| Zeile 4: |
Zeile 4: |
| | [[Datei:Kirche San Zeno in Bad Reichenhall.JPG|thumb|Kirche St. Zeno in Bad Reichenhall]] | | [[Datei:Kirche San Zeno in Bad Reichenhall.JPG|thumb|Kirche St. Zeno in Bad Reichenhall]] |
| | [[Datei:!cid image001 jpg@01CF8437.jpg|thumb|Erzbischof Konrad von Abenberg, der Gründer des Augustiner Chorherrenstifts St. Zeno (Barockes Gemälde in St. Zeno) ]] | | [[Datei:!cid image001 jpg@01CF8437.jpg|thumb|Erzbischof Konrad von Abenberg, der Gründer des Augustiner Chorherrenstifts St. Zeno (Barockes Gemälde in St. Zeno) ]] |
| − | '''St. Zeno, Geschichte'''. St. Zeno befindet sich in [[Bad Reichenhall]]. | + | Dieser Artikel behandelt die '''Geschichte des Augustinerchorherrenstifts St. Zeno''' in [[Bad Reichenhall]]. |
| | | | |
| | ==Erste Kirche== | | ==Erste Kirche== |
| − | Das starke Wachstum der Bevölkerung von Reichenhall könnte Anfang des [[9. Jahrhundert]]s der Grund für die Anlage eines neuen Friedhofs mit Kirche an der Straße nach Salzburg gewesen sein. Die dem heiligen Zeno geweihte Kirche ist wohl auf Initiative des Erzbischofs Arn (785-821) um 810 dort erbaut worden. Der heilige Zeno von Verona (+ 372) galt als Beschützer vor Überschwemmungen, welche Reichenhall immer wieder heimsuchten. Auch die Verbindungen Arns zum Langobardenkönig könnten zur Wahl des Kirchenpatrons beigetragen haben. | + | Das starke Wachstum der Bevölkerung von Reichenhall könnte Anfang des [[9. Jahrhundert]]s der Grund für die Anlage eines neuen Friedhofs mit Kirche an der Straße nach Salzburg gewesen sein. Die dem heiligen Zeno geweihte Kirche ist wohl auf Initiative des Salzburger [[Erzbischof]]s [[Arn]] (785 - 821) um 810 dort erbaut worden. Der heilige Zeno von Verona († 372) galt als Beschützer vor Überschwemmungen, welche Reichenhall immer wieder heimsuchten. Auch die Verbindungen Arns zum Langobardenkönig könnten zur Wahl des Kirchenpatrons beigetragen haben. |
| | | | |
| | ==Gründung des Stifts== | | ==Gründung des Stifts== |
| − | Bei dieser Zenokirche hat Erzbischof [[Konrad I. von Abenberg]] auf eigenem Grund [[1136]] das Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno gegründet, welches der Verbesserung der Seelsorge im Reichenhaller Tal dienen sollte. Der Erzbischof konnte damit aber auch seinen Einfluss in der wirtschaftlich bedeutenden Salinenstadt weiter ausbauen und sich einen machtpolitischen Brückenkopf schaffen. Zum ersten Propst wurde der Priester Lanzo (+ 1146) bestimmt, welcher zuvor schon längere Zeit Pfarrer von Reichenhall war. Er stammte sicher aus dem näheren Umfeld des Erzbischofs - etwa dem Domkapitel – da er dessen persönliches Vertrauen genoss. Die Zenokirche war bis zum Entstehen des Stifts die Pfarrkirche von Reichenhall, wie aus der Gründungsurkunde von [[1136}} hervorgeht. Falls die Zenokirche nicht schon längere Zeit Pfarrkirche war, könnte sie zu Beginn der mehrjährigen Gründungs- und Aufbauphase des Chorherrenstifts um 1121 die Kirche Johannes des Täufers (innerhalb der Stadtmauern) als Pfarrkirche abgelöst haben. | + | Bei dieser Zenokirche hatte Erzbischof [[Konrad I. von Abenberg]] auf eigenem Grund [[1136]] das [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno]] gegründet, welches der Verbesserung der Seelsorge im [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]] dienen sollte. Der Erzbischof konnte damit aber auch seinen Einfluss in der wirtschaftlich bedeutenden Salinenstadt weiter ausbauen und sich einen machtpolitischen Brückenkopf schaffen. Zum ersten Propst wurde der Priester Lanzo († 1146) bestimmt, welcher zuvor schon längere Zeit Pfarrer von Reichenhall war. Er stammte sicher aus dem näheren Umfeld des Erzbischofs - etwa dem [[Domkapitel]] – da er dessen persönliches Vertrauen genoss. Die Zenokirche war bis zum Entstehen des Stifts die Pfarrkirche von Reichenhall, wie aus der Gründungsurkunde von [[1136}} hervorgeht. Falls die Zenokirche nicht schon längere Zeit Pfarrkirche war, könnte sie zu Beginn der mehrjährigen Gründungs- und Aufbauphase des Chorherrenstifts um 1121 die Kirche Johannes des Täufers (innerhalb der Stadtmauern) als Pfarrkirche abgelöst haben. |
