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'''Leopold Rotenburger''' (* um [[1568]] vermutlich in [[Franken (Region)|Franken]]; † [[31. Juli]] [[1653]] in [[Salzburg]]) arbeitete in Salzburg und Innsbruck als [[Orgelbauer]].

== Leben ==
Leopold Rotenburger war spätestens 1598 in Salzburg ansässig, denn in diesem Jahr wurde sein Sohn [[Paul Rotenburger|Paul]] am 28. November im [[Salzburger Dom|Dom]] getauft, zwei Jahre danach sein Sohn [[Mathias Rotenburger|Mathias]]. Seine erste Frau muss gestorben sein, weil er 1622 als Witwer bezeichnet wurde. Seltsamerweise hatte Leopold Rotenburger uneheliche Kinder, allerdings alle von derselben Frau, Margarethe Gierstlinger (auch: Geißtler, Geißler) aus [[Teisendorf|Oberteisendorf]], die er am 22. November 1627 in [[Pfarrkirche Mülln|Mülln]] heiratete: Ursula (im Dom getauft am 1. März 1619), Joannes (im Dom getauft am 29. Jänner 1622), Jakob (im Dom getauft am 18. November 1625) und Georg, schon ehelich, (in Mülln getauft am 22. März 1628). Nach dem Tod seiner zweiten Frau heiratete er am 13. September 1634 in der [[Sebastianskirche (Salzburg)|Sebastianskirche]] ein drittes Mal, nämlich Anna Winklhammer.<ref>Otmar Heinz: ''Die Genese der süddeutsch-österreichischen Barockorgel im 17. Jahrhundert''. Kunsthistorische, orgelbautechnische und liturgischen Aspekte am Beispiel der Steiermark, Dissertation: Augsburg 2008, S. 160f.</ref> Leopold Rotenburger wohnte zuerst im „Heubel-Haus im Prüggen-Viertel“ - einem Haus in der Nähe des so genannten [[Salzburger Altstadt (rechts)|Bayrischen Platzls]] - nach 1629 in der Linzergasse 27. Seit 1612 gehörte er als Hoforgelmacher zur Hofmusikkapelle und bezog ein Monatsgehalt von 5 Gulden. Er ist damit der erste nachweisbare Hoforgelmacher Salzburgs. Neben dem Salzburger Hof wurde auch der Hof zu Innsbruck zu seinem Betätigungsfeld, da nach dem Tode Georg Gemelichs 1611 dort kein Orgelbauer mehr ansässig gewesen war. In Innsbruck arbeitete Leopold Rotenburger nicht mit seinen Söhnen, sondern mit den Gesellen Johann Frondt und Johann Geyr. Am 15. Oktober 1643 verkaufte er sein Haus an seinen Sohn Paul und muss in ein anderes Haus in der Linzergasse gezogen sein. Am 31. Juli 1653 starb der „Orgelmacher in der Linzergasse“ im Alter von 85 Jahren.

== Werkliste (Auswahl) ==
Die Tabelle führt einige seiner Neubauten und Reparaturen auf.

{| class="wikitable sortable" width="100%"
|- class="hintergrundfarbe5"
! Jahr !! Ort !! Gebäude !! class=unsortable style="width:160px" | Bild !! Manuale !! Register !! class="unsortable" | Bemerkungen
|-
|1613 bzw. vor 1627
|[[Torren]]
|St. Nikolaus
|[[Datei:Torren Rotenburger Orgel.JPG|160x160px]]
|I
|5
|Das [[Positiv (Musikinstrument)|Positiv]] wurde Leopold Rotenburger nur zugeschrieben, es könnte auch von [[Andreas Butz (Orgelbauer)|Butz]] sein, der 1612/13 in Salzburg wirkte. Es stand bis 1860 in der Pfarr- und Wallfahrtskirche [[Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt|am Dürrnberg]], als es auf Betreiben von [[Franz Xaver Gruber (Autor)|Franz]] und [[Felix Gruber|Felix]] Gruber durch ein anderes ersetzt wurde. Das Instrument stellt die älteste Kirchen-Orgel Salzburgs dar.
|-
|1617
|[[Michaelbeuern]]
|Stiftskirche
|
|
|
|
|-
|1622
|[[Raitenhaslach]]
|[[Kloster Raitenhaslach|Klosterkirche]]
|
|
|
|
|-
|1628
|[[Salzburg]]
|[[Salzburger Dom]]
|
|
|
|Zwei Orgeln in der Vierung der Domkuppel 1628
|-
|1629
|[[Innsbruck]]
|[[Hofkirche (Innsbruck)|Hofkirche]]
|[[Datei:Ebertorgel.jpg|160x160px]]
|II/P
|15
|Neues Positiv und Renovierung der [[Orgel der Hofkirche (Innsbruck)|Ebert-Orgel]].
|-
|1634
|Neustift bei [[Brixen]]
|[[Kloster Neustift]] (Stiftskirche)
|
|
|
|Zwei neue Orgeln
|-
|1645
|[[Innsbruck]]
|Pfarrkirche
|
|
|
|Übertragung und Umbau der Orgel
|}

== Anmerkungen und Einzelnachweise ==
<references />

== Literatur ==
* Otmar Heinz: ''Frühbarocke Orgeln in der Steiermark''. Zur Genese eines süddeutsch-österreichischen Instrumententyps des 17. Jahrhunderts. Wien / Münster 2012 (Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark, hg. von der ''Historischen Landeskommission für Steiermark'', Band 53), ISBN 978-3-643-50232-2.
* Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg. Dissertation Universität Salzburg 1982.

== Weblinks ==
* [http://orgeln.musikland-tirol.at/ob/Rotenburger-Leopold.html Orgellandschaft Tirol ''Rotenburger, Leopold'']