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Die '''Geschichte von Zell am See''' reicht in die Frühgeschichte zurück, die erste Erwähung der Gründung als ''Cella in Bisontio'' erfolgte in der [[Notitia Arnonis]] im Jahr [[788]]/[[790]], das Marktrecht (als Pan- bzw. Bannmarkt) reicht in das frühe 14. Jahrhundert zurück, [[1928]] wurde Zell am See zur Stadt erhoben.
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Die '''Geschichte von Zell am See''' reicht in die Frühgeschichte zurück, die erste Erwähnung der Gründung als ''Cella in Bisontio'' erfolgte in der [[Notitia Arnonis]] im Jahr [[788]]/[[790]], das Marktrecht (als Pan- bzw. Bannmarkt) reicht in das frühe [[14. Jahrhundert]] zurück, [[1928]] wurde Zell am See zur Stadt erhoben.
    
== Die Anfänge ==
 
== Die Anfänge ==
Die noch im  [[8. Jahrhundert]] verwendete Ortsbezeichnung  „in Bisontio“ im Zusammenhang mit dem [[Kelten|keltischen]] Volksstamm der [[Ambisonten]], bronzezeitliche Keramikfragmente und Kupferschmelzplätze (nahe der [[Ebenbergalm]], der Mittelstation und in [[Thumersbach]]) weisen auf eine Begehung und vermutlich auch erste  Besiedlung des Raumes um den [[Zeller See]] schon vor über 3 000 Jahren hin. Auch in der Zeit der [[Römer]] und der [[Völkerwanderung]] dürfte der verkehrsgeografisch günstig gelegene Ort am Kreuzungspunkt mehrerer Verkehrswege ([[Saalachtal]], [[Salzachtal]], Nord-Süd-Verbindung über den [[Alpenhauptkamm]] mit einem keltisch-römischen Passheiligtum am [[Hochtor]]) sicher von Interesse gewesen sein. Manches spricht dafür, dass der [[Saumpfad|Saumhandel]] und die damit im Zusammenhang stehende Siedlung bis zur [[Bajuwaren|bajuwarischen]] Landnahme im [[Mittelalter|Frühmittelalter]] nie gänzlich aufgegeben wurden, auch die Gründung eines „Klosters“ als Wirtschaftszelle (vergleichbar einem Hospiz) in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts dürfte damit im Zusammenhang stehen.
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Die noch im  [[8. Jahrhundert]] verwendete Ortsbezeichnung  „in Bisontio“ im Zusammenhang mit dem [[Kelten|keltischen]] Volksstamm der [[Ambisonten]], bronzezeitliche Keramikfragmente und Kupferschmelzplätze (nahe der [[Ebenbergalm]], der Mittelstation und in [[Thumersbach]]) weisen auf eine Begehung und vermutlich auch erste  Besiedlung des Raumes um den [[Zeller See]] schon vor über 3 000 Jahren hin. Auch in der Zeit der [[Römer]] und der [[Völkerwanderung]] dürfte der verkehrsgeografisch günstig gelegene Ort am Kreuzungspunkt mehrerer Verkehrswege ([[Saalachtal]], [[Salzachtal]], Nord-Süd-Verbindung über den [[Alpenhauptkamm]] mit einem keltisch-römischen Passheiligtum am [[Hochtor]]) sicher von Interesse gewesen sein. Manches spricht dafür, dass der [[Saumpfad|Saumhandel]] und die damit im Zusammenhang stehende Siedlung bis zur [[Bajuwaren|bajuwarischen]] Landnahme im [[Mittelalter|Frühmittelalter]] nie gänzlich aufgegeben wurden, auch die Gründung eines „Klosters“ als Wirtschaftszelle (vergleichbar einem Hospiz) in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts dürfte damit im Zusammenhang stehen.
    
== Die bayerische Cella in Bisontio ==
 
== Die bayerische Cella in Bisontio ==
Die „Cella in Bisontio“ wird zwar in dem [[Salzburger Güterverzeichnis]] [[Notitia Arnonis]] (Aufzeichnungen des [[Arno]]) im Jahr [[788]]/[[790]] (frühere Jahresangaben wie [[740]], [[743]], [[748]] oder Zeitangaben wie „unter  Bischof Johannes“ sind nicht belegbare Erfindungen) erstmals urkundlich erwähnt, der gesamte [[Pinzgau]] gehörte zur damaligen Zeit aber zum Herzogtum [[Bayern]], die territoriale Macht war auf mehrere einflussreiche bayerische Grafschaften verteilt. Die Stifter der Celle müssen daher im adeligen Umkreis des [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzogs]] [[Tassilo III.]] gesucht werden, auch der Herzog selbst kann als Gründer nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Name ''Cella'' (Czel, Cell, Zell, …) setzte sich jedenfalls bald als Bezeichnung  auch für die weltliche Ansiedlung durch, von der (früh-)mittelalterlichen Anlage des  Marktplatzes (heute Stadtplatz) blieb die Anordnung der Gebäude und hierbei insbesondere der Vogtturm im Wesentlichen unverändert erhalten. Die Bauherren dieses stattlichen Turmes sind unbekannt, müssen aber jedenfalls auch in einflussreichen Adelsgeschlechtern (Herren von Pinzgowe?) gesucht werden.
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Die „Cella in Bisontio“ wird zwar in dem [[Salzburger Güterverzeichnis]] [[Notitia Arnonis]] (Aufzeichnungen des [[Arno]]) im Jahr [[788]]/[[790]] (frühere Jahresangaben wie [[740]], [[743]], [[748]] oder Zeitangaben wie „unter  Bischof Johannes“ sind nicht belegbare Erfindungen) erstmals urkundlich erwähnt, der gesamte [[Pinzgau]] gehörte zur damaligen Zeit aber zum Herzogtum [[Bayern]], die territoriale Macht war auf mehrere einflussreiche bayerische Grafschaften verteilt. Die Stifter der Celle müssen daher im adeligen Umkreis des [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzogs]] [[Tassilo III.]] gesucht werden, auch der Herzog selbst kann als Gründer nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Name ''Cella'' (Czel, Cell, Zell, …) setzte sich jedenfalls bald als Bezeichnung  auch für die weltliche Ansiedlung durch, von der (früh-)mittelalterlichen Anlage des  Marktplatzes (heute [[Stadtplatz (Zell am See)|Stadtplatz]]) blieb die Anordnung der Gebäude und hierbei insbesondere der Vogtturm im Wesentlichen unverändert erhalten. Die Bauherren dieses stattlichen Turmes sind unbekannt, müssen aber jedenfalls auch in einflussreichen Adelsgeschlechtern (Herren von Pinzgowe?) gesucht werden.
    
