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Die '''Einsatzzentrale Basisraum''' (kurz: EZ/B) ist das Herzstück der Luftraumüberwachung des österreichischen Bundesheeres.

==Allgemeines==
Das [[Heukareck]] in [[St. Johann im Pongau]] sieht aus wie ein normaler Berg. Doch dieser Berg hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich: In den [[1970er]] Jahren wurde hier die "Einsatzzentrale Basisraum" errichtet, im Volksmund "Regierungsbunker" und im heeresinternen Jargon einfach "Berg" genannt.

Hunderte Meter unter der Erdoberfläche befindet sich hier die Zentrale der österreichischen Luftraumüberwachung. 250 Bundesheerbedienstete sind im Bunker von St. Johann beschäftigt, im Kriegsfall könnten hier 500 Entscheidungsträger aus Regierung und Verwaltung Zuflucht finden. In Stockbetten.

Für Normalsterbliche ist die EZ/B, wie sie abgekürzt heißt, tabu. Jene, für die sich nach strengen Sicherheitskontrollen doch die dicken Panzertüren öffnen, stehen zunächst vor einem kilometerlangen Tunnel, der ins Berginnere führt. Die Soldaten sind mit Fahrrädern unterwegs.

Drinnen im "Berg" öffnet sich ein weitverzweigtes, vierstöckiges Tunnelsystem. Eine Einsatzzentrale, die im Notfall völlig autark ist. Sogar eine eigene [[Feuerwehr]] gibt es hier.

Herzstück des Bunkers ist eine matt erleuchtete, etwa turnsaalgroße Halle – die Luftraumüberwachungszentrale: 18 knallgelbe Computerarbeitsplätze, jeder mit einem runden Radarschirm und mehreren Telefonen, eines davon rot. Auf den Schirmen verfolgen Offiziere jede Flugbewegung in Österreich. Und das sind Millionen im Jahr.

Die Daten liefert das Radarsystem "Goldhaube" mit den drei großen Radarstationen des Bundesheers: [[Großraumradarstation Kolomansberg|Kolomansberg]] (Salzburg), Steinmandl (Niederösterreich) und Speikboden/Koralpe ([[Kärnten]]). Verwendet wird Primärradar, das Flugbewegungen aufgrund elektromagnetischer Impulse registriert. Die zivilen Behörden verwenden das billigere Sekundärradar, das Flugzeuge nur dann registrieren kann, wenn diese über einen Transponder Signale aussenden. Wird der Transponder ausgeschaltet (wie es die Attentäter am 11. September 2001 in den USA taten), ist das Flugzeug für das zivile Radar unsichtbar. Nur das militärische Primärradar sieht es noch.

Im Bunker von St. Johann werden die Daten der "Goldhaube" mit der Liste der genehmigten Flüge über Österreich verglichen. So filtert das Bundesheer nicht genehmigte Flugbewegungen heraus.

In diesem Fall werden die Eurofighter alarmiert, die binnen Minuten in der Luft sind, um das unbekannte Flugzeug zu identifizieren, zur Landung zu zwingen oder notfalls auch abzuschießen. Das müsste allerdings der Minister persönlich anordnen.

Rund 70 solcher "Priorität-Alpha-Einsätze" fliegen die Eurofighter pro Jahr. Dann dürfen sie auch mit Überschall unterwegs sein. Wenn die Eurofighter-Piloten wissen wollen, welches Wetter sie dabei erwartet, wenden sie sich ebenfalls an die EZ/B. Denn auch der Wetterdienst des Heers sitzt im Bunker von St. Johann.

Das Heukareck bildet somit das Zentrum eines hochtechnologischen Sicherheitsnetzes: Der Eurofighter ist einer der modernsten Kampfjets der Welt. Die Kommunikation zwischen Piloten und Einsatzzentrale erfolgt über Netzfunkstellen, von denen eine in 2600 Metern Höhe an einer Flanke des Dachsteins klebt. Und die Radarstationen blicken bis nach Polen, Frankreich und Bosnien, um Flugzeuge schon zu entdecken, lang bevor sie unsere Grenze erreichen.

==Quelle==
Salzburger Nachrichten, 26. Juni 2010 (Alexander Purger)

[[Kategorie:Militär]]
[[Kategorie:Pongau]]
[[Kategorie:Sankt Johann im Pongau]]