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Chronik des Eisenbahner-Musikvereines Salzburg
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'''Chronik des Eisenbahner-Musikvereines Salzburg
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1920
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'''1920'''
    
Vereinsgründung durch Obmann Paul Schmied und Kapellmeister Franz Hulan.  
 
Vereinsgründung durch Obmann Paul Schmied und Kapellmeister Franz Hulan.  
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Im Jahre 1928 wurde mit großem Aufwand eine Neuuniformierung des Klangkörpers vorgenommen.
 
Im Jahre 1928 wurde mit großem Aufwand eine Neuuniformierung des Klangkörpers vorgenommen.
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1930
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'''1930'''
    
Auch in anderen Städten Österreichs hatten sich inzwischen Eisenbahnermusikkapellen formiert. Sie alle wurden 1932 zu einem großen Auswahlspiel in den großen Saal des Wiener Musikvereines geladen, wo unserem Klangkörper von einer hochkarätig besetzten Jury der sehr ehrenvolle 2. Preis verliehen wurde. Im gleichen Jahr gelang es auch noch, das Notenarchiv durch Ankauf der Notenbestände der ehemaligen Radetzkymusik erheblich zu erweitern.
 
Auch in anderen Städten Österreichs hatten sich inzwischen Eisenbahnermusikkapellen formiert. Sie alle wurden 1932 zu einem großen Auswahlspiel in den großen Saal des Wiener Musikvereines geladen, wo unserem Klangkörper von einer hochkarätig besetzten Jury der sehr ehrenvolle 2. Preis verliehen wurde. Im gleichen Jahr gelang es auch noch, das Notenarchiv durch Ankauf der Notenbestände der ehemaligen Radetzkymusik erheblich zu erweitern.
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Im Zuge der allgemeinen politischen Entwicklung wurde 1938 der EMV Salzburg zur Werkskapelle erklärt und dadurch in seinen Aktivitäten schwer eingeschränkt. Private Auftritte waren grundsätzlich untersagt und bedurften der ausdrücklichen Genehmigung des Präsidenten der Reichsbahndirektion Linz. Ein Höhepunkt in diesem Jahr war jedoch eine Konzertreise nach Hamburg zum Stapellauf des Ozeanschiffes "Wilhelm Gustloff".
 
Im Zuge der allgemeinen politischen Entwicklung wurde 1938 der EMV Salzburg zur Werkskapelle erklärt und dadurch in seinen Aktivitäten schwer eingeschränkt. Private Auftritte waren grundsätzlich untersagt und bedurften der ausdrücklichen Genehmigung des Präsidenten der Reichsbahndirektion Linz. Ein Höhepunkt in diesem Jahr war jedoch eine Konzertreise nach Hamburg zum Stapellauf des Ozeanschiffes "Wilhelm Gustloff".
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'''1940'''
 
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1940
      
Mit Kriegsende im Mai 1945 wurde die Werkskapelle und somit der EMV Salzburg aufgelöst. Die Eisenbahner ließen sich jedoch nicht unterkriegen. Mit Zustimmung der amtierenden Militärbehörde wurde der Verein neu gegründet und der in aller Eile wieder zusammengestellte Klangkörper spielte bereits am 2. September 1945 wieder ein Promenadekonzert im Mirabellgarten.
 
Mit Kriegsende im Mai 1945 wurde die Werkskapelle und somit der EMV Salzburg aufgelöst. Die Eisenbahner ließen sich jedoch nicht unterkriegen. Mit Zustimmung der amtierenden Militärbehörde wurde der Verein neu gegründet und der in aller Eile wieder zusammengestellte Klangkörper spielte bereits am 2. September 1945 wieder ein Promenadekonzert im Mirabellgarten.
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Als dann im Jahre 1949 Kapellmeister Leopold Huemer sein Amt antrat und ein Jahr später Oskar Bieder zum Obmann bestellt wurde, begann für den EMV eine neue Ära.
 
Als dann im Jahre 1949 Kapellmeister Leopold Huemer sein Amt antrat und ein Jahr später Oskar Bieder zum Obmann bestellt wurde, begann für den EMV eine neue Ära.
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'''1950'''
1950
      
Zunächst wurde für den Klangkörper die neue Dienstuniform der ÖBB angeschafft (Uniform 1950). Obmann Bieder war es gelungen, mit Unterstützung der Stadt Salzburg und des Fremdenverkehrsbüros große Konzerttourneen in das europäische Ausland wie Frankreich, Italien, Belgien u. a. zu organisieren und dabei den EMV Salzburg als Werbeträger für Salzburg einzusetzen. Eine große Aufgabe für unseren Klangkörper.
 
