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| | ==Geschichtliche Entwicklung== | | ==Geschichtliche Entwicklung== |
| − | Heute besitzt der Freistaat Bayern rund 18.500 ha Grund und Boden im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]]. Es geht dabei um die Nutzung der Wälder. Schon seit Herzog [[Theodo]] von Bayern im [[8. Jahrhundert]] 20 Salzsieden in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] an das [[Erzstift St. Peter]] schenkte, wird Holz aus den salzburgischen und berchtesgadnischen Schwarzwäldern im [[Saalachtal]] zur [[Saline Reichenhall]] geliefert. | + | Heute besitzt der Freistaat Bayern rund 18 500 Hektar Grund und Boden im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]]. Es geht dabei um die Nutzung der Wälder. Schon seit [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Herzog]] [[Theodo]] von Bayern im [[8. Jahrhundert]] 20 Salzsieden in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] an das [[Erzstift St. Peter]] schenkte, wird Holz aus den salzburgischen und berchtesgadnischen Schwarzwäldern im [[Saalachtal]] zur [[Saline Reichenhall]] geliefert. |
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| | 19 dieser 20 Salzsieden gingen dann später in das Eigentum von [[Benediktiner-Frauenstift Nonnberg]] über. Weitere Anteilseigner waren Klöster und Private, die zu ihren Pfannen auch die nötigen Wälder für Holz erhielten, das notwendig war, um die Pfannen zu beheizen. Im [[13. Jahrhundert]] kauften die Bayernherzöge diese Anteile wieder zurück. Ein politisch nicht geklärter Vorgang, in dem Herzog Ludwig [[1228]] die beiden Grafschaften im [[Pinzgau]] dem Reich ''aufsendete'' und Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit ihnen belehnt wurde, beendete die ungehinderte Nutzung der Wälder im Saalachtal. | | 19 dieser 20 Salzsieden gingen dann später in das Eigentum von [[Benediktiner-Frauenstift Nonnberg]] über. Weitere Anteilseigner waren Klöster und Private, die zu ihren Pfannen auch die nötigen Wälder für Holz erhielten, das notwendig war, um die Pfannen zu beheizen. Im [[13. Jahrhundert]] kauften die Bayernherzöge diese Anteile wieder zurück. Ein politisch nicht geklärter Vorgang, in dem Herzog Ludwig [[1228]] die beiden Grafschaften im [[Pinzgau]] dem Reich ''aufsendete'' und Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit ihnen belehnt wurde, beendete die ungehinderte Nutzung der Wälder im Saalachtal. |
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| − | Das hatte zur Folge, dass Bayern die Landeshoheit der Erzbischöfe in diesen Gebieten anerkennen und die Holzgewinnung im Pinzgau nach Salzburg versteuern musste. Schwierigkeiten waren somit vorprogrammiert. Ein erster Vertrag, der all diese Bezugs- und Nutzungsrechte regeln sollte, findet sich im Jahr [[1412]]. [[1525]] kam man in [[Mühldorf am Inn]] überein, die Waldwirtschaft durch ein ''Landgebot'' zu regeln, das [[1527]] von Kardinal [[Matthäus Lang]] erlassen wurde. Trotz dieser bereits sehr umfangreichen Vereinbarung tauchten immer wieder Differenzen auf. Der ''Salinen-Hauptvertrag'' zwischen Kurfürst Carl Theodor und dem letzten regierenden Fürsterzbischof von Salzburg, [[Hieronymus Graf Colloredo]], vom [[4. Februar]] [[1781]] wurde aufgrund der politischen Entwicklung nicht mehr wirksam. | + | Das hatte zur Folge, dass Bayern die Landeshoheit der Erzbischöfe in diesen Gebieten anerkennen und die Holzgewinnung im Pinzgau nach Salzburg versteuern musste. Schwierigkeiten waren somit vorprogrammiert. Ein erster Vertrag, der all diese Bezugs- und Nutzungsrechte regeln sollte, findet sich im Jahr [[1412]]. [[1525]] kam man in [[Mühldorf am Inn]] überein, die Waldwirtschaft durch ein ''Landgebot'' zu regeln, das [[1527]] von Kardinal [[Matthäus Lang]] erlassen wurde. Trotz dieser bereits sehr umfangreichen Vereinbarung tauchten immer wieder Differenzen auf. Der ''Salinen-Hauptvertrag'' zwischen Kurfürst Carl Theodor und dem letzten regierenden [[Fürsterzbischof]] von Salzburg, [[Hieronymus Graf Colloredo]], vom [[4. Februar]] [[1781]] wurde aufgrund der politischen Entwicklung nicht mehr wirksam. |
