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, 09:15, 12. Aug. 2007
Das '''Tauerngold''' war eine der beiden Grundlagen für den Reichtum der [[Salzburger Erzbischöfe]].
==Geschichte==
Vor etwa 2.000 Jahren wurden die ersten Goldvorkommen in den [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] bei [[Fusch an der Großglocknerstraße]], im [[Gasteinertal]], bei [[Rauris]] und in Kärnten in Döllach und Heiligenblut entdeckt: Das ''Tauerngold''. Mehr als 130 Kilometer Stollen und Schächte wurden dann in die Berge getrieben, um zu diesem begehrten Edelmetall zu kommen.
Der wirtschaftliche Höhepunkt wurde in der Mitte des [[16. Jahrhundert]]s erreicht. [[1557]] berichten Aufzeichnungen des [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistums]] von 830 Kilogramm Gold. Knapp ein Jahrhundert später kam er dann zum Erliegen. Man hat dann im [[19. Jahrhundert|19.]] und [[20. Jahrhundert]], vor allem während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] nochmals versucht, die Vorkommen wirtschaftlich auszubeuten, was allerdings keine Erfolge brachte.
Die Gold- und Silbergruben bei [[Böckstein]] und im [[Rauriser Tal]] waren neben Edelmetallvorkommen am Monte Rosa in der Schweiz die höchst gelegenen in Europa.
==Gewinnung==
Man unterschied zwischen Untertagabbau im [[Gasteinertal]] und [[Rauriser Tal]] und der Waschgoldgewinnung, also aus Flüssen. Letztere war allerdings wenig ergiebig.
===Untertagabbau===
====Goldbergbau im Gasteinertal====
Am [[Radhausberg]] bei Böckstein wurden Gold- und Silbervorkommen ausgebeutet.
====Goldbergbau im Rauriser Tal====
Neben Gold wurde im Rauriser Tal am ''Hohen Goldberg'' bei [[Kolm-Saigurn]] auch Silber geschürft.
===Waschgoldgewinnung===
Diese Art der Goldgewinnung begann schon vor etwa 1.300 Jahren an den Sandbänken der [[Salzach]]. Zur Zeit von [[Rupert von Worms]], also etwa 700 n. Chr. ist sie schon nachgewiesen.
[[909]] wurde vom Königshof [[Salzburghofen]], das heutige [[Freilassing]], an Salzburg geschenkt. Es wurde der ''Goldzins'' gewährt, der aus dem Schwemmland der Salzach und [[Saalach]] stammen musste.
Im [[Pongau]] und [[Pinzgau]] sagt man den Bauern das Goldwaschen als Nebenerwerb nach. So wissen wir zum Beispiel, dass es im [[13. Jahrhundert|13.]] und [[14. Jahrhundert]] in [[Werfen]] und in der Umgebung von [[St. Veit im Pongau]] mehr als 100 solche Goldwäschereien gab. Ein Jahrhundert danach begann man auch entlang der [[Mur]] im Gebiet von [[St. Michael im Lungau]] und [[Ramingstein]] mit der Goldwäscherei.
Der ''Goldzins'' musste an den Besitzer des Grundes abgeliefert werden. Was darüber hinaus gewaschen wurde, musste an den Landesherren, also die [[Salzburger Erzbischöfe]], abgeführt werden. Natürlich erhielten die Wäscher nie den wirklichen Marktpreis für das Gold. Daher lieferten viele auch nicht alles bei den Ämtern ab, sondern verkauften das Gold trotz strengen Strafen heimlich.
Die Konzessionen für das Goldwaschen wurden hauptsächlich als Nebenerwerb für Bauern oder auch an arme, mittellose Leute vergeben, die mit den kargen Einkommen ihr Leben fristeten. Die Zahl der Konzessionen ging jedoch stetig zurück und im [[20. Jahrhundert]] hörte die Goldwäscherei gänzlich auf. Grund dafür war, dass das Geschiebe der Fließgewässer als Zubringer aus den Hohen Tauern immer weniger von dem Edelmetall mittransportierte.
==Literaturhinweise==
* ''Schatzkammer Hohe Tauern'', [[Verlag Anton Pustet]], Sonderpublikation der Schriftenreihe des [[Landespressebüro]]s, Herausgeber Wilhelm Günther und Werner Paar mit Beiträgen von Fritz Gruber und Volker Höck
==Quellen==
* ''Salzburger Miniaturen 2'', [[Karl Heinz Ritschel]], [[Otto Müller Verlag]] Salzburg, 2001, ISBN 3-7013-1037-8
* ''Salzburg Synchronik'', Josef Brettenthaler, Verlag Alfred Winter, 2002, ISBN 3-85380-055-6
[[Kategorie:Bergbau]]