== Die Kirche zum hl. Hippolyt==
 
== Die Kirche zum hl. Hippolyt==
Die heutige [[Stadtpfarrkirche St. Hippolyth]] mit einer historisch interessanten [[Krypta]] reicht in ihren Wurzeln möglicherweise bis in die Gründerzeit der Cella zurück, eine neben dem Eingang zur Sakristei eingemauerte antike Kopfskulptur sowie andere Bauteile aus der Römerzeit (Spolien) könnten möglicherweise sogar als Hinweise auf eine vorchristliche Kultstätte gedeutet werden. Auch die alte Propstei am Stadtplatz (heute [[Spänglerbank]] und Kellergewölbe in der Kirchgasse weisen ein hohes Alter auf. Neben der  (vermutlich adeligen Eigen-) Kirche zum hl. Hippolyt stand früher die Volks- und Wallfahrtskirche Maria im Wald (Maria Walt), sie musste 1770 nach einem verheerenden Brand im Ortszentrum abgerissen werden. Auch die Hippolytkirche wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, nach den Wünschen der Einwohner hätte sie durch einen Neubau ersetzt werden sollen.
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Die heutige [[Stadtpfarrkirche St. Hippolyth]] mit einer historisch interessanten [[Krypta]] reicht in ihren Wurzeln möglicherweise bis in die Gründerzeit der Cella zurück, eine neben dem Eingang zur Sakristei eingemauerte antike Kopfskulptur sowie andere Bauteile aus der Römerzeit (Spolien) könnten möglicherweise sogar als Hinweise auf eine vorchristliche Kultstätte gedeutet werden. Auch die alte Propstei am Stadtplatz (heute [[Spänglerbank]]) und Kellergewölbe in der Kirchgasse weisen ein hohes Alter auf. Neben der  (vermutlich adeligen Eigen-) Kirche zum hl. Hippolyt stand früher die Volks- und Wallfahrtskirche Maria im Wald (Maria Walt), sie musste 1770 nach einem verheerenden Brand im Ortszentrum abgerissen werden. Auch die Hippolytkirche wurde arg in Mitleidenschaft gezogen, nach den Wünschen der Einwohner hätte sie durch einen Neubau ersetzt werden sollen.
    
==Das Aufkommen Salzburgs, Marktprivilegien, Handel und Gericht im Hoch- und Spätmittelalter==
 
==Das Aufkommen Salzburgs, Marktprivilegien, Handel und Gericht im Hoch- und Spätmittelalter==
Im [[12. Jahrhundert|12.]] und [[13. Jahrhundert]] nahm der Einfluss des Salzburgs [[Innergebirg]] kontinuierlich zu, umfangreiche Erbrechte sicherten [[1228]] den Besitz des Fürsterzbistums im [[Pinzgau]] ab, endgültig fielen die einzelnen Grafschaften [[1480]] unter den Krummstab. Schon lange musste jedenfalls auch das [[1217]] gegründete und von Salzburg abhängige [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistum]] [[Chiemsee]] (mit einer Residenz auf [[Schloss Fischhorn]]) von der Zeller Pfarre in Form von Mensalabgaben mitversorgt werden.
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Im [[12. Jahrhundert|12.]] und [[13. Jahrhundert]] nahm der Einfluss des Salzburg<!--?-->er Erzbischof<!--/?-->s <!--?-->im<!--/?--> [[Innergebirg]] kontinuierlich zu, umfangreiche Erbrechte sicherten [[1228]] den Besitz des Fürsterzbistums im [[Pinzgau]] ab, endgültig fielen die einzelnen Grafschaften [[1480]] unter den Krummstab. Schon lange musste jedenfalls auch das [[1217]] gegründete und von Salzburg abhängige [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistum]] [[Chiemsee]] (mit einer Residenz auf [[Schloss Fischhorn]]) von der Zeller Pfarre in Form von Mensalabgaben mitversorgt werden.
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Die Ursprünge des Zeller Marktrechts reichen in die erste Hälfte des [[14. Jahrhundert]]s zurück, nach einer Reihung auf einer [[Salzburger Landtafel]] (anno [[1620]]) dürfte Zell sogar – aufgrund der zentralen Lage nicht wenig verwunderlich – der zeitlich erste Markt im Pinzgau gewesen sein. Unter [[Erzbischof]] [[Ortolf von Weißeneck]] bekamen die Zeller Bürger [[1357]] weitere Marktprivilegien, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erneuert und ausgedehnt wurden, unter anderem deshalb, weil sich der Nord-Süd-Handel immer mehr auf die inzwischen zu einem Karrenweg ausgebaute „[[Untere Straße]]“ über den [[Radstädter Tauern]] verlagerte.
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Die Ursprünge des Zeller Marktrechts reichen in die erste Hälfte des [[14. Jahrhundert]]s zurück, nach einer Reihung auf einer [[Salzburger Landtafel]] (anno [[1620]]) dürfte Zell sogar – aufgrund der zentralen Lage wenig verwunderlich – der zeitlich erste Markt im Pinzgau gewesen sein. Unter [[Erzbischof]] [[Ortolf von Weißeneck]] bekamen die Zeller Bürger [[1357]] weitere Marktprivilegien, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erneuert und ausgedehnt wurden, unter anderem deshalb, weil sich der Nord-Süd-Handel immer mehr auf die inzwischen zu einem Karrenweg ausgebaute „[[Untere Straße]]“ über den [[Radstädter Tauern]] verlagerte.
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Dennoch nahmen die Zeller als Beherberger, Säumer und Zwischenhändler immer noch eine bedeutende Rolle ein, man belieferte den Süden vorwiegend mit [[Salz]] aus den erzbischöflichen Salinen und kehrte mit Produkten des Mittelmeerraumes (Süßwein, Öl, Südfrüchte, „Venedigerwaren“, …) zurück. Zahlreiche schon im [[15. Jahrhundert]] verbriefte Zeller Gast- und Beherbergungsbetriebe standen vornehmlich in Verbindung zu an den Handel gebundenen „Weinlehen“, für die Saumpferde standen z.T. große Stallungen zur Verfügung. Das ursprüngliche für alle Märkte geltende Panmarktrecht (wobei der Handel in die Marktorte „gezwungen“ wurde) beanspruchte man hierorts sehr lange, allerdings wurden diese Bestimmungen später fälschlich als Gewerbefreiheitsrechte interpretiert und deshalb von der Landesobrigkeit eingezogen.
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Dennoch nahmen die Zeller als Beherberger, Säumer und Zwischenhändler immer noch eine bedeutende Rolle ein, man belieferte den Süden vorwiegend mit [[Salz]] aus den erzbischöflichen Salinen und kehrte mit Produkten des Mittelmeerraumes (Süßwein, Öl, Südfrüchte, „[[Venedig]]er<u></u>waren“, …) zurück. Zahlreiche schon im [[15. Jahrhundert]] verbriefte Zeller Gast- und Beherbergungsbetriebe standen vornehmlich in Verbindung zu an den Handel gebundenen „Weinlehen“, für die Saumpferde standen z.T. große Stallungen zur Verfügung. Das ursprüngliche für alle Märkte geltende Panmarktrecht (wobei der Handel in die Marktorte „gezwungen“ wurde) beanspruchte man hierorts sehr lange, allerdings wurden diese Bestimmungen später fälschlich als Gewerbefreiheitsrechte interpretiert und deshalb von der Landesobrigkeit eingezogen.
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Im Spätmittelalter kann Zell auch als Gerichtsort belegt werden, kurz vor [[1600]] vereinte man das hiesige Landgericht mit der Pflege von [[Kaprun]] und dem [[Urbar]]<nowiki>amt</nowiki> in [[Fusch]], der Markt Zell im Pinzgau wurde somit auch zentraler Ort der Verwaltung und des Gerichtes.
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Im Spätmittelalter kann Zell auch als Gerichtsort belegt werden, kurz vor [[1600]] vereinte man das hiesige Landgericht mit der [[Pfleggericht|Pflege]] von [[Kaprun]] und dem [[Urbar]]<nowiki>amt</nowiki> in [[Fusch]], der Markt Zell im Pinzgau wurde somit auch zentraler Ort der Verwaltung und des Gerichtes.
    