Zunächst wurde für den Klangkörper die neue Dienstuniform der ÖBB angeschafft (Uniform 1950). Obmann Bieder war es gelungen, mit Unterstützung der Stadt Salzburg und des Fremdenverkehrsbüros große Konzerttourneen in das europäische Ausland wie Frankreich, Italien, Belgien u. a. zu organisieren und dabei den EMV Salzburg als Werbeträger für Salzburg einzusetzen. Eine große Aufgabe für unseren Klangkörper.
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Der nach Kriegseinwirkung schwer zerstörte Salzburger Dom wurde nach seiner Wiederherstellung im Frühjahr 1959 mit einem großen Fest neu eröffnet. Der EMV Salzburg erhielt vom Domkapitel den ehrenvollen Auftrag, an einem der Festtage, der den Arbeitern gewidmet war, die musikalische Umrahmung zu übernehmen. Erzbischof Andreas Rohracher bedankte sich dafür herzlich mit einer Widmung.  
 
Der nach Kriegseinwirkung schwer zerstörte Salzburger Dom wurde nach seiner Wiederherstellung im Frühjahr 1959 mit einem großen Fest neu eröffnet. Der EMV Salzburg erhielt vom Domkapitel den ehrenvollen Auftrag, an einem der Festtage, der den Arbeitern gewidmet war, die musikalische Umrahmung zu übernehmen. Erzbischof Andreas Rohracher bedankte sich dafür herzlich mit einer Widmung.  
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1960
      
Eine der bedeutendsten Auslandsreisen war die im Jahr 1964 durchgeführte Reise nach Paris und Orleans. Der EMV war wiedereinmal als Vertreter Österreichs unterwegs. Diesmal um an der Jeanne d´Arc-Feier in Orleans teilzunehmen. Ein erhebendes Erlebnis für unsere Musiker, Seite an Seite mit der Musikkapelle der Französischen Fremdenlegion, Französischen Militärkapellen und zahllosen anderen Kapellen und Gruppen aus ganz Europa aufzumarschieren und das historische Fest einer ganzen Nation mitzuerleben.
 
Eine der bedeutendsten Auslandsreisen war die im Jahr 1964 durchgeführte Reise nach Paris und Orleans. Der EMV war wiedereinmal als Vertreter Österreichs unterwegs. Diesmal um an der Jeanne d´Arc-Feier in Orleans teilzunehmen. Ein erhebendes Erlebnis für unsere Musiker, Seite an Seite mit der Musikkapelle der Französischen Fremdenlegion, Französischen Militärkapellen und zahllosen anderen Kapellen und Gruppen aus ganz Europa aufzumarschieren und das historische Fest einer ganzen Nation mitzuerleben.
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Konzertreisen nach Deutschland, Frankreich, Dänemark und Ungarn waren Highlights in den folgenden Jahren. Viele Freundschaften wurden geschlossen und nicht selten kam es auch zu Gegenbesuchen ausländischer Kappellen hier in Salzburg.
 
Konzertreisen nach Deutschland, Frankreich, Dänemark und Ungarn waren Highlights in den folgenden Jahren. Viele Freundschaften wurden geschlossen und nicht selten kam es auch zu Gegenbesuchen ausländischer Kappellen hier in Salzburg.
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'''1970'''
1970
      
Zum 50-jährigen Bestandsjubiläum im Jahre 1970 wurde ein großes Fest mit mehr als 20 teilnehmenden Musikkapellen aus dem In- und Ausland gefeiert. Einer der Höhepunkte dabei war ein Gemeinschaftskonzert aller Eisenbahnerkapellen des damaligen Direktionsbereiches Linz, welches auf dem Residenzplatz stattfand.
 
Zum 50-jährigen Bestandsjubiläum im Jahre 1970 wurde ein großes Fest mit mehr als 20 teilnehmenden Musikkapellen aus dem In- und Ausland gefeiert. Einer der Höhepunkte dabei war ein Gemeinschaftskonzert aller Eisenbahnerkapellen des damaligen Direktionsbereiches Linz, welches auf dem Residenzplatz stattfand.
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Genauso wie die Uniformen unterlagen auch die Musikinstrumente einer ständigen großen Belastung, sodass im Jahr 1979 eine Generalüberholung des gesamten Bestandes erforderlich wurde. Finanziell eine große Belastung, die jedoch in gemeinsamer Anstrengung und mit Unterstützung durch die Arbeiterkammer und der Gewerkschaft der Eisenbahner positiv erledigt und gerade rechtzeitig zum 60-jährigen Bestandsfest abgeschlossen werden konnte.  
 
