| | Die Bekanntschaft mit dem Münchner Kunsthändler Hugo von Grundherr zu Altenthann und Weyerhaus leitete den Abstieg der bis dahin schillernden Bankfrau ein. Grundherr war der Eigentümer des [[Schloss Mittersill|Schlosses Mittersill]], stürzte sich immer mehr in Schulden, die Lammer abdeckte unter Hereinnahme von Pfändern, wie der Bibliothek des Schlosses und vor allem eines Gemäldes von Leonardo da Vinci, das damals mit 600.000 Schilling von Lammer (heute etwa 2,8 Mio Euro) bewertet war. Als eine Bank, bei der Grundherr verschuldet war, die Versteigerung des Schlosses Mittersill erwirkte, erwarb es Frau Lammer und kam dadurch in noch größere finanzielle Schwierigkeiten, die zusätzlich durch die [[1000-Mark-Sperre]] eskalierten. Da ein Ausgleich scheiterte, kam es zum Konkurs. Das "Leonardo-Bild" war in der schwierigen Zeit nicht verkäuflich und konnte daher die Bank nicht mehr retten. | | Die Bekanntschaft mit dem Münchner Kunsthändler Hugo von Grundherr zu Altenthann und Weyerhaus leitete den Abstieg der bis dahin schillernden Bankfrau ein. Grundherr war der Eigentümer des [[Schloss Mittersill|Schlosses Mittersill]], stürzte sich immer mehr in Schulden, die Lammer abdeckte unter Hereinnahme von Pfändern, wie der Bibliothek des Schlosses und vor allem eines Gemäldes von Leonardo da Vinci, das damals mit 600.000 Schilling von Lammer (heute etwa 2,8 Mio Euro) bewertet war. Als eine Bank, bei der Grundherr verschuldet war, die Versteigerung des Schlosses Mittersill erwirkte, erwarb es Frau Lammer und kam dadurch in noch größere finanzielle Schwierigkeiten, die zusätzlich durch die [[1000-Mark-Sperre]] eskalierten. Da ein Ausgleich scheiterte, kam es zum Konkurs. Das "Leonardo-Bild" war in der schwierigen Zeit nicht verkäuflich und konnte daher die Bank nicht mehr retten. |
| − | Augustine Lammer wurde [[1935]] verhaftet und wegen Betruges, Untreue und anderem zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie wurde in der Frauenstrafanstalt Wiener Neudorf inhaftiert. Während der Haftzeit starb sie am [[16. Jänner]] [[1937]] an Lungenbrand ("Lungengangrän") im Allgemeinen Krankenhaus in Wien. Das in einem Aufsatz aufgetauchte Gerücht, Auguste Lammer hätte Selbstmord verübt, entspricht nicht den Tatsachen. Ihr Grab am Wiener Zentralfriedhof existierte bis [[1952]]. | + | Augustine Lammer wurde [[1935]] verhaftet und wegen Betruges, Untreue und anderem zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie wurde in der Frauenstrafanstalt Wiener Neudorf inhaftiert. Während der Haftzeit starb sie am [[16. Jänner]] [[1937]] an Lungenbrand ("Lungengangrän") im Allgemeinen Krankenhaus in Wien. Das in einem Aufsatz aufgetauchte Gerücht, Auguste Lammer hätte Selbstmord verübt, entspricht nicht den Tatsachen. Ihr Grab am Wiener Zentralfriedhof existierte bis [[1952]]. Max Leopold Ritter Lammer lebte nach der Scheidung im Ruhestand in Salzburg, Schrannengasse 6 und verstarb im Mai 1939 im Diakonissen-Krankenhaus in Salzburg (damals Imbergstraße 31). Seine Urne wurde am 25. Mai 1939 in Jauernig, Kreis Ost-Freiwaldau (damals Sudetenland, bis 1918 Österreichisch-Schlesien, heute Javornik in Tschechien) beigesetzt. Max , sein Sohn aus erster Ehe, Schauspieler, lebte mit seiner Ehefrau Johanna Müller in Berlin und dann in Freiburg im Breisgau, wo er 1966 starb. |
| | + | Alfred, der Sohn aus der Ehe von Auguste Lammer mit Max Leopold Lammer wurde am 28. November 1909 in Linz geboren. Er studierte in Wien, München und Innsbruck Handelswissenschaft, war Mitglied der Heimwehr und dann des Freiwilligen Schutzkorps und kam 1934 nach London an das Österreichische Verkehrsbüro. Als Gegner des Nationalsozialismus blieb er nach dem "Anschluss" in London und arbeitete als Fotograf, worin er es zu großem Ansehen brachte, wie aus den Nachrufen im Oktober und November 2000 in den namhaftesten englischen Zeitungen hervorgeht. Während des Zweiten Weltkrieges war er als Navigator in einem Nachtjagtgeschwader in Nordafrika und zuletzt als Squadron-Leader in einer Radar-Navigatorschule der Royal Air Force im Einsatz. Er starb im Jahr 2000 im 91.Lebensjahr. |