== Bergbau und Gewerken ==
 
== Bergbau und Gewerken ==
Eine wichtige Rolle spielte über Jahrhunderte hinweg auch der [[Bergbau]], in zahlreichen Stollen in den damals noch selbstständigen Kommunen [[Bruckberg]] und [[Thumersbach]] wurden Kupfer- und Schwefelkieserze sowie silberhaltiger  Bleiglanz und Zinkblende abgebaut. Das „Empfachs- und Freypuech“ des „Perckhgerichts“ Zell am See weist [[1542]] zahlreiche Stollen im Besitz mehrerer Gewerken am Lienberg und Limberg auf. Obwohl der [[Bergbau]] in der Folge, auch bedingt durch eine allgemeine schwere Wirtschaftskrise, rapide abnahm, konnten [[1611]] immer noch bis zu 400 Tonnen Erze pro Jahr gefördert und da¬raus in den Pochwerken in der Schütt und in [[Thumersbach]] etwa 20&nbsp;000 Kilogramm Feinkupfer gewonnen werden. Als Gewerken (Bergwerksunternehmer) traten hierorts besonders die Rosenberger in Erscheinung, auf sie geht auch das (ab) [[1577]] erbaute und seit [[1973]] als Rathaus genutzte [[Schloss Rosenberg]] zurück.
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Eine wichtige Rolle spielte über Jahrhunderte hinweg auch der [[Bergbau]], in zahlreichen Stollen in den damals noch selbstständigen Kommunen [[Bruckberg]] und [[Thumersbach]] wurden Kupfer- und Schwefelkieserze sowie silberhaltiger  Bleiglanz und Zinkblende abgebaut. Das „Empfachs- und Freypuech“ des „Perckhgerichts“ Zell am See weist [[1542]] zahlreiche Stollen im Besitz mehrerer Gewerken am Lienberg und Limberg auf. Obwohl der [[Bergbau]] in der Folge, auch bedingt durch eine allgemeine schwere Wirtschaftskrise, rapide abnahm, konnten [[1611]] immer noch bis zu 400 Tonnen Erze pro Jahr gefördert und daraus in den Pochwerken in der Schütt und in [[Thumersbach]] etwa 20&nbsp;000 Kilogramm Fein[[kupfer]] gewonnen werden. Als Gewerken (Bergwerksunternehmer) traten hierorts besonders die Rosenberger in Erscheinung, auf sie geht auch das (ab) [[1577]] erbaute und seit [[1973]] als Rathaus genutzte [[Schloss Rosenberg]] zurück.
    
==Krisen, Kriege, Epidemien und Naturkatastrophen im  Markt Zell im Pinzgau==
 
==Krisen, Kriege, Epidemien und Naturkatastrophen im  Markt Zell im Pinzgau==
 
Dennoch blieb der Marktort Zell im Pinzgau seit der Blütezeit des Handels im Hochmittelalter immer von bescheidener Größe, über Jahrhunderte blieb die Anzahl der Häuser im Burgfrieden (vom Schiedbach [Schüttbach] bis zum Badhaus) mit rund sechzig bis neunzig konstant, die Einwohnerzahl dürfte bis zur Mitte des [[19. Jahrhundert]]s wohl  500 bis 600 nie überschritten haben, auch hatte der Marktflecken zu keiner Zeit eine Stadtmauer.
 
Dennoch blieb der Marktort Zell im Pinzgau seit der Blütezeit des Handels im Hochmittelalter immer von bescheidener Größe, über Jahrhunderte blieb die Anzahl der Häuser im Burgfrieden (vom Schiedbach [Schüttbach] bis zum Badhaus) mit rund sechzig bis neunzig konstant, die Einwohnerzahl dürfte bis zur Mitte des [[19. Jahrhundert]]s wohl  500 bis 600 nie überschritten haben, auch hatte der Marktflecken zu keiner Zeit eine Stadtmauer.
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Krisen und Kriege wie die [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Bauernerhebungen]] [[1525]]/[[1526]] (die Verleihung des Ehrentitels „die getreuen Knechte des hl. Rupertus“ ist historisch nicht bewiesen), der Vollzug der Todesstrafe an dem Zeller [[Pfleger]] [[Caspar Vogl]] im Jahr [[1606]], die Prozesse und Massenhinrichtungen rund um den mysteriösen [[Zauberer Jackl]] im 17. Jahrhundert, die unmenschliche Vertreibung der [[Protestanten]] aus [[Salzburg]] unter [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1731]] und die [[Salzburg unter Napoleon|Franzosenkriege]] (Anfang des 19. Jahrhunderts) betrafen den Marktort natürlich wirtschaftlich, hatten für die innere Entwicklung aber genauso eher geringe Auswirkungen wie das Ende der fürsterzbischöflichen Ära und die Eingliederung Salzburgs in den Habsburger-Staat.
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Krisen und Kriege wie die [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Bauernerhebungen]] [[1525]]/[[1526]] (die Verleihung des Ehrentitels „die getreuen Knechte des hl. Rupertus“ ist historisch nicht bewiesen), der Vollzug der Todesstrafe an dem Zeller [[Pfleger]] [[Caspar Vogl]] im Jahr [[1606]], die Prozesse und Massenhinrichtungen rund um den mysteriösen [[Zauberer Jackl]] im 17. Jahrhundert, die unmenschliche Vertreibung der [[Protestanten]] aus [[Salzburg]] unter [[Fürsterzbischof]] [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] [[1731]] und die [[Salzburg unter Napoleon|Franzosenkriege]] (Anfang des 19. Jahrhunderts) betrafen den Marktort natürlich wirtschaftlich, hatten für die innere Entwicklung aber genauso eher geringe Auswirkungen wie das Ende der fürsterzbischöflichen Ära und die Eingliederung Salzburgs in den [[Habsburger]]-Staat.
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Über Auftreten und Folgen der zahlreichen Pestepidemien in Zell wissen wir wenig, der bis [[1975]] im linken Seitenschiff der [[Stadtpfarrkirche St. Hippolyth]] gelegene Sebastini-Altar (der hl. Sebastian wurde als Schutzpatron gegen die [[Pest]] angerufen, heute befindet sich hier das Taufbecken) lässt aber darauf schließen, dass auch (bzw. gerade) in dem Handelsort Zell im Pinzgau die Pest ein ständiger Angst- und Bedrohungsfaktor für die Menschen gewesen sein muss. Dies gilt natürlich auch für andere Seuchen und Epidemien, so starben allein im Jahr [[1800]] 57 Kinder (!!) an den Blattern.
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Über Auftreten und Folgen der zahlreichen [[Pest]]epidemien in Zell wissen wir wenig, der bis [[1975]] im linken Seitenschiff der [[Stadtpfarrkirche St. Hippolyth]] gelegene Sebastiani-Altar (der hl. Sebastian wurde als Schutzpatron gegen die [[Pest]] angerufen, heute befindet sich hier das Taufbecken) lässt aber darauf schließen, dass auch (bzw. gerade) in dem Handelsort Zell im Pinzgau die Pest ein ständiger Angst- und Bedrohungsfaktor für die Menschen gewesen sein muss. Dies gilt natürlich auch für andere Seuchen und Epidemien, so starben allein im Jahr [[1800]] 57 Kinder (!!) an den Blattern.
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Im Zusammenhang mit der Klimaverschlechterung der sog. „Kleinen Eiszeit“ traten ab dem 16. Jahrhundert vermehrt heftige Unwetter und als Folge weitverbreiteter Holzschlägerungen im gesamten [[Pinzgau]] riesige Murgänge und zunehmend verheerende Überschwemmungen auf. Eine dramatische Folge war die Auflandung und Vergrusung des Talbodens, begleitet von Krankheiten wie das „Pinzgauer Sumpffieber“ und allerlei Hautkrankheiten, auch waren unglaubliche Mückenplagen eine Folge.
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Im Zusammenhang mit der Klimaverschlechterung der sog. „Kleinen Eiszeit“ traten ab dem 16. Jahrhundert vermehrt heftige Unwetter und als Folge weitverbreiteter Holzschlägerungen im gesamten [[Pinzgau]] riesige Murgänge und zunehmend verheerende Überschwemmungen auf. Eine dramatische Folge war die Auflandung und Vergrusung des Talbodens, begleitet von Krankheiten wie dem „Pinzgauer Sumpffieber“ und allerlei Hautkrankheiten, auch waren unglaubliche Mückenplagen eine Folge.
    
