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== Der Beginn ==  
 
== Der Beginn ==  
Zunächst erklärte [[Dominique Taboga]] des [[SV Grödig]], er sei von Ex-Teamspieler [[Sanel Kuljic]] erpresst worden. Bei einer Geldübergabe schlug die Cobra zu und es kam zu mehreren Festnahmen. Tage später wendete sich das Blatt jedoch. Es wurde bekannt, dass Taboga Teamspieler gefragt hatte, ob sie bei Spielmanipulationen mitmachten. Gegen Ende November verdichteten sich die Fakten, dass auch Taboga eine oder mehrere Straftaten begangen haben könnte und er wurde festgenommen.  
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Zunächst erklärte [[Dominique Taboga]] des [[SV Grödig]], er sei von Ex-Teamspieler [[Sanel Kuljic]] erpresst worden. Bei einer Geldübergabe schlug die Cobra zu und es kam zu mehreren Festnahmen. Tage später wendete sich das Blatt jedoch. Es wurde bekannt, dass Taboga Teamspieler gefragt hatte, ob sie bei Spielmanipulationen mitmachten. Gegen Ende November verdichteten sich die Fakten, dass auch Taboga eine oder mehrere Straftaten begangen haben könnte, und er wurde festgenommen.  
    
== Neue Facette in der Affäre um Dominique Taboga==
 
== Neue Facette in der Affäre um Dominique Taboga==
 
... und mögliche Spielmanipulationen im österreichischen Fußball   
 
... und mögliche Spielmanipulationen im österreichischen Fußball   
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Auf einer Pressekonferenz erklärte am Donnerstag, den [[28. November]] [[2013]], die [[Staatsanwaltschaft Salzburg]], dass inzwischen bereits 30 Spieler involviert seien. "''20 von ihnen wurden bereits befragt und werden nun auch als Beschuldigte geführt''", erläuterte Andreas Holzer, Bundeskriminalamt. Unter den Befragten sollen auch drei Spieler des SV Grödig sein. Bei einer Hausdurchsuchung im Rahmen der Operation "Rinas" wurde eine Liste mit 26 Namen gefunden, die die Fahnder auf die Spur der Spieler gebracht hat. Gesamt wurden bislang sechs Personen im Zusammenhang mit dem Wettskandal festgenommen.
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Auf einer Pressekonferenz erklärte am Donnerstag, den [[28. November]] [[2013]], die [[Staatsanwaltschaft Salzburg]], dass inzwischen bereits 30 Spieler involviert seien. "''20 von ihnen wurden bereits befragt und werden nun auch als Beschuldigte geführt''", erläuterte Andreas Holzer, Bundeskriminalamt. Unter den Befragten sollen auch drei Spieler des SV Grödig sein. Bei einer Hausdurchsuchung im Rahmen der Operation "Rinas" wurde eine Liste mit 26 Namen gefunden, die die Fahnder auf die Spur der Spieler gebracht hat. Insgesamt wurden bislang sechs Personen im Zusammenhang mit dem Wettskandal festgenommen.
    
17 bis 19 Spiele könnten zwischen 2004 und 2013 manipuliert worden sein. Hauptsächlich seien Kapfenberg-Matches betroffen, ergänzt Holzer. Manipulation heißt aber nicht automatisch, dass das Ergebnis beeinflusst wurde. In erster Linie gab es Ereigniswetten (Wetten auf Einwürfe, Elfmeter usw).  Unter den Spielen sind auch zwei Partien von [[Red Bull Salzburg]], etwa auch das Derby gegen Grödig im Oktober 2013.   
 
17 bis 19 Spiele könnten zwischen 2004 und 2013 manipuliert worden sein. Hauptsächlich seien Kapfenberg-Matches betroffen, ergänzt Holzer. Manipulation heißt aber nicht automatisch, dass das Ergebnis beeinflusst wurde. In erster Linie gab es Ereigniswetten (Wetten auf Einwürfe, Elfmeter usw).  Unter den Spielen sind auch zwei Partien von [[Red Bull Salzburg]], etwa auch das Derby gegen Grödig im Oktober 2013.   
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Marcus Neher von der Staatsanwaltschaft Salzburg bestätigte, dass es in vier Bundesländern, unter anderem in Salzburg, Hausdurchsuchungen geben hat. Parallel erklärte Neher, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass Vereine von den Manipulationen gewusst hatten.
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Marcus Neher von der Staatsanwaltschaft Salzburg bestätigte, dass es in vier Bundesländern, unter anderem in Salzburg, Hausdurchsuchungen gegeben hat. Parallel erklärte Neher, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass Vereine von den Manipulationen gewusst hatten.
    
