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==Leben==
 
==Leben==
Johann Nepomuk Carl Mauracher war der Sohn von [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]] und heiratete am [[9. Jänner]] [[1843]] Walburga Hintner, die zwei, später einigermaßen bekannte, Söhne auf die Welt brachte: [[Karl Mauracher]] und [[Albert Mauracher]]. Er verlegte die Orgelbaufirma zweimal: [[1845]] nach [[Braunau am Inn]] und [[1861]] nach [[Salzburg]]. Bereits 1847 hatte er vorgehabt, seine Werkstätte nach Salzburg zu verlegen und suchte beim Magistrat um die Verleihung eines ''persönlichen Orgelbaubefugnißes'' an, da er ''in der Nähe zu Radstadt, Neukirchen und dgl. Orgeln zu bauen'' hätte. Der Salzburger Magistrat bat daraufhin die beiden bereits tätigen Orgelbauer, Johann Dummel und [[Ludwig Mooser]], eine Stellungnahme abzugeben, die augenscheinlich berechnend schlecht ausfiel. <ref>''Johann Mauracher bringt wohl mehrere Zeugniße bei, daß er einige Orgeln hergestellt habe. Indeßen bringt derselbe keinen ordentlichen Lehrbrief und keine legalen Zeugniße bei, daß er bei einem Orgelbauer längere Zeit gearbeitet habe'' […] ''Daß Johann Mauracher mehrere Orgeln gebaut hat, ist uns wohl bekannt, wenigstens wißen wir, daß er jene zu Altenmarkt selbständig hergestellt hat, alle übrigen Orgeln, worüber Zeugniße vorliegen, hat eigentlich deßen Vater gebaut, und sein Sohn Johann nur als Gehülfe mitgearbeitet. Wenn aber auch Johann Mauracher die Befähigung zum Orgelbau hätte, so würde er in Salzburg seine Nahrungsfähigkeit nicht begründen können, nachdem in diesem Orte früher nur ein einziger Orgelbauer bestanden hat'' (=[[Joseph Konradt]])'', und dieser zu Grunde gegangen ist, gegenwärtig sich in Salzburg 2 Orgelbauer befinden, und aber weder in Salzburg noch in der weiten Concurrenz herum keine Orgelbauten vorfallen, welche beiden Orgelbauer von dieser Kunst ebenfalls nicht leben könnten, wenn sie sich nicht zugleich mit Herstellung von anderen Musikinstrumenten, namentlich mit dem Bau von Fortepianos befaßen würden.'' In: [[Salzburg Museum|SMCA]], Städtische Akten 99. Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 173f.</ref> Trotz der negativen Auskunft erhielt Mauracher am 5. Mai 1847 die Orgelbaubefugnis, blieb aber in Braunau.<ref>SMCA, Städtische Akten 99. Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 173f.</ref><br />In Braunau erwarb er [[1850]] von Maurermeister Schreckeneder das alte Schulhaus,<ref>Franz Martin: ''Braunauer Häuserchronik''. Schriften zur Braunauer Heimatkunde, Heft 1. „Das Bergland-Buch“, Salzburg 1943, S. 30.</ref> ''die sog. Kantorei in der Scheibe Nr. 60'',<ref>Siehe: [http://digi.landesbibliothek.at/viewer/fulltext/AC08718610/177/] In: ''Die Stadtschule zu Braunau''. Die digitale Landesbibliothek, II. Theil, S. 172.</ref> heute Kirchenplatz 9, und richtete darin seine Orgelbauwerkstätte ein. Auf der ''Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung'' in München [[1854]] wurde J.N.C. Mauracher noch für seine dort präsentierte zwölfregistrige Orgel gefeiert, in späteren Jahren galt er allerdings als altmodisch, da er nicht gewillt war, das System der Schleiflade zugunsten der Kegellade aufzugeben.