==Eisenbahn, Pioniere und die Perle des Salzburger Landes==
 
==Eisenbahn, Pioniere und die Perle des Salzburger Landes==
Die ersten urkundlichen Spuren über wasserbauliche Maßnahmen im [[Pinzgau]] reichen in die erste Hälfte des [[16. Jahrhundert]]s zurück, aber erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts stellten sich nachhaltigere Erfolge bei der Regulierung des Flussbettes der [[Salzach]] ein. Wurde noch [[1842]] im renommierten deutschen Reiseführer Baedeker vor einem Aufenthalt in Zell am See (die Bezeichnung „am See“ kam ausgehend von der bayerischen Zeit nach den Franzosenkriegen immer mehr in Gebrauch) wegen der ungesunden Sümpfe gewarnt, so bezeichnete 30 Jahre später der Münchner Bergsteiger und Alpinschriftsteller [[Karl Hofmann]] den [[Zeller See]] schon als „die Perle des Salzburger Landes“.
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Die ersten urkundlichen Spuren über wasserbauliche Maßnahmen im [[Pinzgau]] reichen in die erste Hälfte des [[16. Jahrhundert]]s zurück, aber erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts stellten sich nachhaltigere Erfolge bei der [[Salzachregulierung|Regulierung]] des Flussbettes der [[Salzach]] ein. Wurde noch [[1842]] im renommierten deutschen Reiseführer Baedeker vor einem Aufenthalt in Zell am See (die Bezeichnung „am See“ kam ausgehend von der bayerischen Zeit nach den Franzosenkriegen immer mehr in Gebrauch) wegen der ungesunden Sümpfe gewarnt, so bezeichnete 30 Jahre später der Münchner Bergsteiger und Alpinschriftsteller [[Karl Hofmann]] den [[Zeller See]] schon als „die Perle des Salzburger Landes“.
    
Und bald begann mit dem Aufkommen des ersten Massentransportmittels der Menschheitsgeschichte, der Eisenbahn, auch ein neues Kapitel für Stadt und Land Salzburg. Als am [[30. Juli]] [[1875]] erstmals eine Zugsgarnitur der [[Salzburg-Tiroler-Bahn]] am Bahnhof in Zell am See einfuhr, schlug für den Markt gleichsam auch die Geburtsstunde des [[Fremdenverkehr]]s, damals wurde eine Entwicklung zu einem zentralen Fremdenverkehrsort eingeleitet, die im Wesentlichen bis heute andauert.
 
Und bald begann mit dem Aufkommen des ersten Massentransportmittels der Menschheitsgeschichte, der Eisenbahn, auch ein neues Kapitel für Stadt und Land Salzburg. Als am [[30. Juli]] [[1875]] erstmals eine Zugsgarnitur der [[Salzburg-Tiroler-Bahn]] am Bahnhof in Zell am See einfuhr, schlug für den Markt gleichsam auch die Geburtsstunde des [[Fremdenverkehr]]s, damals wurde eine Entwicklung zu einem zentralen Fremdenverkehrsort eingeleitet, die im Wesentlichen bis heute andauert.
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Auswärtige Pioniere, allen voran der aus dem damals preußischen Posen stammende und später in Breslau beheimatete [[Rudolf Riemann]], rüttelten die einheimische Bevölkerung wach und fanden beim „Bürgermeister mit Weitblick“ [[Josef Salzmann]], der auch verhindert hatte, dass die Bahn über [[Thumersbach]] geführt und die [[Bezirkshauptmannschaft]] nach [[Saalfelden]] verlegt wurde, offene Ohren. So waren schon [[1871]] in Zell am See eine Alpenvereinssektion gegründet und Wanderwege angelegt worden, auf der [[Schmittenhöhe]] stand seit [[1874]] den Gästen ein Unterkunftshaus, das ständig Erweiterungen erfuhr und in den 1880-er Jahren v.a. von Carl und Emilie Haschke zu einem [[Berghotel Schmittenhöhe|Berghotel]] mit über 40 Zimmern und 90 Betten ausgebaut wurde, zur Verfügung. Dass man nun zunehmend auch mit Touristen „rechnete“, zeigt die Gründung eines Verschönerungsvereins in Zell am See im Jahr [[1877]], aus dieser Zeit stammen auch die ersten Faltprospekte mit Wandervorschlägen und -karten. Verdiente [[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] nach [[Josef Salzmann]] in der Zeller „Gründerzeit“ waren [[Josef Fill]], [[Leopold Sterzinger]] und Dr. [[Josef Müller]].
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Auswärtige Pioniere, allen voran der aus dem damals preußischen Posen stammende und später in Breslau beheimatete [[Rudolf Riemann]], rüttelten die einheimische Bevölkerung wach und fanden beim „[[Bürgermeister]] mit Weitblick“ [[Josef Salzmann]], der auch verhindert hatte, dass die Bahn über [[Thumersbach]] geführt und die [[Bezirkshauptmannschaft Zell am See|Bezirkshauptmannschaft]] nach [[Saalfelden]] verlegt wurde, offene Ohren. So waren schon [[1871]] in Zell am See eine [[Alpenverein]]s<u></u>sektion gegründet und Wanderwege angelegt worden, auf der [[Schmittenhöhe]] stand seit [[1874]] den Gästen ein Unterkunftshaus, das ständig Erweiterungen erfuhr und in den 1880-er Jahren v.a. von Carl und Emilie Haschke zu einem [[Berghotel Schmittenhöhe|Berghotel]] mit über 40 Zimmern und 90 Betten ausgebaut wurde, zur Verfügung. Dass man nun zunehmend auch mit Touristen „rechnete“, zeigt die Gründung eines Verschönerungsvereins in Zell am See im Jahr [[1877]], aus dieser Zeit stammen auch die ersten Faltprospekte mit Wandervorschlägen und -karten. Verdiente [[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] nach [[Josef Salzmann]] in der Zeller „Gründerzeit“ waren [[Josef Fill]], [[Leopold Sterzinger]] und Dr. [[Josef Müller]].
    
==Die Zeller Gründerzeit von 1875 bis 1914==
 
==Die Zeller Gründerzeit von 1875 bis 1914==
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Parallel zum Ausbau der Verkehrswege  entstand auch in [[Zell am See]] eine Reihe von neuen Häusern, darunter das Hotel Krone, das [[Hotel Kaiserin Elisabeth]], das Hotel am See ([[Grand Hotel Zell am See|Grand Hotel]]), die Neue Post, der Pinzgauer Hof (heute Finanzamt), Geisters Seehotel, das Hotel Central, das Hotel Austria, das Hotel Elektra oder das Hotel Bellevue in Thumersbach, mehrfach wurden Zell am See und die Schmittenhöhe auch von den höchsten Repräsentanten des Kaiserhauses besucht.
 