=== Dominique Taboga verhaftet ===
 
=== Dominique Taboga verhaftet ===
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Der Ex-Grödig-Spieler hatte der Polizei am 11. November geschildert, dass er wegen des entgangenen Wettgewinns unter Androhung von Gewalt gegen sich und seine Familie erpresst worden sei. Er habe schließlich "etwas unter 30.000 Euro" an seine Erpresser bezahlt, erklärte Taboga. Kuljic wies jedoch jede Schuld von sich. Taboga habe bei ihm private Schulden, und zwar rund 65.000 Euro für Einrichtungsgegenstände, rechtfertigte sich der Ex-Teamspieler.
 
Der Ex-Grödig-Spieler hatte der Polizei am 11. November geschildert, dass er wegen des entgangenen Wettgewinns unter Androhung von Gewalt gegen sich und seine Familie erpresst worden sei. Er habe schließlich "etwas unter 30.000 Euro" an seine Erpresser bezahlt, erklärte Taboga. Kuljic wies jedoch jede Schuld von sich. Taboga habe bei ihm private Schulden, und zwar rund 65.000 Euro für Einrichtungsgegenstände, rechtfertigte sich der Ex-Teamspieler.
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Den Vernehmungsprotokollen zufolge, wollte Taboga die Schulden in Raten abzahlen. Zur Schuldenbegleichung leaste er auch einen BMW Mini Cooper für Kuljic. Sulim D. schlüpfte offenbar für Kuljic in die Rolle des Geldeintreibers.
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Den Vernehmungsprotokollen zufolge wollte Taboga die Schulden in Raten abzahlen. Zur Schuldenbegleichung leaste er auch einen BMW Mini Cooper für Kuljic. Sulim D. schlüpfte offenbar für Kuljic in die Rolle des Geldeintreibers.
    
Der Verteidiger von Kuljic, der Salzburger Rechtsanwalt Franz Essl, erklärte am Donnerstag: "''Laut Aussage des in U-Haft befindlichen Teambetreuers sollen mehrere, von diesem konkret bezeichnete Spiele manipuliert worden sein. Mein Mandant hat mit Wettbetrug nichts zu tun. Die Vorwürfe sind auch leicht zu entkräften: Vorwiegend geht es um Spiele des SV Kapfenberg. Zum Zeitpunkt dieser Spiele spielte mein Mandant großteils gar nicht beim SV Kapfenberg, sondern beim FCS Xamax Neuchatel (in der Schweiz, Anm.). Bei einem Spiel - SV Kapfenberg gegen Red Bull Salzburg am 17. März 2012 (Endstand 0:1, Anm.) - hat mein Mandant nur die 1. Halbzeit gespielt und es stand damals 0:0.''"
 
Der Verteidiger von Kuljic, der Salzburger Rechtsanwalt Franz Essl, erklärte am Donnerstag: "''Laut Aussage des in U-Haft befindlichen Teambetreuers sollen mehrere, von diesem konkret bezeichnete Spiele manipuliert worden sein. Mein Mandant hat mit Wettbetrug nichts zu tun. Die Vorwürfe sind auch leicht zu entkräften: Vorwiegend geht es um Spiele des SV Kapfenberg. Zum Zeitpunkt dieser Spiele spielte mein Mandant großteils gar nicht beim SV Kapfenberg, sondern beim FCS Xamax Neuchatel (in der Schweiz, Anm.). Bei einem Spiel - SV Kapfenberg gegen Red Bull Salzburg am 17. März 2012 (Endstand 0:1, Anm.) - hat mein Mandant nur die 1. Halbzeit gespielt und es stand damals 0:0.''"
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