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| − | Unmittelbar vor seiner Wahl zum Erzbischof schlossen nach dem Vorbild zahlreicher Ritterbünde im Deutschen Reich Salzburger Ritter und Edelknechte und die Bürgerschaft der Städte Salzburg, [[Laufen]], [[Tittmoning]], [[Hallein]] und [[Radstadt]] ein Bündnis, um gemeinsam und solidarisch die künftigen Landesherren zur Erfüllung ihrer zahlreichen gemeinsamen Wünsche und Anliegen zu verpflichten. Die Urkunde mit zahlreichen Siegeln ist erhalten und wurde durch die Form des Pergamentes mit seinen weg stehenden Siegelbändern als Igelbundurkunde benannt. Die Erfüllung solcher Forderungen wurde zwar grundsätzlich zugesagt, in der Folge allerdings stets hinausgezögert und unterbunden. | + | Unmittelbar vor seiner Wahl zum Fürsterzbischof schlossen nach dem Vorbild zahlreicher Ritterbünde im Deutschen Reich Salzburger Ritter und Edelknechte und die Bürgerschaft der Städte Salzburg, [[Laufen]], [[Tittmoning]], [[Hallein]] und [[Radstadt]] ein Bündnis, um gemeinsam und solidarisch die künftigen Landesherren zur Erfüllung ihrer zahlreichen gemeinsamen Wünsche und Anliegen zu verpflichten. Die Urkunde mit zahlreichen Siegeln ist erhalten und wurde durch die Form des Pergamentes mit seinen weg stehenden Siegelbändern als Igelbundurkunde benannt. Die Erfüllung solcher Forderungen wurde zwar grundsätzlich zugesagt, in der Folge allerdings stets hinausgezögert und unterbunden. |
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| | == Der Streit um Berchtesgaden == | | == Der Streit um Berchtesgaden == |
| − | Die schwierige Lage, in der sich der Erzbischof befand, nützte der Herzog von Oberbayern-München Wilhelm III. geschickt aus. Er wollte die Inkorporation [[Berchtesgaden]]s durch das Fürsterbistum Salzburg nicht hinnehmen und hatte dabei Erfolg. Papst Bonifacius IX. bestellt auf Grund der Intervention des Herzogs Propst Konrad von Berchtesgaden zum Bischof von Lavant und übertrug die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] dem Gesandten des bayrischen Herzogs, Diakon Peter Pienzenauer, der die Inkorporation [[Berchtesgaden]]s für ungültig erklärte. Diese Vorgänge nahm Eberhard III. zwar zunächst nicht offiziell zur Kenntnis, die Päpste Innozenz VII. und Gregor XII. bestätigten aber in der Folge die Entscheidung, so dass Eberhard III. [[1409]] die päpstliche Entscheidung unter der Bedingung anerkannte, dass als Gegenleistung für die hohen Beträge, welche die Propstei dem Fürsterzbistum schuldete, die [[Saline Schellenberg]] samt allen Anlagen und dem Sudhaus bis zur Tilgung der Schulden an Salzburg verpfändet wurde. | + | Die schwierige Lage, in der sich der Fürsterzbischof befand, nützte der Herzog von Oberbayern-München Wilhelm III. geschickt aus. Er wollte die Inkorporation [[Berchtesgaden]]s durch das Fürsterbistum Salzburg nicht hinnehmen und hatte dabei Erfolg. Papst Bonifacius IX. bestellt auf Grund der Intervention des Herzogs Propst Konrad von Berchtesgaden zum Bischof von Lavant und übertrug die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] dem Gesandten des bayrischen Herzogs, Diakon Peter Pienzenauer, der die Inkorporation [[Berchtesgaden]]s für ungültig erklärte. Diese Vorgänge nahm Eberhard III. zwar zunächst nicht offiziell zur Kenntnis, die Päpste Innozenz VII. und Gregor XII. bestätigten aber in der Folge die Entscheidung, so dass Eberhard III. [[1409]] die päpstliche Entscheidung unter der Bedingung anerkannte, dass als Gegenleistung für die hohen Beträge, welche die Propstei dem Fürsterzbistum schuldete, die [[Saline Schellenberg]] samt allen Anlagen und dem Sudhaus bis zur Tilgung der Schulden an Salzburg verpfändet wurde. |
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| | == Die Wirtschaft des Landes unter Eberhard III. == | | == Die Wirtschaft des Landes unter Eberhard III. == |
| − | Eberhard III. genoss im Reich dank seiner vielen diplomatischen Erfolge höchstes Ansehen. Er bemühte sich auch, seinen Pflichten als Landesfürst gewissenhaft nachzukommen, und war stets um friedliche Beilegung aller Streitigkeiten unter Berücksichtigung aller sozialen Härten bedacht. Durch die unter seinem Vorgänger angehäuften hohen Schulden und die hohen Abgaben an die Kurie, die Abschlagszahlungen an seinen einstigen Rivalen [[Berthold von Wehingen]], sowie die großen Investitionskosten von Berchtesgaden, den Kosten für den Kauf des Halsgerichtes Isengau und von [[Mattsee]] führten zu einer sehr schwierigen Finanzlage. Die Suche nach einem gemeinsamen Vorgehen mit den Ständen unterließ der Erzbischof, da damit ein Verlust an Macht verbunden gewesen wäre. | + | Eberhard III. genoss im Reich dank seiner vielen diplomatischen Erfolge höchstes Ansehen. Er bemühte sich auch, seinen Pflichten als Landesfürst gewissenhaft nachzukommen, und war stets um friedliche Beilegung aller Streitigkeiten unter Berücksichtigung aller sozialen Härten bedacht. Durch die unter seinem Vorgänger angehäuften hohen Schulden und die hohen Abgaben an die Kurie, die Abschlagszahlungen an seinen einstigen Rivalen [[Berthold von Wehingen]], sowie die großen Investitionskosten von Berchtesgaden, den Kosten für den Kauf des Halsgerichtes Isengau und von [[Mattsee]] führten zu einer sehr schwierigen Finanzlage. Die Suche nach einem gemeinsamen Vorgehen mit den Ständen unterließ der Fürsterzbischof, da damit ein Verlust an Macht verbunden gewesen wäre. |
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| | == Die Vertreibung der Juden == | | == Die Vertreibung der Juden == |