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| | Der große Weiher lässt sich in seiner Geschichte bis ins [[Mittelalter]] zurückverfolgen. Die Meinung, der Weiher wäre ein letztes Überbleibsel eines riesigen Sees, der sich nach der Eiszeit durch das Abschmelzen des [[Salzachgletscher]]s im [[Salzburger Becken]] gebildet hatte, lässt sich auf Grund zahlreicher neuer Erkenntnisse nicht aufrecht halten. Zur Zeit der [[Salzburger Erzbischöfe]] diente er lange als Fischweiher. | | Der große Weiher lässt sich in seiner Geschichte bis ins [[Mittelalter]] zurückverfolgen. Die Meinung, der Weiher wäre ein letztes Überbleibsel eines riesigen Sees, der sich nach der Eiszeit durch das Abschmelzen des [[Salzachgletscher]]s im [[Salzburger Becken]] gebildet hatte, lässt sich auf Grund zahlreicher neuer Erkenntnisse nicht aufrecht halten. Zur Zeit der [[Salzburger Erzbischöfe]] diente er lange als Fischweiher. |
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| − | ==Schwimmschule== | + | ===Schwimmschule=== |
| | : ''Hauptartikel: [[Freibad Leopoldskron]]'' | | : ''Hauptartikel: [[Freibad Leopoldskron]]'' |
| | Bis 1944 war am Ufer, wo heute unweit davon das Freibad Leopoldskron steht, eine Schwimmanlage im Weiher. Sie wurde vom Offizierskorps des [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59]] betrieben. Im Sommer als Schwimmschule, im Winter als Eislaufbahn, nebenbei wurde das Eis an Wirte verkauft<ref>Es gab ja noch keine Kühlschränke; daher wurde im Winter Eis auf Seen und Weihern gebrochen und an Brauereien und Wirte verkauft, die es in Eiskellern horteten, um so ihre Getränke kühlen zu können</ref>. | | Bis 1944 war am Ufer, wo heute unweit davon das Freibad Leopoldskron steht, eine Schwimmanlage im Weiher. Sie wurde vom Offizierskorps des [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59]] betrieben. Im Sommer als Schwimmschule, im Winter als Eislaufbahn, nebenbei wurde das Eis an Wirte verkauft<ref>Es gab ja noch keine Kühlschränke; daher wurde im Winter Eis auf Seen und Weihern gebrochen und an Brauereien und Wirte verkauft, die es in Eiskellern horteten, um so ihre Getränke kühlen zu können</ref>. |
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| | [[1828]] fasste Regimentskommandant Oberst [[Franz Schmidt von Ehrenberg]] den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Besitzer des Weihers, [[Leopold Graf von Firmian]], konnte im Herbst [[1829]] der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst [[1842]] begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule. | | [[1828]] fasste Regimentskommandant Oberst [[Franz Schmidt von Ehrenberg]] den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Besitzer des Weihers, [[Leopold Graf von Firmian]], konnte im Herbst [[1829]] der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst [[1842]] begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule. |
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| − | Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Besitz der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am [[1. November]] [[1900]] schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen auf, weil ihnen die jährliche Pacht von 5000 [[Gulden]] zu teuer wurde. Seit [[1912]] wurde das Bad von der Stadt Salzburg gepachtet und stand bis in den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] hinein den Salzburger zur Verfügung, bis [[Fliegerbomben]] das Bad zerstörten. Zum Gedenken daran wird die [[Schwimmschulstraße]] danach benannt. | + | Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Besitz der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am [[1. November]] [[1900]] schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen auf, weil ihnen die jährliche Pacht von 5.000 [[Gulden]] zu teuer wurde. Seit [[1912]] wurde das Bad von der Stadt Salzburg gepachtet und stand bis in den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] hinein den Salzburger zur Verfügung, bis [[Fliegerbomben]] das Bad zerstörten. Zum Gedenken daran wird die [[Schwimmschulstraße]] danach benannt. |
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| − | ==Feste== | + | ===Feste=== |
| − | Es gab zu jener Zeit auch rauschende Feste am Ufer des Weihers. So etwa am [[24. August]] [[1855]] zur Vorfeier des Namenstags von König [[Ludwig I. von Bayern]], dem mittlerweile das [[Schloss Leopoldskron]] gehörte. 36 Schiffe mit Lampions verziert beförderten die Ehrengäste, die von einem Floss aus von der [[Salzburger Liedertafel]] unterhalten wurden. Zwei Musikkapellen spielten auf und ein Feuerwerk begeisterte die 6000 Besucher, die sich am Ufer des Weihers eingefunden hatten. | + | Es gab zu jener Zeit auch rauschende Feste am Ufer des Weihers. So etwa am [[24. August]] [[1855]] zur Vorfeier des Namenstags von König [[Ludwig I. von Bayern]], dem mittlerweile das [[Schloss Leopoldskron]] gehörte. 36 Schiffe mit Lampions verziert beförderten die Ehrengäste, die von einem Floss aus von der [[Salzburger Liedertafel]] unterhalten wurden. Zwei Musikkapellen spielten auf und ein Feuerwerk begeisterte die 6 000 Besucher, die sich am Ufer des Weihers eingefunden hatten. |
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| − | ==Kaiser Franz Joseph I.== | + | ===Kaiser Franz Joseph I.=== |
| | Anlässlich seines Besuches in Salzburg vom [[21. August|21.]] bis [[23. August]] [[1867]], bei dem er mit Kaiser Napoléon III. zusammentraf, schwamm der [[Kaiser Franz Joseph I.|Kaiser]] täglich hier. Er übgab dem Schwimmmeister dabei eine Spende von 50 Gulden. | | Anlässlich seines Besuches in Salzburg vom [[21. August|21.]] bis [[23. August]] [[1867]], bei dem er mit Kaiser Napoléon III. zusammentraf, schwamm der [[Kaiser Franz Joseph I.|Kaiser]] täglich hier. Er übgab dem Schwimmmeister dabei eine Spende von 50 Gulden. |
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| | + | ===Ruderboote und Kielschiffe === |
| | + | Der Salzburger Bevölkerung diente der Weiher nicht nur als Schwimmmöglichkeit. Besucher konnten auch Ruderboote und Kielschiffe mit Segeln für eine einstündige Benutzung mieten. Unter der Flagge der k.k. Kriegsmarine fuhren fast einhundert Schiffe, die Depots dafür befanden sich auf den beiden Inseln<ref>{{Quelle SW-SN|20. März 2014, Vorstellung Buch [[Salzburg 1888 - 1896 in Fotgrafien des Carl von Frey]]</ref>. |
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| | ==Natur== | | ==Natur== |