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Der Gurker Bischof Joseph Franz Anton Graf [[Auersperg]] hatte an den Arbeiten Johann Georgs gefallen gefunden und sich mit ihm angefreundet. Daraufhin versuchte Bischof Auersperg Johann Georg in das Bistum Gurk zu holen. Der Salzburger Erzbischof Colloredo wollte Hagenauer jedoch unbedingt in Salzburg halten. Aus Salzburg berichtet [[Leopold Mozart]] in einem Brief (1777) an seine auf Reisen befindliche Frau [[Anna Maria Walburga Mozart|Anna Maria]] und seinen Sohn [[Wolfgang Amadé Mozart|Wolfgang]] darüber: ''"wegen  dem h: Hagenauer Architect ist nun die Sache auch in  Bewegung, er will  fort, und der Fürst sucht ihn immer mit allerhand  arbeiten und  schmeicheleien aufzuhalten, und kein Entschluß kommt zum Vorschein"''. Johann Georgs älterer Bruder Johann Baptist hatte bereits 1771 Auseinandersetzungen mit dem Erzbischof Colloredo gehabt und daraufhin Salzburg verlassen. Auch bei Johann Georg Hagenauer hatte eine Auseinandersetzung mit dem Salzburger Erzbischof zum Bruch mit diesem geführt. So war es auch ihm nicht schwer gefallen Salzburg (vorübergehend) den Rücken zu kehren.
 
Der Gurker Bischof Joseph Franz Anton Graf [[Auersperg]] hatte an den Arbeiten Johann Georgs gefallen gefunden und sich mit ihm angefreundet. Daraufhin versuchte Bischof Auersperg Johann Georg in das Bistum Gurk zu holen. Der Salzburger Erzbischof Colloredo wollte Hagenauer jedoch unbedingt in Salzburg halten. Aus Salzburg berichtet [[Leopold Mozart]] in einem Brief (1777) an seine auf Reisen befindliche Frau [[Anna Maria Walburga Mozart|Anna Maria]] und seinen Sohn [[Wolfgang Amadé Mozart|Wolfgang]] darüber: ''"wegen  dem h: Hagenauer Architect ist nun die Sache auch in  Bewegung, er will  fort, und der Fürst sucht ihn immer mit allerhand  arbeiten und  schmeicheleien aufzuhalten, und kein Entschluß kommt zum Vorschein"''. Johann Georgs älterer Bruder Johann Baptist hatte bereits 1771 Auseinandersetzungen mit dem Erzbischof Colloredo gehabt und daraufhin Salzburg verlassen. Auch bei Johann Georg Hagenauer hatte eine Auseinandersetzung mit dem Salzburger Erzbischof zum Bruch mit diesem geführt. So war es auch ihm nicht schwer gefallen Salzburg (vorübergehend) den Rücken zu kehren.
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Mit dem Titel eines ''"bischöflichen Hofbaudirektors"'' reiste Johann Georg Hagenauer mit Auersperg nach Klagenfurt (Kärnten). Bischof Auersperg verband bis zu seinem Tod eine innige Freundschaft mit dem vierzehn Jahre jüngeren Architekten Hagenauer. Im Bistum Gurk erhielt Johann Georg viele Aufträge, unter anderem auch seinen ersten großen Bau, das Schloss Pöckstein / Zwischenwässern mit großzügiger Parkanlage. Die neue bischöfliche Residenz Schloss Pöckstein sollte einer der bedeutendsten frühklassizistischen Schlossbauten Österreichs werden. Sein Bruder Johann Baptist übernahm dabei die bildhauerische Ausstattung des Schlosses und die Skulpturen der Parkanlage.
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Mit dem Titel eines ''"bischöflichen Hofbaudirektors"'' reiste Johann Georg Hagenauer mit Auersperg nach Klagenfurt (Kärnten). Bischof Auersperg verband bis zu seinem Tod eine innige Freundschaft mit dem vierzehn Jahre jüngeren Architekten Hagenauer. Im Bistum Gurk erhielt Johann Georg viele Aufträge, unter anderem auch seinen ersten großen Bau, das Schloss Pöckstein, an der Mündung der  Metnitz in die Gurk, mit großzügiger Parkanlage. Die ersten Entwürfe für die neue bischöfliche Residenz in Zwischenwässern fertigte sein Bruder Wolfgang Hagenauer bereits 1774/1775 an. Letztlich wurde das Schloss nach dem Entwurf des Architekten Johann Georg Hagenauer zwischen 1778-1782 erbaut. Die neue bischöfliche Residenz Schloss Pöckstein sollte einer der bedeutendsten frühklassizistischen Schlossbauten Österreichs werden. Sein anderer Bruder Johann Baptist übernahm dabei die bildhauerische Ausstattung des Schlosses und die Skulpturen der Parkanlage.
    
Als 1783 Auersperg zum Fürstbischof von Passau gewählt wurde, reiste Hagenauer mit ihm nach Passau. 1784 wurde dort Johann Georg zum wirklichen ''Hofkammerrath'' mit Sitz und Stimme ernannt. In Passau und Umgebung baute er mehrere Schlösser, das Bedeutendste und sein Hauptwerk war das Residenzschloss des Fürsten, Schloss Freudenhain. Im Jahr 1786 wurde ''"Johann Georg von Hagenauer, wirklicher Hofkammerrath, hochfürstlicher Baudirektor und Architekt in Passau"'', der Adelsstand bestätigt. Im selben Jahr heiratete er die Freiin Karoline de La Marre im Passauer Dom und sollte Ahnherr der späteren Wiener Linie der Hagenauer werden. Nach dem Tod seines Gönners Auersperg 1793 verblieb er vorerst in Passau. Nach nur elf Monaten Regierungszeit starb der neue Bischof [[Thomas Johann Graf von Thun und Hohenstein]], sein Nachfolger war dessen Vetter [[Leopold Leonhard Raymund Graf von Thun und Hohenstein]] und somit Hagenauers dritter Dienstherr.
 
Als 1783 Auersperg zum Fürstbischof von Passau gewählt wurde, reiste Hagenauer mit ihm nach Passau. 1784 wurde dort Johann Georg zum wirklichen ''Hofkammerrath'' mit Sitz und Stimme ernannt. In Passau und Umgebung baute er mehrere Schlösser, das Bedeutendste und sein Hauptwerk war das Residenzschloss des Fürsten, Schloss Freudenhain. Im Jahr 1786 wurde ''"Johann Georg von Hagenauer, wirklicher Hofkammerrath, hochfürstlicher Baudirektor und Architekt in Passau"'', der Adelsstand bestätigt. Im selben Jahr heiratete er die Freiin Karoline de La Marre im Passauer Dom und sollte Ahnherr der späteren Wiener Linie der Hagenauer werden. Nach dem Tod seines Gönners Auersperg 1793 verblieb er vorerst in Passau. Nach nur elf Monaten Regierungszeit starb der neue Bischof [[Thomas Johann Graf von Thun und Hohenstein]], sein Nachfolger war dessen Vetter [[Leopold Leonhard Raymund Graf von Thun und Hohenstein]] und somit Hagenauers dritter Dienstherr.
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