikel und geht Vorurteilen in diesem Sache nach. Laut aktuellen Zahlen des Landes leben in Salzburg derzeit 2 014 Menschen (Stand: 18. März 2015) unter Asylstatus. 2013 wurden Österreichweit 546 396 Delikte bei der Exekutive zur Anzeige gebracht, verurteilt wurden laut gerichtlicher Kriminalstatistik 34 424 Menschen. Wie viele davon von Asylwerber begangen wurden, ist nicht bekannt. In Salzburg wurden im Jahr 2014 laut Kriminalstatistik insgesamt 30.232 Delikte angezeigt. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 3,2 Prozent – 2013 waren es noch 31 236 Anzeigen – und gleichzeitig den zweitniedrigsten Wert im Zehnjahresvergleich (Höchstwert 2007 mit 36 100 Anzeigen).
== Die Einteilung ==
=== Zuwanderer ===
Dabei gibt es verschiedene Zielgruppen: EU- bzw. EWR-BürgerInnen, Personen aus Drittstaaten und ihre Familienangehörigen.
==== Formen der Zuwanderung ====
* Mobilität
Das sind Zuwanderungen innerhalb der EU durch EU- bzw. EWR-Bürger sowie deren Familienangehörige
* Dauerhafte Zuwanderung
Nach dem aktuellen österreichischen Zuwanderungssystem können Personen, die in Österreich leben und arbeiten wollen, eine Rot-Weiß-Rot–Karte beantragen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. Ein Punktesystem legt fest, ob man diese Kriterien erfüllt.
* Temporärer Aufenthalt
Dafür gibt es Aufenthaltsbewilligungen für folgende Personengruppen: Rotationsarbeitskräfte, Betriebsentsandte, Selbständige, Künstler, Schüler, Studierende, Sozialdienstleistende und Forscher:
* Befristete Beschäftigung
Diese kann für Personen, die für einen bestimmten Zeitraum in Österreich arbeiten möchten, bzw. für Betriebe, die Arbeitskräfte nach Österreich entsenden oder überlassen wollen, erteilt werden;
=== Flüchtlinge ===
* Flüchtling ist eine Person, die wegen Gefahr oder Verfolgung sein Herkunftsland verlässt.
2014 waren die Mitgliedsstaaten der EU mit rund 600 000 Asylanträgen konfrontiert gewesen. In [[Deutschland]] wurden 173 000 Asylanträge gestellt, in Schweden 75 0000, in [[Italien]] 63 000 und in [[Frankreich]] 57 000<ref>Quelle [http://www4.salzburg24.at/story/fluechtlinge-in-salzburg/ www4.salzburg24.at: Flüchtlinge in Salzburg] und dortige Quelle [http://ec.europa.eu/eurostat/documents/4168041/6742650/KS-QA-15-003-EN-N.pdf/b7786ec9-1ad6-4720-8a1d-430fcfc55018 Eurostat]</ref>.
=== Asylwerber ===
* Asylwerber sind Flüchtlinge, die in Österreich ein Ansuchen auf Asyl gestellt haben.
Für sie gelten bestimmte rechtliche Rahmenbedingungen, etwa dürfen sie keiner Lohnarbeit nachgehen.
=== Anerkannte Asylwerber ===
* Sobald Asylwerbern das Asyl zuerkannt wird, sind sie anerkannte Asylwerber.
=== Migranten ===
* Migranten verlassen freiwillig ihr Herkunftsland.
== Genfer Flüchtlingskonvention ==
Gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention<ref>siehe [http://www.unhcr.at/mandat/genfer-fluechtlingskonvention.html www.unhcr.at]</ref> (GFK) vom 28. Juli 1951 wird jede Person als Flüchtling anerkannt, die:
„''aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Gesinnung sich außerhalb ihres Heimatlandes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will; oder die sich als Staatenlose infolge solcher Ereignisse außerhalb des Landes befindet, in welchem sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt hatte, und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will.''“
[[Österreich]] hat sich völkerrechtlich dazu verpflichtet, Menschen, die in ihrem Heimatland verfolgt werden, Asyl zu gewähren.