Parallel zum Ausbau der Verkehrswege  entstand auch in [[Zell am See]] eine Reihe von neuen Häusern, darunter das Hotel Krone, das [[Hotel Kaiserin Elisabeth]], das Hotel am See ([[Grand Hotel Zell am See|Grand Hotel]]), die Neue Post, der Pinzgauer Hof (heute Finanzamt), Geisters Seehotel, das Hotel Central, das Hotel Austria, das Hotel Elektra oder das Hotel Bellevue in Thumersbach, mehrfach wurden Zell am See und die Schmittenhöhe auch von den höchsten Repräsentanten des Kaiserhauses besucht.
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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war auch in die Kunstszene verstärkt Bewegung gekommen, bekannte österreichische Künstler wie [[Thomas Ender]], [[Friedrich Gauermann]], [[Hubert Sattler]] und [[Edmund Höd]] genauso wie der Engländer [[Edward Theodore Compton]] und der in Zell beheimatete [[Karl Flieher]] faszinierte der Marktort und die „schaurig-schöne“ Hochgebirgslandschaft. Ihre Gemälde, Illustrationen, Stiche und Prospekte erreichten ein internationales Publikum.
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In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s war auch in die Kunstszene verstärkt Bewegung gekommen, bekannte österreichische Künstler wie [[Thomas Ender]], [[Friedrich Gauermann]], [[Hubert Sattler]] und [[Edmund Höd]] genauso wie der Engländer [[Edward Theodore Compton]] und der in Zell beheimatete [[Karl Flieher]] faszinierten der Marktort und die „schaurig-schöne“ Hochgebirgslandschaft. Ihre Gemälde, Illustrationen, Stiche und Prospekte erreichten ein internationales Publikum.
    
==Der Erste Weltkrieg==
 
==Der Erste Weltkrieg==
Ein jähes Ende des allgemeinen Aufschwungs brachte der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]]. In Zell am See mussten 270 Männer einrücken, 62 kehrten nicht mehr von den zahlreichen Fronten zurück. Im Hinterland machten sich die Kriegsjahre außer durch die Todesnachrichten von den Schauplätzen des Krieges hauptsächlich durch die drastische Verknappung und der dadurch notwendigen Rationierung der Lebensmittel bemerkbar. Erschwerend für die Ernährungssituation war auch, dass schon bald nach Kriegsbeginn die k. k. Militärbehörde die Unterbringung Verwundeter in Zell am See angeordnet hatte. Auch die Schaffung eines TBC-Heimes bei gleichzeitiger Beibehaltung des Rufes als Kurort erforderten vom damaligen Bürgermeister Mag. pharm. [[Josef Wisgrill]] einen hohen persönlichen Einsatz. So war es nicht verwunderlich, dass Wisgrill unmittelbar nach Kriegsende das Bürgermeisteramt an den bei Bürgermusik und Feuerwehr verdienten „ersten Gemeinderat“, [[Anton Gassner]] (Deutsche Arbeiterpartei > DAP),  abgab.
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Ein jähes Ende des allgemeinen Aufschwungs brachte der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]]. In Zell am See mussten 270 Männer einrücken, 62 kehrten nicht mehr von den zahlreichen Fronten zurück. Im Hinterland machten sich die Kriegsjahre außer durch die Todesnachrichten von den Schauplätzen des Krieges hauptsächlich durch die drastische Verknappung und die dadurch notwendige Rationierung der Lebensmittel bemerkbar. Erschwerend für die Ernährungssituation war auch, dass schon bald nach Kriegsbeginn die [[Reich#k._k.|k.&nbsp;k.]]&nbsp;Militärbehörde die Unterbringung Verwundeter in Zell am See angeordnet hatte. Auch die Schaffung eines TBC-Heimes bei gleichzeitiger Beibehaltung des Rufes als Kurort erforderten vom damaligen Bürgermeister Mag. pharm. [[Josef Wisgrill]] einen hohen persönlichen Einsatz. So war es nicht verwunderlich, dass Wisgrill unmittelbar nach Kriegsende das Bürgermeisteramt an den bei Bürgermusik und Feuerwehr verdienten „ersten Gemeinderat“, [[Anton Gaßner|Anton Gassner]] ([[DNSAP|Deutsche Arbeiterpartei > DAP]]),  abgab.
    
