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| | === Förderer von Mozart === | | === Förderer von Mozart === |
| − | Privat gab es keine Aufsehen erregenden Erlebnisse. Er liebte Hunde und konnte Gnadengesuchen in Versform nicht widerstehen. Nur mit dem Domkapitel verstand er sich nicht so gut. Denn er beharrte auf seinen Meinungen, die, wie er sagte, ''Eingebungen des Heiligen Geistes'' seien. Aber auch umgekehrt versuchten Mitglieder des Domkapitels immer wieder zu intrigieren. | + | Privat gab es keine Aufsehen erregenden Erlebnisse. Er liebte Hunde und konnte Gnadengesuchen in Versform nicht widerstehen. Nur mit dem [[Domkapite]] verstand er sich nicht so gut. Denn er beharrte auf seinen Meinungen, die, wie er sagte, ''Eingebungen des Heiligen Geistes'' seien. Aber auch umgekehrt versuchten Mitglieder des Domkapitels immer wieder zu intrigieren. |
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| | Er bleibt der Nachwelt vor allem als Förderer der Familie [[Mozart]] in Erinnerung. In seinem Gefolge soll [[Leopold Mozart]], der Vater von [[Wolfgang Amadeus Mozart|Wolfgang Amadeus]] zum Kapellmeister und Hofkomponisten aufgestiegen sein. Auch sein Sohn, Wolfgang Amadeus Mozart, wurde vom Fürsterzbischof bereits im Alter von 14 Jahren zum Hofkapellmeister bestellt. | | Er bleibt der Nachwelt vor allem als Förderer der Familie [[Mozart]] in Erinnerung. In seinem Gefolge soll [[Leopold Mozart]], der Vater von [[Wolfgang Amadeus Mozart|Wolfgang Amadeus]] zum Kapellmeister und Hofkomponisten aufgestiegen sein. Auch sein Sohn, Wolfgang Amadeus Mozart, wurde vom Fürsterzbischof bereits im Alter von 14 Jahren zum Hofkapellmeister bestellt. |
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| − | Die Freigiebigkeit, die Graf Schrattenbach nicht nur den Mozarts gegenüber an den Tag legte, führte dazu, dass das Land am Ende seiner Herrschaftszeit hoch verschuldet war. Dafür fand man in den fürsterzbischöflichen Gemächern, an allen möglichen Orten verstreut, mehr als 200.000 [[Gulden]], die sich der Fürsterzbischof zur Seite gelegt hatte. Wie [[Franz Martin]] über ihn schrieb, ''war er kein großer Fürst, aber ein echter Vertreter der [Rokoko]]zeit, kleinlich, spielerisch und mit lockerer Hand in der Wirtschaft, aber liebenswürdig, ein Förderer der Künste, ein Menschenfreund''<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] 7. Juli 2010</ref>. Von ihm wird erzählt, dass er die Kinder liebte, sich an lustigen Gebärden und Ausdrücken erfreuen konnte und Leute gerne beschenkte. | + | Die Freigiebigkeit, die Graf Schrattenbach nicht nur den Mozarts gegenüber an den Tag legte, führte dazu, dass das Land am Ende seiner Herrschaftszeit hoch verschuldet war. Dafür fand man in den fürsterzbischöflichen Gemächern, an allen möglichen Orten verstreut, mehr als 200.000 [[Gulden]], die sich der Fürsterzbischof zur Seite gelegt hatte. Wie [[Franz Martin]] über ihn schrieb, ''war er kein großer Fürst, aber ein echter Vertreter der [[Rokoko]]zeit, kleinlich, spielerisch und mit lockerer Hand in der Wirtschaft, aber liebenswürdig, ein Förderer der Künste, ein Menschenfreund''<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] 7. Juli 2010</ref>. Von ihm wird erzählt, dass er die Kinder liebte, sich an lustigen Gebärden und Ausdrücken erfreuen konnte und Leute gerne beschenkte. |