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| | [[Hochwasser|Hochwässer]] [[1786]] und [[1787]] führten bei der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] infolge hoher Verschuldung [[1795]] dazu, dass sie alle Rechte und Ansprüche am [[Dürrnberg]] sowie alle [[1793]] vermessenen Salinenwälder an Bayern abtreten musste. Durch die [[Säkularisation]] von [[1803]] wurde die Fürstpropstei zusammen mit dem bisherigen [[Erzbistum (Überblick)|Fürsterzbistum]] Teil des Kurfürstentum Salzburg und [[1805]] des k&k Österreich. Die Österreicher beschlagnahmten, wohl aus wettbewerblichen Überlegungen mit Blick auf ihre eigenen Salinen im [[Salzkammergut]], die bayerischen Salinenwaldungen und stellten deren Nutzung ein. Die Bevölkerung im Saalachtal verlor den Nebenverdienst aus der Holzwirtschaft. | | [[Hochwasser|Hochwässer]] [[1786]] und [[1787]] führten bei der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] infolge hoher Verschuldung [[1795]] dazu, dass sie alle Rechte und Ansprüche am [[Dürrnberg]] sowie alle [[1793]] vermessenen Salinenwälder an Bayern abtreten musste. Durch die [[Säkularisation]] von [[1803]] wurde die Fürstpropstei zusammen mit dem bisherigen [[Erzbistum (Überblick)|Fürsterzbistum]] Teil des Kurfürstentum Salzburg und [[1805]] des k&k Österreich. Die Österreicher beschlagnahmten, wohl aus wettbewerblichen Überlegungen mit Blick auf ihre eigenen Salinen im [[Salzkammergut]], die bayerischen Salinenwaldungen und stellten deren Nutzung ein. Die Bevölkerung im Saalachtal verlor den Nebenverdienst aus der Holzwirtschaft. |
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| | ==Literatur== | | ==Literatur== |
| − | * Christian Neschwara: ''Zur Anwendbarkeit und Vollziehung der Salinenkonvention von 1829 in der Fassung von 1957'', Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 131, 1991, Seite 305 bis 311 | + | * Neschwara, Christian: ''Zur Anwendbarkeit und Vollziehung der Salinenkonvention von 1829 in der Fassung von 1957'', Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 131, 1991, Seite 305 bis 311 |
| − | * Georg Meister: ''Der "Ewige Wald" der Saline Reichenhall'', in ''Salz macht Geschichte'', 1995, Seite 179 bis 185 | + | * Meister, Georg : ''Der "Ewige Wald" der Saline Reichenhall'', in ''Salz macht Geschichte'', 1995, Seite 179 bis 185 |
| − | * [[Friederike Zaisberger]]: ''Das Dreiländereck: Waidring und seine Grenzen in der Geschichte'', aus ''850 Jahre Waidring'', 2000 | + | * [[Friederike Zaisberger|Zaisberger, Friederike ]]: ''Das Dreiländereck: Waidring und seine Grenzen in der Geschichte'', aus ''850 Jahre Waidring'', 2000 |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| − | * Friederike Zaisberger: ''175 Jahr Salinenkonvention 1829 - 2004'', Fachbeitrag ''NaturLand Salzburg'', Heft 2, 2004 | + | * Zaisberger, Friederike : ''175 Jahr Salinenkonvention 1829 - 2004'', Fachbeitrag ''NaturLand Salzburg'', Heft 2, 2004 |
| − | * Jürgen Schneider: ''Natürliche und politische Grenzen als soziale und wirtschaftliche Herausforderung'', Franz Steiner Verlag, ISBN 978-3-515-08254-9 | + | * Schneider, Jürgen : ''Natürliche und politische Grenzen als soziale und wirtschaftliche Herausforderung'', Franz Steiner Verlag, ISBN 978-3-515-08254-9 |
| | <references/> | | <references/> |
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| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |
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