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Neben dem Pass Strub wurde dann auch der [[Steinpass]] zu einem Schicksalsort in der Salzburger Geschichte. Da Reichenhall zu einer starken bayrischen Festung ausgebaut wurde, blieb den Schützenverbänden zunächst nichts anderes übrig, als Reichenhall zu belagern, um später zur [[Salzburg|Stadt Salzburg]] vorstoßen zu können. Als einige Sturmangriffe auf Reichenhall scheiterten und es nicht mehr möglich war, die enorme Schützenstreitmacht zu verpflegen und zu entlohnen, sank die  Moral der Männer. Die  abnehmende Zahl der Freiheitskämpfer blieb den Bayern nicht  verborgen, die ihrerseits Truppenverstärkung erhielten. Die Bayern  gingen zum Gegenangriff über und die Tiroler und Salzburger Schützen  mussten sich hinter Schneizlreuth zurückziehen. Die  Versorgungslage der Tiroler und Salzburger wurde immer verzweifelter.  Denn die Bayern hatten im Hinterland alles Vieh geschlachtet, das Getreide vernichtet und die Unterkünfte verbrannt.
 
Neben dem Pass Strub wurde dann auch der [[Steinpass]] zu einem Schicksalsort in der Salzburger Geschichte. Da Reichenhall zu einer starken bayrischen Festung ausgebaut wurde, blieb den Schützenverbänden zunächst nichts anderes übrig, als Reichenhall zu belagern, um später zur [[Salzburg|Stadt Salzburg]] vorstoßen zu können. Als einige Sturmangriffe auf Reichenhall scheiterten und es nicht mehr möglich war, die enorme Schützenstreitmacht zu verpflegen und zu entlohnen, sank die  Moral der Männer. Die  abnehmende Zahl der Freiheitskämpfer blieb den Bayern nicht  verborgen, die ihrerseits Truppenverstärkung erhielten. Die Bayern  gingen zum Gegenangriff über und die Tiroler und Salzburger Schützen  mussten sich hinter Schneizlreuth zurückziehen. Die  Versorgungslage der Tiroler und Salzburger wurde immer verzweifelter.  Denn die Bayern hatten im Hinterland alles Vieh geschlachtet, das Getreide vernichtet und die Unterkünfte verbrannt.
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Nach heftigen Gefechten zog sich der Oberkommandierende der Tiroler Freiheitskämpfer, [[Josef Speckbacher]], in [[Melleck]] (Steinpass)  zurück, wo er sich sicher glaubte. Doch am [[17. Oktober]] [[1809]]  gelang es den Bayern, die Vorposten der Schützen über die Berge her zu  umgehen und Melleck zu umstellen. Durch Verrat wurde Speckbachers  Aufenthalt bekannt, die Angreifer umzingelten ihn. Es kam zu einem  wilden Gefecht. Zwar wehrten sich Speckbacher und seine Getreuen, doch  die Bayern waren in der Überzahl. Die im Schlaf überraschten, oft nur  mit ihrer Leibwäsche bekleideten Schützen kämpften verwegen, mussten  sich dann jedoch über [[Gföll]] Richtung [[Kammerköhr]] und später über  die Steinplatte (auch ''Steingasse'' genannt) nach Waidring  zurückziehen.
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Nach heftigen Gefechten zog sich der Oberkommandierende der Tiroler Freiheitskämpfer, [[Josef Speckbacher]], nach [[Melleck]] (Steinpass)  zurück, wo er sich sicher glaubte. Doch am [[17. Oktober]] [[1809]]  gelang es den Bayern, die Vorposten der Schützen über die Berge her zu  umgehen und Melleck zu umstellen. Durch Verrat wurde Speckbachers  Aufenthalt bekannt, die Angreifer umzingelten ihn. Es kam zu einem  wilden Gefecht. Zwar wehrten sich Speckbacher und seine Getreuen, doch  die Bayern waren in der Überzahl. Die im Schlaf überraschten, oft nur  mit ihrer Leibwäsche bekleideten Schützen kämpften verwegen, mussten  sich dann jedoch über [[Gföll]] Richtung [[Kammerköhr]] und später über  die Steinplatte (auch ''Steingasse'' genannt) nach Waidring  zurückziehen.
    
Der schwer durch Bajonettstiche verletzte  Speckbacher scharte im Gebiet der Steinplatte noch Hundert verstreute  und teilweise entwaffnete Getreue um sich. Aber der Tag endete mit einer  verlustreichen Niederlage für die Tiroler und Salzburger. Zehn  Kompanien aufgerieben - 300 Tote und 400 Landesverteidiger in  bayerischer Gefangenschaft. Die Pinzgauer Schützen unter [[Anton  Wallner]], die am [[Luftenstein]] und am [[Hirschbichl]] den Eingang in  den Pinzgau verteidigten, konnten den Widerstand noch einige Zeit  aufrecht erhalten. Doch nach dem Aufruf des Kaisers, die Waffen  abzugeben und weiteres Blutvergießen zu vermeiden, weigerten sich viele  Schützen, weiter zu kämpfen und rückten ab. So mussten die Pinzgauer  Schützen am [[19. Oktober]] [[1809]] bei [[Dießbach]] kapitulieren.
 
Der schwer durch Bajonettstiche verletzte  Speckbacher scharte im Gebiet der Steinplatte noch Hundert verstreute  und teilweise entwaffnete Getreue um sich. Aber der Tag endete mit einer  verlustreichen Niederlage für die Tiroler und Salzburger. Zehn  Kompanien aufgerieben - 300 Tote und 400 Landesverteidiger in  bayerischer Gefangenschaft. Die Pinzgauer Schützen unter [[Anton  Wallner]], die am [[Luftenstein]] und am [[Hirschbichl]] den Eingang in  den Pinzgau verteidigten, konnten den Widerstand noch einige Zeit  aufrecht erhalten. Doch nach dem Aufruf des Kaisers, die Waffen  abzugeben und weiteres Blutvergießen zu vermeiden, weigerten sich viele  Schützen, weiter zu kämpfen und rückten ab. So mussten die Pinzgauer  Schützen am [[19. Oktober]] [[1809]] bei [[Dießbach]] kapitulieren.
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Im Zuge Kampfhandlungen kam es in [[Taxenbach]] zum Kampf an der  [[Halbstundenbrücke]], wo Anton Wallner mit 400 Pinzgauern eine  zwanzigfache Übermacht sieben Stunden aufgehalten kann.
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Im Zuge Kampfhandlungen kam es in [[Taxenbach]] zum Kampf an der  [[Halbstundenbrücke]], wo Anton Wallner mit 400 Pinzgauern eine  zwanzigfache Übermacht sieben Stunden aufhalten konnte.
    
==Siehe auch==
 
==Siehe auch==