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| | Die Erzbischöfe waren zwar Reichsfürsten, aber ihr Herrschaftsgebiet galt immer noch als ein Teil des Herzogtums Bayern. Als Erzbischof Friedrich III. 1328 eine eigene Landesordnung erließ, löste er damit seine Besitzungen vom Mutterland Bayern. Aus Salzburg war ein eigenständiges Land innerhalb des „Heiligen Römischen Reiches" geworden. In einer 1342 ausgestellten Urkunde sprach Erzbischof Heinrich von Pirnbrunn erstmals von seinem „Land“. | | Die Erzbischöfe waren zwar Reichsfürsten, aber ihr Herrschaftsgebiet galt immer noch als ein Teil des Herzogtums Bayern. Als Erzbischof Friedrich III. 1328 eine eigene Landesordnung erließ, löste er damit seine Besitzungen vom Mutterland Bayern. Aus Salzburg war ein eigenständiges Land innerhalb des „Heiligen Römischen Reiches" geworden. In einer 1342 ausgestellten Urkunde sprach Erzbischof Heinrich von Pirnbrunn erstmals von seinem „Land“. |
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| | '''Bayern und Salzburg als Nachbarn''' | | '''Bayern und Salzburg als Nachbarn''' |
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| | Das Fürsterzbistum Salzburg wurde durch den Reichsdeputationshauptschluss (1803) in ein weltliches Kurfürstentum umgewandelt. Der frühere Großherzog von Toskana, Ferdinand III., ein Bruder von Kaiser Franz II. trat nun die Regierung in Salzburg an. Zu seinem räumlich aufgesplitterten Kurfürstentum gehörten neben Salzburg noch weitere säkularisierte Länder wie Berchtesgaden, ein Teil von Passau und Eichstätt (alle heute Bayern), die ehedem geistliche Fürstentümer waren. Dieses Staatsgebilde bestand bis 1806. | | Das Fürsterzbistum Salzburg wurde durch den Reichsdeputationshauptschluss (1803) in ein weltliches Kurfürstentum umgewandelt. Der frühere Großherzog von Toskana, Ferdinand III., ein Bruder von Kaiser Franz II. trat nun die Regierung in Salzburg an. Zu seinem räumlich aufgesplitterten Kurfürstentum gehörten neben Salzburg noch weitere säkularisierte Länder wie Berchtesgaden, ein Teil von Passau und Eichstätt (alle heute Bayern), die ehedem geistliche Fürstentümer waren. Dieses Staatsgebilde bestand bis 1806. |
| | Das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“, dem Salzburg und Bayern angehörten, wurde 1806 aufgelöst. | | Das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“, dem Salzburg und Bayern angehörten, wurde 1806 aufgelöst. |
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| | '''Salzburg als Teil des Königreichs Bayern 1810-1816''' | | '''Salzburg als Teil des Königreichs Bayern 1810-1816''' |
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| | Nachdem sich Bayern dem Bündnis von Preußen, Russland und Österreich gegen Napoleon angeschlossen hatte, forderte Österreich das Salzburger Land und seine anderen ehemaligen Gebiete zurück. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen Kaiser Franz I. und Kronprinz Ludwig in Wien verzichtete Bayern schließlich auf Salzburg. Vor der Übergabe an Österreich aber wurde das Land noch ausgeplündert. Öffentliche Gebäude und Staatsbesitz verkaufte man und die ohnehin nur noch wenigen vorhandenen Kunstschätze wurden nach München gebracht. | | Nachdem sich Bayern dem Bündnis von Preußen, Russland und Österreich gegen Napoleon angeschlossen hatte, forderte Österreich das Salzburger Land und seine anderen ehemaligen Gebiete zurück. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen Kaiser Franz I. und Kronprinz Ludwig in Wien verzichtete Bayern schließlich auf Salzburg. Vor der Übergabe an Österreich aber wurde das Land noch ausgeplündert. Öffentliche Gebäude und Staatsbesitz verkaufte man und die ohnehin nur noch wenigen vorhandenen Kunstschätze wurden nach München gebracht. |