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| | [[1757]] beauftragte er den Maler [[Benedict Werkstötter]] mit der Ausgestaltung von drei Zimmern der [[Fürstenzimmer]] im [[Pfleghaus der Saline Hallein]] mit Ölgemälden<ref>Quelle [[Keltenmuseum]]</ref>. | | [[1757]] beauftragte er den Maler [[Benedict Werkstötter]] mit der Ausgestaltung von drei Zimmern der [[Fürstenzimmer]] im [[Pfleghaus der Saline Hallein]] mit Ölgemälden<ref>Quelle [[Keltenmuseum]]</ref>. |
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| − | Der Fürsterzbischof schenkte z. B. den [[Atlas Salisburgensis]] von [[Joseph Jakob Fürstaller]] seinem Weg- und Baukommissär [[Johann Elias von Geyer]] und den Globus der Universität. Dieser wurde bald mit Staub und Moder bedeckt, der Atlas nach seinem Tode Geyers am [[28. April]] [[1791]] öffentlich versteigert, Herr [[Joachim Ferdinand von Schidenhofen|Hofrath von Schidenhofen]] erstand ihn um 7 [[Florin|fl]] 80 kr. | + | Der Fürsterzbischof schenkte z. B. den [[Atlas Salisburgensis]] von [[Joseph Jakob Fürstaller]] seinem Weg- und Baukommissär [[Johann Elias von Geyer]] und den Globus der Universität. Dieser wurde bald mit Staub und Moder bedeckt, der Atlas nach dem Tode Geyers am [[28. April]] [[1791]] öffentlich versteigert, Herr [[Joachim Ferdinand von Schidenhofen|Hofrath von Schidenhofen]] erstand ihn um 7 [[Florin|fl]] 80 kr. |
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| − | Doch nicht nur ein Loch im Geldbeutel des Landes, auch eines im [[Mönchsberg]] war Schrattenbach zu verdanken. Während seiner Amtszeit wurde das ''Neutor'', heute Sigmundstor benannt, errichtet und damit der Weg in den Stadtteil [[Riedenburg]] und den damaligen Vorort [[Maxglan]] wesentlich verkürzt. Er war auch der einzige Fürsterzbischof, der sich auf einem öffentlichen Gebäude in der Innenstadt darstellen ließ. Über dem Ostportal des Sigmundstors an hochöberster Stelle ließ er sein Abbild anbringen und darüber einmeißeln: ''Te saxa loquuntur'' (''Von dir sprechen die Steine''). | + | Doch nicht nur ein Loch im Geldbeutel des Landes, auch eines im [[Mönchsberg]] war Schrattenbach zu verdanken. Während seiner Amtszeit wurde das ''Neutor'', heute [[Sigmundstor]] benannt, errichtet und damit der Weg in den Stadtteil [[Riedenburg]] und den damaligen Vorort [[Maxglan]] wesentlich verkürzt. Er war auch der einzige Fürsterzbischof, der sich auf einem öffentlichen Gebäude in der Innenstadt darstellen ließ. Über dem Ostportal des Sigmundstors an hochöberster Stelle ließ er sein Abbild anbringen und darüber einmeißeln: ''Te saxa loquuntur'' (''Von dir sprechen die Steine''). |
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| − | Am [[14. April]] [[1762]] weihte er den späteren Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] in Salzburg zum Bischof von Gurk | + | Am [[14. April]] [[1762]] weihte er den späteren Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] in Salzburg zum Bischof von [[Gurk]]. |
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| | Fürsterzbischof Sigismund starb nach langem Gallen- und Nierenleiden am 16. Dezember 1771. | | Fürsterzbischof Sigismund starb nach langem Gallen- und Nierenleiden am 16. Dezember 1771. |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| − | * [[Karl Heinz Ritschel]] ''Salzburger Miniaturen'', Band 1, [[Otto Müller Verlag]] Salzburg, 1998, ISBN 3-7013-0979-5 | + | * [[Karl Heinz Ritschel|Ritschel, Karl Heinz]], ''[[Salzburger Miniaturen]]'', Band 1. [[Otto Müller Verlag]], Salzburg, 1998, ISBN 3-7013-0979-5 |
| | * [http://www.salzburg-rundgang.at/de_schrattenbach.html www.salzburg-rundgang.at] | | * [http://www.salzburg-rundgang.at/de_schrattenbach.html www.salzburg-rundgang.at] |
| | <references/> | | <references/> |