== Salzburg und Ausländer ==
Nach einer Erhebung 2008 der Statistik Austria hatten 18,1 Prozent der 530 576 Bewohner von [[Stadt Salzburg|Stadt]] und [[Land Salzburg]] eine Migrationshintergrund. Bundesweit waren 16,8 Prozent der Bevölkerung ausländischer Herkunft. Bundesweit lag der Anteil von Ausländern bei der Arbeitslosigkeit bei 9,8 Prozent, im Bundesland Salzburg bei 5,9 Prozent (2007).
Seit 2006 sind Deutschkurse für Zuwanderer gesetzlich verpflichtend. Allerdings bezeichnete der [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Salzburger Bürgermeister]] [[Heinz Schaden|Dr. Heinz Schaden]] die 300 vorgeschriebenen Stunden als nicht ausreichend.
=== Anteil der Salzburger Bevölkerung mit ausländischer Staatszugehörigkeit und mit Migrationshintergrund ===
Der [[Flachgau]] weist größtenteils einen Anteil von fünf bis 9,9 Prozent auf, zwischen 10 und 25 Prozent Anteil ergeben sich im Ballungsraum [[Zell am See]] - [[Saalfelden am Steinernen Meer]], um [[Mittersill]], im Raum [[St. Johann im Pongau]] und [[Radstadt]] sowie im [[Gasteinertal]]. Der Zentralraum von [[Tamsweg]] im [[Lungau]] weist einen durchschnittlichen Anteil von 2,5 bis 4,9 Prozent auf.
2010 lebten im Bundesland Salzburg 94 500 Menschen mit Migrationshintergrund, also fast jeder fünfte Salzburger. Davon besitzen rund 65.400 Personen eine ausländische Staatsbürgerschaft. Dies sind 12,4 Prozent der gesamten Bevölkerung des Bundeslandes Salzburg. 28.500 Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft sind Staatsbürger von Nachfolgestaaten des ehemaligen [[Jugoslawien]] ([[Slowenien]], [[Kroatien]], [[Bosnien-Herzegowina]], Montenegro, [[Serbien]], [[Kosovo]], Mazedonien)<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawien Wikipedia: Jugoslawien]</ref>, 12 500 Deutsche, 9 600 Türken sowie 4 300 Personen aus anderen [[EU]](15)-Staaten, aus den zehn am 1. Mai 2004 der [[Europäische Union|Europäischen Union]] beigetretenen Ländern kommen etwa 2 800 Personen. Vom jüngsten Beitrittsland [[Rumänien]] stammen 1 100 Personen. Rund 8 800 Personen stammen dann noch von anderen Nationalitäten<ref>Salzburger Nachrichten, 14. März 2011</ref>.
=== Kriminalität ===
Aus einer Statistik<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]], 13. Juli 2010</ref> fremder Tatverdächtiger nach Nationen 2009 geht hervor, dass 29,1 % aller Tatverdächtigen aus Regionen des ehemaligen Jugoslawien (ohne Slowenien) stammen, gefolgt von 23,3 aus der Bundesrepublik Deutschland (!), 9,9 % aus sonstigen Staaten (sowie staatenlos oder unbekannt), 9,4 % aus der [[Türkei]], je 7,4 % aus sonstigen Staaten in Osteuropa bzw. sonstigen EU-Staaten vor der Osterweiterung, 7,3 % aus den 10 Staaten der EU-Erweiterung, 5,7 % aus Rumänien und [[Bulgarien]] sowie 0,7 % aus sonstigen Staaten Westeuropas.
Aus diesen Zahlen geht hervor, dass die landläufige Meinung, Kriminelle stammen überwiegend aus Osteuropa, nicht zutrifft:<br/> Osteuropa 13,1% − ex-Jugoslawien 29,1% − Westeuropa inkl. EU vor der Erweiterung 31,4%!
2009 waren von insgesamt 16 550 Strafverdächtigen im Bundesland Salzburg 5 017 Ausländer. Von den 5 017 Ausländern fallen 1 488 unter "Arbeitnehmer", der Rest setzt sich aus Touristen, Illegalen, [[Asylwerber in Salzburg|Asylwerbern]] und anderen zusammen.
