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Dr. theol. et phil. '''Josef Altenweisel''' (* [[6. Dezember]] [[1851]] in [[Niederndorf]], [[Bezirk Kufstein]], [[Tirol]]; † [[25. Juni]] [[1912]] in Deutsch-Matrei [Matrei am Brenner], Tirol) war [[Professor]] an der [[Theologische Fakultät in Salzburg|Theologischen Fakultät in Salzburg]] und zuletzt [[Bischof von Brixen]].
== Leben ==
Das einzige Kind eines Tiroler Bindermeisters kam auf Anregung des damaligen [[Pfarrer von Niederndorf|Niederndorfer Pfarrers]] [[Michael Egger]] von der heimatlichen Dorfschule in das [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|fürsterzbischöfliche Knabenseminar Kollegium Borromäum]] , wo er sechs Klassen des Gymnasiums, fast immer als Klassenerster, absolvierte. Weil das Kollegium Borromäum damals noch nicht das Öffentlichkeitsrecht besaß, musste er seine Reifeprüfung am Meraner Gymnasium äblegen, die er im Jahr [[1870]] vorzüglich bestand. Wegen seiner hervorragenden Begabung wurde er zur weiteren wissenschaftlichen Ausbildung an das Collegium Germanicum nach Rom geschickt, wo er [[1873]] das Doktorat der Philosophie und [[1877]] das der Theologie erwarb und am [[10. Juni]] [[1876]] die Priesterweihe erhielt.
Im Jahr [[1877]] kehrte er in die [[Stadt Salzburg]] zurück und übernahm die Religionslehrerstelle im Kollegium Borromäum. Nebenbei lehrte er auch in den unteren Klassen Latein und Deutsch und trug im Obergymnasium philosophische Propädeutik vor. In den ersten Jahren war er zugleich Präfekt und leitete die ''Kongregation von den heiligen Engeln'' für das Untergymnasium.
Im Juni [[1882]] meldete sich Altenweisel zum Konkurs für die vakant gewordene Professur der Dogmatik an der Theologischen Fakultät in Salzburg und bestand die Prüfung glänzend. Am [[4. Februar]] [[1883]] erhielt der 31-jährige Gelehrte die Ernennung zum Professor der Dogmatik und Dozent der Fundamentaltheologie. In dieser Stellung blieb er durch 21 Jahre tätig. Hervorgehoben wurden seine lichtvolle, klare und logisch scharfe Vortragsweise, die besonders in den philosophischen Vorlesungen zutagegetreten sei. Fünfmal bekleidete er die Stelle des Dekans der Fakultät – [[1886]]/87, [[1889]]/90, [[1893]]/94, [[1897]]/98 und [[1900]]/01.
Auch außerhalb seines engeren Berufsgebietes trat Altenweisel hervor. Sein Hauptbetätigungsfeld lag dabei auf karitativem und sozialem Gebiet. Seit [[1898]] war er tatkräftiger Präsident der Landesorganisation der Vinzenzvereine. Unter seiner umsichtigen Leitung kam die Errichtung und der Neubau der Kaiser-Franz-Josef-Kinderkrippe in [[Mülln]] zustande. Überhaupt erhielt das ganze karitative Wirken der Salzburger [[Katholische Kirche|katholischen]] Vereine durch ihn neue Impulse. Als Mitglied der österreichischen Leogesellschaft trug er die Hauptlast der Vorbereitung und Durchführung der Generalversammlung, die im Jahr [[1895]] in Salzburg stattfand. Auch für den im Jahr [[1896]] in Salzburg abgehaltenen Katholikentag leistete er als Obmann des vorbereitenden Lokalkomitees die meiste Arbeit. Seit dem Winter des Jahres [[1903]] war Altenweisel auch Vorstand des weitbekannten Katholischen Büchervereins in Salzburg und der vereinseigenen Buchhandlung sowie an der im nächsten Jahr folgenden Gründung der Katholischen Volksbibliothek beteiligt.