| − | Diese Zenokirche wurde abgebrochen und an ihrer Stelle eine neue Stiftskirche mit gewaltigen Ausmaßen errichtet, welche grundsätzlich allein den Chorherren vorbehalten war. Für die Bevölkerung musste daher eine eigene Pfarrkirche, „Leutkirche“ genannt, erbaut werden. Unter Lanzos Nachfolger Propst Heinrich I. (1146-1156) errichtete man diese westlich der Stiftsgebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Erzbischof [[Eberhard I.]] weihte sie im Jahre [[1158]] zu Ehren der heiligen Maria. Die Marienkirche war damit die Pfarrkirche für die das ganze Reichenhaller Tal umfassende Pfarrei. (Heute ist davon noch der Chor gegenüber dem Pfarrhof zu sehen.) | + | |
| | + | Diese Zenokirche wurde abgebrochen und an ihrer Stelle eine neue Stiftskirche mit gewaltigen Ausmaßen errichtet, welche grundsätzlich allein den Chorherren vorbehalten war. Für die Bevölkerung musste daher eine eigene Pfarrkirche, „Leutkirche“ genannt, erbaut werden. Unter Lanzos Nachfolger Propst Heinrich I. (1146 - 1156) errichtete man diese westlich der Stiftsgebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Erzbischof [[Eberhard I.]] weihte sie im Jahre [[1158]] zu Ehren der heiligen Maria. Die Marienkirche war damit die Pfarrkirche für die das ganze Reichenhaller Tal umfassende Pfarrei. Heute ist davon noch der Chor gegenüber dem Pfarrhof zu sehen. |
| | | | |
| | ==Zentrum der Seelsorge== | | ==Zentrum der Seelsorge== |
| − | Hauptaufgabe der Augustiner-Chorherren war die Seelsorge. Seit dem 12. Jh. unterstanden St. Zeno die Kirchen im Reichenhaller Tal (u.a. die Marienkirche Großgmain) und die Pfarreien im Pillerseetal, Kössen und Kirchdorf in Tirol, Inzell und Reit im Winkl. Ab dem 14. Jh. kamen [[Unken]], [[St. Martin bei Lofer]] und [[Petting]] am Waginger See hinzu. Von den 20 bis 30 Chorherren lebte die Hälfte nicht im Stift, sondern war in den genannten Pfarreien als Pfarrer tätig. | + | Hauptaufgabe der Augustiner-Chorherren war die Seelsorge. Seit dem [[12. Jahrhundert]] unterstanden St. Zeno die Kirchen im Reichenhaller Tal (u.a. die [[Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau|Marienkirche]] in [[Großgmain]]) und die Pfarreien im Pillerseetal, Kössen und Kirchdorf in Tirol, [[Inzell]] und Reit im Winkl. Ab dem 14. Jahrhundert kamen [[Unken]], [[Sankt Martin bei Lofer]] und [[Petting]] am [[Waginger See]] hinzu. Von den 20 bis 30 Chorherren lebte die Hälfte nicht im Stift, sondern war in den genannten Pfarreien als Pfarrer tätig. |
| | | | |
| | ==Besitzungen== | | ==Besitzungen== |
| − | St. Zeno besaß bis ins 16. Jh. eigene Sudpfannen bei der Reichenhaller Saline. Vorrausetzung dafür war großer Waldbesitz (für Brennholz). Die Salzerzeugung war die größte Einnahmequelle des Stifts. St. Zeno übte über Jahrhunderte die Hofmarksrechte über die Hofmark Inzell aus. | + | St. Zeno besaß bis ins 16. Jahrhundert eigene Sudpfannen bei der [[Saline Reichenhall|Reichenhaller Saline]] . Voraussetzung dafür war großer Waldbesitz (für Brennholz). Die Salzerzeugung war die größte Einnahmequelle des Stifts. St. Zeno übte über Jahrhunderte die Hofmarksrechte über die Hofmark Inzell aus. |
| − | Außerdem besaß St. Zeno einen eigenen Weinberg bei Krems in der Wachau. Dieser Wein wurde im Kloster selbst getrunken und beim klostereigenen Hofwirt ausgeschenkt. Von [[1720]] bis [[1803]] brauten die Chorherren für ihren Eigenbedarf Bier, das auch in den unterstellten Pfarreien ausgeschenkt werden durfte. Der unerlaubte Verkauf des Bieres an Reichenhaller Wirte führte zu Konflikten mit den Reichenhaller Brauern. | + | |
