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Die '''Burg Lebenau (Laufen)''' ist eine abgegangene Burg auf dem Stadtgebiet von [[Laufen an der Salzach]] im [[Rupertiwinkel]], [[Landkreis Berchtesgadener Land]], [[Bayern]]].
==Lage==
Die Burg stand 400 Meter nordöstlich des Ortes [[Lebenau]], der zur Gemeinde [[Fridolfing]], Landkreis Traunstein, gehört, direkt an der heutigen Gemeinde- und Landkreisgrenze. Der Burgstall befindet sich auf der Hochfläche eines Geländesporns an der Mündung des [[Schinderbach]]s in die [[Salzach]] und ist etwa 100 m lang und 70 m breit. Zum Schinderbach (früher: Lebenauer Bach) und zur Salzach fällt das Gelände steil ab. Durch einen noch heute erkennbaren Halsgraben ist der Burgstall von der im Südosten angrenzenden Hochfläche getrennt.
==Geschichte==
Graf [[Siegfried von Spanheim]] errichtete auf dem Erbgut seiner Gattin Hildburg, der Tochter des letzten Grafen von [[Tengling]], um [[1130]] die Burg Lebenau. Der Erbauer und seine Nachkommen nannten sich fortan nach der Burg „Grafen von Lebenau“. Es handelte sich dabei vermutlich um einen von einer Mauer umgebenen Wohnturm. Von diesem Platz aus beherrschten sie mit Unterstützung ihrer Gefolgsleute und Dienstmannen ein Jahrhundert lang das Gebiet an beiden Ufern der Salzach. Die Burg diente vor allem zur Überwachung der Schifffahrt auf der Salzach. Die Grafen von Lebenau verwalteten kein räumlich geschlossenes Gebiet, wie etwa eine Amtsgrafschaft, sondern bauten ihre Herrschaft auf dem Besitz von eigenen Gütern und Lehensgütern auf. Der Kernbereich dieser Herrschaft, die „Lebenau“, umfasste das Gebiet um den Lebenauer Bach, etwa vom [[Abtsee]] bis [[Fridolfing]] und den Lebenauer Forst, der sich bis vor Laufen erstreckte. Durch dieses Gebiet führte die wichtige [[Salzhandelsstraße]] aus [[Reichenhall]] in Richtung Norden (in etwa die heutige B 20). Im südlich der Burg gelegenen Weiler Höfen lag der große Wirtschaftshof der Grafen.
Ursprünglich besaßen die [[Grafen von Lebenau]] die [[Hochgerichtsrecht]]e in ihrem Gebiet östlich der Salzach. Durch den Erwerb wichtiger Ämter und Hoheitsrechte vergrößerten sie im Laufe der Zeit ihren Einfluss. Sie wurden Vögte des [[Salzburger Domstift]]es, der [[Benediktinerabtei Seeon]] (nördlich des Chiemsees) und vermutlich auch des Stifts [[Nonnberg]]. Nach dem Aussterben der Grafen von Tengling und [[Burghausen]] erhielten sie [[1168]] deren Erbe. Im Jahre [[1211]] übernahmen die Lebenauer auch die Verwaltung und Gerichtsbarkeit im vormaligen Herrschaftsgebiet der [[Edelfreien von Haunsberg]]. Mit dem Tod von Bernhard, Graf von Lebenau am [[17. April]] [[1229]] erlosch das Geschlecht.
Der [[Salzburger Erzbischof]] [[Eberhard II.]] und Herzog Ludwig I. von Bayern verhandelten daraufhin um das Erbe. Der Herzog sicherte sich das bedeutende Burghausen, der Erzbischof erhielt das Herrschaftsgebiet der Lebenauer. Im [[Ersten Vertrag von Erharting]] von [[1254]] wurde diese Einigung offiziell besiegelt. Aus dem Herrschaftsgebiet der Grafen von Lebenau haben sich westlich der Salzach das salzburgische [[Gericht Tittmoning]] entwickelt, östlich davon die Gerichte [[Unterlebenau]] und [[Haunsberg]] Die „Feste Lebenau“ wurde zum erzbischöflichen Gerichtssitz, deren Pfleger seit [[1403]] überliefert sind. Nach einem Brand wurde die Burg [[1428]] von dem [[Geschlecht der Tumperger]] instand gesetzt. Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ließ die Burg [[1506]] renovieren und erweitern. Dabei wurde der wohl aus dem 12./[[13. Jahrhundert]] stammende Wohnturm abgebrochen. Im Zuge dessen brachte man auch das „Rübenwappen“ des Erzbischofs über dem Tor an. In einer Beschreibung aus dem Jahre [[1612]] wird eine Wasserleitung von einer Quelle bei der über 800 Meter westlich gelegenen St.-Kolomann-Kirche zur Burg erwähnt.
Als der Gerichtssitz [[1608]] von Lebenau nach [[Laufen]] verlegt wurde, begann der allmähliche Verfall des Gebäudes. Lediglich unter dem Eindruck des [[Dreißigjährige Krieg]]es wurde die Burg nochmals [[1620]] und [[1646]] instand gesetzt. Im Jahre [[1700]] kaufte der Wirt des nahen Weilers Lebenau die Hofmeierschaft und [[1715]] die gesamte Burg. Er ließ die Gebäude nach und nach abtragen und verwendete die Steine als Baumaterial. Nach einem Bericht aus dem Jahre [[1839]] waren noch Mauerreste vorhanden, heute ist oberirdisch von der Burg Lebenau nichts mehr zu sehen.
==Quellen==
[[Heinz Dopsch]]/[[Hans Roth]]: Laufen und Oberndorf, Laufen 1998
[[Helga Reindel-Schedl]]: Laufen an der Salzach, Die alt-salzburgischen Pfleggerichte Laufen, Staufeneck, Teisendorf, Tittmoning und Waging, Historischer Atlas von Bayern, München 1989
[[Hans Roth]]: Zur Baugeschichte der Burg Lebenau im frühen 16. Jahrhundert, Das Salzfass 3/1991
[[Andreas Hirsch]], Artikelgestaltung
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Geschichte (Bauwerk)]]
[[Kategorie:Rupertiwinkel]]
[[Kategorie:Bayern]]