Altenweisel galt als Mann der Mäßigung und des Ausgleichs. Bezeichnenderweise wählten ihn die katholischen Vereine beider Richtungen in ihrem gemeinsamen Aktionskomitee zum Vorsitzenden. Im Jahr [[1901]] fanden unter seiner Leitung Konferenzen zur Versöhnung der Landesparteien statt, die den parteipolitischen Zwist beendigten.
Am [[6. Mai]] [[1904]] ernannte ihn Kaiser Franz Joseph I. zum Fürstbischof von Brixen. Die päpstliche Bestätigung dieser Ernennung erfolgte am [[2. Juli]] 1904, die Konsekration in Rom am [[11. September]] 1904 und die Inthronisation in [[Brixen]] am [[18. September]] 1904. Damit verlagerte Altenweisel sein Wirkungsgebiet nach Tirol.
== Ehrungen ==
Als Anerkennung für seine Lehrtätigkeit als Professor und für sein öffentliches Wirken erhielt Altenweisel [[1897]] von Papst Leo XIII. die Würde eines päpstlichen Hausprälaten — damals eine seltene Auszeichnung – und [[1898]] von Kaiser [[Franz Joseph I.]] die Ernennung zum k. k. Regierungsrat.
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== Quellen ==
* Innsbrucker Nachrichten, 18. Mai 1904, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19040518&seite=4&zoom=33&query=%22Der%20neue%20F%C3%BCrstbischof%20von%20Vrixen.%22&ref=anno-search S. 4]: ''Der neue Fürstbischof von Brixen.
* [[Salzburger Kirchenblatt]], 27. Juni 1912, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=skb&datum=19120627&seite=3&zoom=33&query=%22F%C3%BCrstbischof%20Dr.%20Josef%20%C3%84itenweise!%20f%22&ref=anno-search S. 3 f.]: ''Fürstbischof Dr. Josef Altenweisel †''. ([[Melchior Abfalter]])
* Allgemeiner Tiroler Anzeiger, 26. Juni 1912, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19120626&seite=2&zoom=33&ref=anno-search S. 2–4]: ''Fürstbischof Josef lebt nicht mehr.
* [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1901-1940#MGSLK 52, 1912|52, 1912]], [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=19120006&query=(text:%22Josef+Altenweisel%22)&ref=anno-search&seite=13 S. 297–299]: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe|Nekrolog]] auf ''Fürstbischof Dr. Josef Altenweisel'' ([[Christian Greinz|C. G.]])
* [[RES (Regesta Ecclesiastica Salisburgensia)]]: [https://res.icar-us.eu/index.php/Altenweisel,_Joseph_(1851-1912) ''Altenweisel, Joseph (1851-1912)]
{{Zeitfolge
|AMT=[[Bischof von Brixen]]
|ZEIT= 1904–1912
|VORGÄNGER= [[Simon Aichner]]
|NACHFOLGER= Franz Egger
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{{Zeitfolge
|AMT=[[Dekane der Theologischen Fakultät in Salzburg|Dekan]] der [[Theologische Fakultät in Salzburg|Theologischen Fakultät in Salzburg]]
|ZEIT= 1886/87<br>1889/90<br>1893/94<br>1897/98<br>1900/01<br>
|VORGÄNGER= [[Mathias Kaserer]]<br>[[N. N.]]<br>[[Rudolf Ritter von Scherer]]<br>N. N.<br>N. N.
|NACHFOLGER= [[Anton Auer]]<br>[[Balthasar Kaltner]]<br>[[Albert Mussoni]]<br>[[Melchior Abfalter]]<br>N. N.
}}
{{Zeitfolge
|AMT=Professor für Dogmatik an der Theologischen Fakultät in Salzburg
|ZEIT= 1883–1904
|VORGÄNGER= Josef Sprinzl
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{{SORTIERUNG:Altenweisel, Josef}}
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