<br />Der [[1857]] zum Abt von [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] gewählte [[Franz de Paula Albert Eder|Franz Albert Eder]] war mütterlicherseits mit J.N.C. Maurachers Frau Walpurga, geb. Hintner, verwandt. Durch dieses Naheverhältnis konnte Mauracher in Salzburg Fuß fassen. So wurde es ihm ermöglicht, im [[Aiglhof#Aiglhof (Landsitz)|Aiglhof]] den oberen Stock zu mieten und dort Wohnung und Werkstätte einzurichten. Im Gewerberegister [[1866]] wird als Adresse [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]] angegeben, er scheint unter ''Johann Mauracher, Lehen 2'' auf.<ref>''Handels- und Gewerbe-Schematismus für das Herzogthum Salzburg'', Salzburg, Verlag Ludwig Taube 1866, S. 23.</ref> Dann erhielt er durch seine Vermittlung noch eine Reihe von Aufträgen, darunter den Neubau der großen Orgel der [[Stiftskirche St. Peter]]. Aber die Schwierigkeiten blieben nicht aus, denn er zerstritt sich mit Pater [[Peter Singer]], der Aufgrund seiner Autorität nur mehr [[Matthäus Mauracher I.]] als Orgelbauer empfahl, und Johann Nepomuk Mauracher daher fast sieben Jahre leer ausging. Erst Aufträge aus Niederösterreich besserten seine Lage.<ref>Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 174.</ref> Dann brach das nächste Unglück über ihn herein und er erkrankte an Gelenksrheumatismus, seine Frau an Wassersucht. Nach einer Kur im [[Marienbad]] besserte sich zwar sein Zustand, doch den Geschäftsbetrieb konnte er nicht wieder aufnehmen. Nach dem Tod seiner Frau [[1876]] übersiedelte er in den Daghoferhof an der Aiglhofkreuzung. Seine Lebensabend verbracht es bei seinem Sohn [[Karl Mauracher]] im [[Kollegiatstift Seekirchen]] und starb dort am [[20. November]] [[1884]].<ref>Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 175.</ref> Sein Sohn [[Albert Mauracher|Albert]] führte die Werkstatt in Salzburg zunächst weiter.
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Johann Nepomuk Carl Mauracher war der Sohn von [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]] und heiratete am [[9. Jänner]] [[1843]] Walpurga Hintner, die zwei, später einigermaßen bekannte, Söhne auf die Welt brachte: [[Karl Mauracher]] und [[Albert Mauracher]]. Er verlegte die Orgelbaufirma zweimal: [[1845]] nach [[Braunau am Inn]] und [[1861]] nach [[Salzburg]]. Bereits 1847 hatte er vorgehabt, seine Werkstätte nach Salzburg zu verlegen und suchte beim Magistrat um die Verleihung eines ''persönlichen Orgelbaubefugnißes'' an, da er ''in der Nähe zu Radstadt, Neukirchen und dgl. Orgeln zu bauen'' hätte. Der Salzburger Magistrat bat daraufhin die beiden bereits tätigen Orgelbauer, Johann Dummel und [[Ludwig Mooser]], eine Stellungnahme abzugeben, die augenscheinlich berechnend schlecht ausfiel. <ref>''Johann Mauracher bringt wohl mehrere Zeugniße bei, daß er einige Orgeln hergestellt habe. Indeßen bringt derselbe keinen ordentlichen Lehrbrief und keine legalen Zeugniße bei, daß er bei einem Orgelbauer längere Zeit gearbeitet habe'' […] ''Daß Johann Mauracher mehrere Orgeln gebaut hat, ist uns wohl bekannt, wenigstens wißen wir, daß er jene zu Altenmarkt selbständig hergestellt hat, alle übrigen Orgeln, worüber Zeugniße vorliegen, hat eigentlich deßen Vater gebaut, und sein Sohn Johann nur als Gehülfe mitgearbeitet. Wenn aber auch Johann Mauracher die Befähigung zum Orgelbau hätte, so würde er in Salzburg seine Nahrungsfähigkeit nicht begründen können, nachdem in diesem Orte früher nur ein einziger Orgelbauer bestanden hat'' (=[[Joseph Konradt]])'', und dieser zu Grunde gegangen ist, gegenwärtig sich in Salzburg 2 Orgelbauer befinden, und aber weder in Salzburg noch in der weiten Concurrenz herum keine Orgelbauten vorfallen, welche beiden Orgelbauer von dieser Kunst ebenfalls nicht leben könnten, wenn sie sich nicht zugleich mit Herstellung von anderen Musikinstrumenten, namentlich mit dem Bau von Fortepianos befaßen würden.'' In: [[Salzburg Museum|SMCA]], Städtische Akten 99. Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 173f.</ref> Trotz der negativen Auskunft erhielt Mauracher am 5. Mai 1847 die Orgelbaubefugnis, blieb aber in Braunau.<ref>SMCA, Städtische Akten 99. Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 173f.</ref><br />In Braunau erwarb er [[1850]] von Maurermeister Schreckeneder das alte Schulhaus,<ref>Franz Martin: ''Braunauer Häuserchronik''. Schriften zur Braunauer Heimatkunde, Heft 1. „Das Bergland-Buch“, Salzburg 1943, S. 30.</ref> ''die sog. Kantorei in der Scheibe Nr. 60'',<ref>Siehe: [http://digi.landesbibliothek.at/viewer/fulltext/AC08718610/177/] In: ''Die Stadtschule zu Braunau''. Die digitale Landesbibliothek, II. Theil, S. 172.</ref> heute Kirchenplatz 9, und richtete darin seine Orgelbauwerkstätte ein. Auf der ''Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung'' in München [[1854]] wurde J.N.C. Mauracher noch für seine dort präsentierte zwölfregistrige Orgel gefeiert, in späteren Jahren galt er allerdings als altmodisch, da er nicht gewillt war, das System der Schleiflade zugunsten der Kegellade aufzugeben.<br />Der [[1857]] zum Abt von [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]] gewählte [[Franz de Paula Albert Eder|Franz Albert Eder]] war mütterlicherseits mit J.N.C. Maurachers Frau Walpurga, geb. Hintner, verwandt. Durch dieses Naheverhältnis konnte Mauracher in Salzburg Fuß fassen. So wurde es ihm ermöglicht, im [[Aiglhof#Aiglhof (Landsitz)|Aiglhof]] den oberen Stock zu mieten und dort Wohnung und Werkstätte einzurichten. Im Gewerberegister [[1866]] wird als Adresse [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]] angegeben, er scheint unter ''Johann Mauracher, Lehen 2'' auf.<ref>''Handels- und Gewerbe-Schematismus für das Herzogthum Salzburg'', Salzburg, Verlag Ludwig Taube 1866, S. 23.</ref> Dann erhielt er durch seine Vermittlung noch eine Reihe von Aufträgen, darunter den Neubau der großen Orgel der [[Stiftskirche St. Peter]]. Aber die Schwierigkeiten blieben nicht aus, denn er zerstritt sich mit Pater [[Peter Singer]], der Aufgrund seiner Autorität nur mehr [[Matthäus Mauracher I.]] als Orgelbauer empfahl, und Johann Nepomuk Mauracher daher fast sieben Jahre leer ausging. Erst Aufträge aus Niederösterreich besserten seine Lage.<ref>Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 174.</ref> Dann brach das nächste Unglück über ihn herein und er erkrankte an Gelenksrheumatismus, seine Frau an Wassersucht. Nach einer Kur im [[Marienbad]] besserte sich zwar sein Zustand, doch den Geschäftsbetrieb konnte er nicht wieder aufnehmen. Nach dem Tod seiner Frau [[1876]] übersiedelte er in den Daghoferhof an der Aiglhofkreuzung. Seine Lebensabend verbracht es bei seinem Sohn [[Karl Mauracher]] im [[Kollegiatstift Seekirchen]] und starb dort am [[20. November]] [[1884]].<ref>Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 175.</ref> Sein Sohn [[Albert Mauracher|Albert]] führte die Werkstatt in Salzburg zunächst weiter.
    
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