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| | Heute wenig bekannt ist, dass ''Obertrum'' auch der ursprüngliche Name von [[St. Gilgen]] (urkundlich [[1381]] als „Drum pei Wolfgangersee“ und später „Oberdrumb“ genannt) war. Auch am [[Wolfgangsee]] findet sich das Gegenstück „Niederdrum“ das heute in der Katastralgemeinde Gschwend in der Ortsgemeinde [[Strobl]] liegt. | | Heute wenig bekannt ist, dass ''Obertrum'' auch der ursprüngliche Name von [[St. Gilgen]] (urkundlich [[1381]] als „Drum pei Wolfgangersee“ und später „Oberdrumb“ genannt) war. Auch am [[Wolfgangsee]] findet sich das Gegenstück „Niederdrum“ das heute in der Katastralgemeinde Gschwend in der Ortsgemeinde [[Strobl]] liegt. |
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| | ==Geschichte==</noinclude> | | ==Geschichte==</noinclude> |
| | ===Von der Hallstattzeit bis zur Landnahme=== | | ===Von der Hallstattzeit bis zur Landnahme=== |
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| | ===Zeit des Erzbistums und Übergang an Österreich=== | | ===Zeit des Erzbistums und Übergang an Österreich=== |
| − | [[1398]] ging das Trumer Seengebiet in den Besitz der [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe von Salzburg]] über. Am [[28. Oktober]] [[1779]] besuchte Kaiser Joseph II. das [[Erzbistum Salzburg]] um vom Kamm des [[Haunsberg]]s aus das für die Habsburger neu erworbene [[Innviertel]] (Oberösterreich) zu besichtigen. An diesen Besuch erinnerte mehr als zweihundert Jahre lang eine damals gepflanzte [[Kaiserbuche]] auf der Anhöhe des Haunsbergs. | + | [[1398]] ging das Trumer Seengebiet in den Besitz der [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe von Salzburg]] über. Am [[28. Oktober]] [[1779]] besuchte Kaiser Joseph II. das [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum Salzburg]] um vom Kamm des [[Haunsberg]]s aus das für die Habsburger neu erworbene [[Innviertel]] (Oberösterreich) zu besichtigen. An diesen Besuch erinnerte mehr als zweihundert Jahre lang eine damals gepflanzte [[Kaiserbuche]] auf der Anhöhe des Haunsbergs. |
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| | Nach der [[Säkularisation]] fiel das ehemalige Erzbistum Salzburg während der Franzosenkriege abwechselnd [[Bayern]] und Österreich zu. Erst mit der endgültigen Einigung der beiden Länder, die [[1816]] in der Teilung des Landes Salzburgs endete, kam Obertrum mit dem westlich der Salzach gelegenen Teil des ehemaligen [[Salzburggau]]s endgültig an Österreich. | | Nach der [[Säkularisation]] fiel das ehemalige Erzbistum Salzburg während der Franzosenkriege abwechselnd [[Bayern]] und Österreich zu. Erst mit der endgültigen Einigung der beiden Länder, die [[1816]] in der Teilung des Landes Salzburgs endete, kam Obertrum mit dem westlich der Salzach gelegenen Teil des ehemaligen [[Salzburggau]]s endgültig an Österreich. |
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| | Am [[21. Mai]] [[191]] zerstörte ein Großbrand den Ortskern mit der Kirche. Insgesamt fielen dem Unglück 22 Häuser zum Opfer, darunter auch das [[1771]] erbaute Mesnerhaus, das bis [[1874]] als erste Schule des Ortes diente. Der Wiederaufbau des Ortes verzögerte sich auf Grund der durch den Ersten Weltkrieg schwierigen wirtschaftlichen Lage und nahm mehr als ein Jahrzehnt ein. [[1924]] fand die Elektrifizierung des Gebietes am Haunsberg statt. [[1927]] wurde die neue Glocke der Pfarrkirche eingeweiht womit die seit [[1923]] andauernde Wiedererrichtung der Kirche abgeschlossen war. | | Am [[21. Mai]] [[191]] zerstörte ein Großbrand den Ortskern mit der Kirche. Insgesamt fielen dem Unglück 22 Häuser zum Opfer, darunter auch das [[1771]] erbaute Mesnerhaus, das bis [[1874]] als erste Schule des Ortes diente. Der Wiederaufbau des Ortes verzögerte sich auf Grund der durch den Ersten Weltkrieg schwierigen wirtschaftlichen Lage und nahm mehr als ein Jahrzehnt ein. [[1924]] fand die Elektrifizierung des Gebietes am Haunsberg statt. [[1927]] wurde die neue Glocke der Pfarrkirche eingeweiht womit die seit [[1923]] andauernde Wiedererrichtung der Kirche abgeschlossen war. |