| | + | Außerdem besaß St. Zeno einen eigenen Weinberg bei Krems in der Wachau. Dieser Wein wurde im Kloster selbst getrunken und beim klostereigenen Hofwirt ausgeschenkt. Von [[1720]] bis [[1803]] brauten die Chorherren für ihren Eigenbedarf [[Bier]], das auch in den unterstellten Pfarreien ausgeschenkt werden durfte. Der unerlaubte Verkauf des Bieres an Reichenhaller Wirte führte zu Konflikten mit den Reichenhaller Brauern. |
| | | | |
| | ==Kulturzentrum== | | ==Kulturzentrum== |
| − | Das Stift erlebte einen Aufschwung in der Barockzeit, in der es ein bedeutendes Kulturzentrum des Reichenhaller Tales wurde. Vor allem Musik und schriftstellerisches Schaffen wurde gefördert. Bedeutend sind der Komponist [[Joseph Joachim Benedikt Münster]] und der Theologe und Aufklärer [[Benedikt Poiger]]. | + | Das Stift erlebte einen Aufschwung in der [[Barock]]zeit, in der es ein bedeutendes Kulturzentrum des Reichenhaller Tales wurde. Vor allem Musik und schriftstellerisches Schaffen wurde gefördert. Bedeutend sind der Komponist [[Joseph Joachim Benedikt Münster]] und der Theologe und Aufklärer [[Benedikt Poiger]]. |
| | | | |
| | ==Aufhebung== | | ==Aufhebung== |
| − | Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster [[1803]] aufgelöst. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche und die Klostergebäude gingen zunächst in Privatbesitz über. [[1821]] wurden die Diözesangrenzen an die Landesgrenzen angeglichen. Das Gebiet östlich des Inn, das bis dahin kirchlich zum Erzbistum Salzburg gehört hatte, fiel in die Zuständigkeit des Bistums München und Freising. [[1852]] übernahm der Orden der Englischen Fräulein die Gebäude und betrieb dort eine renommierte Mädchenschule mit Internat. Heute ist die Realschule im Besitz des Erzbistums München und Freising und nimmt seit 2013 auch Buben auf. | + | Im Zuge der [[Säkularisation]] wurde das Kloster [[1803]] aufgelöst. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche und die Klostergebäude gingen zunächst in Privatbesitz über. [[1821]] wurden die Diözesangrenzen an die Landesgrenzen angeglichen. Das Gebiet östlich des [[Inn]], das bis dahin kirchlich zum [[Erzbistum Salzburg]] gehört hatte, fiel in die Zuständigkeit des Bistums München und Freising. [[1852]] übernahm der Orden der Englischen Fräulein die Gebäude und betrieb dort eine renommierte Mädchenschule mit Internat. Heute ist die Realschule im Besitz des Erzbistums München und Freising und nimmt seit 2013 auch Buben auf. |
| | St. Zeno ist Hauptsitz der [[2012]] neu gegründeten Katholischen Stadtkirche Bad Reichenhall, in der alle bayerischen Pfarreien im Reichenhaller Tal zusammengeschlossen sind. | | St. Zeno ist Hauptsitz der [[2012]] neu gegründeten Katholischen Stadtkirche Bad Reichenhall, in der alle bayerischen Pfarreien im Reichenhaller Tal zusammengeschlossen sind. |
| | | | |
| − |
| |
| − |
| |
| | ==Baugeschichte der Kirche== | | ==Baugeschichte der Kirche== |
| − | | + | === Romanik === |
| − | '''Romanik'''
| |
| | 1228 wurde die dreischiffige romanische Basilika mit flachen Holzdecken vollendet. Ursprünglich waren zwei Türme geplant, nur einer wurde jedoch tatsächlich gebaut und erhielt ein Satteldach. Architektonische Vorbilder waren der alte Salzburger Dom, der Dom von Gurk in Kärnten und oberitalienische Kirchenbauten. Mit 90 Metern Länge war St. Zeno eine der größten romanischen Kirchen in Altbayern. Vom romanischen Bau sind heute noch Portal und Apsis vollständig erhalten. | | 1228 wurde die dreischiffige romanische Basilika mit flachen Holzdecken vollendet. Ursprünglich waren zwei Türme geplant, nur einer wurde jedoch tatsächlich gebaut und erhielt ein Satteldach. Architektonische Vorbilder waren der alte Salzburger Dom, der Dom von Gurk in Kärnten und oberitalienische Kirchenbauten. Mit 90 Metern Länge war St. Zeno eine der größten romanischen Kirchen in Altbayern. Vom romanischen Bau sind heute noch Portal und Apsis vollständig erhalten. |
