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| − | Die '''Jocher (zu Höch und Eggersberg)''' waren eine Salzburger [[Gewerke]]n- und [[Salzburger Adel|Adels]]<nowiki></nowiki>familie des [[15. Jahrhundert|15.]] und des [[16. Jahrhundert]]s. | + | Die '''Jocher (zu Höch und Eggersberg)''' waren eine Salzburger [[Gewerke]]n- und [[Salzburger Adel|Adels]]<nowiki></nowiki>familie des [[16. Jahrhundert|16.]] und des [[17. Jahrhundert]]s. |
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| | Wilhelm Jocher (* [[15. November]] [[1565]] in [[Mauterndorf]]; † [[3. Mai]] [[1636]] in München)<ref name = "NDB"/> war bayrischer Geheimer Rat, „Kronjurist“ und Diplomat. | | Wilhelm Jocher (* [[15. November]] [[1565]] in [[Mauterndorf]]; † [[3. Mai]] [[1636]] in München)<ref name = "NDB"/> war bayrischer Geheimer Rat, „Kronjurist“ und Diplomat. |
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| − | Wilhelm Jocher studierte in Ingolstadt (Bayern) zur gleichen Zeit wie der spätere bayerische Herzog und Kurfürst Maximilian I.Kreises <ref name = "eggersberg.eu">[http://www.schloss-eggersberg.eu/index.php/de/geschichte-zu-eggersberg.html schloss-eggersberg.eu: Geschichte.]</ref> die Rechte, erwarb das Doktorat und war von 1592 bis 1604 Assessor des Bayerischen Reichskreises<ref name = "eggersberg.eu"/> am Reichskammergericht in Speyer. 1604 trat er in bayerische Dienste als Pfleger von Dachau (bis 1636) und herzoglicher Rat (seit 1611 Geheimer Rat).<ref name = "NDB"/> So entwickelte er vor und während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] als Jurist und Diplomat eine für die Politik seines Fürsten, des [[Bayern|bayrischen]] Herzogs und Kurfürsten Maximilian I., bedeutsame Tätigkeit<ref>Ausführlich Albrecht aaO.</ref> und erwarb sich dessen und des Kaisers Gunst. | + | Wilhelm Jocher studierte in Ingolstadt (Bayern) zur gleichen Zeit wie der spätere bayerische Herzog und [[Kurfürst Maximilian I. von Bayern|Kurfürst Maximilian I.]] <ref name = "eggersberg.eu">[http://www.schloss-eggersberg.eu/index.php/de/geschichte-zu-eggersberg.html schloss-eggersberg.eu: Geschichte.]</ref> die Rechte, erwarb das Doktorat und war von 1592 bis 1604 Assessor des Bayerischen Reichskreises<ref name = "eggersberg.eu"/> am [[Reich#Heiliges_R.C3.B6misches_Reich|Reichs<nowiki></nowiki>kammergericht in Speyer. 1604 trat er in bayerische Dienste als Pfleger von Dachau (bis 1636) und herzoglicher Rat (seit 1611 Geheimer Rat).<ref name = "NDB"/> So entwickelte er vor und während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] als Jurist und Diplomat eine für die Politik seines Fürsten, des [[Bayern|bayrischen]] Herzogs und Kurfürsten Maximilian I., bedeutsame Tätigkeit<ref>Ausführlich Albrecht aaO.</ref> und erwarb sich dessen und des Kaisers Gunst. |
| | Als wichtigster Ratgeber Maximilians begleitete der humanistisch gebildete, streng religiöse Jocher die bayerische Reichs- und Außenpolitik mit scharfsinnigen, bisweilen spitzfindigen juristischen Stellungnahmen.<ref name = "eggersberg.eu"/> | | Als wichtigster Ratgeber Maximilians begleitete der humanistisch gebildete, streng religiöse Jocher die bayerische Reichs- und Außenpolitik mit scharfsinnigen, bisweilen spitzfindigen juristischen Stellungnahmen.<ref name = "eggersberg.eu"/> |
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| | Mit Urkunde vom 15. Februar 1648 nahmen Wilhelbm Carl Jocher zu Hech und Egersperg, Hechenrain, Felden und Schrättenperg, Ursula Jocherin (Frau des Conrad [[Graf von Schernberg]], Pfleger zu [[Goldegg]]) und Eva Jocherin (Frau des Hannß Jacob [[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)|Auer von Wünckhl]], Pfleger zu [[Tetlham|Tetlhaimb]]), beide Töchter des verstorbenen Carl Jocher zu Hech, vom Salzburger [[Domkapitel]] bestimmte Güter im Amt [[Kendlbruck|Khettlprugg]] zu Lehen.<ref>[http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/AT-SLA/Erzstift/SLA_OU_1648_II_15/charter SLA, OU 1648 II 15.]</ref> Wilhelm Carl Jocher wird nicht selbst als Sohn des verstorbenen Carl Jocher bezeichnet, wohl aber tritt er gemeinsam mit dessen Töchtern auf; auch ist nicht erfindlich, wessen Sohn er sonst sein könnte, sodass wir in ihm wohl tatsächlich einen Sohn Carl Jochers erblicken dürfen<ref name = "K.I.">Anmerkung des [[Benutzer:Karl Irresberger|Artikel(erst)verfassers]].