==Die Zwischenkriegszeit==
 
==Die Zwischenkriegszeit==
Ihm folgte von [[1919]] bis [[1922]] [[Anton Werber]] von den Sozialdemokraten, er wurde krankheitsbedingt von August [[1920]] bis September [[1921]] von dem bürgerlichen Vizebürgermeister [[Leo Gastgeber]] vertreten. Nach dem Wahlgang des Jahres [[1922]], der wiederum den Sozialdemokraten die Stimmenmehrheit gebracht hatte,  einigte man sich im bürgerlichen und nationalen Lager auf einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten, den Nationalen [[Josef Ernst]]. Sicher auch beeinflusst durch die deutschen und deutschösterreichischen Pioniere des Fremdenverkehrs war in politischer Hinsicht in Zell am See eine „deutsch“ - nationale Einstellung weit verbreitet. So hatte sich nach dem Ersten Weltkrieg eine starke Gruppe der sog. Hitlerbewegung (DAP, später in Österreich DNSAP) etabliert, der auch der Zeller Bürgermeister [[Josef Ernst]] angehörte. 1925 kandidierte in Zell eine „Einheitsliste der wirtschaftlich vereinigten christlichsozialen, großdeutschen und nationalsozialistischen Parteien in Zell am See“.<ref>Wahlliste; Bezirksarchiv Pinzgau, Zell am See</ref> Listenführer war Dr. [[Ludwig Margreiter]], ihm folgte an zweiter Stelle und als Bürgermeisterkandidat [[Josef Ernst]].
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Ihm folgte von [[1919]] bis [[1922]] [[Anton Werber]] von den Sozialdemokraten, er wurde krankheitsbedingt von August [[1920]] bis September [[1921]] von dem bürgerlichen [[Vizebürgermeister]] [[Leo Gastgeber]] vertreten. Nach dem Wahlgang des Jahres [[1922]], der wiederum den Sozialdemokraten die Stimmenmehrheit gebracht hatte,  einigte man sich im bürgerlichen und nationalen Lager auf einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten, den Nationalen [[Josef Ernst]]. Sicher auch beeinflusst durch die deutschen und deutschösterreichischen Pioniere des Fremdenverkehrs war in politischer Hinsicht in Zell am See eine „deutsch“-nationale Einstellung weit verbreitet. So hatte sich nach dem Ersten Weltkrieg eine starke Gruppe der sog. [[NSDAP|Hitlerbewegung]] (DAP, später in Österreich [[DNSAP]]) etabliert, der auch der Zeller Bürgermeister [[Josef Ernst]] angehörte. 1925 kandidierte in Zell eine „Einheitsliste der wirtschaftlich vereinigten [[CS|christlichsozialen]], [[GDVP|großdeutschen]] und nationalsozialistischen Parteien in Zell am See“.<ref>Wahlliste; Bezirksarchiv Pinzgau, Zell am See</ref> Listenführer war Dr. [[Ludwig Margreiter]], ihm folgte an zweiter Stelle und als Bürgermeisterkandidat [[Josef Ernst]].
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In der schließlich neunjährigen Amtszeit von [[Josef Ernst]] wurde Zell am [[24. Jänner]] 1928 vom [[Salzburger Landtag]] zur Stadt erhoben, begründet wurde dies „in Würdigung der hervorragenden Entwicklung des Marktes, die er auf dem Gebiete des Fremdenverkehrs bereits zu Ende des vergangenen Jahrhunderts, insbesondere aber in jüngster Zeit genommen hat“.<ref>Stadterhebungsurkunde; Original im [[Stadt-Museum im Vogt- oder Kastnerturm]]</ref> Wesentlich dazu hatte beigetragen, dass als fünfte Seilbahn Österreichs die [[Schmittenhöhebahn]] erbaut und am 30. Dezember [[1927]] offiziell in Betrieb genommen werden konnte.
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In der schließlich neunjährigen Amtszeit von [[Josef Ernst]] wurde Zell am [[24. Jänner]] 1928 vom [[Salzburger Landtag]] zur Stadt erhoben, begründet wurde dies „in Würdigung der hervorragenden Entwicklung des Marktes, die er auf dem Gebiete des Fremdenverkehrs bereits zu Ende des vergangenen Jahrhunderts, insbesondere aber in jüngster Zeit genommen hat“.<ref>Stadterhebungsurkunde; Original im [[Stadt-Museum im Vogt- oder Kastnerturm]]</ref> Wesentlich hatte dazu beigetragen, dass als fünfte Seilbahn Österreichs die [[Schmittenhöhebahn]] erbaut und am 30. Dezember [[1927]] offiziell in Betrieb genommen werden konnte.
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Erst die Wahlen von [[1931]] brachten einen Umschwung, die Koalition von christlichsozialen, großdeutschen und nationalsozialistischen Parteien zerbrach. Streitigkeiten und offensichtliche Meinungsverschiedenheiten innerhalb der nationalen Gruppen führten zu einer Spaltung in ein Großdeutsches Lager und den nationalen Flügel der Hitlerbewegung. Nach drei dramatischen Wahlgängen bekam nach internen Absprachen überraschend der Sozialdemokrat Anton Werber nach 1919 erneut) eine Mehrheit, Josef Ernst zog sich bald darauf aus der Politik zurück.
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Erst die Wahlen von [[1931]] brachten einen Umschwung, die Koalition von christlichsozialen, großdeutschen und nationalsozialistischen Parteien zerbrach. Streitigkeiten und offensichtliche Meinungsverschiedenheiten innerhalb der nationalen Gruppen führten zu einer Spaltung in ein Großdeutsches Lager und den nationalen Flügel der Hitlerbewegung. Nach drei dramatischen Wahlgängen bekam nach internen Absprachen überraschend der Sozialdemokrat Anton Werber (nach 1919 erneut) eine Mehrheit, Josef Ernst zog sich bald darauf aus der Politik zurück.
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In der nun zweiten Amtsperiode von Anton Werber (April [[1931]] bis Mai [[1933]]) eskalierte indes die seit Jahren angespannte Situation. Die Zeller Gemeindevertretung schaltete sich – vergleichbar mit den Vorgängen im Parlament in Wien – ebenso gleichsam selbst aus. Nach einem Misstrauensvotum gegen Werber entstand ein Zustand „ex lege“, mit [[Bezirkshauptmann]] Dr. [[Rudolf Hanifle]] musste von der [[Landesregierung]] ein Regierungskommissär anstelle eines gewählten Bürgermeisters mit der Führung der Amtsgeschäfte beauftragt werden. Hanifle übergab im Dezember 1933 diese Aufgabe an Regierungsrat [[Leo Weißengruber]], der diese Funktion bis Juni [[1934]] ausübte. Noch zwei weitere Jahre blieb Zell unter Aufsicht des Landes, Kommissär war Dr. [[Adalbert Müller]]. Zell war in den beginnenden [[1930er]] Jahren zur notleidendsten Gemeinde des ganzen Landes geworden, zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung mussten 1933 sogar Militäreinheiten angefordert und stationiert werden. Erst im Mai [[1936]] konstituierte sich wieder eine Gemeindevertretung, der über den einzelnen Lagern stehende Gastwirt [[Sebastian Hörl]] nahm 1936 nach langem Zögern das Amt an. Mit ihm stand nun – für zwei Jahre - wieder ein (von der Gemeindevertretung) gewählter Bürgermeister an der Spitze der Stadt.
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In der nun zweiten Amtsperiode von Anton Werber (April [[1931]] bis Mai [[1933]]) eskalierte indes die seit Jahren angespannte Situation. Die Zeller Gemeindevertretung schaltete sich – vergleichbar mit den Vorgängen im Parlament in Wien – ebenso gleichsam selbst aus. Nach einem Misstrauensvotum gegen Werber entstand ein Zustand „ex lege“, mit [[Bezirkshauptmann]] Dr. [[Rudolf Hanifle]] musste von der [[Landesregierung]] ein Regierungskommissär anstelle eines gewählten Bürgermeisters mit der Führung der Amtsgeschäfte beauftragt werden. Hanifle übergab im Dezember 1933 diese Aufgabe an Regierungsrat [[Leo Weißengruber]], der diese Funktion bis Juni [[1934]] ausübte. Noch zwei weitere Jahre blieb Zell unter Aufsicht des Landes, Kommissär war Dr. [[Adalbert Mueller]]. Zell war in den beginnenden [[1930er]] Jahren zur notleidendsten Gemeinde des ganzen Landes geworden, zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung mussten 1933 sogar Militäreinheiten angefordert und stationiert werden. Erst im Mai [[1936]] konstituierte sich wieder eine Gemeindevertretung, der über den einzelnen Lagern stehende Gastwirt [[Sebastian Hörl]] nahm 1936 nach langem Zögern das Amt an. Mit ihm stand nun – für zwei Jahre - wieder ein (von der [[Gemeindevertretung]]) gewählter Bürgermeister an der Spitze der Stadt.
    
==1938 bis 1945==  
 
==1938 bis 1945==  
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Die Euphorie bei den zahlreichen Parteigängern und Sympathisanten des [[Anschluss]]es verflachte nach Ausbruch des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] sehr rasch, auch hier musste schließlich alles den „kriegswirtschaftlichen Erfordernissen“ untergeordnet werden. Rund 1&nbsp;050 Zeller waren zum Kriegsdienst eingezogen worden, die Gemeinde hatte schlussendlich 183 Tote und Vermisste zu beklagen.
 