| | | | |
| − | '''Spätgotik'''
| + | ===Spätgotik=== |
| | Kirche und Stift wurden [[1512]] durch Brand teilweise zerstört und daraufhin im spätgotischen Stil instand gesetzt und verändert. Baumeister war der salzburgische „Hofmaurer“ [[Peter Intzinger]]. Der Turm erhielt eine hochgezogene Kuppel mit 4 Ecktürmchen. Man errichtete die Portal-Vorhalle und in das Kirchenschiff wurde ein gotisches Gewölbe eingezogen. Die Krypta wurde zugeschüttet und 15 neue Altäre aufgestellt. Aus dieser Zeit (um 1520) stammen Taufstein, Kanzel und Chorgestühl. | | Kirche und Stift wurden [[1512]] durch Brand teilweise zerstört und daraufhin im spätgotischen Stil instand gesetzt und verändert. Baumeister war der salzburgische „Hofmaurer“ [[Peter Intzinger]]. Der Turm erhielt eine hochgezogene Kuppel mit 4 Ecktürmchen. Man errichtete die Portal-Vorhalle und in das Kirchenschiff wurde ein gotisches Gewölbe eingezogen. Die Krypta wurde zugeschüttet und 15 neue Altäre aufgestellt. Aus dieser Zeit (um 1520) stammen Taufstein, Kanzel und Chorgestühl. |
| | | | |
| − | '''Barock'''
| + | ===Barock=== |
| − | Am Beginn der Umgestaltung [[1647]] stellte man barocke Altäre auf. [[1673]] erfolgte ein Umbau des Turms, dem eine Kuppel aufgesetzt wurde, die an die Müllner Kirche in Salzburg erinnert (Kupferstich). Im Jahre 1745 wurden die gotischen Gewölberippen abgeschlagen und stattdessen Rokokostuck angebracht sowie die barocken Altäre durch neue im Rokokostil ersetzt. Bei einem Brand wurde 1789 der Turm beschädigt, er erhielt ein Notdach. Erst im 19. Jh. hat man ihn in der heutigen Form instand gesetzt. | + | Am Beginn der Umgestaltung [[1647]] stellte man barocke Altäre auf. [[1673]] erfolgte ein Umbau des Turms, dem eine Kuppel aufgesetzt wurde, die an die Müllner Kirche in Salzburg erinnert (Kupferstich). Im Jahre 1745 wurden die gotischen Gewölberippen abgeschlagen und stattdessen Rokokostuck angebracht sowie die barocken Altäre durch neue im [[Rokoko]]stil ersetzt. Bei einem Brand wurde 1789 der Turm beschädigt, er erhielt ein Notdach. Erst im 19. Jh. hat man ihn in der heutigen Form instand gesetzt. |
| | | | |
| − | '''Neuromanik'''
| + | ===Neuromanik=== |
| | [[1865]] erfolgte eine Rück-Romanisierung der Kirche durch Pfarrer [[Franz von Leonrod]]. Der Rokokostuck wurde abgeschlagen und die drei romanischen Fenster in der Apsis wieder geöffnet. Das Rosettenfenster an der Westfassade wurde angebracht. | | [[1865]] erfolgte eine Rück-Romanisierung der Kirche durch Pfarrer [[Franz von Leonrod]]. Der Rokokostuck wurde abgeschlagen und die drei romanischen Fenster in der Apsis wieder geöffnet. Das Rosettenfenster an der Westfassade wurde angebracht. |
| | | | |
| − | '''Neugotik'''
| + | ===Neugotik=== |
| | Leonrods Nachfolger [[Anton Thoma]] führte eine Regotisierung durch. [[1874]] hat man einen neugotischen Hochaltar aufgestellt. (Der barocke Hochaltar wurde verkauft) Die vier heute noch vorhandenen neugotischen Seitenaltäre wurden 1876/77 aufgestellt. Das Anbringen von gotischen Gewölberippen und eine Ausmalung der Kirche kamen nicht zustande. | | Leonrods Nachfolger [[Anton Thoma]] führte eine Regotisierung durch. [[1874]] hat man einen neugotischen Hochaltar aufgestellt. (Der barocke Hochaltar wurde verkauft) Die vier heute noch vorhandenen neugotischen Seitenaltäre wurden 1876/77 aufgestellt. Das Anbringen von gotischen Gewölberippen und eine Ausmalung der Kirche kamen nicht zustande. |