</ref>. | | Mit Urkunde vom 15. Februar 1648 nahmen Wilhelbm Carl Jocher zu Hech und Egersperg, Hechenrain, Felden und Schrättenperg, Ursula Jocherin (Frau des Conrad [[Graf von Schernberg]], Pfleger zu [[Goldegg]]) und Eva Jocherin (Frau des Hannß Jacob [[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)|Auer von Wünckhl]], Pfleger zu [[Tetlham|Tetlhaimb]]), beide Töchter des verstorbenen Carl Jocher zu Hech, vom Salzburger [[Domkapitel]] bestimmte Güter im Amt [[Kendlbruck|Khettlprugg]] zu Lehen.<ref>[http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/AT-SLA/Erzstift/SLA_OU_1648_II_15/charter SLA, OU 1648 II 15.]</ref> Wilhelm Carl Jocher wird nicht selbst als Sohn des verstorbenen Carl Jocher bezeichnet, wohl aber tritt er gemeinsam mit dessen Töchtern auf; auch ist nicht erfindlich, wessen Sohn er sonst sein könnte, sodass wir in ihm wohl tatsächlich einen Sohn Carl Jochers erblicken dürfen<ref name = "K.I.">Anmerkung des [[Benutzer:Karl Irresberger|Artikel(erst)verfassers]].</ref>. |
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| − | Wilhelm Karl Jocher von Eggersberg, Höch und Hohenrain († 16. Mai 1653<ref>Tafel in St. Gertrauden bei Mauterndorf.</ref>) heiratete am 14. Jänner 1646 in Mauterndorf Maria Anna [[Ritz|Ritz zu Grub]] († 27. August 1684)<ref>[[Franz Martin]]: ''[[Hundert Salzburger Familien|Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte]]. 14. [[Ritz|Ritz (Salzburger Linie)]]'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1901-1940|Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK)]] [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000060 70, 1930, S. 60-64][http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000064 (S. 64).]</ref> | + | Wilhelm Karl Jocher von Eggersberg, Höch und Hohenrain († 16. Mai 1653<ref>Tafel in St. Gertrauden bei Mauterndorf.</ref>) heiratete am 14. Jänner 1646 in Mauterndorf Maria Anna [[Ritz|Ritz zu Grub]] († 27. August 1684)<ref>[[Franz Martin]]: ''[[Hundert Salzburger Familien|Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte]]. 14. [[Ritz|Ritz (Salzburger Linie)]]'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1901-1940|Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK)]] [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000060 70, 1930, S. 60-64][http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000064 (S. 64).]</ref> |
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| | === Adam Jocher zu Höch und Eggersberg === | | === Adam Jocher zu Höch und Eggersberg === |
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| − | Karls (des 1645 verstorbenen Gewerken) Sohn Adam vollendete 1648 den Renaissancebau und war vor allem für die reiche Innenausstattung verantwortlich.<ref name = "flachau">[http://www.flachau.com/schloss-hoech/geschichte.html www.flachau.com Geschichte von Schloss Höch.]</ref> Er hatte eine einzige Tochter Maria Johanna, welche Schloss Höch erbte.<ref name = "höch">[http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=H%F6ch www.burgen-austria.com.]</ref> | + | Karls (des 1645 verstorbenen Gewerken) Sohn Adam vollendete im Jahr [[1648]] den Renaissancebau des Schlosses Höch und war vor allem für die reiche Innenausstattung verantwortlich.<ref name = "flachau">[http://www.flachau.com/schloss-hoech/geschichte.html www.flachau.com Geschichte von Schloss Höch.]</ref> Er hatte eine einzige Tochter Maria Johanna, welche Schloss Höch erbte.<ref name = "höch">[http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=H%F6ch www.burgen-austria.com.]</ref> |
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| − | Zu Adam Jocher (zu Eggersberg) gibt es Informationen aus bayrischen Quellen, die manchmal zweifeln lassen, ob es sich um ein und dieselbe Person handelt.<ref name = "K.I."/> Adam Jocher wird als Sohn des bayrischen Kronjuristen Wilhelm Jocher bezeichnet<ref name = "eggersberg.eu"/> (während gut bezeugt ist<ref name = "NDB"/>, dass dieser kinderlos war). Wie Wilhelm war Adam Jocher bayerischer Rat und lebte im „Neuen Schloss“ zu Eggersberg, wie es heute noch besteht.<ref name = "eggersberg.eu"/> 1684 ging Adam Jocher, nachdem er sich mit verschiedenen Geschäften übernommen hatte, „in den [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gant]]“, es erfolgte also die Zwangsversteigerung des Jocherschen Besitzes zu Eggersberg.