Die Euphorie bei den zahlreichen Parteigängern und Sympathisanten des [[Anschluss]]es verflachte nach Ausbruch des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] sehr rasch, auch hier musste schließlich alles den „kriegswirtschaftlichen Erfordernissen“ untergeordnet werden. Rund 1&nbsp;050 Zeller waren zum Kriegsdienst eingezogen worden, die Gemeinde hatte schlussendlich 183 Tote und Vermisste zu beklagen.
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Anlässlich von Bauarbeiten für eine Segelflugschule des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) wurden auf Gemeindegrund ab 1939 von Zwangsarbeitern aus den besetzten Kriegsgebieten Baracken errichtet, auch wurde seitens der Gauleitung die Erbauung von Behelfsheimen für Bombengeschädigte in Zell am See angeordnet. Aber der Luftkrieg erreichte zunehmend auch das Gebirge, am [[25. Februar]] [[1944]] attackierten alliierte Verbände im Rahmen eines Großangriffes auf Süddeutschland Eisenbahnziele bei Zell am See, am [[29. Dezember]] 1944 wurde ein zwischen Zell und [[Bruck an der Großglocknerstraße|Bruck]] stehender und mit Munition beladener Güterzug in Tiefflügen angegriffen und durch Bordwaffenbeschuss zur Explosion gebracht. Bis Kriegsende hatte es schließlich 459 Mal Luftalarm gegeben<ref>Feuerwehrchronik; Horst Scholz; Bezirksarchiv Pinzgau Zell am See</ref>, die Stadt selbst blieb von Bombentreffern verschont.
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Anlässlich von Bauarbeiten für eine Segelflugschule des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) wurden auf Gemeindegrund ab 1939 von Zwangsarbeitern aus den besetzten Kriegsgebieten Baracken errichtet, auch wurde seitens der Gauleitung die Erbauung von Behelfsheimen für Bombengeschädigte in Zell am See angeordnet. Aber der Luftkrieg erreichte zunehmend auch das Gebirge, am [[25. Februar]] [[1944]] attackierten alliierte Verbände im Rahmen eines Großangriffes auf Süddeutschland Eisenbahnziele bei Zell am See, am [[29. Dezember]] 1944 wurde ein zwischen Zell und [[Bruck an der Großglocknerstraße|Bruck]] stehender und mit Munition beladener Güterzug in Tiefflügen angegriffen und durch Bordwaffenbeschuss zur Explosion gebracht. Bis Kriegsende hatte es schließlich 459 Mal Luftalarm gegeben<ref>Feuerwehrchronik; [[Horst Scholz]]; [[Bezirksarchiv Pinzgau]] Zell am See</ref>, die Stadt selbst blieb von Bombentreffern verschont.
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Die von führenden Nationalsozialisten propagierte Alpenfestung war zwar ein Trugbild, dennoch befanden sich gegen Ende des Krieges Führungsstäbe der Wehrmacht und das Oberkommando der Luftwaffe (OKL) in Zell am See und Thumersbach. Ganz allgemein erlebte die Stadt in der Kriegszeit und in den ersten Monaten danach die größte Invasion seiner Geschichte. Waren schon seit [[1942]] Südtiroler (Optanten) und Reichsdeutsche in der „Neuen Heimat“ angesiedelt worden, so kamen in  den letzten Kriegsmonaten tausende Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in  Deutschland und Ostösterreich hinzu. In den Hotels und Gasthöfen mussten vielfach Lazarette eingerichtet werden, die Zahl der zivilen Bewohner stieg auf über 11&nbsp;000 an.
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Die von führenden Nationalsozialisten propagierte Alpenfestung war zwar ein Trugbild, dennoch befanden sich gegen Ende des Krieges Führungsstäbe der Wehrmacht und das Oberkommando der Luftwaffe (OKL) in Zell am See und Thumersbach. Ganz allgemein erlebte die Stadt in der Kriegszeit und in den ersten Monaten danach die größte Invasion ihrer Geschichte. Waren schon seit [[1942]] [[Südtiroler]] (Optanten) und Reichsdeutsche in der „Neuen Heimat“ angesiedelt worden, so kamen in  den letzten Kriegsmonaten tausende Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in  Deutschland und Ostösterreich hinzu. In den Hotels und Gasthöfen mussten vielfach Lazarette eingerichtet werden, die Zahl der zivilen Bewohner stieg auf über 11&nbsp;000 an.
    
==Kriegsende und  Nachkriegszeit==
 
==Kriegsende und  Nachkriegszeit==
Die ersten amerikanischen Soldaten in Zell am See waren die Fallschirmjäger der 101. US-Luftlandedivision ([[101st Airborne Division]]), die der 7. Armee unterstellt waren, sie rückten am [[8. Mai]] [[1945]] in Zell am See ein. Wenig später übernahm die „[[Rainbow Division]]“ (42nd Infantry) die Verwaltung, Entnazifizierung und Demokratisierung der befreiten Gebiete im Pinzgau. Bald gelang es den amerikanischen Befehlshabern in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Stadtgemeinde (Dr. [[Erich Schandbauer]], Dr. [[Roland Weinlich]], [[Erwin Prodinger]], [[Erich Grani]]), den weit verbreiteten Mangel an Nahrungsmitteln und anderen Gütern des alltäglichen Bedarfs zu lindern. Bemerkenswert ist auch, dass es damals im Grand Hotel (mit Außenstellen auch beim Metzgerwirt) in Zell am See eine amerikanische Universität (die [[Rainbow University]]) gab.
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Die ersten [[USA|amerikanischen]] Soldaten in Zell am See waren die Fallschirmjäger der 101. US-Luftlandedivision ([[101st Airborne Division]]), die der 7. Armee unterstellt waren, sie rückten am [[8. Mai]] [[1945]] in Zell am See ein. Wenig später übernahm die „[[Rainbow Division]]“ (42nd Infantry) die Verwaltung, Entnazifizierung und Demokratisierung der befreiten Gebiete im Pinzgau. Bald gelang es den amerikanischen Befehlshabern in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Stadtgemeinde (Dr. [[Erich Schandlbauer]], Dr. [[Roland Weinlich]], [[Erwin Prodinger I.|Erwin Prodinger]], [[Erich Grani]]), den weit verbreiteten Mangel an Nahrungsmitteln und anderen Gütern des alltäglichen Bedarfs zu lindern. Bemerkenswert ist auch, dass es damals im Grand Hotel (mit Außenstellen auch beim Metzgerwirt) in Zell am See eine amerikanische Universität (die [[Rainbow University]]) gab.
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Die Amtszeit von Bürgermeister [[Erwin Prodinger]] und Vizebürgermeister Erich Grani erwies sich Anfang [[1946]] mehr als schwierig, denn umfangreiche Aufräum- und Restaurierungsarbeiten standen an. Bald wurde aber alles wiederhergestellt, die Infrastruktur auf der Schmittenhöhe durch neue Lifte und großzügigere Skiabfahrten kontinuierlich verbessert, auch die Schifffahrt konnte durch den Ankauf des Bootes Libelle gefördert werden. Daran schlossen sich kommunale Werke, der Aufbau der Volksschule, die Adaptierung und Einrichtung des Krankenhauses und anderes mehr an. Durch die steigende Konjunktur und den stetig wachsen-den Fremdenverkehr rückte Zell am See in kurzer Zeit wieder in die erste Reihe der Salzburger Fremdenorte auf. Auffallend ist, dass dem [[Winterfremdenverkehr]] in den „Fünfzigern“ und „Sechzigern“ des [[20. Jahrhundert]]s nun immer mehr Bedeutung zukam, der Skilauf fand zunehmend Anhänger.
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Die Amtszeit von Bürgermeister [[Erwin Prodinger I.|Erwin Prodinger]] und Vizebürgermeister [[Josef Grani senior|Erich? Grani]] erwies sich Anfang [[1946]] mehr als schwierig, denn umfangreiche Aufräum- und Restaurierungsarbeiten standen an. Bald wurde aber alles wiederhergestellt, die Infrastruktur auf der Schmittenhöhe durch neue Lifte und großzügigere Skiabfahrten kontinuierlich verbessert, auch die Schifffahrt konnte durch den Ankauf des Bootes „Libelle“ gefördert werden. Daran schlossen sich kommunale Werke, der Aufbau der Volksschule, die Adaptierung und Einrichtung des [[Krankenhaus Zell am See|Krankenhauses]] und anderes mehr an. Durch die steigende Konjunktur und den stetig wachsenden Fremdenverkehr rückte Zell am See in kurzer Zeit wieder in die erste Reihe der Salzburger Fremdenorte auf. Auffallend ist, dass dem [[Winterfremdenverkehr]] in den „[[1950er|Fünfziger]]n“ und „[[1960er|Sechziger]]n“ des [[20. Jahrhundert]]s nun immer mehr Bedeutung zukam, der [[Ski alpin|Skilauf]] fand zunehmend Anhänger.
    
