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'''Hans Hauser''' (* [[3. Oktober]] [[1911]] in [[Aigen|Aigen bei Salzburg]]; † [[27. Juli]] [[1974]] in [[Salzburg]]) war der erste Salzburger Medaillengewinner bei Alpinen Skiweltmeisterschaften.
==Jugend und Herkunft==
Hans Hauser wuchs gemeinsam mit seinem um ein Jahr jüngeren Bruder [[Max Hauser|Max]] (* [[5. Dezember]] [[1912]]) auf der [[Zistelalm]] am [[Gaisberg]] auf. Seine ursprünglich aus dem Zillertal in Tirol stammenden Eltern betrieben dort neben der Landwirtschaft einen Gasthof und zählten zu den ersten Wegbereitern des damals noch nicht entwickelten Skitourismus.
Auf Grund der Abgeschiedenheit bewältigten die beiden Brüder im Winter den Weg in die Bürgerschule in den Ortsteil [[Vorderfager]] auf Skiern. Diese waren damals selbstgefertigte, im Feuer gebogene schmale Bretter aus Eschen- oder Buchenholz, auf denen die hinteren Teile alter Schuhe aufgenagelt wurden und zwei Riemen, die zur Befestigung dienten. Als Jugendliche etablierten sich Hans und sein Bruder im [[1910]] gegründeten und aufstrebenden [[Salzburger Skiclub]] neben Pionieren wie [[Markus Maier]] und [[Edi Galleitner]] bald als fixe Größen.
==Sportlaufbahn==
Im Alter von 18 Jahren bestritt Hauser erstmals die Kandahar-Abfahrt in St. Anton am Arlberg und belegte den für ihn enttäuschenden 25. Rang. Zwei Jahre darauf feierte er seine ersten großen Erfolge bei den FIS-Rennen im italienischen Cortina d’Ampezzo, die von der FIS nachträglich zu Weltmeisterschaften erklärt wurden. Während er sich im Abfahrtslauf noch mit dem vierten Rang zufrieden geben musste, belegte er im Slalom den dritten und in der Alpinen Kombination, die damals noch die wichtigste Disziplin im alpinen Skizirkus darstellte, hinter dem Schweizer Otto Furrer und vor Österreichs Aushängeschild Gustav "Guzzi" Lantschner den zweiten Platz.
Die größte Enttäuschung erlebte der Salzburger im Jahr darauf bei den Heimweltmeisterschaften in Innsbruck. Noch vor dem Kombinationsabfahrtslauf bestritt er die, sich über 10 km Länge ziehende, Spezialabfahrt auf dem Glungezer. Der aufkommende Föhn setzte der Strecke derart zu, dass die 94 gestarteten Sportler während ihrer Läufe über mehrere Erdklumpen fahren mussten. Mit 18:05,6 fuhr Hauser mit der Startnummer 77 und eineinhalb Minuten Vorsprung auf Guzzi Lantschner Bestzeit. Auf Intervention der im geschlagenen Feld gelandeten Schweizer Favoriten entschied die FIS, den Spezialabfahrtslauf auf Grund der widrigen Bedingungen nicht anzuerkennen. In der Kombinationsabfahrt, die daher zugleich als Spezialabfahrt gewertet wurde, belegte er den dritten Rang hinter den Schweizern Walter Prager und David Zogg und gewann damit seine dritte Medaille bei internationalen Großereignissen.
Wie in den Anfangsjahren im Skisport durchaus üblich, startete der Salzburger auch in den Nordischen Bewerben und zeigte auch dort Talent. [[1934]] nahm er an den Nordischen Skiweltmeisterschaften teil und startete neben Markus Maier und Edi Galleitner als erster Salzburger am Holmenkollen in Oslo. Unerreicht blieben seine drei österreichischen Meistertitel in der damaligen Königsdisziplin, der Dreierkombination aus Abfahrtslauf, Sprunglauf (=Skispringen) und Skilanglauf.
Zur Zeit der Olympischen Winterspiele von [[1936]] befand sich Hauser in Hochform, wurde aber auf Grund seiner Tätigkeit als Skilehrer als Profi eingestuft und daher von der sicher scheinenden Teilnahme in [[Berchtesgaden]] ausgeschlossen. Nachdem Hauser schon vorher geholfen hatte, W. A. Harrimans Skizentrum "Ketchum" in Sun Valley aufzubauen ging er gemeinsam mit seinem ebenfalls im Skizirkus tätigen Bruder Max in die USA.
==Berufstätigkeit, Familientragödien und der Freitod==
Während Bruder Max nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in die Heimat zurückkehrte, blieb Hans trotz der drohenden Internierung in Amerika und arbeitete als Leiter der Skischule in Sun Valley. Zu seinen prominenten Kunden gehörten unter anderem Henry Ford und Ernest Hemingway.
In Übersee heiratete er Virginia Hill, der von der Boulevard-Presse Verbindungen zu Mitgliedern der amerikanischen Mafia nachgesagt wurden. [[1950]] wurde den beiden der gemeinsame Sohn Peter geboren. Hans Hauser kehrte mit seiner Familie zurück nach Europa und ließ sich für einige Jahre in der Schweiz nieder. Nach dem Ableben seiner Frau Virginia, die [[1966]] den Freitod wählte und dem Tod seines Sohnes, der kurz darauf bei einem Verkehrsunfall starb, zerbrach die Skilegende. Hauser zog sich aus der Öffentlichkeit zurück, übersiedelte wieder nach Salzburg und schied am [[27. Juli]] [[1974]] ebenso freiwillig aus dem Leben. Sein Bruder Max verstarb neun Jahre später, am [[27. November]] [[1983]].
Die Zistelalm am Gaisberg wird mittlerweile von der vierten Generation der Familie Hauser geführt. An die zwei Burschen ''"von der Zistel"'', wie die beiden Skistars genannt wurden, sind mittlerweile beinahe vergessen.
==Größte Erfolge==
===Weltmeisterschaften===
* Vizeweltmeister in der Kombination in Cortina d´Ampezzo [[1932]]
* 3. Platz im Slalom in Cortina d´Ampezzo 1932
* 3. Platz in der Abfahrt in Innsbruck [[1933]]
* 4. Platz im Slalom in Innsbruck 1933
===Österreichische Meisterschaften===
* 3 x Österreichischer Meister in der Dreierkombination
* 2 x Österreichischer Meister im Abfahrtslauf
===Salzburger Landesmeisterschaften===
* 3 x Salzburger Landesmeister in der Dreierkombination
===Sonstige Erfolge===
* Hahnenkammsieger in der Viererkombination [[1936]]
* 2. Platz im Hahnenkammrennen 1932, Einzelsieger in Slalom und Kombination
* 3. Platz beim Arlberg-Kandahar-Rennen 1932
==Literatur und Quellen==
* Joachim Glaser: ''Salzburger Sportler'': Verlag Anton Pustet, Salzburg-München 2001, ISBN 3-7025-0426-5
==Weblinks==
* [http://www.zistelalm.at/alm.htm Die Zistelalm heute]
[[Kategorie:Skisportler alpin|Hauser, Hans]]