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| − | [[1949]] war Obertrum Drehort für den Film „Der Seelenbräu“ von Carl Zuckmayer in dem viele Obertrumer Bürger als Statisten mitwirkten. | + | [[1949]] war Obertrum Drehort für den Film „Der Seelenbräu“ von [[Carl Zuckmayer]] in dem viele Obertrumer Bürger als Statisten mitwirkten. |
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| | [[1954]] folgte die Anbindung des gesamten Ortes an das öffentliche Stromnetz. Im selben Jahr überflutete die [[Mattig]] große Teile des Ortszentrums. | | [[1954]] folgte die Anbindung des gesamten Ortes an das öffentliche Stromnetz. Im selben Jahr überflutete die [[Mattig]] große Teile des Ortszentrums. |
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| | Wirtschaftsgrundlage der gesamten Region war seit jeher die Landwirtschaft, wobei in kleinerem Umfang auch die Fischerei eine zusätzliche Einnahmequelle darstellte. Die zahlreichen Mühlen dienten vorwiegend zur Deckung des Eigenbedarfs und zur Versorgung der bäuerlichen Betriebe. | | Wirtschaftsgrundlage der gesamten Region war seit jeher die Landwirtschaft, wobei in kleinerem Umfang auch die Fischerei eine zusätzliche Einnahmequelle darstellte. Die zahlreichen Mühlen dienten vorwiegend zur Deckung des Eigenbedarfs und zur Versorgung der bäuerlichen Betriebe. |
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| − | Im Jahr [[1601]] erhielt der damalige Kirchenwirt Michael Stockhamer von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] das Recht verliehen, Bier zu brauen. Stockhamer begründete noch im selben Jahr die [[Obertrumer Brauerei]], die sich seit [[1775]] im Besitz der [[Familie Sigl]] befindet. | + | Im Jahr [[1601]] erhielt der damalige Kirchenwirt Michael Stockhamer von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] das Recht verliehen, Bier zu brauen. Stockhamer begründete noch im selben Jahr die [[Trumer Brauerei|Obertrumer Brauerei]], die sich seit [[1775]] im Besitz der Familie [[Sigl]] befindet. |
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| | Der Anschluss an das Eisenbahnnetz der österreichisch-ungarischen Monarchie brachte in der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s einen zaghaften Beginn des [[Fremdenverkehr|Tourismus]], damals noch „Sommerfrische“ genannt. [[1912]] hielt die Elektrizität im Ort Einzug. Vorerst beschränkte sich die Elektrifizierung aber noch auf die Kirche und die Brauerei. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges endete der bescheidene Sommertourismus, der langsam auch von den „Einheimischen“ als zusätzliche Einnahmequelle erkannt und angenommen worden war. Auch in der Zeit nach den beiden Weltkriegen sicherten die Landwirtschaft und kleinere, lokale Gewerbe die wirtschaftliche Existenzgrundlage des Ortes. | | Der Anschluss an das Eisenbahnnetz der österreichisch-ungarischen Monarchie brachte in der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s einen zaghaften Beginn des [[Fremdenverkehr|Tourismus]], damals noch „Sommerfrische“ genannt. [[1912]] hielt die Elektrizität im Ort Einzug. Vorerst beschränkte sich die Elektrifizierung aber noch auf die Kirche und die Brauerei. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges endete der bescheidene Sommertourismus, der langsam auch von den „Einheimischen“ als zusätzliche Einnahmequelle erkannt und angenommen worden war. Auch in der Zeit nach den beiden Weltkriegen sicherten die Landwirtschaft und kleinere, lokale Gewerbe die wirtschaftliche Existenzgrundlage des Ortes. |