Genauso wie die Uniformen unterlagen auch die Musikinstrumente einer ständigen großen Belastung, sodass im Jahr 1979 eine Generalüberholung des gesamten Bestandes erforderlich wurde. Finanziell eine große Belastung, die jedoch in gemeinsamer Anstrengung und mit Unterstützung durch die Arbeiterkammer und der Gewerkschaft der Eisenbahner positiv erledigt und gerade rechtzeitig zum 60-jährigen Bestandsfest abgeschlossen werden konnte.  
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'''1980'''
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Zahlreiche Musikkapellen aus dem In- und Ausland nahmen an den Feierlichkeiten des 60jährigen Vereinsjubiläums teil zu dessen Anlass eine neue Vereinsfahne eingeweiht wurde. Diese Fahne, die als Symbol Salzburg, die Eisenbahn und die Musik vereint, ist bis zum heutigen Tage noch in Verwendung.
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Zahlreiche Musikkapellen aus dem In- und Ausland nahmen an den Feierlichkeiten des 60jährigen Vereinsjubiläums teil zu dessen Anlass eine neue Vereinsfahne eingeweiht wurde. Diese Fahne, die als Symbol Salzburg, die Eisenbahn und die Musik vereint, ist bis zum heutigen Tage noch in Verwendung.
   
Von Anbeginn an war für den Klangkörper die Frage eines geeigneten Proberaumes und Archivs schwierig zu lösen. In den ersten Jahren nach Vereinsgründung und auch noch in den Vorkriegsjahren musste hier noch zeitweilig auf Gasthäuser ausgewichen werden. Später standen dann mehr oder weniger geeignete Diensträume zur Verfügung. Dank jahrelangen und intensiven Bemühungen unseres damaligen Vereinsobmannes Hanns Bayer und der Unterstützung der Gewerkschaft der Eisenbahner konnte der Musikverein im Jahre 1986 in das noch heute in Verwendung stehende Vereinsheim in der Elisabethstr. 34 einziehen.
 
Von Anbeginn an war für den Klangkörper die Frage eines geeigneten Proberaumes und Archivs schwierig zu lösen. In den ersten Jahren nach Vereinsgründung und auch noch in den Vorkriegsjahren musste hier noch zeitweilig auf Gasthäuser ausgewichen werden. Später standen dann mehr oder weniger geeignete Diensträume zur Verfügung. Dank jahrelangen und intensiven Bemühungen unseres damaligen Vereinsobmannes Hanns Bayer und der Unterstützung der Gewerkschaft der Eisenbahner konnte der Musikverein im Jahre 1986 in das noch heute in Verwendung stehende Vereinsheim in der Elisabethstr. 34 einziehen.
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1990
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'''1990'''
    
Beim großen Salzburger Landesfest, in dessen Rahmen auch ein Wertungsspiel der Musikkapellen durchgeführt wurde, erspielte unser Klangkörper unter der Leitung von Kpm. Oskar Gruber einen 1. Rang mit Auszeichnung.
 
Beim großen Salzburger Landesfest, in dessen Rahmen auch ein Wertungsspiel der Musikkapellen durchgeführt wurde, erspielte unser Klangkörper unter der Leitung von Kpm. Oskar Gruber einen 1. Rang mit Auszeichnung.
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'''2000'''
2000
      
In diesem Jahr übernahm Kapellmeister Jan Steffen Bechtold die musikalische Leitung unseres Orchesters. Bechtold, der auch verschiedentlich als Chorleiter tätig ist, konnte sich durch eine lockere und sehr publikumsnahe Programmgestaltung bereits bei seinem 1. Neujahrskonzert die Herzen der Zuhörer erobern. Seine guten Beziehungen zu Salzburger Chören und zur Kirchenmusik ermöglichten dem EMV zunächst die Teilnahme am Chor- und Orchesterfestival "Cantus MM" in Salzburg und anverschiedenen kirchlichen Auftritten, wie etwa einer Messgestaltung in der Erlöserkirche in Bad Homburg und einem Hochamt, zelebriert vom Hr. Erzbischof Georg Eder im Salzburg Dom.
 
In diesem Jahr übernahm Kapellmeister Jan Steffen Bechtold die musikalische Leitung unseres Orchesters. Bechtold, der auch verschiedentlich als Chorleiter tätig ist, konnte sich durch eine lockere und sehr publikumsnahe Programmgestaltung bereits bei seinem 1. Neujahrskonzert die Herzen der Zuhörer erobern. Seine guten Beziehungen zu Salzburger Chören und zur Kirchenmusik ermöglichten dem EMV zunächst die Teilnahme am Chor- und Orchesterfestival "Cantus MM" in Salzburg und anverschiedenen kirchlichen Auftritten, wie etwa einer Messgestaltung in der Erlöserkirche in Bad Homburg und einem Hochamt, zelebriert vom Hr. Erzbischof Georg Eder im Salzburg Dom.
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Die Genugtuung, dass die Salzburger Eisenbahner einen Teil dazu beitragen können, ist der Lohn für alle, die sich in all den Jahren uneigennützig in den Dienst dieser guten Sache gestellt haben.
 
Die Genugtuung, dass die Salzburger Eisenbahner einen Teil dazu beitragen können, ist der Lohn für alle, die sich in all den Jahren uneigennützig in den Dienst dieser guten Sache gestellt haben.
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Diese Chronik wurde von Josef Baumgartner und Peter Grundbichler zusammengestellt.
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