<ref name = "eggersberg.eu"/> | + | Zu Adam Jocher (zu Eggersberg) gibt es Informationen aus bayrischen Quellen, die manchmal zweifeln lassen, ob es sich um ein und dieselbe Person handelt.<ref name = "K.I."/> Adam Jocher wird als Sohn des bayrischen Kronjuristen Wilhelm Jocher bezeichnet<ref name = "eggersberg.eu"/> (während gut bezeugt ist<ref name = "NDB"/>, dass dieser kinderlos war). Wie Wilhelm war Adam Jocher bayerischer Rat und lebte im „Neuen Schloss“ zu Eggersberg, wie es heute noch besteht.<ref name = "eggersberg.eu"/> [[1684]] ging Adam Jocher, nachdem er sich mit verschiedenen Geschäften übernommen hatte, „in den [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gant]]“, es erfolgte also die Zwangsversteigerung des Jocherschen Besitzes zu Eggersberg.<ref name = "eggersberg.eu"/> |
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| | ===Maria Johanna verh. Freiin von Plaz=== | | ===Maria Johanna verh. Freiin von Plaz=== |
| − | Maria Johanna Jocher von Eggersberg und Höch, einzige Tochter Adam Jochers und Erbin von Höch, heiratete 1657/1658 Johann Rudolf Freiherrn von [[Plaz]] zum Thurn<ref name = "höch"/>, in dessen Familie Schloss Höch bis in das letzte Viertel des 20. Jahrhunderts stand<ref name = "höch"/>. | + | Maria Johanna Jocher von Eggersberg und Höch, einzige Tochter Adam Jochers und Erbin von Höch, heiratete 1657/1658 Johann Rudolf Freiherrn von [[Plaz]] zum Thurn<ref name = "höch"/>. Sie starb am [[8. Jänner]] '''1711'''.<ref>Franz Martin, ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte. 84. Plaz'', in: MGSLK 82/83, 1942/43, S. 49-55 (51).</ref> |
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| | + | In der Familie Plaz blieb Schloss Höch bis in das letzte Viertel des [[20. Jahrhundert]]s.<ref name = "höch"/>. |
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| | ===Töchter Karls=== | | ===Töchter Karls=== |
| | Karls Tochter Ursula war, wie oben angeführt, Frau des Conrad Graf von Schernberg, Pflegers zu Goldegg. | | Karls Tochter Ursula war, wie oben angeführt, Frau des Conrad Graf von Schernberg, Pflegers zu Goldegg. |
| − | Eva Jocher Freiin zu Höch und Eggersberg, Tochter des Karl Jocher Freiherrn von Höch, Eggersberg und Hohenrain und der Johanna Müller von Zweiraden, heiratete im Jahr 1637 Hanns Jakob Franz [[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)|Auer von Winkel zu Gessenberg]], hochfürstlich salzburgischer Rat und Pfleger zu Mattsee und [[Tetlham|Tettelheim]]<ref>Artikel "[[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)]]"; Franz Martin: ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte. 17. Auer zu Winkel, Salzburger Linie, später Freiherrn von Gold zu Lampoting'', in: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19310003&zoom=2&seite=00000101 MGSLK 71, 1931, S. 101-105][http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19310003&zoom=2&seite=00000103 (S. 103).]</ref>. | + | |
| | + | Eva Jocher Freiin zu Höch und Eggersberg, Tochter des Karl Jocher Freiherrn von Höch, Eggersberg und Hohenrain und der Johanna Müller von Zweiraden, heiratete im Jahr 1637 Hanns Jakob Franz [[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)|Auer von Winkel zu Gessenberg]], hochfürstlich salzburgischer Rat und Pfleger zu [[Mattsee]] und [[Tetlham|Tettelheim]]<ref>Artikel "[[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)]]"; Franz Martin: ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte. 17. Auer zu Winkel, Salzburger Linie, später Freiherrn von Gold zu Lampoting'', in: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19310003&zoom=2&seite=00000101 MGSLK 71, 1931, S. 101-105][http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19310003&zoom=2&seite=00000103 (S. 103).]</ref>. |
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| | Datei:Hoech_Schloss.jpg|[[Schloss Höch]] | | Datei:Hoech_Schloss.jpg|[[Schloss Höch]] |
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| | + | ==Literatur== |
| | + | * Monatsblatt der genealogisch-heraldischen Gesellschaft „Adler", Wien. Nr. 502/3.<ref>Hier zitiert nach Franz Martin, ''Versuch einer Zusammenstellung des genealogischen Schrifttums über Salzburger Familien, MGSLK 84/85 (1944/45) S. 71.</ref> |
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| | ==Quellen, Anmerkungen== | | ==Quellen, Anmerkungen== |