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| | Seit den [[1980er]] Jahren verzeichnet die Gemeinde einen stetigen Zuzug an Bewohnern, die das moderne Gesicht einer Landgemeinde in Nähe der Landeshauptstadt schätzen. Mit der Bevölkerungszunahme kam es zu einer vermehrten Ansiedlung und Gründung von Unternehmen. Allein in den letzten 25 Jahren stieg die Anzahl der Betriebe in der Gemeinde von 86 ([[1981]]) auf 191 ([[2006]]). | | Seit den [[1980er]] Jahren verzeichnet die Gemeinde einen stetigen Zuzug an Bewohnern, die das moderne Gesicht einer Landgemeinde in Nähe der Landeshauptstadt schätzen. Mit der Bevölkerungszunahme kam es zu einer vermehrten Ansiedlung und Gründung von Unternehmen. Allein in den letzten 25 Jahren stieg die Anzahl der Betriebe in der Gemeinde von 86 ([[1981]]) auf 191 ([[2006]]). |
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| | ===Die Wirtschaft heute=== | | ===Die Wirtschaft heute=== |
| − | Obertrum am See ist heute der führende Wirtschaftsstandort im Trumer Seengebiet. Knapp 800 Arbeit- und Dienstnehmer sowie etwa 60 Lehrlinge finden in den Unternehmen Beschäftigung. Die etwas mehr als 190 in der Gemeinde angesiedelten Betriebe setzen sich dabei zu einem Drittel aus Ein-Mann-Unternehmen und zu zwei Dritteln aus Betrieben mit Dienstnehmerbeschäftigung zusammen. Dominiert wird die Wirtschaft Obertrums von Klein- und Mittelbetrieben, die vorwiegend in den Bereichen Handel, Dienstleistung und Gewerbe tätig sind. Einen weiteren wesentlichen Wirtschaftsfaktor der Gemeinde stellt zudem nach wie vor die Landwirtschaft und zunehmend auch der Tourismus dar. | + | Obertrum am See ist heute der führende Wirtschaftsstandort im [[Trumer Seengebiet]]. Knapp 800 Arbeit- und Dienstnehmer sowie etwa 60 Lehrlinge finden in den Unternehmen Beschäftigung. Die etwas mehr als 190 in der Gemeinde angesiedelten Betriebe setzen sich dabei zu einem Drittel aus Ein-Mann-Unternehmen und zu zwei Dritteln aus Betrieben mit Dienstnehmerbeschäftigung zusammen. Dominiert wird die Wirtschaft Obertrums von Klein- und Mittelbetrieben, die vorwiegend in den Bereichen Handel, Dienstleistung und Gewerbe tätig sind. Einen weiteren wesentlichen Wirtschaftsfaktor der Gemeinde stellt zudem nach wie vor die Landwirtschaft und zunehmend auch der Tourismus dar. |
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| | Dem nach wie vor starken Pendlerstrom in die Landeshauptstadt [[Salzburg]] und deren unmittelbaren Umlandgemeinden im sogenannten Speckgürtel, soll künftig mit zusätzlichen Gewerbeflächen, weiteren Betriebsansiedelungen und Erweiterungen der bestehenden Betriebe entgegengewirkt werden. | | Dem nach wie vor starken Pendlerstrom in die Landeshauptstadt [[Salzburg]] und deren unmittelbaren Umlandgemeinden im sogenannten Speckgürtel, soll künftig mit zusätzlichen Gewerbeflächen, weiteren Betriebsansiedelungen und Erweiterungen der bestehenden Betriebe entgegengewirkt werden. |
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| | ==Verkehr== | | ==Verkehr== |
| | Am [[27. September]] [[1953]] wurde die Straße über den Haunsberg eröffnet. Der viel durchfahrene Ortskern wurde mit Eröffnung der Ortsumfahrung zu Beginn der [[1970er]] Jahre wesentlich entlastet. | | Am [[27. September]] [[1953]] wurde die Straße über den Haunsberg eröffnet. Der viel durchfahrene Ortskern wurde mit Eröffnung der Ortsumfahrung zu Beginn der [[1970er]] Jahre wesentlich entlastet. |
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| | <!--==Sport und Freizeit== --> | | <!--==Sport und Freizeit== --> |
| | ==Vereine== | | ==Vereine== |
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| | <!--===Söhne und Töchter der Gemeinde===--> | | <!--===Söhne und Töchter der Gemeinde===--> |
| | <!--==Personen mit Bezug zur Gemeinde==--> | | <!--==Personen mit Bezug zur Gemeinde==--> |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| | * Website der Gemeinde Obertrum am See | | * Website der Gemeinde Obertrum am See |