== Einrichtungen für Flüchtlinge in Salzburg ==
* [[Flüchtlingshaus der Caritas in Salzburg-Mülln]]
* [[Felserhof in Radstadt]]
== Ereignisse 2015 ==
Mitte Mai 2015 veranlasste das Innenministerium die Aufstellung von Zelten am Sportplatz der [[Bundespolizeidirektion Salzburg]]. Zu dem Zeitpunkt der Aufstellung und dem Einzug der ersten Flüchtlinge herrschte eine längere Regenperiode in ganz Westösterreich<ref>Quelle [http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/fluechtlinge/sn/artikel/salzburgs-zeltstadt-steht-der-fluechtlingsstrom-schwillt-an-150018/ www.salzburg.com]</ref>. Eine Bewohnerin eines naheliegenden Wohnblocks konnte kurzfristig bei ihrer Hausverwaltung den Aushang erwirken, in dem die Mitbewohner vor den Flüchtlingen im Zeltlager gewarnt und aufgefordert wurden, ihre Fenster als Vorsichtsmaßnahme geschlossen zu halten. Nach Protesten in der Bevölkerung wurde dieser Ausnahme jedoch wieder entfernt.
In diese Zeit fiel auch die Meldung, Die [[Strucker-Kaserne]] in [[Tamsweg]] könne ab Juni 2015 für 150 Flüchtlinge und mit Containern sogar für 550 Flüchtlinge genutzt werden. Nach einem zweistündigen Gespräch am [[22. Mai]] [[2015]] in Salzburg die Reaktion von [[Landesrat|Landesrätin]] [[Martina Berthold]] ([[Die Grünen]]) und [[Landeshauptmann]] [[Wilfried Haslauer junior|Wilfried Haslauer]] ([[ÖVP]]): Komme nicht infrage. Und auch die Gemeinde Tamsweg sprach sich dagegen aus. Am selben Tag besuchte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner die Zeltstadt in Salzburg.
Als in diesen Mai-Tagen der Salzburger Gastronom und Neos-Nationalratsabgeordneten [[Josef Schellhorn|Sepp Schellhorn]] sein sein Personalhaus in [[Badbruck]] im [[Pongau]]er Kurort [[Bad Gastein]] für Asylbewerber für einige Monate, bis die Saison wieder beginnt, zur Verfügung stellten wollte, schäumte [[Bürgermeister der Gemeinde Bad Gastein|Bürgermeister]] [[Gerhard Steinbauer]] ([[ÖVP]]). Er habe zwar Verständnis für die Probleme bei der Unterbringung, seine Gemeinde beherberge aber seit über zehn Jahren durchgehend 60 Asylbewerber und leiste einen überproportionalen Anteil an der Unterbringung in Österreich und Salzburg. Von 2 300 österreichischen Gemeinden würden rund 1 800 keinen einzigen Flüchtling beherbergen. Er werde alle Mittel in Bewegung setzen, um eine Einquartierung zu verhindern, ließ er zunächst verlauten. Jedoch lenkte er nach einigen Tagen, wohl auch unter dem Druck von Protesten gegen seine Haltung, ein und stimmte der Unterbringung von Asylwerbern in Schellhorns Peronalhaus zu<ref>Quelle [http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/fluechtlinge/sn/artikel/gastein-ortschef-gibt-widerstand-gegen-asylquartier-auf-151622/ www.salzburg.com] und [http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/fluechtlinge/sn/artikel/asylpolitik-in-salzburg-jeder-gegen-jeden-151026/ jeder gegen jeden]</ref>.
== Siehe auch ==
* [[Ausländer in der Stadt Salzburg]]
* [[Übergriffe auf Ausländer]]
* [[Asylwerber in Salzburg]]
* Buchtipp [[Allein zu Hause]] von Susanne Scholl
== Quellen und Fußnoten ==
* [http://www.migration.gv.at/de/formen-der-zuwanderung.html www.migration.gv.at], Kapitel Zuwanderer]
* [[Salzburger Nachrichten]], 19. Juni 2010
<references/>
[[Kategorie:Gesellschaftliches]]
[[Kategorie:Ausländer|!]]
[[Kategorie:Soziales]]