| | | | |
| | ==20. Jahrhundert== | | ==20. Jahrhundert== |
| − |
| |
| | In den [[1930er]] Jahren erfolgte eine Umgestaltung zum heutigen Erscheinungsbild. Unter anderem wurden das Christus-Fresko in der Apsis und die farbige Ausgestaltung der Kirche geschaffen. Der heutige Hochaltar wurde in den 1960er Jahren aus teilweise alten Teilen zusammengestellt. Die im 19. und 20. Jahrhundert im Abstand von nur wenigen Jahren und meist halbherzig durchgeführten Renovierungen im jeweiligen Zeitgeschmack haben eine nüchterne Atmosphäre des Kirchenraums mit stilistischen und ikonographischen Unstimmigkeiten zur Folge. | | In den [[1930er]] Jahren erfolgte eine Umgestaltung zum heutigen Erscheinungsbild. Unter anderem wurden das Christus-Fresko in der Apsis und die farbige Ausgestaltung der Kirche geschaffen. Der heutige Hochaltar wurde in den 1960er Jahren aus teilweise alten Teilen zusammengestellt. Die im 19. und 20. Jahrhundert im Abstand von nur wenigen Jahren und meist halbherzig durchgeführten Renovierungen im jeweiligen Zeitgeschmack haben eine nüchterne Atmosphäre des Kirchenraums mit stilistischen und ikonographischen Unstimmigkeiten zur Folge. |
| | + | |
| | + | ==Kreuzgang== |
| | + | [[Datei:Romanisches Relief mit Kaiser Friedrich Barbarossa im Kreuzgang von St. Zeno.jpg|thumb|Romanisches Relief mit Kaiser Friedrich Barbarossa im Kreuzgang von St. Zeno]] |
| | + | Der Kreuzgang von St. Zeno stammt aus dem Ende des [[12. Jahrhundert]]s. Er wurde im romanischen Stil erbaut und war ursprünglich mit einer flachen Holzdecke versehen. Aus romanischer Zeit erhalten sind die Doppelfenster und Säulen sowie Portale (Wechsel von [[Untersberger Marmor]], weiß und [[Adneter Marmor]], rot). In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgte der Einbau des gotischen Gewölbes mit Gewölberippen. |
| | | | |
| | + | Im Kreuzgang befindet sich das bekannte romanische Relief für [[Friedrich I. Barbarossa]] („Fridericus IMP“ = Imperator) Der Kaiser gilt als Schutzherr und Wohltäter des Klosters. Seitlich davon ein Relief mit der Fabel vom Wolf und dem Kranich des altgriechischen Dichters Äsop. |
| | | | |
| − |
| |
| − | '''Kreuzgang'''
| |
| − | [[Datei:Romanisches Relief mit Kaiser Friedrich Barbarossa im Kreuzgang von St. Zeno.jpg|thumb|Romanisches Relief mit Kaiser Friedrich Barbarossa im Kreuzgang von St. Zeno]]
| |
| − | Der Kreuzgang von St. Zeno stammt aus dem Ende des [[12. Jahrhundert]]s. Er wurde im romanischen Stil erbaut und war ursprünglich mit einer flachen Holzdecke versehen. Aus romanischer Zeit erhalten sind die Doppelfenster und Säulen sowie Portale (Wechsel von Untersberger Marmor, weiß und Adneter Marmor, rot). In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgte der Einbau des gotischen Gewölbes mit Gewölberippen.
| |
| − | Im Kreuzgang befindet sich das bekannte romanische Relief für [[Friedrich I. Barbarossa]] („Fridericus IMP“ = Imperator) Der Kaiser gilt als Schutzherr und Wohltäter des Klosters. Seitlich davon ein Relief mit der Fabel vom Wolf und dem Kranich des altgriechischen Dichters Äsop.
| |
| | Die Grabplatten im Kreuzgang stammen aus der Zeit zwischen [[1348]] und [[1609]]. Es sind Denkmäler angesehener Adeliger, Geistlicher, und Bürger, vor allem der Salzmeier (Verwalter der Reichenhaller Saline). | | Die Grabplatten im Kreuzgang stammen aus der Zeit zwischen [[1348]] und [[1609]]. Es sind Denkmäler angesehener Adeliger, Geistlicher, und Bürger, vor allem der Salzmeier (Verwalter der Reichenhaller Saline). |
| | + | |
| | ==Weblink== | | ==Weblink== |
| | * siehe auch [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno]] | | * siehe auch [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno]] |