| | Durch den Münchner Vertrag fiel das Land Salzburg am 1. Mai 1816 an Österreich – allerdings nicht zur Gänze: Mit den Ämtern Waging, Tittmoning, Laufen und Teisendorf auf der linken Seite von Salzach und Saalach blieb das Gebiet des heutigen Rupertiwinkels bei Bayern. | | Durch den Münchner Vertrag fiel das Land Salzburg am 1. Mai 1816 an Österreich – allerdings nicht zur Gänze: Mit den Ämtern Waging, Tittmoning, Laufen und Teisendorf auf der linken Seite von Salzach und Saalach blieb das Gebiet des heutigen Rupertiwinkels bei Bayern. |
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| | '''Befreundete Nachbarn seit dem 19. Jahrhundert''' | | '''Befreundete Nachbarn seit dem 19. Jahrhundert''' |
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| | Salzburg und Bayern gehörten dem 1815 gegründeten „Deutschen Bund“ unter der Führung Österreichs an. (1866 aufgelöst) | | Salzburg und Bayern gehörten dem 1815 gegründeten „Deutschen Bund“ unter der Führung Österreichs an. (1866 aufgelöst) |
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| | Die 739 gegründete Diözese Salzburg wurde 798 zum Erzbistum erhoben und war damit zum Mittelpunkt der Bayerischen Kirchenprovinz (Salzburger Kirchenprovinz) geworden. Dem Erzbistum Salzburg unterstanden die Suffraganbistümer Regensburg, Passau, Freising und Säben (Brixen). Die Salzburger Kirchenprovinz deckte damit fast das gesamte Gebiet des Herzogtums Bayern ab. Die Erzdiözese Salzburg selbst umfasste auch Gebiete im heutigen Bayern. Von 1816 bis 1822 wurden die Diözesangrenzen an die Staatsgrenzen angeglichen. Der Rupertiwinkel und das bayerische Gebiet östlich des Inn, die seit jeher kirchlich zur Erzdiözese Salzburg gehört hatten, fielen nun in die Zuständigkeit des Erzbistums München und Freising. | | Die 739 gegründete Diözese Salzburg wurde 798 zum Erzbistum erhoben und war damit zum Mittelpunkt der Bayerischen Kirchenprovinz (Salzburger Kirchenprovinz) geworden. Dem Erzbistum Salzburg unterstanden die Suffraganbistümer Regensburg, Passau, Freising und Säben (Brixen). Die Salzburger Kirchenprovinz deckte damit fast das gesamte Gebiet des Herzogtums Bayern ab. Die Erzdiözese Salzburg selbst umfasste auch Gebiete im heutigen Bayern. Von 1816 bis 1822 wurden die Diözesangrenzen an die Staatsgrenzen angeglichen. Der Rupertiwinkel und das bayerische Gebiet östlich des Inn, die seit jeher kirchlich zur Erzdiözese Salzburg gehört hatten, fielen nun in die Zuständigkeit des Erzbistums München und Freising. |
| | Innerhalb der Erzdiözese Salzburg existierte von 1215 bis 1817 das Salzburger Eigenbistum Chiemsee. Der Sitz der Bischöfe von Chiemsee war das Augustiner-Chorherrenstift Herrenwörth auf der Herreninsel im Chiemsee. Sie waren die Weihbischöfe der Salzburger Erzbischöfe und hatten deshalb in Salzburg eine ständige Residenz, den Chiemseehof. Das Bistum Chiemsee umfasste nur zehn Pfarreien westlich und südlich des Chiemsees: Herrenchiemsee, Prien, Eggstätt, Söllhuben und Grassau in Bayern. Söll, Kirchdorf, St. Johann, Brixen im Thal und St. Ulrich am Pillersee in Tirol. | | Innerhalb der Erzdiözese Salzburg existierte von 1215 bis 1817 das Salzburger Eigenbistum Chiemsee. Der Sitz der Bischöfe von Chiemsee war das Augustiner-Chorherrenstift Herrenwörth auf der Herreninsel im Chiemsee. Sie waren die Weihbischöfe der Salzburger Erzbischöfe und hatten deshalb in Salzburg eine ständige Residenz, den Chiemseehof. Das Bistum Chiemsee umfasste nur zehn Pfarreien westlich und südlich des Chiemsees: Herrenchiemsee, Prien, Eggstätt, Söllhuben und Grassau in Bayern. Söll, Kirchdorf, St. Johann, Brixen im Thal und St. Ulrich am Pillersee in Tirol. |
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| | '''Literatur und Quellen für den Abschnitt: Geschichtliche Salzburg-Bezüge''' | | '''Literatur und Quellen für den Abschnitt: Geschichtliche Salzburg-Bezüge''' |