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| | + | [[Datei:Schilgen_Wolf_von_2012.jpg|thumb|{{PAGENAME}} 2012]] |
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| − | '''Wolf-Egon Friedrich Baron von Schilgen-Arnsberg''' (* [[28. September]] [[1917]] in Münster, Westfalen, Deutschland) ist Schriftsteller und Maler. | + | '''Wolf-Egon Friedrich Baron von Schilgen-Arnsberg''' (* [[28. September]] [[1917]] in Münster, Westfalen, [[Deutschland]]) ist Schriftsteller und Maler. |
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| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Wolf von Schilgen lebt seit 1923 in Österreich, wurde 1946 österreichischer Staatsbürger und wohnt in [[Großgmain]], sowie in London, Großbritannien. Er ist mit [[Eva von Schilgen]], geborene von Hoesslin, verheiratet. | + | === 2012: 95. Geburtstag === |
| | + | Wolf-Egon Friedrich Baron von Schilgen-Arnsberg wird am Freitag, den 28. September 2012 in der [[Saline Reichenhall|alten Saline]] von [[Bad Reichenhall]] seinen 95. Geburtstag feiern. Angesagt haben sich u.a. [[Landeshauptmann|Landeshauptfrau]] Mag.<sup>a</sup> [[Gabi Burgstaller]], Landeshauptmann Stv. Dr. [[Wilfried Haslauer junior|Wilfried Haslauer]], [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] Dr. [[Heinz Schaden]] sowie die Rektoren Prof. Dr. [[Herbert Resch]] und Prof. Dr. [[Felix Unger]]. Junge Künstler wie Mark Wolf, [[Bea de la Vega]], Fernando Araujo, Elena Kononenko oder die Band Rowsekit werden der Feier den künstlerisch-festlichen Rahmen geben. |
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| − | Er studierte an der Universität in Graz. Als erfolgreicher Kunstflieger erhielt er das ''Goldene Pilotenabzeichen des Königreiches [[Italien]]''. Das Drehbuch „Die Station”, das mit Heinz Rühmann verfilmt wurde, schrieb von Schilgen in Berlin.
| + | === Wolf von Schilgen, Zeitzeuge der Jahrhunderte === |
| | + | Erzogen im Sinne das [[19. Jahrhundert]]s, das [[20. Jahrhundert]] in allen seinen Höhen und Schrecken erlebt und im [[21. Jahrhundert]] angekommen – der Salzburger Autor Wolf von Schilgen kann wahrlich als Zeitzeuge bezeichnet werden. |
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| − | Vor dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde er als Schauflieger und Testflieger eingezogen und war während des Krieges Flugzeugführer der Deutschen Luftwaffe. Nach dem Krieg widmete er sich der Schriftstellerei und war u. a. Vizepräsident des steiermärkischen Schriftsteller- und Journalistenverbandes, später Vizepräsident der Liga der Vereinten Nationen, Chef des Mundus-Weltpressedienstes und Chef des STAD („Staatspolitischer Informationsdienst”- Völkerrechtliche Kommentare zum Zeitgeschehen für die internationalen Staatskanzleien) , sowie Herausgeber beziehungsweise Chefredakteur verschiedener Zeitungen und Zeitschriften. Auch für die [[Salzburger Nachrichten]] war er von 1985 bis 1993 als Kolumnist tätig.
| + | === Von Westfalen in die Südsteiermark === |
| | + | Geboren wird er im letzten Jahr des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]], [[1917]] in Münster in Westfalen. Der Vater, Aristokrat und Offizier mit Leib und Seele, erzieht und unterrichtet den Knaben streng. „''Ehre, Würde, Freiheit, Recht und Gerechtigkeit''“ – ein Prinzip, dem Schilgen sein Leben lang folgen wird. Die musische Mutter unterrichtet den Knaben in Musik, Literatur und Malerei. Vor den Unruhen des sich im Umbruch befindlichen und wirtschaftlich danieder liegenden Deutschlands, zieht die Familie [[1923]] auf ihren Sommersitz in der Steiermark, in das romantische Deutschlandsberg. Nach Schulabschluss studiert der junge Schilgen in Graz Germanistik – er schreibt bereits für einige Zeitungen - bevor er als Deutscher zum Reicharbeitsdienst in Deutschland eingezogen wird. |
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| − | Eine weitere Ausbildung war das Studium Schauspiel und Regie unter Burgschauspieler Hans Obonja. Dies führte zu vielen Auftritte, Lesungen wie etwa in Finnland, Großbritannien, [[Belgien]], [[Deutschland]], [[Österreich]], [[Schweiz]], Italien und Griechenland.
