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'''Zollstellen an der Grenze'''
 
'''Zollstellen an der Grenze'''
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Seit auf Anordnung von Kurfürst Max III. Josef  [[1765]] die „''Mauth- und Accis-Ordnung''“ eingeführt wurde, ist eine „''Churbaierische Beymauth''“ in Schwarzbach belegt. Diese war anfangs im Brödl-Anwesen (An der Schanz 1) untergebracht, bis sie Ende der 1780-er Jahre ins benachbarte „Alte Mauthaus“ (Reichenhaller Straße 95) umzog. Auf der Grundlage der „Provisorischen Zoll- und Mautordnung“ von 1799/1800 wurden die Binnenmauten in Bayern  aufgelöst und dafür Zollstellen an den Landesgrenzen geschaffen. Damit gab es in Reichenhall ein Mautamt, dem die Beiämter in Schwarzbach, Mauthausen und Melleck, sowie Zollstationen auf der bayerischen Gmain und an der Staufenbruck unterstellt waren. Im Jahre [[1805]] übersiedelten die Schwarzbacher Zöllner ins „Neue Mauthaus“ (Reichenhaller Straße 105), dass wenige hundert Meter weiter in Richtung Grenze errichtet worden war. Auf Salzburger Seite wurde erst nach dem Ende des Erzbistums im Zuge der [[Säkularisation]] von [[1803]] ein Zollamt eingerichtet. [[Ferdinand III. von Toskana]] hatte das Land übernommen und am Walserberg eine „''Toscanische Zoll- Tabaks- und Salzaufsicht''“ installiert.  
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Seit auf Anordnung von Kurfürst Max III. Josef  [[1765]] die „''Mauth- und Accis-Ordnung''“ eingeführt wurde, ist eine „''Churbaierische Beymauth''“ in Schwarzbach belegt. Diese war anfangs im Brödl-Anwesen (An der Schanz 1) untergebracht, bis sie Ende der 1780-er Jahre ins benachbarte „Alte Mauthaus“ (Reichenhaller Straße 95) umzog. Auf der Grundlage der „Provisorischen Zoll- und Mautordnung“ von 1799/1800 wurden die Binnenmauten in Bayern  aufgelöst und dafür Zollstellen an den Landesgrenzen geschaffen. Damit gab es in Reichenhall ein Mautamt, dem die Beiämter in Schwarzbach, Mauthausen und Melleck, sowie Zollstationen auf der bayerischen Gmain und an der Staufenbruck unterstellt waren. Im Jahre [[1805]] übersiedelten die Schwarzbacher Zöllner ins „Neue Mauthaus“ (Reichenhaller Straße 105), dass wenige hundert Meter weiter in Richtung Grenze errichtet worden war. Auf Salzburger Seite wurde erst nach dem Ende des Erzstifts im Zuge der [[Säkularisation]] von [[1803]] ein Zollamt eingerichtet. [[Ferdinand III. von Toskana]] hatte das Land übernommen und am Walserberg eine „''Toscanische Zoll- Tabaks- und Salzaufsicht''“ installiert.  
    
Von 1806 bis 1810 gehörten Salzburg und [[Berchtesgaden]] zu Österreich. Auf Befehl Kaisers [[Franz I.]] galt ab [[17. Juli]] [[1807]] in beiden Territorien die „deutsch-erbländische Zollordnung“, worauf ein „k.k. Komerzial-Zollamt“ in Wals eingerichtet wurde. Als kleines Land, dessen Hauptstadt zu einem guten Teil vom Fernhandel lebte, hatte sich Salzburg bis dahin nicht gegen seine Nachbarn abgeschottet. Das große Österreich aber, zu dem es jetzt gehörte, begann mit der Errichtung einer wesentlich weniger durchlässigen Grenze, welche sich drastisch auch auf die Nachbarn im bayerischen Landgericht Reichenhall auswirken sollte. Die seit jeher notwendige Versorgung der Stadt Reichenhall mit Lebensmitteln aus dem salzburgischen  Flachen Land ([[Außergebirg]]) wurde nun durch den strengen Kurs der österreichischen Zöllner erheblich erschwert.  Das rigorose Vorgehen des österreichischen Zolls führte in Reichenhall zu einem empfindlichen Engpass bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Die Stadt war nämlich auf drei Seiten von österreichischem Gebiet umgeben und nur durch einen schmalen Weg, der über die [[Weißbachschlucht]] nach [[Inzell]] führte mit dem bayerischen Territorium verbunden.  
 
Von 1806 bis 1810 gehörten Salzburg und [[Berchtesgaden]] zu Österreich. Auf Befehl Kaisers [[Franz I.]] galt ab [[17. Juli]] [[1807]] in beiden Territorien die „deutsch-erbländische Zollordnung“, worauf ein „k.k. Komerzial-Zollamt“ in Wals eingerichtet wurde. Als kleines Land, dessen Hauptstadt zu einem guten Teil vom Fernhandel lebte, hatte sich Salzburg bis dahin nicht gegen seine Nachbarn abgeschottet. Das große Österreich aber, zu dem es jetzt gehörte, begann mit der Errichtung einer wesentlich weniger durchlässigen Grenze, welche sich drastisch auch auf die Nachbarn im bayerischen Landgericht Reichenhall auswirken sollte. Die seit jeher notwendige Versorgung der Stadt Reichenhall mit Lebensmitteln aus dem salzburgischen  Flachen Land ([[Außergebirg]]) wurde nun durch den strengen Kurs der österreichischen Zöllner erheblich erschwert.  Das rigorose Vorgehen des österreichischen Zolls führte in Reichenhall zu einem empfindlichen Engpass bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Die Stadt war nämlich auf drei Seiten von österreichischem Gebiet umgeben und nur durch einen schmalen Weg, der über die [[Weißbachschlucht]] nach [[Inzell]] führte mit dem bayerischen Territorium verbunden.