==Aufschwung bis zur Gegenwart==
 
==Aufschwung bis zur Gegenwart==
 
[[1955]] wurde [[Richard Glantschnigg]] zum Bürgermeister gewählt, auf ihn folgte von [[1959]] bis [[1969]] Dr.[[Ernst Höfer]]. In seiner Amtszeit konnten zahlreiche kommunale (Groß-)Projekte verwirklicht werden. Besonders wertvoll für die Stadtverwaltung erwies sich der Ankauf von [[Schloss Rosenberg]], der Gewerkenbau wurde generalsaniert und in der Folge als Rathaus adaptiert.
 
[[1955]] wurde [[Richard Glantschnigg]] zum Bürgermeister gewählt, auf ihn folgte von [[1959]] bis [[1969]] Dr.[[Ernst Höfer]]. In seiner Amtszeit konnten zahlreiche kommunale (Groß-)Projekte verwirklicht werden. Besonders wertvoll für die Stadtverwaltung erwies sich der Ankauf von [[Schloss Rosenberg]], der Gewerkenbau wurde generalsaniert und in der Folge als Rathaus adaptiert.
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Nach dem Ausscheiden Höfers aus der Politik folgte [[1969]] der Hotelier und Direktor der Volksschule [[Schüttdorf]], [[Alois Latini]], er wurde [[1974]] und [[1979]] wiedergewählt. Infolge einer politischen Krise, ausgelöst durch den damaligen Leiter der Finanzverwaltung, und einer allgemeinen Finanzkrise rund um den Krankenhausbau legte Latini im Juni [[1982]] seine politischen Funktionen nieder. Für ihn übernahm der SPÖ-Stadtparteiobmann Prof. Mag. [[Walter Thaler]] das Amt, auch er war schon seit [[1974]] als Vizebürgermeister sowie Kultur- und Sozialreferent in die Stadtgeschäfte eingebunden gewesen. Thaler übte das Bürgermeisteramt von [[1982]] bis [[1993]] aus, er war bis [[2004]] auch Abgeordneter zum [[Salzburger Landtag]] und von [[1993]] bis [[1999]] dessen Zweiter [[Landtagspräsident|Präsident]].
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Nach dem Ausscheiden Höfers aus der Politik folgte [[1969]] der Hotelier und Direktor der Volksschule [[Schüttdorf]], [[Alois Latini]], er wurde [[1974]] und [[1979]] wiedergewählt. Infolge einer politischen Krise, ausgelöst durch den damaligen Leiter der Finanzverwaltung, und einer allgemeinen Finanzkrise rund um den Krankenhausbau legte Latini im Juni [[1982]] seine politischen Funktionen nieder. Für ihn übernahm der SPÖ-Stadtparteiobmann Prof. Mag. [[Walter Thaler]] das Amt, auch er war schon seit [[1974]] als Vizebürgermeister sowie Kultur- und Sozialreferent in die Stadtgeschäfte eingebunden gewesen. Thaler übte das Bürgermeisteramt von [[1982]] bis [[1993]] aus, er war bis [[2004]] auch [[Landtagsabgeordneter|Abgeordneter]] zum [[Salzburger Landtag]] und von [[1993]] bis [[1999]] dessen Zweiter [[Landtagspräsident|Präsident]].
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Im Juli [[1993]] wurde der Technische Betriebsleiter der [[Schmittenhöhebahn]]en, Ing. [[Johann Wallner]], Bürgermeister, dieser wiederum gab nach fünf Jahren das Ruder der Stadtpolitik an den Vorstandsdirektor der Wohnbaugenossenschaft Bergland, Dr. [[Georg Maltschnig]], weiter.
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Im Juli [[1993]] wurde der Technische Betriebsleiter der [[Schmittenhöhebahn]]en, Ing. [[Johann Wallner]], Bürgermeister, dieser wiederum gab nach fünf Jahren das Ruder der Stadtpolitik an den Vorstandsdirektor der [[Wohnbau-Genossenschaft Bergland|Wohnbaugenossenschaft Bergland]], Dr. [[Georg Maltschnig]], weiter.
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Nach zehnjähriger Arbeit für die Stadtgemeinde und einer kurzen Amtszeit von Mag. [[Bernd Kaiser]] leitete seit den Gemeindevertretungswahlen im Jahr [[2009]] Ing. [[Hermann Kaufmann]] die Geschicke der Bergstadt. Er wurde im Oktober [[2013]] völlig unerwartet aus dem Leben gerissen, die Amtsgeschäfte gingen auf [[Peter Padourek]] über, der bei den [[Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen 2014 (Pinzgau)]] im März 2014] gegen den Herausforderer Ing. [[Johann Wallner]] kandidierte und mit 65,7 Prozent das Vertrauen der Bevölkerung als Bürgermeister erhielt.
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Nach zehnjähriger Arbeit für die Stadtgemeinde und einer kurzen Amtszeit von Mag. [[Bernd Kaiser]] leitete seit den Gemeindevertretungswahlen im Jahr [[2009]] Ing. [[Hermann Kaufmann]] die Geschicke der Bergstadt. Er wurde im Oktober [[2013]] völlig unerwartet aus dem Leben gerissen, die Amtsgeschäfte gingen auf [[Peter Padourek]] über, der bei den [[Bürgermeisterwahlen 2014]] im März 2014 gegen den Herausforderer Ing. Johann Wallner kandidierte und mit 65,7 Prozent das Vertrauen der Bevölkerung als Bürgermeister erhielt.
    
Im [[21. Jahrhundert]] ist das „Vorwärts ohne Murren“, mit dem der Fremdenverkehrspionier [[Rudolf Riemann]] seine Zeitgenossen noch vor 150 Jahren wachrütteln musste, einem zuversichtlichen „Vorwärts in die Zukunft“ gewichen.
 
Im [[21. Jahrhundert]] ist das „Vorwärts ohne Murren“, mit dem der Fremdenverkehrspionier [[Rudolf Riemann]] seine Zeitgenossen noch vor 150 Jahren wachrütteln musste, einem zuversichtlichen „Vorwärts in die Zukunft“ gewichen.
    
==Quelle==
 
==Quelle==
* [[Rainer Hochhold|Hochhold, Rainer]]: '' Cella in Bisontio – Zell im Pinzgau – Zell am See. Eine historische Zeitreise'',  Eigenverlag der Stadtgemeinde Zell am See  2013, 383 Seiten, 1&nbsp;848 Fußnoten, 710 Abbildungen, umfangreiches Literatur- und Internetquellenverzeichnis;
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* [[Rainer Hochhold|Hochhold, Rainer]]: '' Cella in Bisontio – Zell im Pinzgau – Zell am See. Eine historische Zeitreise'',  Eigenverlag der Stadtgemeinde Zell am See  2013, 383 Seiten, 1&nbsp;848 Fußnoten, 710 Abbildungen, umfangreiches Literatur- und Internetquellenverzeichnis
    
==Fußnoten==
 
==Fußnoten==
 
<references/>
 
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{{SORTIERUNG: Zell am See, Geschichte von}}
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{{SORTIERUNG: Zell am See, Geschichte}}
 
[[Kategorie:Geschichte]]
 
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[[Kategorie:Pinzgau]]
 
[[Kategorie:Pinzgau]]
 
[[Kategorie:Zell am See|!]]
 
[[Kategorie:Zell am See|!]]