| + | Noch vor dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] entscheidet er sich Pilot zu werden, die sportlichen Stukaflugzeuge (Sturzkampfbomber) haben es ihm angetan. Als erfolgreicher Kunstflieger erhielt er das ''Goldene Pilotenabzeichen des Königreiches [[Italien]]''. Im Krieg wird er als Test- und Einflieger eingesetzt und führt Aufklärungs- und Überstellungsflüge durch. [[ 1942]] wird er nach Berlin versetzt, unterrichtet Offiziere, gründet Radiosendungen und leitet eine Wehrmachtsbühne. Das Drehbuch „Die Station”, das mit Heinz Rühmann verfilmt wurde, schrieb von Schilgen in Berlin. Die zu Anfang des Krieges geschlossene typische Kriegsehe erweist sich über viele Jahrzehnte als glückliche Verbindung aus der drei Töchter entspringen. Den Nationalsozialisten anfangs mit Hoffnung begegnet, wird Schilgen – auch durch den Prozess gegen seinen Vater, welcher Juden rettete – bald zum inneren Gegner und im letzten Kriegsjahr in ein Todesbataillon versetzt. |
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| − | Weitere Funktionen waren: | + | === Ein neues Leben, eine neue Liebe === |
| | + | Nach Kriegsende wird er, der nationalsozialistisch unbelastet ist, von der russische Besatzungsmacht zum Chefredakteur der „''Weststeirischen Rundschau''“ eingesetzt. Aus dieser Zeit stammt das kuriose Dokument, welches Schilgen als „''Schriftführer der Kommunistischen Partei''“ ausweist und es ihm damals ermöglichte, sich außerhalb der Sperrzone zu bewegen. Bald danach wird er Gewerkschaftsmitglied im steiermärkischen Schriftsteller- und Journalistenverband. Er gründet einige Zeitungen, den „''Staatspolitischen Informationsdienst''“ und einen Verlag. Das Wirtschaftswunder bringt auch ihm Erfolg und finanzielle Sicherheit. Später wird er Vizepräsident der Liga der Vereinten Nationen, Chef des Mundus-Weltpressedienstes und Chef des STAD („Staatspolitischer Informationsdienst”- Völkerrechtliche Kommentare zum Zeitgeschehen für die internationalen Staatskanzleien) , sowie Herausgeber beziehungsweise Chefredakteur verschiedener Zeitungen und Zeitschriften. Auch für die [[Salzburger Nachrichten]] war er von 1985 bis 1993 als Kolumnist tätig. |
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| | + | Eine weitere Ausbildung war das Studium Schauspiel und Regie unter Burgschauspieler Hans Obonja. Dies führte zu vielen Auftritte, Lesungen wie etwa in Finnland, Großbritannien, [[Belgien]], [[Deutschland]], [[Österreich]], [[Schweiz]], Italien und Griechenland. |
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| | + | In den 1970er Jahren heiratet er die um 31 Jahre jüngere [[Eva von Schilgen|Eva von Hoesslin]], Tochter des bekannten österreichischen Bühnenbildners, und beginnt wieder zu schreiben, diesmal aus dem Leben gegriffene Satiren. Mehr als elf Bücher sind bisher erschienen. Viel beachtet und gelobt ist auch seine Biographie „Als Deutscher geboren – ein Jahrhundert der verlorenen Unschuld“. |
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| | + | Wolf von Schilgen lebt seit 1923 in Österreich, wurde [[1946]] österreichischer Staatsbürger und wohnt in [[Großgmain]], sowie in London, Großbritannien. |
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| | + | == Weitere Funktionen waren == |
| | * Vorstandsmitglied der „Schule der Weisheit”, Archiv Innsbruck des Philosophen Graf Hermann Kayserling | | * Vorstandsmitglied der „Schule der Weisheit”, Archiv Innsbruck des Philosophen Graf Hermann Kayserling |
| | * Seit 2006 Mentor des Programms „doctrina vitae” an der [[Paracelsus Medizinische Privatuniversität]] in Salzburg | | * Seit 2006 Mentor des Programms „doctrina vitae” an der [[Paracelsus Medizinische Privatuniversität]] in Salzburg |
| | * Advisory Board, Curator der “Academia Scientiarum et Artium Europaea“, der “Europäische Academie der Wissenschaft und Kunst” | | * Advisory Board, Curator der “Academia Scientiarum et Artium Europaea“, der “Europäische Academie der Wissenschaft und Kunst” |
| − | Wolf von Schilgen publizierte zahlreiche Bücher und mehr als 1.000 Beiträge in verschiedenen Print-Medien. Seine Arbeiten wurden in verschiedene deutsche und englische Lexika aufgenommen, u.a. im Lexikon der Literaten „Dictionary of International Biography” in Cambridge, England, „Salzburger Literaturhandbuch”, „Kürschners Deutscher Literaturkalender”, „Who is Who”, „Deutsches Schriftsteller-Lexikon”, “„Frankfurter Bibliothek” und „Westfälisches Autorenlexikon” „Frankfurter Edition”. | + | |
| | + | Wolf von Schilgen publizierte zahlreiche Bücher und mehr als 1 000 Beiträge in verschiedenen Print-Medien. Seine Arbeiten wurden in verschiedene deutsche und englische Lexika aufgenommen, u.a. im Lexikon der Literaten „Dictionary of International Biography” in Cambridge, England, „Salzburger Literaturhandbuch”, „Kürschners Deutscher Literaturkalender”, „Who is Who”, „Deutsches Schriftsteller-Lexikon”, “„Frankfurter Bibliothek” und „Westfälisches Autorenlexikon” „Frankfurter Edition”. |
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| | == Auszeichnungen == | | == Auszeichnungen == |
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| | * [[Eva von Schilgen|Eva–Maria Baronin von Schilgen-Arnsberg]] per Email an [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]] | | * [[Eva von Schilgen|Eva–Maria Baronin von Schilgen-Arnsberg]] per Email an [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]] |
| | * [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]] | | * [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]] |
| − | | + | * [[Mundus Weltpressedienst - Redaktion Salzburg]], Presseaussendung 24. September 2012 |
| | == Fußnoten == | | == Fußnoten == |
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