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'''Maximilian Gandolph Graf''' (bis 1665 Freiherr) '''von Kuenburg''' (* [[30. Oktober]] [[1622]] in Graz; † [[3. Mai]] [[1687]] in [[Salzburg]]) war vom [[8. Dezember]] [[1668]] bis zum 3. Mai 1687 [[Erzbischof]] von Salzburg und Kardinal.
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'''Maximilian Gandolph Graf''' (bis 1665 Freiherr) '''von Kuenburg''' (* [[30. Oktober]] [[1622]] in Graz; † [[3. Mai]] [[1687]] in [[Salzburg]]) war vom [[8. Dezember]] [[1668]] bis zum 3. Mai 1687 [[Salzburger Erzbischöfe#Fürsterzbischöfe|Fürsterzbischof]] von Salzburg und Kardinal.
    
==Familie==
 
==Familie==
Max Gandolphs Vater war der erzherzoglich-innerösterreichische Rat Reinprecht Moritz Freiherr von [[Kuenburg (Adelsgeschlecht)|Kuenburg]] (1577 - 1638). Zur väterlichen Verwandtschaft gehören auch Max Gandolphs Amtsvorgänger [[Michael von Kuenburg]] (* 1514, † 1560, Erzbischof ab 1554),  und [[Georg von Kuenburg]] (* 1530, † 1587). Geboren im Schrattenbach'schen Haus zu Graz im Sack, verlor der geschwisterlose Max Gandolph früh seine Mutter, Helena, geb. von [[Schrattenbach]] (* 1585, † 1623).
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Max Gandolphs Vater war der erzherzoglich-innerösterreichische Rat Reinprecht Moritz Freiherr von [[Kuenburg (Adelsgeschlecht)|Kuenburg]] (1577 - 1638). Zur väterlichen Verwandtschaft gehören auch Max Gandolphs Amtsvorgänger [[Michael von Kuenburg]] (* 1514, † 1560, Fürsterzbischof ab 1554),  und [[Georg von Kuenburg]] (* 1530, † 1587). Geboren im Schrattenbach'schen Haus zu Graz im Sack, verlor der geschwisterlose Max Gandolph früh seine Mutter, Helena, geb. von [[Schrattenbach]] (* 1585, † 1623).
    
Ein [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#O|Oheim]] war der Salzburger [[Domherr]] Wolf Wilhelm v. Schrattenbach († 1654), der auch fürsterzbischöflicher [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Kammer]]präsident und Senior des [[Domkapitel]]s war – über ihn kam die für Max Gandolph wegweisende Verbindung zum Salzburger Hof zustande. Ein Cousin war der Prager Kardinal-Erzbischof Ernst Adalbert von [[Harrach_Adelsgeschlecht|Harrach]] (* 1598, †1667).
 
Ein [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#O|Oheim]] war der Salzburger [[Domherr]] Wolf Wilhelm v. Schrattenbach († 1654), der auch fürsterzbischöflicher [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Kammer]]präsident und Senior des [[Domkapitel]]s war – über ihn kam die für Max Gandolph wegweisende Verbindung zum Salzburger Hof zustande. Ein Cousin war der Prager Kardinal-Erzbischof Ernst Adalbert von [[Harrach_Adelsgeschlecht|Harrach]] (* 1598, †1667).
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==Werdegang==
 
==Werdegang==
 
* Besuch des Grazer Jesuitengymnasiums;
 
* Besuch des Grazer Jesuitengymnasiums;
* Studium der Philosophie, 1641 Dr. phil.; seine Doktoratsthesen widmete er Erzbischof [[Paris Graf von Lodron]], dem er sie persönlich überreichen durfte;
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* Studium der Philosophie, 1641 Dr. phil.; seine Doktoratsthesen widmete er Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron]], dem er sie persönlich überreichen durfte;
 
* Studium der Theologie am Collegium Germanicum in Rom   
 
* Studium der Theologie am Collegium Germanicum in Rom   
 
* 1644 Kanoniker in Salzburg  
 
* 1644 Kanoniker in Salzburg  
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Max Gandolph initiierte verschiedene Maßnahmen im Sinne der katholischen Gegenreformation. Unter seiner Regierung brach ein neuer [[Protestantenvertreibung|Verfolgungssturm]] gegen die [[Protestanten]] im Lande aus.
 
Max Gandolph initiierte verschiedene Maßnahmen im Sinne der katholischen Gegenreformation. Unter seiner Regierung brach ein neuer [[Protestantenvertreibung|Verfolgungssturm]] gegen die [[Protestanten]] im Lande aus.
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Zunächst gründete er neue Vikariate in den abgelegenen Gebirgstälern, um dort die katholische Religion zu stärken. Nachdem die Missionierungsversuche im [[Osttirol|osttiroler]], damals salzburgischen Defereggental und bei den [[Salzbergwerk Dürrnberg|Dürrnberg]]er Bergknappen erfolglos geblieben waren, schritt der Erzbischof zur Ausweisung der Protestanten. In den Jahren 1684 bis 1686 wurden insgesamt 691 [[Protestanten]] wegen ihres Bekenntnisses aus dem Defereggental vertrieben. Um [[1685]] und [[1686]] wurden auch die von [[Joseph Schaitberger]] angeführten Dürrnberger Bergknappen schließlich zur [[Protestantenvertreibung#Der Auszug der Protestanten|Auswanderung]] gezwungen.
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Zunächst gründete er neue Vikariate in den abgelegenen Gebirgstälern, um dort die katholische Religion zu stärken. Nachdem die Missionierungsversuche im [[Osttirol|osttiroler]], damals salzburgischen Defereggental und bei den [[Salzbergwerk Dürrnberg|Dürrnberg]]er Bergknappen erfolglos geblieben waren, schritt der Fürsterzbischof zur Ausweisung der Protestanten. In den Jahren 1684 bis 1686 wurden insgesamt 691 [[Protestanten]] wegen ihres Bekenntnisses aus dem Defereggental vertrieben. Um [[1685]] und [[1686]] wurden auch die von [[Joseph Schaitberger]] angeführten Dürrnberger Bergknappen schließlich zur [[Protestantenvertreibung#Der Auszug der Protestanten|Auswanderung]] gezwungen.
    
Die Kinder der ausgewiesenen Protestanten wurden allerdings zurückbehalten; Väter, die ihre Söhne heimlich zu entführen suchten, wurden zur Galeerenstrafe in [[Venedig]] verurteilt. Erst das Eingreifen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620, † 1688) ermöglichte es den Kindern, ihren Eltern nachzufolgen.
 
Die Kinder der ausgewiesenen Protestanten wurden allerdings zurückbehalten; Väter, die ihre Söhne heimlich zu entführen suchten, wurden zur Galeerenstrafe in [[Venedig]] verurteilt. Erst das Eingreifen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620, † 1688) ermöglichte es den Kindern, ihren Eltern nachzufolgen.